Löwe

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Männlicher Löwe mit dunkler Mähne steht mit geöffnetem Maul im Gras, im Hintergrund ein Fluss
Charles J. Sharp / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Der Löwe ist nach dem Tiger die zweitgrößte Katze der Welt und lebt vor allem in den Savannen Afrikas. Als einzige Katze lebt er in Rudeln: Mehrere verwandte Weibchen ziehen ihre Jungen gemeinsam groß, ein paar Männchen mit Mähne verteidigen das Revier. Löwen jagen meist nachts und erbeuten oft Tiere, die größer sind als sie selbst. Weil ihr Lebensraum schrumpft, gilt der Löwe als gefährdet.

Steckbrief

Wissenschaftl. NamePanthera leo
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
  • Gattung: Eigentliche Großkatzen (Panthera)
  • Art: Löwe
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 137 bis 250 cm, Schwanz 60 bis 100 cm; Schulterhöhe Männchen etwa 123 cm, Weibchen etwa 107 cm
Körpergewicht110 bis 272 kg; Männchen im Schnitt etwa 190 kg, Weibchen etwa 126 kg
ErnährungFleischfresser: vor allem mittelgroße bis große Huftiere wie Gnus, Zebras, Büffel, Giraffen, Kudus und Wasserböcke; auch Aas und Beute anderer Raubtiere
Lebenserwartung12 bis 18 Jahre; in Zoos im Mittel 16,9 Jahre
SozialverhaltenEinzige Katze, die in Rudeln lebt: meist 4 bis 6 verwandte Weibchen mit ihren Jungen, verteidigt von meist zwei Männchen
HerkunftAfrika, früher auch Südosteuropa, Naher Osten und Südwestasien
Verbreitung Afrika südlich der Sahara; in Asien nur noch im Gir-Wald und seiner Umgebung im indischen Bundesstaat Gujarat AfrikaAsien
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
GefährdungVU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025)
SonstigesZwei Unterarten nach Kitchener et al. (2017): Panthera leo leo in West- und Zentralafrika und Indien (IUCN: stark gefährdet) und Panthera leo melanochaita im Osten und Süden Afrikas (IUCN: gefährdet). In Westafrika gilt der Löwe als vom Aussterben bedroht.

Die einzige Katze, die im Rudel lebt

Der Löwe (Panthera leo) ist eine der bekanntesten Großkatzen der Welt. Fast alle anderen Katzen leben als Einzelgänger. Löwen dagegen sind die einzigen wirklich geselligen Katzen: Sie wohnen in Gruppen, die man Rudel nennt, jagen gemeinsam und ziehen ihre Jungen zusammen groß.

Nach dem Tiger ist der Löwe die zweitgrößte Katze. In Afrika ist er das größte Raubtier überhaupt. Heute lebt er vor allem in Afrika südlich der Sahara. In Asien gibt es nur noch einen einzigen Bestand im Westen Indiens, den Asiatischen Löwen.

Zwei Unterarten

Früher unterschied man viele Löwen-Unterarten, später nur noch den Afrikanischen und den Asiatischen Löwen. Genetische Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die Löwen aus West- und Zentralafrika enger mit den Löwen in Indien verwandt sind als mit denen im Osten und Süden Afrikas. Die Katzenexperten der IUCN haben die Einteilung deshalb 2017 geändert. Seitdem gibt es zwei Unterarten:

  • Panthera leo leo: Löwen in West- und Zentralafrika und in Indien. Früher lebte diese Unterart auch in Nordafrika, Südosteuropa, im Nahen Osten, auf der Arabischen Halbinsel und in Südwestasien.
  • Panthera leo melanochaita: Löwen im Osten und Süden Afrikas

In Äthiopien treffen beide Gruppen aufeinander und vermischen sich dort.

Aussehen und Körperbau

Löwen sind sehr muskulös. Vor allem Schultern und Vorderpfoten sind massig und kräftig, damit sie große Beutetiere packen und niederringen können. Ihr Körper ist auf Kraft und kurze, schnelle Sprints gebaut, nicht auf lange Verfolgungen.

