Puma
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Kurz erklärt
Der Puma ist die größte der sogenannten Kleinkatzen. Er lebt von Kanada bis nach Südchile und hat damit unter allen Landsäugetieren Amerikas das größte Verbreitungsgebiet. Brüllen kann er nicht, dafür schnurrt er wie eine Hauskatze. Aus dem Stand springt er bis zu 5,5 Meter hoch in einen Baum.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Puma concolor |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 86 cm bis 1,55 m |
| Körpergewicht | 29 bis 100 kg |
| Ernährung | Fleischfresser: vor allem Hirsche und andere Huftiere |
| Lebenserwartung | In freier Natur 10 bis 20 Jahre, in Menschenobhut über 20 Jahre |
| Sozialverhalten | Einzelgänger |
| Herkunft | Nord- und Südamerika |
| Verbreitung | Vom Yukon in Kanada bis nach Südchile und Argentinien NordamerikaSüdamerika |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1771 durch Carl von Linné |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2015) |
| Sonstiges | Die Körpergröße ist die Kopf-Rumpf-Länge ohne Schwanz, der Schwanz misst zusätzlich 60 bis 97 cm. Gewicht: Weibchen 29 bis 64 kg, Männchen 52 bis 100 kg. |
Aussehen und Körperbau
Der Puma ist eine große, schlanke Katze mit kurzem, rauem Fell. Der Rücken ist gelbbraun bis graubraun, der Bauch heller, Kehle und Brust sind fast weiß. Schwarz gefärbt sind nur die Streifen an der Schnauze, die Rückseite der Ohren und die Schwanzspitze. Die Nase ist rosa mit dunklem Rand, die Augen erwachsener Tiere graubraun bis goldfarben.
Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bei Männchen 102 bis 154 Zentimeter, bei Weibchen 86 bis 131 Zentimeter. Dazu kommt der lange, walzenförmige Schwanz: 68 bis 96 Zentimeter bei Männchen, 63 bis 79 Zentimeter bei Weibchen. Er macht damit etwa ein Drittel der Gesamtlänge aus. Weibchen wiegen 29 bis 64 Kilogramm. Männchen sind 40 bis 60 Prozent schwerer, sie bringen meist 53 bis 72 Kilogramm auf die Waage, nach Angaben der National Wildlife Federation bis zu 100 Kilogramm. Das Animal Diversity Web nennt für besonders schwere Kater sogar 120 Kilogramm.
Die Körpergröße hängt stark davon ab, wo ein Puma lebt. Tiere in der Nähe des Äquators bleiben kleiner, Tiere in kalten Regionen werden deutlich größer. Auch die Fellfarbe ändert sich mit dem Klima: In warmen, feuchten Gebieten wirken Pumas rotbraun, in kalten Regionen ist ihr Fell länger, dichter und fast silbergrau.
Die Beine sind kurz und muskulös, die Hinterbeine kräftiger als die Vorderbeine. Daraus zieht der Puma seine enorme Sprungkraft. An den Vorderpfoten sitzen fünf Zehen, an den Hinterpfoten vier, die Krallen sind scharf, gebogen und einziehbar. Der Schädel ist auffallend breit und kurz, die Reißzähne sind lang und massiv.
Warum der Puma so viele Namen hat
Puma, Berglöwe, Kuguar, Silberlöwe: Kaum ein anderes Säugetier trägt so viele Namen. Die National Wildlife Federation weist darauf hin, dass der Puma dafür sogar im Guinness-Buch der Rekorde steht. Der Grund ist sein riesiges Verbreitungsgebiet: In jeder Region gaben ihm die Menschen einen eigenen Namen.
"Puma" stammt aus der Sprache der Inka. Spanische Seefahrer nannten das Tier león (Löwe) und gato monte (Katze der Berge), daraus wurde das englische "mountain lion", auf Deutsch Berglöwe. "Cougar" geht auf ein südamerikanisches Wort zurück. Und "Panther" ist eigentlich kein Artname, sondern ein Sammelbegriff für einfarbige Großkatzen.
