Buchfink

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Männlicher Buchfink mit rostroter Brust, blaugrauem Kopf und weißen Flügelbinden sitzt auf einem Ast
Self: Commons user MichaelMaggs / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5

Kurz erklärt

Der Buchfink ist einer der häufigsten Vögel in Deutschland und Europa. Das Männchen hat eine rostrote Brust und einen blaugrauen Kopf, das Weibchen ist schlicht graubraun. Beide haben weiße Streifen auf den Flügeln. Buchfinken fressen Samen, Bucheckern und Insekten und sind oft im Garten und am Futterhaus zu sehen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameFringilla coelebs
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Unterfamilie: Fringillinae
  • Gattung: Edelfinken (Fringilla)
  • Art: Buchfink
Körpergröße14 bis 16 cm
KörpergewichtIm Schnitt etwa 22 g, die meisten Vögel wiegen 19 bis 25 g
ErnährungSamen aller Art, besonders Bucheckern, dazu Beeren; zur Brutzeit viele Insekten und Spinnen, die Jungen bekommen vor allem Raupen und Insektenlarven
LebenserwartungNach Erreichen des Brutalters meist etwa 3 Jahre; ein in Großbritannien beringter Vogel wurde knapp 14 Jahre alt
SozialverhaltenZur Brutzeit paarweise im Revier, außerhalb der Brutzeit oft in Trupps und Schwärmen
HerkunftEuropa, Nordafrika und Asien
Verbreitung Fast ganz Europa bis nach Mittelsibirien und Nordafrika; vom Menschen in Neuseeland eingeführt AfrikaAsienEuropaAustralien
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2019)
SonstigesIn Deutschland brüten etwa 6,8 bis 8,15 Millionen Paare. Der Buchfink gehört zu den häufigsten Brutvögeln Mitteleuropas und gilt als nicht gefährdet.

Was ist ein Buchfink?

Der Buchfink (Fringilla coelebs) ist ein Singvogel aus der Familie der Finken. Er gehört zu den häufigsten Vögeln Europas. In Deutschland brüten etwa 6,8 bis 8,15 Millionen Paare, in ganz Europa schätzungsweise rund 230 Millionen Paare. In der Schweiz ist er sogar der häufigste Brutvogel überhaupt, noch vor Haussperling und Amsel. Früher nannte man ihn auch "Edelfink" oder "Gemeiner Fink".

Buchfinken leben fast überall, wo Bäume wachsen: im Wald, im Park, im Garten und in Dörfern. Viele Menschen kennen seinen schmetternden Gesang mit dem typischen Schnörkel am Ende. Wissenschaftlich beschrieben hat ihn Carl von Linné im Jahr 1758.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Ein Buchfink ist 14 bis 16 Zentimeter lang. Er wiegt im Schnitt etwa 22 Gramm, die meisten Vögel zwischen 19 und 25 Gramm. Die Weibchen sind etwas kleiner und leichter als die Männchen.

Männchen: Das Männchen ist prächtig gefärbt:

  • Brust und Wangen: rostrot bis rosa
  • Rücken: kastanienbraun
  • Scheitel und Nacken: blaugrau
  • Bürzel: graugrün

Weibchen: Das Weibchen ist unauffällig graubraun mit einem leichten Grünstich.

Erkennungszeichen für beide: Männchen und Weibchen haben deutliche weiße Flügelbinden und weiße Schwanzkanten. Am besten sieht man die weißen Abzeichen, wenn der Vogel auffliegt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Buchfink lebt in fast ganz Europa. Sein Verbreitungsgebiet reicht nach Osten bis nach Mittelsibirien und im Süden bis nach Nordafrika. Er brütet vom Meeresspiegel bis in etwa 2.500 Meter Höhe. Menschen haben Buchfinken außerdem nach Neuseeland gebracht, wo sie seit 1862 wild leben.

Lebensraum: Beim Lebensraum ist der Buchfink nicht wählerisch. Er brütet fast überall, wo es Bäume gibt, manchmal reicht schon ein einzelner Baum oder eine kleine Baumgruppe.

  • Wälder aller Art: Laubwälder, Mischwälder und sogar reine Fichtenwälder. Am dichtesten besiedelt er Mischwälder.
  • Siedlungen: Gärten, Parks und Alleen
  • Kulturlandschaft: Feldgehölze und Obstanlagen

Bleiben Buchfinken im Winter hier?

Bei uns sind Buchfinken überwiegend Jahresvögel. Viele bleiben also das ganze Jahr in Deutschland. Aus dem hohen Norden ziehen die Buchfinken dagegen im Herbst vollständig weg. Buchfinken aus Nordosteuropa ziehen im Winter durch Deutschland oder überwintern hier.

