Javaneraffe

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Javaneraffe mit graubraunem Fell und hellem Gesicht sitzt auf einem Kiesstrand vor grünen Bäumen und blickt in die Kamera
kallerna / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kurz erklärt

Der Javaneraffe, auch Langschwanzmakak genannt, ist ein Affe aus Südostasien mit einem Schwanz, der fast immer länger ist als sein Körper. Er lebt gern in Wäldern am Wasser, frisst vor allem Früchte und an der Küste auch Krabben. Javaneraffen werden in großer Zahl als Versuchstiere genutzt: Jedes Jahr werden Zehntausende für die Forschung gehandelt. Seit 2022 stuft die IUCN die Art als stark gefährdet ein.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameMacaca fascicularis
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Primaten
  • Überfamilie: Geschwänzte Altweltaffen (Cercopithecoidea)
  • Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
  • Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
  • Gattung: Makaken (Macaca)
  • Art: Javaneraffe
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge: Männchen 41 bis 65 cm, Weibchen 38,5 bis 50 cm; Schwanz 40 bis 65,5 cm
KörpergewichtDurchschnittlich: Männchen 4,7 bis 8,3 kg, Weibchen 2,5 bis 5,7 kg
ErnährungAllesfresser: vor allem reife Früchte, dazu Blätter, Blüten, Samen, Insekten, Vogeleier und an der Küste Krabben
LebenserwartungBis 31 Jahre
SozialverhaltenGruppen aus mehreren Männchen und Weibchen mit 6 bis 58 Tieren; Weibchen bleiben in ihrer Geburtsgruppe, Männchen wandern ab
HerkunftSüdostasien
Verbreitung Südostasien von Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam über Malaysia bis zu den Philippinen, Borneo, Sumatra, Java, Timor und den Kleinen Sundainseln; außerdem auf den Nikobaren; in Bangladesch vermutlich ausgestorben; eingeführt auf Mauritius, Palau und im Nordosten Papuas AfrikaAsien
Entdeckung1821 von Raffles beschrieben
GefährdungEN Stark gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025)
SonstigesAuch Langschwanzmakak oder Krabbenmakak genannt. Wird in großer Zahl für die biomedizinische Forschung gehandelt. 2022 stufte die IUCN die Art von gefährdet auf stark gefährdet hoch.

Der Javaneraffe im Überblick

Der Javaneraffe (Macaca fascicularis) gehört zur Gattung der Makaken. Im Englischen heißt er "long-tailed macaque" (Langschwanzmakak) oder "crab-eating macaque" (Krabbenmakak). Ein weiterer Name ist "Cynomolgus-Affe". Fachleute unterscheiden zehn Unterarten, die zum Teil nur auf einzelnen Inseln vorkommen.

Lange war der Javaneraffe in Südostasien allgegenwärtig. Inzwischen hat sich das Bild geändert:

  • Stark gefährdet: 2022 stufte die IUCN den Javaneraffen von "gefährdet" auf "stark gefährdet" hoch.
  • Gefragt in der Forschung: Jedes Jahr werden Zehntausende Javaneraffen für die biomedizinische Forschung exportiert.
  • Eingeschleppt: Auf Mauritius im Indischen Ozean wurde er vor Jahrhunderten ausgesetzt und bedroht dort seltene Tiere und Pflanzen.

Aussehen und Körperbau

Der lange Schwanz: Sein auffälligstes Merkmal ist der Schwanz. Er misst 40 bis 65,5 Zentimeter und ist fast immer länger als Kopf und Rumpf zusammen. Beim Springen hilft er dem Affen, das Gleichgewicht zu halten.

Größe und Gewicht: Männchen sind deutlich größer als Weibchen. Ihr Körper misst ohne Schwanz 41 bis 65 Zentimeter, im Durchschnitt wiegen sie 4,7 bis 8,3 Kilogramm. Weibchen messen 38,5 bis 50 Zentimeter und wiegen durchschnittlich 2,5 bis 5,7 Kilogramm. Männchen haben außerdem viel größere Eckzähne.

Fell und Gesicht: Je nach Unterart ist das Fell hellbraun, gräulich oder braun, die Unterseite deutlich heller. Das Gesicht ist bräunlich-rosa. Das Kopfhaar ist nach hinten gestrichen und bildet oft einen kleinen Schopf. Männchen tragen einen Schnurrbart und Backenbart, Weibchen einen Kinn- und Backenbart. Bei beiden sind die Augenlider zur Nase hin weiß gefärbt.

