Monarchfalter

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Monarchfalter mit orangefarbenen, schwarz geäderten und weiß gepunkteten Flügeln saugt Nektar an einer rosa Schmuckkörbchen-Blüte
Hrlabel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Der Monarchfalter ist ein großer orange-schwarzer Schmetterling aus Nordamerika. Berühmt ist er für seine Wanderung: Jeden Herbst fliegen Millionen Falter Tausende Kilometer weit in die Berge Mexikos oder an die Küste Kaliforniens und überwintern dort dicht gedrängt an Bäumen. Seine Raupen fressen nur Seidenpflanzen und werden dadurch giftig. Die wandernden Monarchfalter sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameDanaus plexippus
Abstammung
  • Klasse: Insekten (Insecta)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Danainae
  • Gattung: Danaus
  • Art: Monarchfalter
KörpergrößeFlügelspannweite 9,5 bis 10 cm; ein Vorderflügel ist im Durchschnitt etwa 5 cm lang
KörpergewichtAusgewachsene Falter wiegen im Durchschnitt etwa 0,5 g
ErnährungRaupen fressen nur Seidenpflanzen (Gattung Asclepias und nahe Verwandte); die Falter trinken Blütennektar
LebenserwartungFalter im Sommer meist 2 bis 5 Wochen; die Herbstgeneration, die wandert und überwintert, lebt 6 bis 9 Monate
SozialverhaltenWährend der Fortpflanzungszeit einzeln unterwegs; im Winterquartier sitzen die Falter dicht gedrängt in großen Trauben an Bäumen
HerkunftNordamerika
Verbreitung Nordamerika, Mittel- und Südamerika, Karibik, Australien, Neuseeland, viele Pazifikinseln und die Iberische Halbinsel; insgesamt rund 90 Länder, Inseln und Inselgruppen; in Großbritannien und Irland ein sehr seltener Irrgast EuropaNordamerikaSüdamerikaAustralien
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné als Papilio plexippus
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2022)
SonstigesDie Art als Ganzes gilt als nicht gefährdet. Die wandernde Unterart Danaus plexippus plexippus stufte die IUCN 2022 als stark gefährdet (EN) ein, seit Dezember 2023 als gefährdet (VU). In den USA ist eine Einstufung als bedrohte Art (threatened) seit Dezember 2024 vorgeschlagen.

Was ist ein Monarchfalter?

Der Monarchfalter (Danaus plexippus) ist ein großer Tagfalter aus der Familie der Edelfalter. Er stammt aus Nordamerika und ist dort einer der bekanntesten Schmetterlinge. Berühmt ist er für seine Wanderung: Jedes Jahr fliegen Monarchfalter aus den USA und Kanada bis zu 4.000 km weit in ihre Winterquartiere in Mexiko und Kalifornien.

Die Falter, die in Nordamerika wandern, bilden eine eigene Unterart, Danaus plexippus plexippus. Sie ist gemeint, wenn von der großen Monarchfalter-Wanderung die Rede ist.

Aussehen und Körperbau

Größe: Der Monarchfalter ist ein großer Schmetterling. Seine Flügel spannen 9,5 bis 10 cm. Ein Vorderflügel ist im Durchschnitt etwa 5 cm lang. In Großbritannien ist er der größte Schmetterling, den man dort beobachten kann.

Gewicht: Trotz seiner Größe wiegt ein ausgewachsener Monarchfalter im Durchschnitt nur etwa 0,5 g.

Farbe: Die Flügel leuchten kräftig orange. Sie sind von schwarzen Adern durchzogen und haben einen breiten schwarzen Rand. In diesem Rand sitzt eine doppelte Reihe weißer Punkte, auf der Ober- und Unterseite von Vorder- und Hinterflügeln.

Warnfarbe: Die auffällige Färbung ist eine Warnung an Fressfeinde: Wer einen Monarchfalter frisst, kann sich vergiften.

