Asiatische Tigermücke

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Weibchen der Asiatischen Tigermücke mit schwarz-weiß geringelten Beinen saugt Blut auf menschlicher Haut
James Gathany, CDC / Wikimedia Commons / Public domain

Kurz erklärt

Die Asiatische Tigermücke ist eine kleine, schwarz-weiß gestreifte Stechmücke aus Südostasien. Sie wird nur etwa 3,5 bis 8 mm groß und sticht auch tagsüber. Mit dem Waren- und Reiseverkehr hat sie sich über die ganze Welt verbreitet, seit 2007 wird sie auch in Deutschland gefunden. Sie kann Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. In Deutschland wurde bisher aber keine solche Übertragung festgestellt.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameAedes albopictus (auch Stegomyia albopicta)
Abstammung
  • Klasse: Insekten
  • Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
  • Familie: Stechmücken (Culicidae)
  • Unterfamilie: Culicinae
  • Gattung: Aedes
  • Art: Asiatische Tigermücke
KörpergrößeEtwa 3,5 bis 8 mm; laut Umweltbundesamt selten größer als 9 mm
ErnährungMännchen und Weibchen: Pflanzenzucker wie Nektar; nur die Weibchen saugen zusätzlich Blut, vor allem von Säugetieren und Menschen
LebenserwartungErwachsene Weibchen können mehr als drei Wochen überleben
HerkunftAsiatisch-pazifischer Raum, ursprünglich die Tropen Südostasiens
Verbreitung Heute weltweit verschleppt: Asien, Europa, Nord- und Südamerika und Afrika; in Deutschland regional seit 2007 AfrikaAsienEuropaNordamerikaSüdamerika
EntdeckungErstbeschreibung 1894 durch den Insektenforscher Skuse
GefährdungNE Nicht bewertet
SonstigesInvasive Art; kann Dengue-, Chikungunya- und Zikaviren übertragen. In Deutschland wurden bis Juni 2026 keine durch sie übertragenen Infektionen festgestellt (RKI).

Eine Mücke im Tigerkostüm

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine Stechmücke. Ihren Namen hat sie von ihrer auffälligen schwarz-weißen Musterung, die an die Streifen eines Tigers erinnert. Ursprünglich lebte sie in den Tropen Südostasiens. Heute kommt sie auf mehreren Kontinenten vor, seit einigen Jahren auch in Deutschland.

Die Tigermücke gehört zu den invasiven Stechmückenarten. So nennt man Arten, die der Mensch unbeabsichtigt in neue Gebiete verschleppt hat und die sich dort ausbreiten. Viele Menschen fürchten sie, weil sie in warmen Ländern Krankheiten wie Dengue-Fieber übertragen kann. Wie groß diese Gefahr in Deutschland wirklich ist, erklären wir weiter unten.

Der wissenschaftliche Name: Beschrieben hat die Art der Insektenforscher Skuse im Jahr 1894. Manche Fachleute führen sie auch unter dem Namen Stegomyia albopicta. Der Artname albopictus setzt sich aus den lateinischen Wörtern für „weiß“ und „bemalt“ zusammen.

Aussehen und Körperbau

Größe: Die Asiatische Tigermücke ist eine kleine bis mittelgroße Stechmücke. Sie misst etwa 3,5 bis 8 mm, laut Umweltbundesamt wird sie selten größer als 9 mm.

Färbung: Der Körper ist tiefschwarz. Silberweiße Schuppen bilden darauf ein auffälliges Muster. Besonders der Hinterleib und die Hinterbeine sind schwarz-weiß gestreift. An den Hinterbeinen tragen die Fußglieder an ihrem Anfang weiße Schuppen, sodass fünf breite weiße Ringe entstehen. Das letzte Fußglied ist ganz weiß.

Der weiße Streifen: Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist eine weiße Linie, die vom Kopf über die Mitte des Rückens bis zum Ansatz der Flügel läuft. Die Flügel selbst sind durchsichtig und ohne Muster.

Männchen und Weibchen: Die Taster am Kopf sind beim Weibchen kurz und an der Spitze weiß. Beim Männchen sind sie lang und schwarz-weiß getigert.

