Langhaarcollie

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Langhaarcollie
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Kurz erklärt

Der Langhaarcollie ist der Hund, den die meisten meinen, wenn sie Collie sagen. Bekannt wurde er durch die Hündin Lassie aus Büchern, Filmen und Fernsehserien. Der schottische Hütehund ist freundlich, sehr lernfreudig und gut mit Kindern. Sein langes, dichtes Fell braucht regelmäßige Pflege.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameCanis lupus familiaris
Abstammung
  • Überfamilie: Hundeartige
  • Familie: Hunde
  • Gattung: Wolfs- und Schakalartige
  • Art: Wolf
Körpergröße51 bis 61 cm
KörpergewichtIm FCI-Standard nicht festgelegt. Amerikanischer Standard (AKC): Rüden 27 bis 34 kg, Hündinnen 23 bis 29 kg, europäische Collies meist etwas leichter
Lebenserwartung12 bis 14 Jahre
HerkunftSchottland, Großbritannien
SonstigesFCI-Standard Nr. 156 (Collie Rough), Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde. Widerristhöhe: Rüden 56 bis 61 cm, Hündinnen 51 bis 56 cm.

Collie, Langhaarcollie, Kurzhaarcollie

Mit "Collie" ist im Alltag fast immer der Langhaarcollie gemeint, englisch Rough Collie. Der internationale Hundeverband FCI führt ihn als eigene Rasse unter dem Namen Collie Rough (Langhaariger schottischer Schäferhund).

Daneben gibt es den Kurzhaarcollie (Collie Smooth). Er ist bei der FCI eine eigene Rasse, entspricht dem Langhaarcollie aber bis auf das kurze, glatte Fell. Beide stammen von denselben schottischen Hütehunden ab und teilen bis heute gemeinsame Linien. Andere Rassen wie der Border Collie oder der Bearded Collie tragen "Collie" zwar im Namen, sind aber eigenständige Rassen.

Körperliche Merkmale

Laut FCI-Standard werden Rüden 56 bis 61 Zentimeter hoch, Hündinnen 51 bis 56 Zentimeter. Ein Gewicht legt der Standard nicht fest. Der amerikanische Rassestandard (AKC) nennt für Rüden 27 bis 34 Kilogramm und für Hündinnen 23 bis 29 Kilogramm. Amerikanische Collies sind allerdings größer als europäische: Der AKC-Standard sieht für Rüden 61 bis 66 Zentimeter vor, Collies nach FCI-Standard sind entsprechend meist etwas leichter.

Der Langhaarcollie ist ein kräftiger, aber eleganter Hund ohne jede Plumpheit. Der Kopf ist lang und keilförmig, die mandelförmigen Augen sind dunkelbraun. Die kleinen Ohren werden bei Aufmerksamkeit halb aufgerichtet, das obere Drittel kippt nach vorn. Die lange Rute wird in Ruhe tief getragen.

Das Fell ist sehr dicht. Das glatte, harte Deckhaar liegt über einer weichen, dichten Unterwolle, die die Haut fast ganz verdeckt. Um Hals und Brust bildet es eine üppige Mähne und Halskrause. Der FCI-Standard lässt drei Farben zu:

  • Zobel: alle Schattierungen von hellem Gold bis zu sattem Mahagoni
  • Dreifarbig (Tricolour): überwiegend schwarz mit lohfarbenen Abzeichen an Beinen und Kopf
  • Blue Merle: silbrig blau mit schwarzen Flecken oder Marmorierung

Dazu kommen die typischen weißen Abzeichen an Halskrause, Brust, Beinen, Pfoten und Rutenspitze. Überwiegend weiße Collies sind nach dem FCI-Standard unerwünscht, der amerikanische Standard erkennt Weiß dagegen als Farbe an. Blue-Merle-Collies haben oft ein oder zwei ganz oder teilweise blaue Augen.

Herkunft und Geschichte

Der Collie stammt von den Hütehunden der schottischen Schafhirten ab. Der FCI-Standard nennt die Vermutung, dass die Rasse aus Hunden entstanden ist, die die Römer nach Schottland brachten und die sich mit einheimischen Hunden mischten. Belegt ist das nicht. Woher der Name "Collie" kommt, ist ebenfalls nicht sicher geklärt. Eine Erklärung verweist auf den schottischen Dichter Robert Burns, der 1786 in seinem Gedicht "The Twa Dogs" einen Collie beschrieb.

Bekannt wurde die Rasse im 19. Jahrhundert durch Königin Victoria. Sie lernte die Hunde bei ihren Aufenthalten auf Schloss Balmoral in Schottland kennen, hielt selbst Collies und verschenkte sie an andere Königshäuser. Ab den 1860er-Jahren wurden Collies auf Hundeausstellungen gezeigt. Als wichtiger Stammvater des heutigen Collies gilt der 1868 geborene Rüde "Old Cockie". Oft heißt es, man habe den Collie mit dem russischen Windhund Barsoi gekreuzt, um einen längeren, edleren Kopf zu erhalten. Ob das tatsächlich geschehen ist, weiß man nicht sicher.