Die Weibchen ziehen meist weiter nach Westen und Süden als die Männchen. Deshalb sieht man im Winter bei uns und vor allem in Nordeuropa mehr Männchen. Das fiel schon Carl von Linné in Schweden auf. Er gab dem Buchfinken deshalb den wissenschaftlichen Namen coelebs, das bedeutet "Junggeselle" oder "lediger Fink".

Im Winter bilden Buchfinken oft große Schwärme, manchmal zusammen mit Bergfinken aus dem Norden. Die Schwärme fliegen in Wellenlinien und rufen dabei ständig ein weiches "jupp".

Ernährung

Buchfinken fressen im Laufe des Jahres ganz unterschiedlich.

  • Frühjahr und Sommer: vor allem Insekten und Spinnen
  • Herbst und Winter: vor allem Samen, besonders gern Bucheckern, dazu Beeren
  • Für die Jungen: fast nur Raupen, Blattläuse und andere Insektenlarven. Das ist ungewöhnlich, denn viele andere Finken füttern ihre Jungen mit Samen.

So sucht er Futter: Seine Nahrung sucht der Buchfink meist am Boden. Dabei pickt er mit schnellen, rhythmischen Kopfbewegungen nach Samen. Kurzes Gras mag er dafür besonders gern.

Am Futterhaus: Im Winter kommen Buchfinken gern in den Garten, oft in kleinen Trupps. Meist fressen sie die Samen, die unter dem Futterhaus auf den Boden gefallen sind. Man kann ihnen Sämereien, Nüsse und Bucheckern anbieten.

Der Gesang des Buchfinken

Der Gesang des Buchfinken ist laut, schmetternd und leicht zu erkennen. Die Strophe beginnt mit drei bis vier schnellen, scharfen Tönen. Dann folgt eine Reihe tieferer Töne, und am Ende steht ein Endschnörkel. Vogelkundler schreiben das etwa so: "zitt-zitt-zitt-zitt-sett-sett-sett-tjatt-tjiterIIdia". Manche Männchen hängen noch ein kurzes "kick" an.

Merkspruch: Man kann sich den Gesang gut mit dem Satz "Ich, ich, ich schreib' an die Regierung!" einprägen.

Dialekte: Buchfinken singen nicht überall gleich, es gibt regionale Dialekte. In den 1950er-Jahren zog der Forscher William Thorpe in England junge Buchfinken ohne erwachsene Vorbilder auf. Sie lernten nur einen sehr einfachen Gesang. Junge Buchfinken, die erwachsene Sänger hörten, übernahmen dagegen genau deren Dialekt. So wurde gezeigt, dass Buchfinken ihren Gesang lernen. Ein Männchen beherrscht meist zwei bis vier verschiedene Strophentypen.

Fleißige Sänger: Besonders eifrige Buchfinken wiederholen ihre Strophe bis zu 4.500 Mal am Tag. Dann singen sie rund drei Stunden täglich.

Die Rufe

  • "fink!": ein scharfer, lauter Ruf, dem der Buchfink seinen Namen verdankt. Man kann ihn nur mit einem Ruf der Kohlmeise verwechseln.
  • "jupp": ein weicher Ruf im Flug
  • Regenruf "rrhü" oder "trüb": Früher galten Buchfinken als Regenboten, weil man diesen Ruf auch bei Regen hört, wenn andere Vögel schon verstummt sind. Der Regenruf klingt je nach Gegend unterschiedlich.

Buchfink und Mensch: Wegen seines lauten Gesangs hielt man den Buchfinken schon im 15. Jahrhundert als Käfigvogel. Im Harz veranstalten Vogelzüchter bis heute jedes Jahr ein Wettsingen von Buchfinken nach alten Regeln.

Verhalten und Lebensweise

Revier: Zur Brutzeit verteidigt das Männchen sein Revier mit lautem Gesang. Auch das Weibchen kann sehr streitlustig sein und das Revier gegen Eindringlinge verteidigen. Manche Männchen kämpfen im Frühjahr sogar gegen ihr eigenes Spiegelbild in einer Fensterscheibe, weil sie es für einen Rivalen halten.

In den Bäumen: Buchfinken hüpfen sehr lebhaft durch die Baumkronen, ohne dabei die Flügel zu Hilfe zu nehmen.

Paare: Bei Buchfinken, die das ganze Jahr im selben Gebiet bleiben, halten Paare manchmal über mehrere Jahre zusammen.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Buchfinken beginnen etwa Mitte April mit der Brut. Meist ziehen sie nur eine Brut im Jahr groß.

