Einsiedlerkrebs

Körperliche Merkmale

Bei den Einsiedlerkrebsen gibt es sechs verschiedene Untergruppen, die alle zusammen direkt mit den Königskrabben verwandt sind. Sie alle haben gemeinsam, dass ihr Hinterleib in leeren Schneckenhäusern oder ähnlichen Behausungen verborgen wird. Da dieser Bereich ihres Körpers besonders weich ist, stellt dieses Verhalten eine Lebensnotwendigkeit für sie dar. Im Laufe ihres Lebens wachsen sie immer weiter, wodurch sie ihre Gehäuse mehrmals wechseln müssen. Auch bei Beschädigungen müssen sie sich eine neue Behausung suchen.
Als sogenannte Zehnfußkrebse besitzen sie fünf Gliedmaßenpaare. Dazu zählen ein Paar Scherenbeine, zwei Paar Laufbeine, welche aus dem Schneckenhaus herausragen und zwei Paar kleinere verkürzte Beine, die eine Sonderfunktion einnehmen, da sie damit das Schneckenhaus festhalten. Direkt bei ihren Scherenbeinen gibt es ein Bein, das über eine größere Schere verfügt. Anhand dessen wird innerhalb der Einsiedlerkrebs nach der Familie der links- und rechtshändigen Einsiedlerkrebse unterschieden. Mithilfe dieser Schere können sie auch den Eingang ihres Gehäuses komplett verschließen. Es gibt aber auch symmetrische Einsiedlerkrebse, wie zum Beispiel den Tiefseeeinsiedlerkrebs, der über gleichgroße Scheren verfügt.
Je nach Art und Entwicklungsstadium sind die Tiere zwei Zentimeter bis einen Meter groß, wobei sie ein Gewicht von 200 bis 500 Gramm erreichen. Der größte seiner Art ist der Palmendieb. Mit einem Meter Länge und rund vier Kilogramm Körpergewicht ist er das größte an Land lebende Krebstier. Die Körpergröße ist dabei von einem Bein zum nächsten gemessen.
Seine Scheren sind so kräftig, dass der Krebs sogar Kokosnüsse damit knacken kann. Bei dieser Art leben nur die Jungtiere in Schneckenhäusern, während sich die erwachsenen Krebse insofern weiterentwickelt haben, dass sie um ihren Hinterleib einen starken Panzer bilden, da sie keine Behausungen in dieser Größenordnung finden würden.

Verbreitung und Lebensraum

Einsiedlerkrebse kommen insbesondere an Küstengewässern vor. Hier leben sie auf sandigen Böden und bewegen sich bis zu 100 Meter in die Tiefe des Wassers.
Es handelt sich trotz ihres Namens jedoch nicht um Einzelgänger. Den Titel als Einsiedler haben sie ihrer Lebensweise zu verdanken, da sie ihr Schneckenhaus stets im Schlepptau haben. Darüber hinaus leben die Tiere gerne in größeren Gruppen, wo sie dann bevorzugt übereinander drüber klettern. Allerdings ist das Zusammenleben nicht immer harmonisch. Denn Einsiedlerkrebse sind dafür bekannt, dass sie sich oft um die Behausungen streiten. Verlieren sie einen Kampf und können sie keine andere Behausung finden, versuchen sie sich sogar daran, einem Artgenossen die Muschel zu stehlen.

Ernährung

Einsiedlerkrebse ernähren sich von anderen Kleintieren. Insbesondere Insekten und Schnecken, aber auch Muscheln und kleinere Krebse zählen zu ihrer hauptsächlichen Nahrung. Wenn nötig, fressen sie auch Aas und Mikroorganismen, die sie auf dem Meeresboden finden können.

Fortpflanzung

Sobald ein Weibchen Eier gelegt hat, trägt es diese gebündelt an ihrem Hinterleib mit, bis nach einigen Wochen Larven daraus schlüpfen.