Weltberühmt wurde der Langhaarcollie durch Lassie. Die Hündin stammt aus einer Geschichte von Eric Knight, die 1940 als Roman "Lassie Come Home" erschien. Es folgten Kinofilme und von 1954 bis 1973 eine Fernsehserie.

Wesen und Haltung

Der FCI-Standard beschreibt den Collie als freundlich, ohne jede Nervosität oder Aggressivität, als ausgezeichneten Begleithund und gut mit Kindern und anderen Hunden. Collies sind sehr lernfreudig, bauen eine enge Bindung zu ihren Menschen auf und lassen sich gut erziehen, wenn man freundlich und konsequent mit ihnen umgeht.

Obwohl er heute vor allem als Familienhund lebt, ist der Collie ein Arbeitshund geblieben. Viele Collies können noch Schafe hüten, wenn man ihnen die Gelegenheit gibt. Er braucht deshalb täglich ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung, zum Beispiel lange Spaziergänge, Suchspiele oder Hundesport wie Agility und Obedience. Eine gute Gewöhnung an Menschen, Geräusche und neue Situationen im Welpenalter hilft, dass er später gelassen bleibt.

Pflege

Das lange, doppelte Fell braucht regelmäßige Pflege. Man sollte es gründlich bürsten, besonders hinter den Ohren, an den Beinen und an der Halskrause, wo es leicht verfilzt. Während des Fellwechsels verliert der Collie viel Unterwolle, dann ist häufigeres Bürsten nötig.

Gesundheit

Beim Langhaarcollie treten einige erbliche Krankheiten gehäuft auf. Sie werden unter anderem auf die starke Inzucht zurückgeführt, mit der die Rasse im 19. Jahrhundert gezüchtet wurde:

  • MDR1-Defekt: Durch einen Gendefekt ist die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger. Bestimmte Medikamente, zum Beispiel das Wurmmittel Ivermectin, können dann ins Gehirn gelangen und schwere Vergiftungen auslösen. In Untersuchungen trug mehr als die Hälfte der Langhaarcollies den Gendefekt. Ein Gentest zeigt, ob ein Hund betroffen ist, und der Tierarzt kann die Medikamente entsprechend auswählen.
  • Collie Eye Anomaly (CEA): eine angeborene Fehlbildung des Auges, die nach dieser Rasse benannt ist und das Sehvermögen beeinträchtigen kann.
  • Weitere Erkrankungen sind unter anderem die fortschreitende Netzhautdegeneration (PRA) und Hüftdysplasie.

Seriöse Züchter lassen ihre Zuchthunde auf diese Krankheiten untersuchen. Die Lebenserwartung liegt bei 12 bis 14 Jahren.

Häufige Fragen zum Collie

Ist Collie dasselbe wie Langhaarcollie?

Ja, im Alltag meint man mit Collie fast immer den Langhaarcollie. Genau genommen gibt es zwei Collie-Rassen, den Langhaarcollie und den Kurzhaarcollie, die sich nur in der Fell-Länge unterscheiden.

Welche Rasse ist Lassie?

Lassie ist ein Langhaarcollie. In den Filmen und Serien spielten über die Jahre verschiedene Collies die Rolle.

Wie groß wird ein Collie?

Nach FCI-Standard werden Rüden 56 bis 61 Zentimeter hoch, Hündinnen 51 bis 56 Zentimeter. Ein Gewicht schreibt der Standard nicht vor, die größeren amerikanischen Collies wiegen etwa 23 bis 34 Kilogramm.

Ist ein Collie ein guter Familienhund?

Ja, wenn er genug Bewegung und Beschäftigung bekommt. Der Collie gilt als freundlich, geduldig und gut mit Kindern. Man sollte aber Zeit für Spaziergänge, Training und Fellpflege einplanen.

Warum dürfen Collies manche Medikamente nicht bekommen?

Viele Collies haben den MDR1-Defekt. Bei ihnen können bestimmte Medikamente wie Ivermectin ins Gehirn gelangen und gefährliche Vergiftungen auslösen. Ein Gentest schafft Klarheit.

Ähnliche Tiere

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Langhaarcollie
51 bis 61 cm

Wie groß ist der Langhaarcollie wirklich? Mit 51 bis 61 cm überragt er einen Fußball (22 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an ein Kind (1,2 m) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 3 Fußbälle übereinander stapeln, um so groß wie ein Langhaarcollie zu werden. Selbst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) wirkt daneben noch winzig.