Schwarze Babys: Neugeborene Javaneraffen haben ein schwarzes Fell. Mit zwei bis drei Monaten verlieren sie es nach und nach, mit einem Jahr sind sie gefärbt wie die Erwachsenen.

Backentaschen: Wie andere Makaken haben Javaneraffen Backentaschen. Darin sammeln sie Futter und tragen es weg, um es woanders in Ruhe zu fressen.

Kletterer und Schwimmer: Javaneraffen leben vor allem auf Bäumen und können bis zu 5 Meter weit von Baum zu Baum springen. Sie laufen auf allen vieren und sind zeitweise auch am Boden unterwegs. Außerdem sind sie ausgezeichnete Schwimmer.

Verbreitung und Lebensraum

Javaneraffen leben auf dem Festland und den Inseln Südostasiens. Ihr Gebiet reicht von Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam über Malaysia bis nach Indonesien und auf die Philippinen. In Indonesien leben sie auf Sumatra, Java, Borneo, Timor und den Kleinen Sundainseln. Verstreute Vorkommen gibt es außerdem auf den Nikobaren, die zu Indien gehören. Auch in Bangladesch lebte die Art, doch bei gründlichen Suchen in den Jahren 2021 und 2022 wurde dort kein einziges Tier mehr gefunden. Sie gilt dort deshalb als örtlich ausgestorben.

Lebensraum: Javaneraffen leben in ursprünglichen und nachgewachsenen Wäldern, an Küsten, in Mangroven, Sümpfen und Wäldern an Flüssen, vom Meeresspiegel bis in 2.000 Meter Höhe. Am liebsten sind sie in der Nähe von Wasser: An Flussufern, Seen und Küsten leben besonders viele. Gern nutzen sie Wälder am Rand von Siedlungen, weil sie dort in Gärten und auf Feldern Futter finden. Manche leben sogar in Städten.

Ernährung

Javaneraffen sind Allesfresser, ernähren sich aber vor allem von Früchten. Auf Borneo bestand ihre Nahrung in einer Untersuchung zu zwei Dritteln aus reifen, saftigen Früchten, auf Sumatra sogar zu 82 Prozent.

Wenn es kaum Früchte gibt, weichen sie auf andere Nahrung aus: Insekten, Stängel, junge und alte Blätter, Blüten, Samen, Gras, Pilze, andere Wirbellose, Vogeleier, Lehm und Rinde. In Mangroven fressen sie Krabben, daher der Name Krabbenmakak. Man hat sie dort auch Frösche, Garnelen und Kraken fressen sehen.

Futter von Menschen: In der Nähe von Siedlungen lernen Javaneraffen schnell, Gärten und Felder zu plündern und Menschen um Futter anzubetteln. Manchmal dringen sie sogar in Häuser ein. In Schutzgebieten mit vielen Touristen kann bis zu 22 Prozent ihrer Nahrung von Menschen stammen. Das Füttern hat Folgen: Die Affen werden untereinander aggressiver, und Menschen können gebissen oder gekratzt werden und sich mit Krankheiten anstecken.

Verhalten und Gruppenleben

Javaneraffen leben in Gruppen mit mehreren Männchen und Weibchen, meist mit 6 bis 58 Tieren. In der Gruppe entdeckt man Raubtiere schneller. Auf der Insel Simeulue, wo es keine Raubkatzen gibt, sind die Gruppen am kleinsten.

Die Weibchen: Weibchen bleiben ihr Leben lang in ihrer Geburtsgruppe und sind alle miteinander verwandt. Ihre Rangordnung ist streng, der Rang geht von der Mutter auf die Tochter über. Ein rangniedriges Weibchen zeigt einem ranghöheren die Zähne, um seine Unterwerfung zu zeigen. Ranghohe Weibchen bekommen mehr Junge, und ihr Nachwuchs überlebt häufiger.

Die Männchen: Junge Männchen verlassen die Gruppe zusammen mit Gleichaltrigen, meist im Alter von vier bis sechs Jahren. Mit etwa neun Jahren versuchen sie, in einer neuen Gruppe die Spitze zu erobern. Ein ranghöchstes Männchen bleibt im Durchschnitt drei Jahre an der Macht und ist der Vater von etwa 80 Prozent der Jungen.

