Tukan

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Swainson-Tukan mit schwarzem Gefieder, leuchtend gelber Kehle und gelb-braunem Schnabel sitzt im Jacksonville Zoo auf einem Ast
WIllze / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Kurz erklärt

Tukane sind Vögel aus den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas. Ihr riesiger, bunter Schnabel sieht schwer aus, ist innen aber leicht gebaut. Mit ihm pflücken sie Früchte, und bei Hitze geben sie darüber Wärme ab. Je nach Einteilung gibt es knapp 40 bis 50 Arten, die größte ist der Riesentukan.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameRamphastidae
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Spechtvögel
  • Familie: Tukane (Ramphastidae)
KörpergrößeJe nach Art verschieden; der Riesentukan als größte Art misst im Schnitt 61 cm
KörpergewichtJe nach Art verschieden; der Riesentukan wiegt 592 bis 760 g
ErnährungVor allem Früchte, dazu Insekten, Eier anderer Vögel sowie kleine Tiere wie Eidechsen
LebenserwartungRiesentukan: in Menschenobhut je nach Quelle höchstens 16 Jahre oder etwa 18 Jahre, für freilebende Tiere werden bis zu 26 Jahre genannt
SozialverhaltenGesellig, meist in kleinen Gruppen; Riesentukane in Trupps von etwa sechs Vögeln
HerkunftMittel- und Südamerika
Verbreitung Von Mexiko über Mittelamerika bis in den Norden Argentiniens, vor allem in tropischen Wäldern NordamerikaSüdamerika
EntdeckungRiesentukan: Erstbeschreibung 1776 durch Philipp Ludwig Statius Müller
SonstigesDie Familie umfasst je nach Einteilung knapp 40 bis 50 Arten (IOC-Vogelliste 15.2: 38, IUCN: 50). Die großen Arten der Gattung Ramphastos heißen meist Tukan, viele kleinere Arten Arassari.

Was ist ein Tukan?

Tukane sind eine Familie von Vögeln. Sie gehören zur Ordnung der Spechtvögel und sind damit entfernt mit unseren Spechten verwandt. Wie viele Arten es gibt, hängt von der Einteilung ab: Die internationale Vogelliste IOC zählt 38 Arten, die Rote Liste der IUCN führt 50. Die Arten verteilen sich auf mehrere Gattungen:

  • Ramphastos: die großen, bekannten Tukane, zum Beispiel der Riesentukan und der Fischertukan
  • Pteroglossus: die Arassaris, die kleiner sind als die großen Tukane
  • Selenidera: die Kurzschnabeltukane
  • Aulacorhynchus: die meist grün gefärbten Grünarassaris
  • Andigena: die Blautukane aus den Bergwäldern der Anden

Wenn Menschen „Tukan“ sagen, meinen sie meistens die großen Arten der Gattung Ramphastos. Der bekannteste von ihnen ist der Riesentukan (Ramphastos toco). Er ist der größte Tukan und am besten erforscht. Deshalb stammen viele Zahlen auf dieser Seite von ihm.

Aussehen und Körperbau

Größe: Die Arten sind unterschiedlich groß. Die Arassaris und Grünarassaris sind kleiner als die großen Tukane. Der Riesentukan als größte Art misst im Schnitt 61 cm und wiegt 592 bis 760 g. Die Männchen sind größer als die Weibchen.

Gefieder: Viele Tukane sind überwiegend schwarz. Dazu kommen leuchtende Farben an Kehle, Brust oder um die Augen, zum Beispiel Gelb, Weiß, Rot oder Orange. Die Grünarassaris sind dagegen vor allem grün. Beim Riesentukan ist die nackte Haut um das Auge blau und von einem orangefarbenen Ring umgeben.

Der riesige Schnabel

Der Schnabel ist das Markenzeichen der Tukane. Beim Riesentukan macht er etwa ein Drittel der Körperlänge aus. Im Verhältnis zur Körpergröße hat der Riesentukan den größten Schnabel aller Vögel.

Leicht wie ein Sandwich gebaut: Obwohl der Schnabel so groß ist, wiegt er beim Riesentukan nur etwa ein Zwanzigstel des Körpergewichts. Das liegt an seinem Aufbau. Außen liegt eine dünne Schicht aus Horn, also aus demselben Stoff wie unsere Fingernägel. Innen steckt ein luftiger Schaum aus feinen Knochenbälkchen. So bleibt der Schnabel leicht und trotzdem stabil.

Eine Klimaanlage im Schnabel: Forschende haben 2009 mit Wärmebildkameras gezeigt, dass der Riesentukan seinen Schnabel zur Kühlung nutzt. Ist ihm warm, schickt er mehr Blut in den Schnabel, und die Wärme strahlt nach außen ab. Ist ihm kalt, drosselt er die Durchblutung. Gemessen an seiner Größe ist der Tukanschnabel damit eine der größten Flächen zur Wärmeabgabe im Tierreich. Er kann es darin mit den Ohren von Elefanten aufnehmen.

Werkzeug zum Fressen: Mit dem langen Schnabel erreicht der Tukan Früchte an dünnen Zweigen, ohne sich zu bewegen. Er greift auch in Baumhöhlen hinein. Vermutlich spielt der Schnabel außerdem bei der Partnersuche eine Rolle.

Verbreitung und Lebensraum

Tukane leben nur in der Neotropis, also in Amerika. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko über Mittelamerika bis in den Norden Argentiniens. Viele Arten wohnen in den Tieflandwäldern Amazoniens. Die Blautukane leben dagegen in den Bergwäldern der Anden.

Die meisten Tukane sind Waldvögel. Der Riesentukan ist eine Ausnahme: Er lebt eher in trockenen, halb offenen Landschaften mit Baumgruppen, zum Beispiel in der Savanne Cerrado in Brasilien. Man findet ihn in mehreren Ländern Südamerikas, darunter Brasilien, Bolivien, Paraguay, Peru und Argentinien.

