Pfau
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Kurz erklärt
Der Blaue Pfau ist ein Hühnervogel aus Indien und Sri Lanka und der Nationalvogel Indiens. Nur die Hähne tragen die berühmte Schleppe: bis zu 1,6 m lange Federn mit Augenflecken, die sie zum Rad aufstellen. Ohne Schleppe misst ein Pfau 86 bis 117 cm. Pfauen fressen Samen, Früchte und Insekten und leben in kleinen Gruppen.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Pavo cristatus |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 86 cm bis 1,17 m |
| Körpergewicht | 2,75 bis 6 kg |
| Ernährung | Allesfresser: Samen, Körner, Beeren, Insekten, kleine Reptilien |
| Lebenserwartung | In freier Natur meist 10 bis 20 Jahre, in Menschenobhut bis 30 Jahre |
| Sozialverhalten | Kleine Gruppen, zur Brutzeit ein Hahn mit 3 bis 5 Hennen |
| Herkunft | Indischer Subkontinent |
| Verbreitung | Indien, Pakistan, Nepal und Sri Lanka; weltweit in Parks und Zoos gehalten und vielerorts verwildert Asien |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025) |
| Sonstiges | Die Körperlänge gilt ohne Schleppe, gemessen vom Schnabel bis zum Schwanzende. Mit aufgerichteter Schleppe kommt ein Hahn auf rund 2 m. Hennen bleiben mit bis zu 96 cm deutlich kleiner als Hähne. |
Pfau, Pfauhenne und Pfauenküken
Umgangssprachlich heißt jeder Pfau "Pfau", gemeint ist damit aber fast immer das Männchen mit der großen Schleppe. Fachlich unterscheidet man wie beim Haushuhn: Das Männchen ist der Pfauenhahn, das Weibchen die Pfauenhenne, der Nachwuchs sind Küken.
Auf dieser Seite geht es um den Blauen Pfau (Pavo cristatus), auch Indischer Pfau genannt. Er ist die Art, die in Zoos, Schlossparks und Tiergärten lebt. Zur Gattung Pavo gehört außerdem der Grüne Pfau aus Südostasien, bei dem Hahn und Henne ähnlich bunt gefärbt sind.
Aussehen und Körperbau
Ohne Schleppe misst ein Pfau vom Schnabel bis zum Schwanzende 86 bis 117 cm. Der Denver Zoo gibt für Hähne bis zu 117 cm an, für Hennen bis zu 96 cm. Der San Diego Zoo nennt für Hennen eine Länge von 90 bis 110 cm.
Auch beim Gewicht sind Hähne deutlich schwerer: Sie wiegen 4 bis 6 kg, Hennen 2,75 bis 4 kg. Die Flügelspannweite liegt bei etwa 1,4 bis 1,6 m.
Der Hahn hat einen metallisch blauen Kopf; Hals und obere Brust sind blau mit grünen und violetten Schattierungen. Um das Auge liegt ein heller, unbefiederter Hautfleck. Die Henne ist braun, grau und cremefarben gefärbt mit weißlicher Unterseite und grünlichen Halsfedern. Diese unauffällige Färbung ist Tarnung: Sie schützt die Henne, während sie auf dem Boden brütet.
Beide Geschlechter tragen eine Federkrone auf dem Kopf, die beim Blauen Pfau wie kleine Punkte auf dünnen Stielen aussieht. An den Beinen sitzen etwa 2,5 cm lange Sporne, die Hähne in der Brutzeit gegen Rivalen einsetzen.
Die Schleppe ist kein Schwanz
Das bekannteste Merkmal des Pfauenhahns wird oft falsch bezeichnet. Die langen Federn mit den Augenflecken sind nicht sein Schwanz, sondern seine Oberschwanzdecken - Federn, die den Schwanzansatz bedecken. Der eigentliche Schwanz besteht aus kürzeren, steiferen Federn. Sie stützen die Schleppe von hinten, wenn der Hahn sein Rad aufstellt.