Tagesablauf: Zwischen 5:30 und 6 Uhr morgens verlassen die Affen ihren Schlafbaum und fressen den ganzen Vormittag. Mittags ruhen sie, spielen und lausen sich. Am Nachmittag suchen sie wieder Futter und ziehen dabei langsam zu ihren Schlafbäumen. Zwischen 18 und 18:30 Uhr klettern sie hinein. Jede Gruppe schläft in einem eigenen Baum am Fluss, möglichst auf Ästen, die über das Wasser ragen. Droht Gefahr, lassen sie sich einfach ins Wasser fallen und schwimmen davon.

Feinde: Zu den Feinden gehören Pythons, Warane, Greifvögel, große Katzen und mancherorts verwilderte Hunde.

Fortpflanzung und Nachwuchs

  • Geschlechtsreife: Weibchen mit etwa vier Jahren, Männchen mit etwa sieben Jahren
  • Tragzeit: etwa 165 Tage (5,5 Monate)
  • Nachwuchs: ein einziges Junges; zwischen zwei Geburten liegen im Durchschnitt 18 Monate
  • Geburtszeit: je nach Gegend verschieden, auf Sumatra meist zwischen Juli und November, auf Java vor allem im Januar und Februar
  • Mutterliebe: In den ersten Wochen lässt die Mutter ihr Junges kaum los. Mit zehn bis elf Monaten weist sie es beim Trinken energisch ab.
  • Überleben: 81 Prozent der Jungen überleben ihr erstes Lebensjahr, 68 Prozent werden vier Jahre alt.

Andere Weibchen der Gruppe interessieren sich sehr für Neugeborene. Manchmal "entführen" ranghohe Weibchen das Junge einer rangniedrigen Mutter. Bekommt die Mutter es nicht zurück, stirbt es meist. Weibchen bekommen bis zu einem Alter von etwa 24 Jahren Junge. Javaneraffen können bis zu 31 Jahre alt werden.

Javaneraffen in Forschung und Handel

Javaneraffen werden in großer Zahl für die biomedizinische Forschung und für Tests eingesetzt. Jedes Jahr werden Zehntausende von ihnen gehandelt. Laut der Handelsdatenbank des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) wurden von 2010 bis 2019 insgesamt über 411.000 Javaneraffen exportiert. Die wichtigsten Lieferländer waren China, Mauritius, Kambodscha und Vietnam. Frei lebend kommt die Art in China allerdings nicht vor.

Käufer: Größter Abnehmer sind die USA mit gut 254.000 eingeführten Tieren in diesen zehn Jahren, gefolgt von Japan. Auch nach Europa gehen viele Tiere, nach Deutschland zum Beispiel rund 6.100. Dazu kamen von 2008 bis 2022 über 700.000 Proben wie Gewebe, Blut oder Haare von einer unbekannten Zahl von Affen.

Wildfang statt Zucht? Offiziell stammen viele gehandelte Affen aus Zuchten. Fachleute bezweifeln das teilweise: Aus Kambodscha wurden 2018 rund 10.000, 2019 und 2020 aber jeweils rund 30.000 angeblich gezüchtete Affen ausgeführt. So schnell hätten die Zuchtbetriebe ihre Produktion nach einer Analyse nicht steigern können. 2022 erhob die US-Justiz Anklage gegen kambodschanische Beamte und Mitarbeitende einer Affenzucht. Ihnen wird vorgeworfen, wild gefangene Affen als Zuchttiere ausgegeben zu haben.

Früher und heute: In den 1980er-Jahren wurde in Indonesien auf der Insel Tinjil eine Zuchtkolonie in natürlicher Umgebung gegründet. Sie sollte Affen für die Forschung liefern, ohne wilde Bestände zu plündern.

Eingeschleppt: Javaneraffen auf Mauritius

Nicht überall, wo Javaneraffen leben, gehören sie hin. Portugiesische Seefahrer brachten sie spätestens im 17. Jahrhundert, vielleicht schon im 16. Jahrhundert, auf die Insel Mauritius im Indischen Ozean. Laut einem Steckbrief von 2006 lebten dort etwa 35.000 Tiere. Sie werden gefangen und für die Forschung exportiert.

Auf Mauritius fehlen natürliche Feinde. Die Affen fressen Samen heimischer Pflanzen und verbreiten fremde Unkräuter in den Wäldern, die dadurch ihr Gesicht verändern. Sie zerstören die Nester seltener Vögel und fressen deren Eier. So trugen sie dazu bei, dass mehrere Vogelarten der Insel fast ausstarben, darunter ein grüner Papagei (englisch "Mauritian green parrot") und eine Taube (englisch "pink pigeon").

