Schwein

Die Schweine sind eine Familie aus der Ordnung der Paarhufer. Sie kommen weithin in den Feuchtgebieten Europas, Asiens und Afrikas vor, wo sie ein geselliges Leben innerhalb ihrer großen Familie führen.

Körperliche Merkmale

Sie haben einen massigen, gedrungenem Körper, einen keilartig zugespitzten Kopf mit rüsselartiger verlängerter Schnauze und recht gut ausgebildete Afterklauen. So werden die zweiten und fünften Zehen jedes Fußes genannt.
Die Eckzähne der Männchen (auch Hauer genannt) sind im Ober-, wie im Unterkiefer nach oben gerichtet und dienen den Tieren beim Herausbrechen von Pflanzenwurzeln aus dem Boden und darüber hinaus auch als gefährliche Waffe.
Durch ihren Körperbau sind sie nicht dazu in der Lage, zu springen oder in den Himmel zu blicken.
Bemerkenswert ist übrigens, dass die Ferkel einen ähnlichen Zahnwechsel durchmachen, wie menschliche Kinder. In ihren ersten zwölf Monaten besitzen sie rund 28 Zähne, die zu diesem Zeitpunkt ausfallen und Platz für stärkere 44 Stück Zähne machen.

Ernährung

Schweine ernähren sich überwiegend von pflanzlichen Stoffen, vor allem von in der Erde befindlichen Knollen und Pilzen, die sie mit der Nase oder Schnauze herausführen. Sie fressen aber auch Eicheln, Kastanien, Bucheckern, Nüsse und Wurzeln.
An tierischer Nahrung nehmen sie Mäuse, Vögel, Vogel Eier, Kriechtiere, Frösche, Kröten, Molche, Schnecken, Würmer und sogar Aas zu sich.
Schweine sind also echte Allesfresser.
Anders, als die meisten Paarhufer sind sie aber bei weitem keine Wiederkäuer.

Fortpflanzung

Nach rund fünf Monaten tritt die Geschlechtsreife bei den Tieren ein. Für das zur Welt kommende Junge wird ein kleines Nest gebaut. Während der ersten Lebenswochen ernähren sich die Schweinebabys ausschließlich von Milch. Feste Nahrung kann erst ab einem Alter von zwei Wochen aufgenommen werden. Mit etwa vier Monaten ist das Ferkel selbständig und ernährt sich wie alle anderen Schweine von dem, was es gerade dazu findet.

Das Schwein als Nutztier

Das Hausschwein mit seinen vielen Zuchtrassen stammt vom eurasischen Wildschwein ab, das in mehreren Gebieten Europas und Asiens domestiziert wurde. Heute spielt die Haltung des Hausschweins besonders in China, Russland, Polen, Deutschland, USA und in Brasilien eine große Rolle. Während die alten Rasse sehr viel Fett ansetzten, wird von den heutigen Rassen viel Fleisch, große Fruchtbarkeit und gute Futterverwertung verlangt. Der weltweite Schweinebestand wird auf mehr als 900 Millionen Stück geschätzt.

Interessante Infos

Die meisten Schweinearten sind außerdem auch begehrte Jagdtiere. Der Jäger nennt die Männchen Keiler, die Weibchen Bache, Jungtiere im ersten Lebensjahr Frischlinge und ältere Tiere Überläufer.
Das neue eurasische Wildschwein ist in seinem weiten Verbreitungsgebieten in eine Reihe von Unterarten aufgespaltet, von denen mehrere eine lange Zeit über als eigene Art angesehen wurden. Hierzu zählen z. B. das Kampfschwein und das Japanische Schwein. Fluss- und Buschschweine bilden hingegen die Unterarten einer Art, die in Afrika südlich der Sahara heimisch sind. Zum Teil werden diese unter dem Namen der Pinselohrschweine zusammengefasst. Ebenfalls nur eine Art mit sieben Unterarten stellen die Warzenschweine aus weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara da. Das Riesenwaldschwein aus West- mit Nordostafrika wurde sogar erst im Jahr 1904 entdeckt.