  • Fell: kurz und einfarbig sandgelb bis bräunlich, je nach Gegend auch hellgelb, hellgrau oder dunkelbraun. Bauch und Innenseiten der Beine sind hell.
  • Schwanz: etwas mehr als halb so lang wie der Körper, mit einer schwarzen Quaste an der Spitze
  • Nase: Junge Löwen haben eine rosa Nase. Mit dem Alter kommen immer mehr schwarze Flecken dazu. Mit fünf bis sechs Jahren ist die Nase zu etwa 60 Prozent schwarz.
  • Junge: Löwenbabys tragen ein geflecktes Fell. Die Flecken verblassen ab dem dritten Lebensmonat, einzelne bleiben manchmal ein Leben lang sichtbar.

Weiße Löwen gibt es sehr selten in der Gegend von Timbavati am Kruger-Nationalpark in Südafrika. Sie sind keine Albinos: Augen und Haut haben ihre normale Farbe, nur das Fell ist hell.

Wie groß und schwer wird ein Löwe?

Die Maße laut der Katzen-Expertengruppe der IUCN (Cat Specialist Group) und dem Zoo San Diego:

  • Kopf-Rumpf-Länge: 137 bis 250 cm
  • Schwanz: 60 bis 100 cm
  • Schulterhöhe: Männchen etwa 123 cm, Weibchen etwa 107 cm
  • Gewicht: 110 bis 272 kg; Männchen wiegen im Schnitt etwa 190 kg, Weibchen etwa 126 kg

Ausgewachsene Männchen sind 30 bis 50 Prozent größer als Weibchen.

Die Mähne

Nur die Männchen tragen eine Mähne. Sie bedeckt Kopf, Hals und Brust und wird bis zu 16 Zentimeter lang. Ihre Farbe reicht von fast weiß-blond bis schwarz. Mit dem Alter wird sie oft dunkler. Am stärksten wächst sie im Alter von zwei bis vier Jahren, mit etwa fünf bis sechs Jahren ist sie voll ausgebildet.

Die Mähne verrät anderen Löwen viel über ihren Träger: wie alt er ist und wie viel männliches Hormon (Testosteron) er im Blut hat. Weibchen achten bei der Partnerwahl auf die Mähne, und rivalisierende Männchen schätzen daran die Stärke ihres Gegners ein. In heißen, feuchten Gegenden ist die Mähne oft spärlich, in milderem Klima dagegen besonders prächtig. In der Tsavo-Region gibt es sogar erwachsene Männchen fast ohne Mähne.

Verbreitung und Lebensraum

Früher lebten Löwen in ganz Afrika, im Nahen Osten, in Südwestasien bis nach Indien und sogar in Europa. Aus Europa verschwanden sie im ersten Jahrhundert nach Christus. Aus Nordafrika, dem Nahen Osten und dem größten Teil Asiens wurden sie zwischen 1800 und 1950 verdrängt.

Heute leben Löwen in Afrika südlich der Sahara. In vielen Ländern sind sie ausgestorben, zum Beispiel in Algerien, Ägypten, Marokko, Tunesien, Libyen, Mauretanien und Sierra Leone. 2025 lebten Löwen nur noch auf etwa 6 Prozent ihres früheren Verbreitungsgebiets.

Der Löwe kommt mit vielen Lebensräumen zurecht, von Trockenwäldern über Buschland bis zu Halbwüsten. Am liebsten mag er aber Savannen mit Gras, Büschen und lichten Wäldern. Er braucht Verstecke für die Jagd und für die Jungen, genug Beutetiere und möglichst wenig Störung durch Menschen. In den Bale-Bergen in Äthiopien wurden Löwen noch in 4.240 Metern Höhe nachgewiesen.

Ernährung: Was frisst ein Löwe?

Der Löwe ist ein Fleischfresser und kann fast jedes Tier erbeuten. Am liebsten jagt er aber mittelgroße bis große Huftiere, die 100 bis 300 Kilogramm wiegen:

  • Gnus und Zebras
  • Kaffernbüffel
  • Giraffen
  • Kudus und Wasserböcke
  • kleinere Antilopen wie Gazellen und Impalas

Von sehr großen Tieren wie Nashörnern, Flusspferden und Elefanten erbeuten Löwen nur Junge oder geschwächte Tiere. Sie fressen auch Aas und stehlen anderen Raubtieren wie Hyänen, Leoparden und Geparden die Beute. Ein erwachsenes Männchen kann auf einmal bis zu 40 Kilogramm Fleisch verschlingen. Wasser trinken Löwen, wenn sie welches finden. Sie können aber auch lange ohne auskommen, weil sie Flüssigkeit aus ihrer Beute und sogar aus Pflanzen aufnehmen.