Weitere eingeschleppte Bestände gibt es auf der Pazifikinsel Angaur in Palau und im Nordosten von Papua. Auf Angaur sollen zur deutschen Kolonialzeit Bergleute ein einziges Paar mitgebracht haben, aus dem die ganze heutige Population entstand. Die IUCN führt den Javaneraffen auch als besorgniserregende invasive Art.

Gefährdung

Die Rote Liste der IUCN stuft den Javaneraffen in ihrer Einstufung von 2025 als stark gefährdet (EN) ein. Hochgestuft wurde er bereits 2022, vorher galt er als gefährdet (VU). Laut der Bewertung von 2022 wird der Bestand innerhalb von drei Generationen wahrscheinlich um mehr als die Hälfte schrumpfen.

Gründe: Als Hauptursachen gelten der Verlust natürlicher Lebensräume in Südostasien, die Entnahme für Forschung, Handel und Freizeit, zu schwache Schutzgesetze und das Töten von Affen, die Felder plündern. Aus mehreren Ländern werden starke Rückgänge gemeldet. In einem Gebiet in Kambodscha etwa halbierte sich der Bestand zwischen 2010 und 2020. In Vietnam werden die Gruppen kleiner, und manche Vorkommen sind ganz verschwunden.

Umstrittene Einstufung: Nicht alle Fachleute teilen diese Einschätzung. Zwei Wissenschaftler argumentierten 2024, die Studien zum Rückgang enthielten keine Daten, die ihn belegten. Javaneraffen kämen gut mit vom Menschen veränderten Lebensräumen zurecht und könnten von wenigen Tieren aus um 7 bis 10 Prozent pro Jahr zunehmen. Die IUCN-Einstufung von 2025 lautet weiterhin stark gefährdet.

Häufige Fragen zum Javaneraffen

Warum heißt der Javaneraffe auch Langschwanzmakak?

Sein Schwanz ist mit 40 bis 65,5 Zentimetern fast immer länger als Kopf und Rumpf zusammen. Er hilft ihm beim Springen von Baum zu Baum, das Gleichgewicht zu halten.

Was frisst ein Javaneraffe?

Vor allem reife Früchte. Wenn es wenige Früchte gibt, frisst er auch Blätter, Blüten, Samen, Insekten und Vogeleier. In Mangroven fängt er Krabben, deshalb wird er auch Krabbenmakak genannt.

Wie groß und schwer wird ein Javaneraffe?

Männchen messen ohne Schwanz 41 bis 65 Zentimeter und wiegen im Durchschnitt 4,7 bis 8,3 Kilogramm. Weibchen sind mit 38,5 bis 50 Zentimetern und 2,5 bis 5,7 Kilogramm deutlich kleiner.

Können Javaneraffen schwimmen?

Ja, sie sind ausgezeichnete Schwimmer. Sie schlafen gern auf Ästen über einem Fluss. Droht Gefahr, lassen sie sich ins Wasser fallen und schwimmen davon.

Warum ist der Javaneraffe stark gefährdet, obwohl er so häufig ist?

Javaneraffen sind zwar weit verbreitet, doch ihre Lebensräume schrumpfen, und jedes Jahr werden Zehntausende Tiere für die Forschung gehandelt. Außerdem werden Affen getötet, die Felder plündern. Deshalb erwartet die IUCN einen starken Rückgang. Einige Fachleute halten diese Einschätzung allerdings für nicht ausreichend belegt.

Wofür werden Javaneraffen gehandelt?

Javaneraffen werden in großer Zahl für die biomedizinische Forschung und für Tests gehandelt. Die Nachfrage kommt vor allem aus den USA, Japan, China und der Europäischen Union.

Ähnliche Tiere

  • Rhesusaffe - ein naher Verwandter aus der Gattung der Makaken
  • Japanmakak - ebenfalls ein Makak aus Asien
  • Pavian - gehört wie der Javaneraffe zu den Meerkatzenverwandten
  • Nasenaffe - ein weiterer Affe aus Südostasien

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Javaneraffe
38 bis 65 cm

Der Javaneraffe wird 38 bis 65 cm groß - eher kompakt. Auf unserer Größenskala liegt er zwischen einem Fußball (22 cm) und einem Kind (1,2 m).

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Javaneraffe
2,5 bis 8,3 kg

Ein Javaneraffe bringt 2,5 bis 8,3 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Javaneraffe wiegt so viel wie etwa 13 Fußbälle.