Afrikanischer Wildhund

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Afrikanischer Wildhund mit schwarz, gelbbraun und weiß geflecktem Fell, großen runden Ohren und weißer Schwanzspitze steht auf einer Wiese
Michael Gäbler / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

Kurz erklärt

Der Afrikanische Wildhund, auch Hyänenhund genannt, ist ein Wildhund aus Afrika mit buntem, schwarz-gelb-weiß geflecktem Fell. Er lebt in Rudeln, jagt gemeinsam vor allem Antilopen und teilt die Beute im Rudel. Ob das Rudel losziehen soll, stimmen die Hunde offenbar durch Niesen ab. Der Wildhund ist stark gefährdet: Es gibt weniger als 700 Rudel.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameLycaon pictus
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Lycaon
  • Art: Afrikanischer Wildhund (Hyänenhund)
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 75 bis 110 cm, Schwanz 30 bis 40 cm
Körpergewicht18 bis 36 kg
ErnährungFleischfresser: vor allem mittelgroße Antilopen wie Impalas, außerdem Kudus, Gazellen, Gnus, kleine Antilopen und Warzenschweine
LebenserwartungEtwa 10 Jahre
SozialverhaltenRudel mit im Schnitt etwa 10 erwachsenen Tieren; meist bekommt nur das ranghöchste Paar Junge, alle helfen bei der Aufzucht
HerkunftAfrika südlich der Sahara
Verbreitung Nur noch auf etwa 8 Prozent des früheren Gebiets, vor allem im südlichen und östlichen Afrika; größter Bestand im Schutzgebiet Kavango-Zambezi (KAZA) Afrika
EntdeckungErstbeschreibung 1820 durch Temminck, zunächst als Hyäne (Hyaena picta)
GefährdungEN Stark gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025)
SonstigesWeniger als 700 Rudel und etwa 1.676 fortpflanzungsfähige Tiere (IUCN 2025)

Der „bunte Wolf“ Afrikas

Der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus) wird auch Hyänenhund genannt. Er gehört aber zur Familie der Hunde (Canidae), nicht zu den Hyänen. Bei seiner Erstbeschreibung 1820 ordnete ihn der Zoologe Temminck allerdings zunächst den Hyänen zu und nannte ihn Hyaena picta. Sein wissenschaftlicher Name bedeutet etwa „bemalter Wolf“, auf Englisch heißt er auch „Painted Dog“.

Afrikanische Wildhunde leben in Rudeln, jagen gemeinsam und kümmern sich zusammen um den Nachwuchs. Sie sind heute stark gefährdet.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Der Körper ist 75 bis 110 cm lang, dazu kommt ein 30 bis 40 cm langer Schwanz. Afrikanische Wildhunde wiegen 18 bis 36 kg. Männchen sind etwas größer als Weibchen.

Körperbau: Der Wildhund ist groß, aber leicht gebaut, mit langen, schlanken Beinen und auffallend großen, runden Ohren. An jedem Fuß hat er vier Zehen, alle mit Krallen.

Fell: Das Fell ist kurz, am Hals oft etwas länger, sodass er an der Kehle zottelig aussehen kann. Es ist unregelmäßig schwarz, gelbbraun und weiß gefleckt. Das Muster ist bei jedem Tier einzigartig, Forscher können einzelne Tiere daran erkennen. Der Kopf ist dagegen bei fast allen Tieren ähnlich gefärbt: gelbbraun mit schwarzer Gesichtsmaske, schwarzen Ohren und einem schwarzen Streifen auf dem Oberkopf. Die Schwanzspitze ist weiß.

Verbreitung und Lebensraum

Früher lebte der Afrikanische Wildhund in fast ganz Afrika südlich der Sahara. Nur die dichten Regenwälder des Kongobeckens mied er. Heute kommt er nur noch auf etwa 8 Prozent seines früheren Verbreitungsgebiets vor, und rund zwei Drittel dieser Flächen liegen außerhalb streng geschützter Gebiete.