Verwechslungsgefahr: Manchmal wird die Tigermücke mit der heimischen Ringelschnake verwechselt. Diese hat ebenfalls gestreifte Beine, ist aber mit 10 bis 13 mm deutlich größer, eher beige bis grau gefärbt und hat keine Zeichnung auf der Brust.

Verbreitung und Lebensraum

Herkunft: Die Tigermücke stammt aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Dort ist sie eine der häufigsten Stechmückenarten. Ursprünglich lebte sie im Wald und legte ihre Eier in kleine Wasseransammlungen in Pflanzen, zum Beispiel in Baumhöhlen oder Bambusstümpfen.

Wie sie um die Welt kam: Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich die Tigermücke über die ganze Welt ausgebreitet. Fliegen kann sie dabei kaum helfen: Sie fliegt selbst nur etwa 200 Meter weit. Verbreitet wurde sie vor allem mit dem Menschen:

  • mit dem weltweiten Handel mit gebrauchten Autoreifen, in denen Mückeneier mitreisen
  • mit Pflanzen wie „Glücksbambus“
  • in Frachtcontainern, Lastwagen und Autos

In Europa: Zum ersten Mal wurde die Tigermücke 1979 in Albanien gefunden. 1990 gelangte sie mit Altreifen aus den USA in die italienische Hafenstadt Genua. Italien gilt laut der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC als das Land Europas, in dem es die meisten Tigermücken gibt. Laut Umweltbundesamt wurde sie inzwischen in fast 30 europäischen Ländern nachgewiesen, in über 20 davon gilt sie als etabliert.

Auf anderen Kontinenten: 1985 wurde sie in Texas entdeckt, seitdem hat sie sich in vielen Bundesstaaten der USA ausgebreitet. In Brasilien wurde sie 1986 gefunden, in Mexiko 1988 und in Afrika zuerst 1990 in Südafrika. Fest angesiedelt hat sie sich in Afrika aber erst später: Als erstes Land meldete Kamerun im Jahr 2000 eine etablierte Population.

Lebensraum: Die Tigermücke hat sich zum Kulturfolger entwickelt. Sie lebt in Wäldern und auf dem Land, besonders häufig aber in Vororten und Städten. Dort findet sie viele kleine Wasserstellen für ihre Eier.

Die Tigermücke in Deutschland

Erster Fund 2007: In Deutschland wurde die Tigermücke 2007 zum ersten Mal nachgewiesen, an einem Rastplatz an der Autobahn A5 im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Seitdem haben sich in einigen Regionen feste Populationen angesiedelt.

Wie kommt sie nach Deutschland? Laut Robert Koch-Institut (RKI) gelangte die Tigermücke vermutlich mit dem Gebrauchtreifenhandel zuerst nach Südeuropa. Von dort wurde sie immer wieder in Lastwagen und Privatautos nach Deutschland mitgenommen.

Wo lebt sie heute? Nach Angaben des RKI vom Juni 2026 kommt die Tigermücke regional in Deutschland vor:

  • in Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, vor allem entlang des Rheins
  • in Teilen von Nordrhein-Westfalen, zurzeit breitet sie sich am Übergang vom Mittel- zum Niederrhein aus
  • in einzelnen Städten in Bayern, Thüringen und in Berlin

Die Gebiete werden von Jahr zu Jahr größer. Besonders betroffen sind Städte. Allein in der Oberrheinischen Tiefebene sind laut der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) mehr als 150 örtliche Einzelpopulationen bekannt.

Warum gerade jetzt? Laut RKI begünstigen wärmere Sommer und seltenere Winterfröste im Zuge des Klimawandels die Ansiedlung. Außerdem können Tigermücken in gemäßigten Gebieten den Winter als Ei überdauern. Eier, die im Spätsommer oder Herbst bei kürzer werdenden Tagen gelegt werden, fallen in eine Art Winterruhe und schlüpfen erst im Frühjahr.

Ernährung

Zucker für alle: Wie bei allen Stechmücken ernähren sich Männchen und Weibchen von Pflanzenzucker, zum Beispiel von Blütennektar oder Fallobst. Die Männchen können nicht stechen.