Zoologisch gehört der Puma trotz seiner Größe nicht zu den Großkatzen, sondern zu den Kleinkatzen. Der Grund ist der Kehlkopf: Pumas können nicht brüllen. Stattdessen schnurren, fauchen, knurren und pfeifen sie wie eine Hauskatze, nur eben viel lauter. Damit ist der Puma die größte Kleinkatze der Welt.
Verbreitung und Lebensraum
Kein anderes Landsäugetier in Nord- und Südamerika hat ein so großes Verbreitungsgebiet wie der Puma, den Menschen einmal ausgenommen. Es reicht vom kanadischen Yukon bis zur Magellanstraße an der Südspitze Chiles.
Früher lebten Pumas in Nordamerika von Küste zu Küste. Jagd, Kopfgelder und die Zerstörung ihres Lebensraums drängten sie in unbewohnte Bergregionen zurück. Im Osten der USA wurden sie bis auf eine kleine Gruppe in Florida vollständig ausgerottet. Seit einigen Jahren breiten sie sich wieder aus und tauchen sogar in Vororten Kaliforniens auf. Einzeltiere wurden schon so weit östlich wie in Kansas City gesichtet.
Pumas sind Anpassungskünstler. Sie leben in Nadelwäldern der Gebirge, in tropischen Tieflandwäldern, in Grasland, Buschland, Wüsten und Sümpfen. Entscheidend ist nur zweierlei: genug Deckung und genug Beute. Als Ruheplätze dienen dichtes Gebüsch, Felsspalten und Höhlen.
Ernährung und Jagd
Pumas sind reine Fleischfresser. Den größten Teil ihrer Nahrung machen Huftiere aus, in Nordamerika vor allem Weißwedelhirsch, Maultierhirsch, Wapiti, Elch und Karibu. Dazu kommen kleinere Tiere wie Eichhörnchen, Bisamratten, Stachelschweine, Biber, Waschbären, Streifenskunks, Hasen, Vögel und gelegentlich sogar Schnecken und Fische. Auch Kojoten und Rotluchse stehen auf dem Speiseplan. Wo Weideland an ihr Revier grenzt, reißen Pumas auch Kälber, Schafe und Ziegen.
Der Puma ist ein Lauerjäger. Er pirscht sich lautlos an, springt aus kurzer Distanz auf den Rücken der Beute und tötet sie mit einem kräftigen Biss in den Nacken unterhalb des Schädels. Dabei greift er Tiere an, die zwei- bis dreimal so schwer sind wie er selbst. Das ist gefährlich: Viele Pumas tragen bei der Jagd schwere Verletzungen durch Hörner, Geweihe und Hufe davon.
Große Beute zieht der Puma bis zu 350 Meter weit an einen versteckten Platz und deckt sie mit Laub, Gras, Erde oder Schnee ab. In den folgenden Nächten kehrt er immer wieder zu diesem Vorrat zurück. Übers Jahr gerechnet frisst ein Puma 860 bis 1.300 Kilogramm Großbeute, das entspricht rund 48 Huftieren. Umgerechnet reißt er damit etwa alle acht Tage ein großes Beutetier.
Verhalten und Revier
Pumas leben allein. Nur zur Paarung treffen sie sich für ein bis sechs Tage, und Mütter bleiben eine Zeit lang mit ihren Jungen zusammen. Aktiv sind sie vor allem nachts sowie in der Dämmerung.
Das Streifgebiet eines Weibchens umfasst 26 bis 350 Quadratkilometer, im Durchschnitt 140. Die Reviere mehrerer Weibchen können sich stark überlappen. Männchen dulden dagegen keine anderen Männchen: Ihr Gebiet ist 140 bis 760 Quadratkilometer groß, im Schnitt 280, und schließt meist die Reviere von zwei Weibchen ein. Ein Puma braucht bis zu einer Woche, um sein Revier einmal zu durchstreifen.