  • Südliches Afrika: Hier leben etwa zwei Drittel aller Wildhunde. Der größte Bestand lebt im Schutzgebiet Kavango-Zambezi (KAZA), das sich über Botswana, Namibia, Angola, Sambia und Simbabwe erstreckt. Dort lebt fast ein Drittel aller Wildhunde der Welt.
  • Ostafrika: Hier lebt knapp ein weiteres Drittel, der größte Bestand im Selous-Nyerere-Gebiet im Süden Tansanias.
  • Zentralafrika: Wildhunde gibt es nur noch auf etwa 5 Prozent ihres früheren Gebiets, vor allem rund um den Chinko-Nationalpark in der Zentralafrikanischen Republik.
  • Westafrika: Es ist nur ein einziger Bestand übrig, im Nationalpark Niokolo-Koba im Senegal.

Wildhunde leben in Grassteppen, Halbwüsten, Buschsavannen, Wäldern und sogar in Bergwäldern. Junge Wildhunde auf der Suche nach einem eigenen Revier wandern sehr weit und durchqueren dabei auch ungeeignete Gebiete. Deshalb wurden einzelne Tiere schon auf dem Gipfel des Kilimandscharo und tief in der Sahara gesehen.

Ein Rudel braucht sehr viel Platz. Die Streifgebiete sind 200 bis 2.000 Quadratkilometer groß. Fachleute schätzen, dass ein dauerhaft überlebensfähiger Bestand ein Gebiet von etwa 10.000 Quadratkilometern braucht.

Ernährung und Jagd

Afrikanische Wildhunde sind Fleischfresser. In weiten Teilen Ost- und des südlichen Afrikas sind Impalas ihre wichtigste Beute. Außerdem jagen sie Große Kudus, Thomson-Gazellen und Gnus, in manchen Gebieten auch kleine Antilopen wie Dikdiks (Madoqua) und Steinböckchen (Raphicerus campestris) sowie Warzenschweine. Hasen und Eidechsen fressen sie nur selten.

Wildhunde jagen am Tag, vor allem morgens und am frühen Abend, bei hellem Mondlicht auch nachts. Sie suchen ihre Beute mit den Augen und schleichen sich nicht an. Stattdessen setzen sie auf Tempo, Ausdauer und ihre Überzahl. Bei der Verfolgung erreichen sie bis zu 55 km/h, bei GPS-Messungen in Botswana in kurzen Sprints sogar rund 68 km/h.

Wie erfolgreich jagen Wildhunde? Ältere Beobachtungen aus den offenen Ebenen Ostafrikas beschrieben Wildhunde als Ausdauerjäger, die gemeinsam lange hinter einem einzigen Beutetier herlaufen. Eine Studie in Botswana zeichnete 2016 mit GPS-Sendern die Bewegungen eines Rudels aus sechs erwachsenen Wildhunden auf. In dem buschigen Gelände liefen die Hunde dort vor allem viele kurze Sprints, oft gleichzeitig hinter verschiedenen Tieren her. Nur etwa 15,5 Prozent der Verfolgungsjagden eines einzelnen Hundes endeten mit einem Fang. Weil die Hunde ihre Beute aber teilen, frisst die Gruppe trotzdem häufig. Andere Forscher hatten zuvor berichtet, dass 75 Prozent der Verfolgungen, die in dichterer Vegetation endeten, zu einem Fang führten, aber nur 37 Prozent in offenerem Gelände.

Nach der Jagd würgen die Wildhunde Fleisch für Welpen, verletzte, kranke oder bei der Jagd zurückgebliebene Rudelmitglieder wieder hoch. An ihrer Beute dulden sie andere Aasfresser, nur Tüpfelhyänen vertreiben sie.

Leben im Rudel

Ein Rudel besteht im Schnitt aus etwa zehn erwachsenen Tieren, dazu kommen die Jungen. Es gibt auch Rudel mit bis zu 40 Tieren. Bevor die Bestände schrumpften, wurden sogar Rudel mit bis zu 100 Tieren beobachtet. An der Spitze steht ein ranghöchstes Paar. Männchen und Weibchen haben jeweils eine eigene Rangordnung. Streit gibt es im Rudel nur selten.