Ernährung

Tukane sind vor allem Fruchtfresser. Früchte machen den größten Teil ihrer Nahrung aus. Daneben fressen sie, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch:

  • Insekten
  • Eier anderer Vögel, die sie aus Nestern holen
  • kleine Tiere wie Eidechsen

Der Riesentukan frisst zum Beispiel manchmal die Eier des Hyazintharas. Zum Schlucken benutzt er übrigens nicht die Zunge: Er hält das Futterstück mit der Schnabelspitze fest, wirft den Kopf nach hinten und lässt es in den Rachen fallen.

Gärtner des Regenwalds: Weil Tukane viele Früchte fressen und die Samen an anderer Stelle wieder ausscheiden, verbreiten sie Pflanzen. Der Riesentukan verbreitet zum Beispiel die Samen des Manduvi-Baums. In dessen Baumhöhlen brüten Hyazintharas, die so indirekt auf den Tukan angewiesen sind.

Verhalten und Lebensweise

Tukane sind gesellige Vögel. Riesentukane ziehen meist in kleinen Trupps von etwa sechs Vögeln umher. Weil die Früchte je nach Jahreszeit an verschiedenen Orten reifen, streifen sie über große Gebiete.

Tukane sind laut: Riesentukane geben tiefe, krächzende und rasselnde Rufe von sich und klappern außerdem mit dem Schnabel.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Tukane brüten in Baumhöhlen. Beim Riesentukan legt das Weibchen einmal im Jahr 2 bis 4 Eier. Beide Eltern brüten abwechselnd, und die Küken schlüpfen nach 15 bis 18 Tagen. Die Küken sind beim Schlüpfen nackt, blind und hilflos. Die Eltern füttern sie gemeinsam. Riesentukane bleiben etwa 6 bis 8 Wochen im Nest. Bei Jungvögeln sind die Farben noch blasser und der Schnabel kürzer. Mit 3 bis 4 Jahren werden Riesentukane geschlechtsreif.

Wie alt werden Tukane? Verlässliche Daten gibt es kaum. Die Alters-Datenbank AnAge nennt für den Riesentukan ein Höchstalter von 16,2 Jahren in Menschenobhut. Das Animal Diversity Web der Universität Michigan gibt für Riesentukane in Menschenobhut dagegen etwa 18 Jahre an, für freilebende Tiere ein typisches Alter von etwa 20 Jahren und ein Höchstalter von 26 Jahren.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Riesentukane werden von Jaguaren, Schlangen, Nasenbären und Greifvögeln wie Adlern gejagt.

Gefahren durch den Menschen: Weil die meisten Tukane im Wald leben, schadet ihnen die Abholzung. Außerdem werden Riesentukane als Haustiere gehandelt.

Rote Liste: Die IUCN stuft keine Tukanart als gefährdet ein. Sieben Arten stehen auf der Vorwarnliste (Near Threatened), darunter der Fischertukan (Einstufung von 2021), der Leistenschnabeltukan und der Goldtukan (beide 2023). Der Riesentukan gilt als nicht gefährdet (Least Concern, Einstufung von 2025).

Häufige Fragen zum Tukan

Wo lebt der Tukan?

Tukane leben in Mittel- und Südamerika, von Mexiko bis in den Norden Argentiniens. Viele Arten wohnen in tropischen Regenwäldern im Tiefland. Einige leben in den Bergwäldern der Anden, und der Riesentukan kommt auch in trockeneren, offenen Landschaften vor.

Was frisst ein Tukan?

Tukane fressen vor allem Früchte. Ab und zu stehen auch Insekten, Eier anderer Vögel oder kleine Eidechsen auf dem Speiseplan. Durch die vielen Früchte verbreiten sie die Samen von Bäumen.

Wie alt wird ein Tukan?

Für den Riesentukan nennen Fachquellen in Menschenobhut ein Höchstalter von gut 16 Jahren oder ein Alter von etwa 18 Jahren. Für freilebende Tiere nennt das Animal Diversity Web etwa 20 Jahre und als Höchstwert 26 Jahre. Für die meisten anderen Arten fehlen genaue Angaben.

Warum hat der Tukan so einen großen Schnabel?

Der Schnabel hat mehrere Aufgaben. Mit ihm pflückt der Tukan Früchte an dünnen Zweigen und greift in Baumhöhlen. Außerdem gibt er über den gut durchbluteten Schnabel überschüssige Wärme ab. Vermutlich spielt der Schnabel auch bei der Partnerwahl eine Rolle.

Ist der Schnabel des Tukans schwer?

Nein. Beim Riesentukan macht der Schnabel zwar ein Drittel der Körperlänge aus, wiegt aber nur etwa ein Zwanzigstel des Körpergewichts. Innen besteht er aus einem leichten Knochenschaum, außen aus einer dünnen Hornschicht.

Wie viele Tukan-Arten gibt es?

Je nach Einteilung sind es knapp 40 bis 50 Arten. Die internationale Vogelliste IOC zählt 38 Arten, die Rote Liste der IUCN führt 50 Arten. Dazu gehören neben den großen Tukanen auch die kleineren Arassaris.

Ähnliche Tiere

  • Fischertukan - ein großer Tukan aus Mittelamerika
  • Specht - Verwandter aus der Ordnung der Spechtvögel
  • Ara - bunter Großpapagei aus denselben Wäldern
  • Papagei - ebenfalls mit kräftigem, gebogenem Schnabel
  • Quetzal - farbenprächtiger Vogel der Bergwälder Mittelamerikas
  • Kolibri - winziger Vogel aus Amerika

Quellen