Blut nur für die Weibchen: Nur die Weibchen saugen Blut. Sie brauchen die Eiweiße daraus, um ihre Eier zu bilden. Die Tigermücke sticht vor allem Säugetiere und scheint Menschen besonders anziehend zu finden. Sie saugt aber auch an Vögeln, Reptilien und Amphibien.

Stechen am Tag: Anders als viele heimische Stechmücken sticht die Tigermücke tagsüber, selbst bei hellem Sonnenschein. Am stechfreudigsten ist sie etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang und eine Stunde vor Sonnenuntergang. Viele Menschen empfinden sie als besonders aggressiv, weil sie ihr Opfer hartnäckig verfolgt, bis sie Blut saugen kann.

Fortpflanzung und Entwicklung

Containerbrüter: Die Tigermücke legt ihre Eier in kleine Wasseransammlungen, Fachleute sprechen von einem Containerbrüter. Dazu gehören natürliche Stellen wie Astlöcher, aber auch Regentonnen, Vogeltränken, Blumenvasen, Blumentopfuntersetzer, Gießkannen, Gullys oder weggeworfene Becher. Selbst ein Rest Wasser in einer Kaffeetasse kann reichen.

Eier: Etwa 3 bis 5 Tage nach der Paarung legt das Weibchen schwarze Eier dicht oberhalb der Wasserlinie ab. Die Eier vertragen Trockenheit. Werden sie überflutet, zum Beispiel wenn es regnet und das Wasser steigt, schlüpfen die Larven.

Larve und Puppe: Die Larven leben im Wasser und entwickeln sich über vier Larvenstadien und ein Puppenstadium. Das dauert je nach Umweltbedingungen etwa 7 bis 20 Tage. Aus der Puppe schlüpft die fertige Mücke.

Schneller Kreislauf: Schon 2 bis 3 Tage nach dem Schlüpfen können die Mücken sich paaren. Die Weibchen nehmen meist 24 Stunden nach einer Eiablage wieder Blut auf, um die nächsten Eier zu bilden.

Lebensdauer: Erwachsene Weibchen können nach Angaben der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC mehr als drei Wochen überleben.

Wie gefährlich ist die Tigermücke?

Mögliche Krankheitsüberträgerin: Die Tigermücke kann verschiedene Krankheitserreger übertragen. Das Umweltbundesamt geht von mehr als 20 Viren aus, darunter Dengue-, Chikungunya-, Zika- und West-Nil-Viren. Außerdem kann sie Fadenwürmer übertragen, die bei Hunden die Herzwurmerkrankung auslösen.

Wie eine Übertragung funktioniert: Eine Mücke kann ein Virus nur weitergeben, wenn sie es vorher selbst aufgenommen hat. In Deutschland müsste eine Tigermücke dafür zuerst eine Person stechen, die sich auf einer Reise angesteckt hat und das Virus gerade im Blut hat. Das ist meist nur wenige Tage lang der Fall. Danach müsste die Mücke im Hochsommer lange genug leben, um wieder einen Menschen zu stechen.

Bisher keine Fälle in Deutschland: Laut RKI (Stand Juni 2026) wurden in Deutschland noch keine Infektionen mit Dengue-, Chikungunya- oder Zikaviren festgestellt, die hier von einer Tigermücke übertragen wurden. Solche Krankheiten werden aber oft bei Reiserückkehrenden festgestellt, die sich im Ausland angesteckt haben.

In Südeuropa schon häufiger: In südeuropäischen Ländern gibt es mittlerweile jedes Jahr kleinere Ausbrüche von Dengue- und Chikungunya-Fieber, bei denen Tigermücken die Viren vor Ort übertragen haben. Im Sommer 2025 gab es zum Beispiel viele kleine Chikungunya-Ausbrüche in Italien und Frankreich, auch direkt an der Grenze zu Deutschland.