Begegnen müssen sich die Tiere dafür nicht. Sie hinterlassen Nachrichten: Urin, Kot, Kratzspuren an Bäumen und aufgescharrte Haufen aus Erde oder Schnee. Diese Markierungen verraten anderen Pumas, wer hier unterwegs ist und ob ein Weibchen paarungsbereit ist. Die Dichte schwankt je nach Beuteangebot zwischen einem Tier pro 85 Quadratkilometer und einem Tier pro 13 bis 54 Quadratkilometer.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Pumas können sich das ganze Jahr über paaren, im Norden ihres Verbreitungsgebiets häufen sich die Paarungen von Dezember bis März. Ein paarungsbereites Weibchen ruft laut und reibt sich an Steinen und Bäumen. Der Kater bleibt einige Tage bei ihr und zieht dann weiter.
Nach einer Tragzeit von rund drei Monaten bringt das Weibchen in einer geschützten Höhle ein bis sechs Junge zur Welt, meist drei oder vier. Neugeborene wiegen 226 bis 453 Gramm und sind blind. Nach etwa zehn Tagen öffnen sie die Augen, gleichzeitig richten sich die Ohren auf und die ersten Zähne brechen durch.
Junge Pumas tragen ein geflecktes Fell. Die Flecken tarnen sie im Gras und im Schattenmuster des Waldbodens und verblassen erst mit etwa sechs Monaten. Gesäugt werden die Jungen rund drei Monate lang, Fleisch fressen sie schon mit sechs Wochen. Zwischen 12 und 26 Monaten trennen sie sich von der Mutter, im Mittel nach 15 Monaten. Dann wandern sie ab, junge Kater 23 bis 274 Kilometer weit, Weibchen 9 bis 140 Kilometer. Geschlechtsreif werden Weibchen mit etwa zweieinhalb, Männchen mit rund drei Jahren. Ein Weibchen bekommt in der Regel nur alle zwei Jahre einen Wurf.
Wie alt Pumas in freier Natur werden, ist umstritten. Die National Wildlife Federation nennt 10 bis 13 Jahre, das Animal Diversity Web 18 bis 20 Jahre. In menschlicher Obhut können sie über 20 Jahre alt werden.
Feinde und Gefährdung
Ein ausgewachsener Puma ist ein Spitzenprädator und hat kaum natürliche Feinde. Junge oder kranke Tiere werden von Wölfen, Bären und anderen Pumas getötet.
Die IUCN führt den Puma als nicht gefährdet (LC). Die Einstufung stammt aus der Roten Liste von 2015. Weltweit gilt der Bestand als stabil. Bedroht sind allerdings einzelne Unterarten und Regionen. Der Florida-Panther, eine Unterart im Südosten der USA, lebt nur noch in den Sümpfen Floridas, sein Bestand wird auf rund 200 Tiere geschätzt. Den Östlichen Puma erklärte die US-Naturschutzbehörde 2018 offiziell für ausgestorben und strich ihn von der Liste der geschützten Arten.
Die Hauptgefahren sind der Verlust und die Zerschneidung des Lebensraums, der Rückgang der Beutetiere durch Wilderei und die Jagd auf Pumas, die Nutztiere gerissen haben. In Kalifornien steht der Puma unter besonderem Schutz.
Besonderheiten
Sprungkraft: Aus dem Stand springt ein Puma 5,5 Meter hoch in einen Baum. Einen Hang hinauf oder hinunter schafft er Sprünge von 6,1 Metern, das entspricht der Höhe eines zweistöckigen Hauses.
Schwimmen: Pumas sind gute Schwimmer, gehen aber nur ungern ins Wasser.
Stachelschweine als Beute: Manche Pumas fressen Stachelschweine samt Stacheln, offenbar ohne Schaden zu nehmen.