Einige Zahlen zur Schleppe:
- Länge: 1,4 bis 1,6 m nach Angaben des Denver Zoo, das sind rund 60 Prozent der Gesamtlänge des Vogels
- Federn: 100 bis 150 Stück, jede mit einem dunklen Augenfleck (Ocellus)
- Rad: aufgestellt bildet sie einen Halbkreis von 1,8 bis 2,1 m Breite
- Wechsel: Die Schleppe wird jedes Jahr abgeworfen und wächst neu; das Animal Diversity Web nennt Juni bis Dezember als Zeit der voll ausgebildeten Schleppe
Die Schleppe wächst nicht von Anfang an. Im zweiten Lebensjahr bekommt ein junger Hahn seine erste, noch kurze Schleppe ohne Augenflecken. Erst mit etwa fünf bis sechs Jahren erreicht sie ihre volle Pracht.
Verbreitung und Lebensraum
Der Blaue Pfau stammt vom indischen Subkontinent: Indien, Pakistan, Nepal und Sri Lanka. Er lebt dort in offenen Wäldern, an Waldrändern und in der Nähe von Flüssen und Wasserstellen. Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet kommt er vor allem in Höhen zwischen 900 und 1.200 m vor.
Weil Menschen ihn seit Jahrhunderten als Ziervogel halten, lebt der Blaue Pfau heute auf fast allen Kontinenten in Parks, Gärten und Zoos, vielerorts auch verwildert. Nasskaltes Wetter verträgt er schlecht.
Pfauen wandern nicht. Sie halten einen festen Tagesablauf ein: Die Nacht verbringen sie in Gruppen in hohen Bäumen, morgens verteilen sie sich in kleinen Trupps zur Nahrungssuche, mittags ruhen und putzen sie im Schatten, am späten Nachmittag wird noch einmal gefressen.
Ernährung
Pfauen sind Allesfresser und suchen ihr Futter am Boden. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Körner, Beeren, Feigen, Blätter, Blüten und Bambussprossen sowie Insekten, Würmer, Eidechsen, Frösche und kleine Schlangen. Termiten fressen sie besonders gern.
Weil Pfauen auch junge Kobras erbeuten, gelten sie in Indien als nützlich. Ihr Sanskrit-Name bedeutet übersetzt "Schlangentöter".
Balz und Fortpflanzung
Die Balz ist der eigentliche Zweck der Schleppe. Der Hahn hält ein kleines Revier, in dem er einen Balzplatz verteidigt. Stellt er sein Rad auf, wendet er sich zunächst von der Henne ab, bewegt die Flügel rhythmisch auf und ab und lässt dann die Federn erzittern, sodass ein deutlich hörbares Rascheln entsteht.
Hennen wählen bevorzugt Hähne mit vielen Augenflecken und großen Schleppen. Forschungsarbeiten zeigen: Werden einem Hahn experimentell Augenflecken entfernt, sinkt sein Paarungserfolg deutlich. Charles Darwin beschäftigte sich am Beispiel des Pfaus mit der Frage, wie solche aufwendigen Schmuckfedern entstehen können. Er entwickelte daraus seine Idee der sexuellen Selektion.
Die Brutzeit liegt nach Angaben des Animal Diversity Web zwischen April und September, meist beginnt sie mit dem Monsunregen. Ein Hahn hat dann 3 bis 5 Hennen um sich.
Die Henne scharrt eine flache Mulde am Boden, polstert sie mit Zweigen aus und legt 3 bis 8 helle Eier. Sie brütet allein, 28 bis 30 Tage lang. Die Küken sind Nestflüchter: Sie können schon wenige Stunden nach dem Schlupf laufen und selbst fressen. Nach etwa einer Woche fliegen sie in niedrige Äste, mit vier Wochen wächst die Federkrone, mit zwei Monaten sehen sie aus wie die Mutter, sind aber nur halb so groß. Geschlechtsreif werden Pfauen mit zwei bis drei Jahren.
Der Nachwuchs hat es schwer: Von sechs geschlüpften Küken überleben nach Angaben des San Diego Zoo im Schnitt nur zwei bis zum Anschluss an die Gruppe.
Feinde, Rufe und Gefährdung
Zu den natürlichen Feinden zählen nach Angaben des Denver Zoo und des San Diego Zoo Tiger, Leoparden, Mangusten, Rohrkatzen und streunende Hunde. Die lange Schleppe ist dabei ein echtes Risiko: Sie versperrt dem Hahn beim Trinken und Balzen die Sicht nach hinten. Packt ein Angreifer jedoch die Schleppe, lösen sich die Federn leicht, und der Pfau kann entkommen. Deshalb schlafen Pfauen möglichst hoch: Ein Tiger kann sich rund drei Meter aufrichten.