Wie jagen Löwen?

Löwen jagen meist nachts. Über 95 Prozent ihrer Beute erlegen sie nachts. Sie schleichen sich geduckt an, oft eine halbe Stunde lang oder länger, und erstarren, sobald die Beute aufmerksam wird. Erst aus kurzer Entfernung starten sie den Angriff. Dabei erreichen sie 45 bis 60 km/h, halten das aber meist nur 100 bis 200 Meter durch.

Die Weibchen jagen oft gemeinsam. Sie verteilen sich und treiben die Beute auf eine Löwin zu, die in der Mitte wartet. Diese Taktik funktioniert besonders gut in offenem Gelände. Es stimmt aber nicht, dass Männchen gar nicht jagen: Allein sind sie geschickte Jäger und wagen sich sogar an Büffel und Giraffen. In vielen Gegenden beteiligen sie sich trotzdem nur selten an den Jagden der Weibchen.

Nur etwa drei von zehn Jagdversuchen sind erfolgreich. Wer allein jagt, hat weniger Glück als eine Gruppe.

Verhalten und Lebensweise im Rudel

Ein Löwenrudel besteht aus miteinander verwandten Weibchen und ihren Jungen. In Afrika gehören meist vier bis sechs erwachsene Löwinnen dazu, es können aber auch nur eine oder bis zu 21 sein. Die meisten jungen Weibchen bleiben in dem Rudel, in dem sie geboren wurden. Eine feste Rangordnung gibt es unter ihnen nicht.

Verteidigt wird das Rudel von einer Gruppe Männchen, die man Koalition nennt. Meist sind es zwei, manchmal einer und bis zu neun. Oft sind die Männchen miteinander verwandt. Die Männchen sind Zuwanderer, die das Rudel im Kampf von den vorherigen Männchen übernommen haben. Meist bleiben sie nur zwei bis drei Jahre, dann werden sie selbst von jüngeren, stärkeren Männchen vertrieben.

Löwen verbringen den größten Teil des Tages mit Ruhen und sind nur vier bis sechs Stunden am Tag aktiv. Oft ruhen sie 20 Stunden am Tag oder mehr. Ihr Revier markieren sie mit Urin, Kot und Kratzspuren. Mit ihrem Brüllen zeigen sie, dass das Revier besetzt ist. Unter günstigen Bedingungen ist es bis zu fünf Kilometer weit zu hören. Begrüßen sich zwei Rudelmitglieder, reiben sie die Köpfe aneinander.

Die Reviergröße hängt stark von der Beute ab. Wo es viele Beutetiere gibt, kommt ein Rudel mit 50 bis 200 Quadratkilometern aus. In kargen Gegenden können es 500 bis 5.000 Quadratkilometer sein.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Löwen haben keine feste Paarungszeit, Junge kommen das ganze Jahr über zur Welt. Ein Weibchen ist etwa vier Tage lang paarungsbereit. In dieser Zeit paart sich das Paar sehr oft, manchmal alle 15 Minuten.

  • Tragzeit: etwa 110 Tage (100 bis 119 Tage)
  • Wurfgröße: meist 1 bis 4 Junge
  • Geburtsgewicht: etwa 1,5 kg
  • Abstand zwischen zwei Würfen: meist zwei bis drei Jahre, wenn die Jungen überleben

Zur Geburt verlässt die Löwin das Rudel und versteckt ihre Jungen in dichtem Gebüsch. Nach vier bis acht Wochen kehrt sie mit ihnen zurück. Im Rudel werden die Jungen dann gemeinsam großgezogen. Die Löwinnen säugen dabei auch die Jungen anderer Rudelmitglieder. Mit etwa elf Monaten laufen junge Löwen bei der Jagd mit, mit zweieinhalb Jahren sind sie geübte Jäger.

Junge Männchen verlassen das Rudel mit drei bis vier Jahren. Eigene Junge bekommen sie meist erst mit etwa fünf Jahren, wenn sie ein Rudel erobern. Weibchen können sich mit zwei Jahren paaren, erfolgreich Junge aufziehen sie meist erst ab drei Jahren.

Für Löwenjunge ist das Leben gefährlich. Im Durchschnitt stirbt mehr als die Hälfte im ersten Lebensjahr. Ein häufiger Grund: Übernehmen neue Männchen ein Rudel, töten sie oft die kleinen Jungen ihrer Vorgänger. Die Weibchen werden danach schneller wieder paarungsbereit, und die neuen Männchen können eigenen Nachwuchs zeugen.