  1. Nest: Das Weibchen baut ein sehr sorgfältiges, halbkugeliges Nest aus Moos, Flechten, Rindenfasern, Tierhaaren und Wurzeln. Es bindet das Nest mit Spinnenseide zusammen und tarnt es außen mit Flechten. Das Nest sitzt meist in einer Astgabel eines Baumes oder in einem dichten, höheren Strauch.
  2. Eier: Das Weibchen legt meist 4 bis 5 Eier, manchmal auch 6. Seltener sind es nur 2 oder bis zu 8.
  3. Brüten: Vor allem das Weibchen brütet, meist 12 bis 14 Tage lang.
  4. Nestlinge: Beide Eltern füttern die Jungen, das Weibchen übernimmt aber den größeren Teil.
  5. Ausfliegen: Nach etwa 14 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Danach kümmern sich die Eltern noch etwa 10 bis 14 Tage um sie.

Junge Buchfinken brüten in der Regel schon im nächsten Jahr selbst.

Feinde, Krankheiten und Gefährdung

Lebensdauer: Etwa die Hälfte der jungen Buchfinken überlebt das erste Jahr. Von den erwachsenen Vögeln überleben jedes Jahr knapp 60 Prozent. Ein Buchfink, der das Brutalter erreicht, lebt im Schnitt noch etwa 3 Jahre. Ein in Großbritannien beringter Buchfink wurde sogar 13 Jahre und 11 Monate alt.

Die Krankheit Trichomonose: In den letzten Jahrzehnten hat eine Krankheit vielen Buchfinken zugesetzt. Sie wird von einem winzigen Parasiten ausgelöst und kann sich über verschmutzte Futterstellen verbreiten. In Großbritannien ging der Brutbestand der Buchfinken zwischen 2007 und 2018 um fast 30 Prozent zurück. Als Hauptursache gilt die Trichomonose, auch wenn das noch nicht ganz sicher belegt ist. Wer Vögel füttert, sollte die Futterstelle deshalb sauber halten.

Gefährdungsstatus: Insgesamt ist der Buchfink nicht bedroht. Weltweit gibt es nach manchen Schätzungen fast eine Milliarde Buchfinken. Auf der Roten Liste der IUCN ist er als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft (BirdLife International, 2019). Auch in Deutschland gilt er als ungefährdet, der Bestand wird als stabil eingestuft.

Häufige Fragen zum Buchfink

Wie erkennt man einen Buchfink?

Das Männchen hat eine rostrote Brust, einen blaugrauen Scheitel und Nacken und einen braunen Rücken. Das Weibchen ist graubraun mit leichtem Grünstich. Beide haben weiße Flügelbinden und weiße Schwanzkanten, die man besonders im Flug sieht.

Wie groß und wie schwer ist ein Buchfink?

Ein Buchfink ist 14 bis 16 Zentimeter lang und wiegt im Schnitt etwa 22 Gramm. Die Weibchen sind etwas kleiner als die Männchen.

Was frisst ein Buchfink?

Im Herbst und Winter frisst er vor allem Samen, besonders gern Bucheckern, und Beeren. Im Frühjahr und Sommer frisst er viele Insekten und Spinnen. Seine Jungen füttert er fast nur mit Raupen und Insektenlarven.

Wie klingt der Gesang des Buchfinken?

Der Gesang ist eine laute, schmetternde Strophe mit einem Schnörkel am Ende. Ein bekannter Merkspruch dafür lautet "Ich, ich, ich schreib' an die Regierung!". Je nach Gegend singen Buchfinken in unterschiedlichen Dialekten.

Ist der Buchfink ein Zugvogel?

Teilweise. In Deutschland bleiben viele Buchfinken das ganze Jahr. Buchfinken aus Nord- und Osteuropa ziehen dagegen im Herbst nach Süden und Westen, einige überwintern bei uns. Die Weibchen ziehen meist weiter als die Männchen.

Wie viele Eier legt ein Buchfink?

Meist legt das Weibchen 4 bis 5 Eier und brütet sie überwiegend selbst etwa 12 bis 14 Tage lang aus. Nach rund 14 Tagen fliegen die Jungen aus.

Ähnliche Tiere

  • Stieglitz - ein bunter Fink mit roter Gesichtsmaske
  • Dompfaff - ein anderer heimischer Fink
  • Spatz - ein häufiger Gartenvogel, der ebenfalls Samen frisst
  • Kohlmeise - ihr Ruf ähnelt dem "fink!" des Buchfinken
  • Goldammer - ein weiterer heimischer Singvogel

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Buchfink
14 bis 16 cm

Ein Buchfink erreicht eine Körpergröße von 14 bis 16 cm. Damit passt er bequem zwischen eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) und einen Fußball (22 cm) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Buchfink ist etwa 7-mal so groß wie eine 1-Euro-Münze.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Buchfink
19 bis 25 g

Der Buchfink wiegt 19 bis 25 g - eher ein Fliegengewicht in der Tierwelt. Auf der Waage liegt er zwischen einer 1-Euro-Münze (7,5 g) und einer Tafel Schokolade (100 g). Das entspricht ungefähr dem 3-fachen Gewicht einer 1-Euro-Münze.