Männchen oder Weibchen? Männchen haben auf jedem Hinterflügel einen schwarzen Fleck auf einer Flügelader, der Weibchen fehlt. Außerdem besitzen nur Männchen Duftflecken. Weibchen wirken meist etwas dunkler, weil ihre schwarzen Flügeladern breiter sind. Auch das Ende des Hinterleibs ist bei beiden Geschlechtern unterschiedlich geformt.

Verbreitung und Lebensraum

Heimat Nordamerika: Der Monarchfalter ist in Nordamerika heimisch. Dort leben zwei große wandernde Bestände: einer östlich und einer westlich der Rocky Mountains. In warmen Gegenden wie Teilen Floridas, der Golfküste und Kaliforniens gibt es außerdem Monarchfalter, die das ganze Jahr über bleiben und sich fortpflanzen.

Ausbreitung über die Welt: In den letzten rund 200 Jahren haben sich Monarchfalter mit Hilfe des Menschen weit verbreitet, vielleicht auch mit Unterstützung starker Winde. Gefunden wurden sie in etwa 90 Ländern, Inseln und Inselgruppen, zum Beispiel in Mittel- und Südamerika, in der Karibik, in Australien, Neuseeland, auf vielen Pazifikinseln und im Osten bis zur Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal. Überall dort konnten sie sich nur ansiedeln, wo es Seidenpflanzen gab oder diese eingeführt wurden. Trotzdem leben mehr als 90 Prozent aller Monarchfalter weiterhin in Nordamerika.

Seltene Gäste in Großbritannien: In Großbritannien und Irland ist der Monarchfalter ein sehr seltener Gast. Der erste Nachweis stammt aus dem Jahr 1876. Die meisten Beobachtungen gelingen im Südwesten Englands, vor allem in Cornwall und auf den Scilly-Inseln. Fortgepflanzt hat er sich dort noch nie, weil Seidenpflanzen auf den Britischen Inseln nicht heimisch sind.

Lebensraum: In Nordamerika findet man den Monarchfalter fast überall, wo seine Futterpflanze wächst: auf Feldern und Wiesen, in Gärten und an Straßenrändern. Im trockenen Westen wachsen Seidenpflanzen und Nektarblumen oft entlang von Flüssen und Bächen.

Ernährung

Raupen: Monarchraupen fressen ausschließlich Seidenpflanzen (Gattung Asclepias und nahe verwandte Gattungen). Ohne diese Pflanzen kann der Monarchfalter nicht überleben. Seidenpflanzen enthalten giftige Stoffe, sogenannte Cardenolide. Die Raupen speichern diese Gifte in ihrem Körper und sind so vor Fressfeinden geschützt. Auch die fertigen Falter tragen die Gifte noch in sich.

Falter: Die erwachsenen Falter trinken Nektar aus Blüten. Auf ihrer langen Wanderung brauchen sie unterwegs genügend Blüten, um aufzutanken.

Entwicklung: vom Ei zum Falter

Wie alle Schmetterlinge durchläuft der Monarchfalter eine vollständige Verwandlung:

  1. Ei: Das Weibchen legt seine Eier auf Seidenpflanzen.
  2. Raupe: Nach 2 bis 5 Tagen schlüpft die Raupe. Sie frisst, wächst und häutet sich mehrmals. Insgesamt durchläuft sie fünf Raupenstadien in 9 bis 18 Tagen.
  3. Puppe: Die ausgewachsene Raupe verpuppt sich. Nach 6 bis 14 Tagen schlüpft der Falter.
  4. Falter: Im Sommer lebt ein Monarchfalter meist nur 2 bis 5 Wochen. In dieser Zeit paart er sich und legt Eier für die nächste Generation.

Die langlebige Wandergeneration: Die Falter, die im Herbst nach Süden wandern, sind anders. Sie pflanzen sich zunächst nicht fort. Fachleute nennen diesen Zustand Fortpflanzungsruhe. Diese Falter leben 6 bis 9 Monate lang und überstehen so die Reise und den Winter.

Die große Wanderung

Im Herbst nach Süden

Im Herbst brechen die Monarchfalter in Nordamerika zu ihren Winterquartieren auf. Die Reise kann mehr als 3.000 km lang sein und über zwei Monate dauern.