Bevor ein Rudel nach einer Ruhepause aufbricht, feiern die Hunde eine energiegeladene Begrüßungszeremonie: Sie berühren sich mit den Köpfen, laufen Seite an Seite und drängen sich zusammen. Nicht jede dieser Versammlungen führt zum Aufbruch.

Abstimmen durch Niesen

2017 fanden Forscher um R. H. Walker in Botswana etwas Erstaunliches heraus: Wildhunde stimmen offenbar durch Niesen darüber ab, ob das Rudel losziehen soll. Sie werteten 68 solcher Begrüßungszeremonien von fünf Rudeln aus. Je öfter die Hunde dabei kurz und hörbar durch die Nase ausatmeten, desto wahrscheinlicher brach das Rudel auf. Hatte ein ranghohes Tier die Zeremonie begonnen, reichten drei Nieser, damit das Rudel sicher loszog. Ging die Initiative von einem rangniedrigeren Tier aus, brauchte es mindestens zehn Nieser. So können auch untergeordnete Tiere ihren Willen durchsetzen, wenn genug andere zustimmen. Ob das Niesen wirklich eine Abstimmung ist oder nur ein Zeichen für eine bereits getroffene Entscheidung, muss noch genauer erforscht werden.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Meist bekommen in einem Rudel nur das ranghöchste Weibchen und das ranghöchste Männchen Junge. Manchmal pflanzen sich aber auch rangniedrigere Tiere fort. Geschlechtsreif sind Wildhunde mit 12 bis 18 Monaten, sie paaren sich aber meist erst deutlich später.

Nach einer Tragzeit von etwa zehn Wochen bringt das Weibchen in einem Erdbau, oft einem alten Erdferkelbau, ihre Welpen zur Welt. Die Würfe sind groß: 2 bis 20 Welpen wurden beschrieben, die kleineren Würfe vor allem in Gefangenschaft. Drei bis vier Wochen bleiben die Kleinen mit der Mutter im Bau. Danach kümmert sich das ganze Rudel um sie. Die Welpen dürfen auch bei anderen Weibchen trinken und können schon mit fünf Wochen entwöhnt werden. Größere Rudel ziehen mehr Junge groß als kleine.

Damit es nicht zu Inzucht kommt, verlassen die meisten jungen Wildhunde ihr Geburtsrudel und suchen sich anderswo nicht verwandte Partner, mit denen sie ein neues Rudel gründen. Stirbt ein ranghohes Tier, findet der überlebende Partner oft keinen neuen im eigenen Rudel, und das Rudel zerfällt. Afrikanische Wildhunde werden etwa zehn Jahre alt.

Feinde und Gefährdung

Feinde: Löwen und Tüpfelhyänen töten Wildhunde und stehlen ihnen die Beute. Fachleute vermuten, dass Wildhunde deshalb so riesige Gebiete nutzen und so verstreut leben.

Gefährdung: Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Afrikanischen Wildhund als stark gefährdet (EN) ein (2025). Er wurde schon in allen Bewertungen seit 1990 so eingestuft.

Wie viele gibt es noch? Nach der Bewertung von 2025 gibt es weltweit weniger als 700 Rudel. Die Zahl der fortpflanzungsfähigen Tiere schätzt die IUCN auf 1.676. In den letzten 15 Jahren ist der Bestand um etwa 17 Prozent geschrumpft. Bei der vorigen Bewertung (2012) war der Bestand auf etwa 6.600 erwachsene Tiere geschätzt worden, davon nur rund 1.400 fortpflanzungsfähige. Die Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen: 6.600 umfasst alle erwachsenen Tiere, 1.676 nur die fortpflanzungsfähigen. Dass die Zahl der fortpflanzungsfähigen Tiere seit 2012 von 1.409 auf 1.676 gestiegen ist, liegt nicht an echtem Wachstum, sondern an neu entdeckten Beständen und einer geänderten Berechnung.

Die wichtigsten Gefahren:

  • Lebensraumverlust: Wo Menschen siedeln und Felder anlegen, finden Wildhunde kaum Beute und können nicht überleben.
  • Konflikte mit Menschen: Viehzüchter verfolgen Wildhunde. Viele Tiere sterben in Drahtschlingen, die eigentlich für Huftiere ausgelegt werden, oder werden auf Straßen überfahren.
  • Krankheiten: Haushunde übertragen gefährliche Krankheiten wie Tollwut und Staupe. 2017 tötete ein Staupe-Ausbruch im Laikipia-Gebiet in Kenia innerhalb von drei Monaten schätzungsweise 20 Rudel.