Gefährdung und Schutz

Die IUCN stuft den Löwen als gefährdet ein (Vulnerable, Einstufung von 2025). Die beiden Unterarten werden getrennt bewertet: Panthera leo melanochaita im Osten und Süden Afrikas gilt als gefährdet, Panthera leo leo in West- und Zentralafrika und Indien als stark gefährdet. In Westafrika ist der Löwe sogar vom Aussterben bedroht.

Wie viele Löwen es gibt, ist schwer zu zählen. Zwischen 2006 und 2018 ging der Bestand in Afrika nach Schätzungen um 25 Prozent zurück, von 33.292 auf 25.105 Tiere. Für 2025 schätzt die Cat Specialist Group nur noch etwa 22.000 bis 25.000 ausgewachsene und halbwüchsige Löwen in Afrika. Im Süden Afrikas sind die Bestände stabil oder wachsen, dort leben viele Löwen in eingezäunten Schutzgebieten. Am schlechtesten steht es um die Löwen in West- und Zentralafrika.

Die wichtigsten Gefahren sind:

  • Verlust des Lebensraums, weil immer mehr Menschen Land nutzen
  • Tötung aus Rache, wenn Löwen Vieh reißen, durch Speere, Gewehre, Schlingen oder Gift
  • Wilderei auf Beutetiere für den Handel mit Buschfleisch
  • schlecht kontrollierte Trophäenjagd
  • Handel mit Knochen und anderen Körperteilen, die als Ersatz für Tigerknochen verkauft werden

Der afrikanische Löwe steht in Anhang II, der asiatische Löwe in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES).

Häufige Fragen zum Löwen

Wie schwer wird ein Löwe?

Löwen wiegen 110 bis 272 Kilogramm. Männchen sind deutlich schwerer als Weibchen und wiegen im Schnitt etwa 190 Kilogramm, Weibchen etwa 126 Kilogramm.

Wie schnell kann ein Löwe laufen?

Auf kurzen Strecken erreicht ein Löwe 45 bis 60 km/h. Dieses Tempo hält er aber meist nur 100 bis 200 Meter durch. Deshalb schleicht er sich vorher möglichst nah an seine Beute heran.

Jagen nur die Löwinnen?

Nein. Die Weibchen jagen zwar häufig gemeinsam und sehr geschickt. Männchen sind aber ebenfalls gute Jäger, vor allem, wenn sie allein unterwegs sind. Sie erlegen dann sogar Büffel und Giraffen.

Wie alt wird ein Löwe?

Die Katzenexperten der IUCN geben 12 bis 18 Jahre an. In freier Natur werden Weibchen selten älter als 18 Jahre, Männchen selten älter als 16. In Zoos liegt die mittlere Lebenserwartung bei knapp 17 Jahren.

Warum hat nur das Männchen eine Mähne?

Die Mähne ist ein Signal an andere Löwen. Sie zeigt, wie alt und kräftig ein Männchen ist. Weibchen wählen ihre Partner auch nach der Mähne aus, und Rivalen schätzen daran ab, ob sich ein Kampf lohnt.

Wo leben Löwen heute noch?

In Afrika südlich der Sahara, vor allem in Savannen. Außerhalb Afrikas gibt es wilde Löwen nur noch im Gir-Wald und seiner Umgebung im indischen Bundesstaat Gujarat.

Ähnliche Tiere

  • Asiatischer Löwe - die letzten Löwen Asiens im indischen Gir-Wald
  • Tiger - die einzige Katze, die noch größer wird als der Löwe
  • Leopard - ein Nachbar in der Savanne, der seine Beute vor Löwen auf Bäume rettet
  • Gepard - die schnellste Großkatze Afrikas
  • Hyäne - Konkurrent der Löwen um Beute und Aas

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Löwe
1,37 bis 2,5 m

Stell dir vor, du stellst ein Kind (1,2 m) neben einen Löwe: Der Löwe ist größer. Neben einem Elefanten (3,5 m) wirkt er mit seinen 1,37 bis 2,5 m aber wiederum etwas kleiner.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Löwe
110 bis 272 kg

Ein Löwe bringt 110 bis 272 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Erwachsener (75 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Der Löwe wiegt so viel wie etwa 3 Erwachsene.