  • Die östlichen Monarchfalter fliegen fast alle nach Süden oder Südwesten in die Berge Zentralmexikos.
  • Die westlichen Monarchfalter fliegen kürzere Strecken an die Küste Kaliforniens und in den Norden der mexikanischen Halbinsel Baja California.

Überwintern in den Bergwäldern Mexikos

Die östlichen Monarchfalter überwintern in den Bergen westlich von Mexiko-Stadt, in 2.900 bis 3.300 m Höhe. Dort sitzen sie in dichten Trauben an Oyamel-Tannen (Abies religiosa). Die meisten Überwinterungsplätze liegen im Biosphärenreservat Monarchfalter, das mehr als 56.000 Hektar umfasst.

Die Bedingungen müssen genau passen: Es muss kühl genug sein, damit die Falter ihre Fettreserven nicht zu schnell verbrauchen, aber nicht so kalt, dass sie erfrieren. Der Wald schützt sie vor Regen, Schnee, Hagel, Wind und zu starker Sonne. Die dichten Trauben helfen zusätzlich gegen Kälte und Austrocknung.

Die westlichen Monarchfalter überwintern in Baumhainen nahe der Pazifikküste, oft in Eukalyptus, Monterey-Kiefern und Monterey-Zypressen. Rund 400 solcher Haine sind bekannt, aber nicht alle sind jedes Jahr besetzt.

Im Frühling zurück nach Norden

Im Februar und März endet die Fortpflanzungsruhe. Die Falter paaren sich noch an den Überwinterungsplätzen und fliegen dann nach Norden. Dieselben Falter, die im Herbst nach Süden gereist sind, legen unterwegs ihre Eier ab. Ihre Nachkommen fliegen weiter. Im Osten erreichen die Monarchfalter über zwei bis drei Generationen wieder Kanada. Je nach Umweltbedingungen entstehen in den wandernden Beständen im Jahr drei bis fünf Generationen.

Bestandsentwicklung: Wie viele Monarchfalter gibt es noch?

Die östlichen Monarchfalter lassen sich im Winterquartier nicht einzeln zählen. Stattdessen messen Fachleute jedes Jahr, wie viel Waldfläche die Falter-Trauben in Mexiko bedecken.

WinterVon Monarchfaltern besetzte Waldfläche in Mexiko
1996/9718,19 Hektar (höchster Wert)
2013/140,67 Hektar (niedrigster Wert)
2025/262,93 Hektar

Im Winter 2025/26 bildeten die Falter neun Kolonien in den Bundesstaaten Michoacán und México. Die Fläche war 64 Prozent größer als im Winter davor, liegt aber weit unter den Werten der 1990er-Jahre. Nach Angaben der IUCN schrumpfte der östliche Bestand von 1996 bis 2014 um 84 Prozent.

Noch dramatischer ist es im Westen: Dort zählte man in den 1980er-Jahren bis zu 10 Millionen überwinternde Falter, 2021 nur noch 1.914. Das ist ein Rückgang um 99,9 Prozent. Die US-Naturschutzbehörde schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der westliche Bestand innerhalb von zehn Jahren so klein wird, dass sein Aussterben nicht mehr aufzuhalten ist, auf 60 bis 68 Prozent. Beim östlichen Bestand liegt dieses Risiko bei unter 10 Prozent.

Gefährdung und Schutz

Gründe für den Rückgang:

  • Verlust der Winterquartiere: Legale und illegale Holzfällerei sowie Rodungen für Landwirtschaft und Siedlungen haben große Teile der Winterwälder in Mexiko und Kalifornien zerstört. Bei der Auswertung im März 2026 stellten die mexikanischen Behörden im Schutzgebiet 2,55 Hektar Wald fest, die durch Brände, illegalen Holzeinschlag und Trockenheit stark geschädigt waren.
  • Gift in der Landwirtschaft: Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel töten die Falter und vernichten die Seidenpflanzen, von denen die Raupen leben.
  • Klimawandel: Dürren lassen weniger Seidenpflanzen wachsen und begünstigen Waldbrände. Extreme Temperaturen können die Falter zu früh losfliegen lassen, bevor die Seidenpflanzen gewachsen sind. Unwetter haben schon Millionen Falter getötet.