Ruf statt Gebrüll: Der berühmte Schrei, den man aus Filmen kennt, ist selten. Häufiger sind Pfeiftöne, Quieken, Knurren, Fauchen und Schnurren.
Häufige Fragen zum Puma
Wie groß und wie schwer wird ein Puma?
Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 86 bis 155 Zentimeter, dazu kommen 60 bis 97 Zentimeter Schwanz. Weibchen wiegen 29 bis 64 Kilogramm, Männchen meist 53 bis 72 Kilogramm und im hohen Norden bis zu 100 Kilogramm.
Ist der Puma eine Großkatze?
Nein. Trotz seiner Größe zählt der Puma zu den Kleinkatzen, weil er nicht brüllen kann. Er schnurrt, faucht und pfeift wie eine Hauskatze. Damit ist er die größte Kleinkatze der Welt.
Was frisst ein Puma?
Vor allem Hirsche und andere Huftiere, dazu Stachelschweine, Waschbären, Hasen, Nagetiere und Vögel. Pro Jahr frisst ein Puma 860 bis 1.300 Kilogramm Großbeute, also etwa 48 Huftiere.
Wie weit kann ein Puma springen?
Bis zu 5,5 Meter aus dem Stand senkrecht in einen Baum und bis zu 6,1 Meter einen Hang hinauf oder hinunter. Die Kraft dafür kommt aus den besonders muskulösen Hinterbeinen.
Wie viele Namen hat der Puma?
Sehr viele: Puma, Berglöwe, Kuguar, Cougar, Silberlöwe und Panther bezeichnen dieselbe Art. Der Puma hält dafür einen Guinness-Weltrekord als Tier mit den meisten gebräuchlichen Namen.
Ist der Puma vom Aussterben bedroht?
Weltweit nicht. Die IUCN stuft ihn als nicht gefährdet (LC) ein, der Bestand gilt als stabil. Einzelne Unterarten sind dagegen stark bedroht: Vom Florida-Panther leben nur noch etwa 200 Tiere, der Östliche Puma wurde 2018 offiziell für ausgestorben erklärt.
Wie gefährlich ist ein Puma für Menschen?
Begegnungen sind selten, Angriffe noch seltener. Pumas weichen Menschen aus. Wer in Pumagebieten wandert, sollte nicht allein und nicht in der Dämmerung unterwegs sein, Lärm machen und einem Puma niemals zu nahe kommen.
Ähnliche Tiere
- Jaguar - die einzige Großkatze Amerikas, kräftiger gebaut und gefleckt
- Jaguarundi - der nächste Verwandte des Pumas, aber viel kleiner
- Gepard - ähnlich schlank gebaut und ebenfalls kein Brüller
- Leopard - ähnlich groß, gehört aber zu den Großkatzen
- Luchs - die große Wildkatze Europas und Nordamerikas
- Säugetiere - alle Säugetiere im Lexikon
- Tiere mit P - weitere Tiere, die mit P beginnen
Quellen
- Puma concolor (mountain lion) - Animal Diversity Web, University of Michigan
- Mountain Lion (Puma, Cougar) - San Diego Zoo Animals & Plants
- Mountain Lion - National Wildlife Federation
- Nielsen, C. et al.: Puma concolor. The IUCN Red List of Threatened Species 2015
- Removing the Eastern Puma (=Cougar) From the Federal List of Endangered and Threatened Wildlife - U.S. Fish and Wildlife Service, Federal Register 2018
Größenvergleich
Wie groß ist der Puma wirklich? Mit 86 cm bis 1,55 m überragt er einen Fußball (22 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an einen Erwachsenen (1,8 m) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 5 Fußbälle übereinander stapeln, um so groß wie ein Puma zu werden. Selbst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) wirkt daneben noch winzig.
Gewichtsvergleich
Ein Puma bringt 29 bis 100 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Kind (25 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Der Puma wiegt so viel wie etwa 3 Kinder.