Pfauen haben elf verschiedene Rufe. Am bekanntesten ist der laute, weit tragende Balz- und Warnruf, der wie "may-awe" klingt und im Deutschen oft mit einem Hilferuf verglichen wird. Man hört ihn vor allem früh morgens und am Abend, in der Brutzeit fast den ganzen Tag.
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Blauen Pfau seit der Einschätzung von BirdLife International aus dem Jahr 2025 als nicht gefährdet ("Least Concern") ein. In Indien ist er zusätzlich gesetzlich geschützt, denn er ist der Nationalvogel des Landes und gilt Hindus als heiliger Vogel. Anders sieht es beim Grünen Pfau aus: Seine Bestände gehen durch Jagd, Federhandel und Lebensraumverlust stark zurück.
Häufige Fragen zum Pfau
Wie groß wird ein Pfau?
Ohne Schleppe 86 bis 117 cm vom Schnabel bis zum Schwanzende. Hähne erreichen die größeren Werte, Hennen bleiben bei bis zu 96 cm. Mit aufgerichteter Schleppe kommt ein Hahn auf rund 2 m Gesamtlänge.
Warum schlägt der Pfau ein Rad?
Um Hennen zu beeindrucken. Je länger die Schleppe und je mehr Augenflecken sie hat, desto häufiger wird ein Hahn gewählt. Das Rad ist aufgestellt 1,8 bis 2,1 m breit.
Können Pfauen fliegen?
Ja. Pfauen sind schwere Vögel und fliegen nur kurze Strecken, aber sie erreichen damit ihre Schlafbäume und entkommen Feinden. Zum Schlafen suchen sie hohe Äste auf.
Wie unterscheide ich Pfauenhahn und Pfauenhenne?
Der Hahn ist an Kopf, Hals und Brust leuchtend blau und trägt die lange Schleppe. Die Henne ist braun-grau gemustert, hat keine Schleppe und ist kleiner und leichter. Beide besitzen eine Federkrone.
Was frisst ein Pfau?
Samen, Körner, Beeren, Blätter und Blüten, dazu Insekten, Würmer, Eidechsen, Frösche und kleine Schlangen. Termiten sind besonders beliebt.
Wie alt wird ein Pfau?
In freier Natur meist 10 bis 20 Jahre. In Menschenobhut sind bis zu 30 Jahre dokumentiert.
Gibt es weiße Pfauen?
Ja, das sind aber keine Albinos. Weiße Pfauen haben braune Augen und geben ihre Farbe an alle Nachkommen weiter. Daneben gibt es gescheckte Tiere und den Schwarzschulterpfau mit dunklen Flügelfedern.
Ähnliche Tiere
- Fasan - naher Verwandter aus derselben Familie
- Perlhuhn - ebenfalls ein bodenbewohnender Hühnervogel
- Auerhuhn - heimischer Hühnervogel mit auffälliger Balz
- Truthahn - großer Hühnervogel aus Nordamerika
- Huhn - der bekannteste Hühnervogel der Welt
- Fischertukan - auffällig gefärbter Vogel aus den Tropen
- Vögel - alle Vögel im Lexikon
- Tiere mit P - weitere Tiere, die mit P beginnen
Quellen
- Pavo cristatus (Indian peafowl) - Animal Diversity Web, University of Michigan
- Indian Peafowl - Artensteckbrief des Denver Zoo (PDF)
- Peafowl - San Diego Zoo Wildlife Alliance, Animals & Plants
- BirdLife International (2025): Pavo cristatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2025
- Gill, F., Donsker, D. & Rasmussen, P. (Hrsg.): IOC World Bird List v15.2
Größenvergleich
Der Pfau wird 86 cm bis 1,17 m groß - eine beachtliche Erscheinung. Auf unserer Größenskala liegt er zwischen einem Fußball (22 cm) und einem Kind (1,2 m). Im direkten Vergleich ist der Pfau rund 5-mal so groß wie ein Fußball.
Gewichtsvergleich
Ein Pfau bringt 2,75 bis 6 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Pfau wiegt so viel wie etwa 10 Fußbälle.