Rote Liste: Die Art Danaus plexippus als Ganzes gilt auf der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern, Einstufung von 2022). Anders sieht es bei der wandernden Unterart in Nordamerika aus. Sie wurde im Juli 2022 als stark gefährdet (Endangered) eingestuft. Nach einem Einspruch prüfte ein Ausschuss der IUCN die Daten und rechnete den Bestandstrend der letzten zehn Jahre mit aufwendigeren Modellen nach. Daraufhin wurde die Einstufung geändert: Seit Dezember 2023 gilt die wandernde Unterart als gefährdet (Vulnerable).

Schutz in den USA: Im Dezember 2024 hat die US-Naturschutzbehörde Fish and Wildlife Service vorgeschlagen, den Monarchfalter als bedrohte Art (threatened) unter Schutz zu stellen. Außerdem sollen rund 1.778 Hektar in Kalifornien als besonders geschützter Lebensraum ausgewiesen werden. Wirksam wird der Schutz erst, wenn die Behörde den Vorschlag endgültig beschließt.

Was jeder tun kann: Der Monarchfalter braucht Seidenpflanzen für seine Raupen und Blüten mit Nektar entlang seiner Wanderroute. Wer in Nordamerika heimische Seidenpflanzen pflanzt und auf Gift im Garten verzichtet, hilft ihm.

Häufige Fragen zum Monarchfalter

Wie weit fliegt ein Monarchfalter?

Auf der Wanderung im Herbst fliegen Monarchfalter mehr als 3.000 km, nach Angaben der IUCN bis zu 4.000 km. Die Reise von Kanada und den USA nach Mexiko dauert über zwei Monate.

Wo überwintert der Monarchfalter?

Die Falter aus dem Osten Nordamerikas überwintern in den Bergwäldern Zentralmexikos in 2.900 bis 3.300 m Höhe. Die Falter aus dem Westen überwintern in Baumhainen an der Küste Kaliforniens und im Norden von Baja California.

Warum ist der Monarchfalter giftig?

Seine Raupen fressen Seidenpflanzen, die giftige Cardenolide enthalten. Die Raupen speichern das Gift im Körper, und auch die Falter tragen es noch in sich. Die orange-schwarze Färbung warnt Fressfeinde.

Wie lange lebt ein Monarchfalter?

Im Sommer lebt ein Falter meist nur 2 bis 5 Wochen. Die Falter, die im Herbst nach Mexiko wandern, pflanzen sich vorerst nicht fort und leben 6 bis 9 Monate.

Gibt es Monarchfalter in Europa?

Ja, aber nur an wenigen Orten. Auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal hat er sich angesiedelt. In Großbritannien und Irland taucht er als sehr seltener Irrgast auf, vor allem in Cornwall und auf den Scilly-Inseln.

Ist der Monarchfalter vom Aussterben bedroht?

Die Art als Ganzes gilt als nicht gefährdet. Die wandernden Monarchfalter in Nordamerika stuft die IUCN aber als gefährdet ein. Ihre Bestände sind seit den 1990er-Jahren stark geschrumpft.

Ähnliche Tiere

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Monarchfalter
9,5 bis 10 cm

Ein Monarchfalter erreicht eine Körpergröße von 9,5 bis 10 cm. Damit passt er bequem zwischen eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) und einen Fußball (22 cm) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Monarchfalter ist etwa 4-mal so groß wie eine 1-Euro-Münze.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Monarchfalter
500 mg

Der Monarchfalter wiegt nur 500 mg - ein echtes Federgewicht! Selbst eine 1-Euro-Münze (7,5 g) bringt ein Vielfaches davon auf die Waage. Dafür ist der Monarchfalter leicht genug, um vom Wind davongetragen zu werden.