Es gibt auch Hoffnung: Weil Wildhunde große Würfe haben, können sich ihre Bestände schnell erholen, wenn die Bedingungen gut sind. Im Gorongosa-Nationalpark in Mosambik wurden 2018 und 2019 zwei Rudel ausgewildert, Ende 2024 waren es bereits elf. In Laikipia wuchs der Bestand nach der Rückkehr der Wildhunde innerhalb von acht Jahren von einem auf 19 Rudel.

Häufige Fragen zum Afrikanischen Wildhund

Ist der Afrikanische Wildhund mit der Hyäne verwandt?

Nein. Der Afrikanische Wildhund gehört zur Familie der Hunde, nicht zu den Hyänen. Bei seiner Erstbeschreibung 1820 wurde er allerdings zunächst als Hyäne eingeordnet. In der Natur sind Tüpfelhyänen sogar seine Feinde, die ihm Beute stehlen.

Wie viele Afrikanische Wildhunde gibt es noch?

Nach der Einschätzung der IUCN von 2025 gibt es weniger als 700 Rudel. Die Zahl der fortpflanzungsfähigen Tiere wird auf etwa 1.676 geschätzt. 2012 war die Zahl aller erwachsenen Wildhunde auf etwa 6.600 geschätzt worden.

Wie groß ist ein Rudel?

Ein Rudel hat im Schnitt etwa zehn erwachsene Tiere, dazu kommen die Welpen. Es wurden auch Rudel mit bis zu 40 Tieren beobachtet. Meist bekommt nur das ranghöchste Paar Junge, alle anderen helfen bei der Aufzucht.

Warum niesen Afrikanische Wildhunde?

Forscher fanden 2017 heraus, dass Wildhunde vor dem Aufbruch zur Jagd oft niesen. Je mehr Hunde niesen, desto wahrscheinlicher zieht das Rudel los. Startet ein ranghohes Tier die Begrüßung, reichen drei Nieser, sonst sind etwa zehn nötig.

Was frisst der Afrikanische Wildhund?

Er frisst vor allem mittelgroße Antilopen, besonders Impalas. Außerdem jagt er Kudus, Gazellen, Gnus, kleine Antilopen und Warzenschweine. Hasen und Eidechsen spielen nur eine kleine Rolle.

Wie schnell ist ein Afrikanischer Wildhund?

Bei der Jagd erreicht er bis zu 55 km/h, in kurzen Sprints wurden sogar rund 68 km/h gemessen. Eine Studie in Botswana zeigte, dass die meisten Läufe kurz sind: 80 Prozent dauerten weniger als 87 Sekunden.

Ähnliche Tiere

  • Hyäne - kein Verwandter, aber ein Konkurrent, der Wildhunden die Beute stiehlt
  • Wolf - lebt wie der Wildhund in Rudeln und jagt gemeinsam
  • Schakal - auch Schabracken- und Streifenschakal sind afrikanische Wildhunde außerhalb der Gattung Canis
  • Löwe - tötet Wildhunde und stiehlt ihre Beute
  • Impala - die wichtigste Beute vieler Wildhund-Rudel

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Afrikanischer Wildhund
75 cm bis 1,1 m

Mit 75 cm bis 1,1 m gehört der Afrikanische Wildhund zu den mittelgroßen Tieren in unserem Lexikon. Ein Fußball (22 cm) ist dagegen deutlich kleiner, während ein Kind mit 1,2 m noch etwas an Größe drauflegt. Stell dir vor: Der Afrikanische Wildhund ist ungefähr 4-mal so lang wie ein Fußball!

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🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Afrikanischer Wildhund
18 bis 36 kg

Ein Afrikanischer Wildhund bringt 18 bis 36 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Erwachsener (75 kg). Anders ausgedrückt: Der Afrikanische Wildhund wiegt so viel wie etwa 7 Hauskatzen.