Wie groß ist das Risiko? Das Umweltbundesamt schätzt das Risiko, sich in Deutschland mit tropischen Erregern anzustecken, derzeit als gering ein. Nach Einschätzung des RKI ist in Zukunft in den Sommermonaten aber mit einzelnen Chikungunya-Infektionen durch die Tigermücke zu rechnen. Für Dengue- und Zikaviren reichen die Sommertemperaturen in Mitteleuropa bisher meist nicht aus. Epidemien wie in den Tropen hält das RKI in Deutschland derzeit für unwahrscheinlich.

Lästig auf jeden Fall: Auch ohne Krankheitserreger kann die Tigermücke sehr stören, weil sie tagsüber und hartnäckig sticht. Wo es viele Tigermücken gibt, etwa in Italien und Südfrankreich, gelten sie als große Plage.

Was kann man gegen Tigermücken tun?

Das Umweltbundesamt empfiehlt vor allem, den Mücken keine Brutstätten zu bieten:

  • Eimer, Gießkannen und Blumentopfuntersetzer nicht mit Wasser stehen lassen
  • Regentonnen immer dicht abdecken
  • Vogeltränken und andere Wasserbehälter mindestens einmal pro Woche ganz leeren und gründlich reinigen
  • Gefäße umdrehen, mit einem Abfluss versehen oder mit Sand oder Kies füllen

Vor Stichen schützen: Helle, weite Kleidung hilft, weil Stechmücken dunkle Farben bevorzugen. Freie Haut kann man mit Mückenschutzmitteln einreiben. Fliegengitter an den Fenstern und Moskitonetze halten Mücken aus dem Haus.

Nach einer Reise: Wer aus tropischen oder subtropischen Gebieten mit Dengue oder Chikungunya zurückkommt und in einer Gegend mit Tigermücken wohnt, sollte laut RKI zwei Wochen lang besonders auf Mückenschutz achten. So kann man verhindern, dass hiesige Mücken ein mitgebrachtes Virus aufnehmen und weitergeben.

Häufige Fragen zur Asiatischen Tigermücke

Wie erkenne ich eine Tigermücke?

Die Tigermücke ist klein, tiefschwarz und hat silberweiße Streifen, besonders an den Beinen und am Hinterleib. Das beste Merkmal ist eine weiße Linie vom Kopf über die Mitte des Rückens. Die heimische Ringelschnake ist dagegen größer, bräunlich-grau und hat keine Zeichnung auf der Brust.

Ist die Asiatische Tigermücke gefährlich?

Sie kann Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen, aber nur, wenn sie vorher einen infizierten Menschen gestochen hat. In Deutschland wurde laut RKI bis Juni 2026 noch keine solche Übertragung festgestellt. Das Umweltbundesamt schätzt das Risiko derzeit als gering ein.

Wo gibt es in Deutschland Tigermücken?

Vor allem in Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, besonders entlang des Rheins, außerdem in Teilen von Nordrhein-Westfalen und in einzelnen Städten in Bayern, Thüringen und Berlin. Die Gebiete werden jedes Jahr größer.

Wann sticht die Tigermücke?

Die Tigermücke sticht vor allem tagsüber, auch bei hellem Sonnenschein. Besonders aktiv ist sie etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang und eine Stunde vor Sonnenuntergang.

Wie groß ist eine Tigermücke?

Sie ist etwa 3,5 bis 8 mm groß und damit eher klein. Laut Umweltbundesamt wird sie selten größer als 9 mm.

Stechen auch die Männchen?

Nein. Wie bei allen Stechmücken stechen nur die Weibchen, weil sie Blut für ihre Eier brauchen. Die Männchen ernähren sich nur von Pflanzenzucker wie Nektar.

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  • Fliege - ebenfalls ein Zweiflügler wie alle Mücken
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  • Fledermaus - viele Arten fressen nachts Mücken und andere Insekten
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Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Asiatische Tigermücke
3,5 bis 8 mm

Die Asiatische Tigermücke ist mit 3,5 bis 8 mm ein echtes Leichtgewicht auf der Größenskala. Selbst eine Biene (1,5 cm) überragt sie. Dafür passt die Asiatische Tigermücke bequem auf eine Handfläche - oder sogar auf einen Fingernagel!