Bison

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Bison
Jack Dykinga / Wikimedia Commons / Public domain

Kurz erklärt

Der Bison, auch Amerikanischer Bison genannt, ist ein Wildrind aus Nordamerika. Bullen werden bis zu 900 kg schwer und sind damit die schwersten Landtiere Nordamerikas. Früher zogen Millionen Bisons über die Prärie, um 1889 waren nur noch gut 1.000 übrig. Heute leben wieder Hunderttausende, die meisten allerdings auf Farmen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameBos bison
Abstammung
  • Familie: Hornträger
  • Unterfamilie: Bovinae
  • Gattung: Eigentliche Rinder
  • Art: Amerikanischer Bison
Körpergröße1,52 bis 1,86 m
Körpergewicht318 bis 907 kg
ErnährungPflanzenfresser: vor allem Gräser und Seggen
LebenserwartungIn freier Natur meist 12 bis 15 Jahre, einzelne Tiere bis 20 Jahre
SozialverhaltenHerden aus Kühen und Kälbern; Bullen allein oder in kleinen Gruppen, zur Brunft bei den Herden
HerkunftNordamerika
Verbreitung Nordamerika (Kanada und USA), heute vor allem in Schutzgebieten und auf Farmen Nordamerika
GefährdungNT Potenziell gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2017)
SonstigesDie Körpergröße ist die Schulterhöhe: Bullen 167 bis 186 cm, Kühe 152 bis 157 cm. Bullen wiegen 544 bis 907 kg, Kühe 318 bis 545 kg.

Körperliche Merkmale

Der Bison, genauer der Amerikanische Bison, gehört zur Familie der Hornträger und ist mit dem Hausrind verwandt. Er ist das schwerste Landtier Nordamerikas. Bullen erreichen eine Schulterhöhe von 1,67 bis 1,86 Metern und wiegen 544 bis 907 Kilogramm. Kühe sind deutlich kleiner und leichter: Sie werden 1,52 bis 1,57 Meter hoch und 318 bis 545 Kilogramm schwer.

Typisch ist der mächtige Vorderkörper mit dem hohen Buckel über den Schultern. Der breite, schwere Kopf wird tief getragen. Kopf, Hals, Schultern und Vorderbeine tragen langes, zotteliges Fell, am Kinn wächst ein Bart. Der hintere Teil des Körpers ist dagegen kurz behaart. Das Winterfell ist dunkelbraun bis fast schwarz, im Sommer wird es heller.

Beide Geschlechter tragen kurze, kräftige Hörner, die seitlich vom Kopf abgehen und nach oben und hinten gebogen sind. Die Hörner der Kühe sind etwas schlanker und stärker gebogen.

Kälber kommen mit rötlich-hellbraunem Fell zur Welt. Nach etwa zweieinhalb Monaten beginnt es braun zu werden, mit rund vier Monaten ist es deutlich dunkler.

Trotz ihres Gewichts sind Bisons erstaunlich beweglich. Sie laufen bis zu 55 km/h schnell und springen bis zu 1,5 Meter hoch.

Präriebison und Waldbison

Man unterscheidet zwei Unterarten:

  • Der Präriebison lebt in den Grasländern der USA und Kanadas. Er ist die bekanntere Form und bildet die großen Herden, die man zum Beispiel aus dem Yellowstone-Nationalpark kennt.
  • Der Waldbison lebt in den nördlichen Wäldern Kanadas. Er unterscheidet sich vom Präriebison unter anderem durch kürzere Haare an Kopf und Bauch, die fehlenden langen Haarbüschel an den Vorderbeinen und die Lage und Form des Buckels.

Sehr ähnlich sieht der europäische Wisent aus. Beide Arten können sich miteinander kreuzen. Wie eng sie tatsächlich verwandt sind und ob sie zur Gattung Bison oder zu den Eigentlichen Rindern (Bos) gehören, wird unter Fachleuten diskutiert. Deshalb findet man für den Amerikanischen Bison sowohl den Namen Bos bison als auch Bison bison.

Verbreitung und Lebensraum

Die Vorfahren der Bisons stammen aus Asien. Während der Eiszeit wanderten sie über die Landbrücke Beringia, die damals Sibirien und Alaska verband, nach Nordamerika ein.

Früher lebten Bisons in weiten Teilen Nordamerikas, von Kanada bis in den Norden Mexikos. Der Präriebison bewohnte vor allem die offenen Grasländer im Inneren des Kontinents, der Waldbison die lichten Wälder und Wiesen im Nordwesten. Heute sind wilde Bisons auf Schutzgebiete und Nationalparks beschränkt. Eine der bekanntesten frei lebenden Herden lebt im Yellowstone-Nationalpark in den USA, 2025 wurden dort fast 5.300 Tiere gezählt.

Lebensweise

Kühe, Kälber und junge Tiere leben in Herden. Ältere Bullen ziehen allein oder in kleinen Gruppen umher. Im Yellowstone-Nationalpark bestehen die Gruppen im Winter im Schnitt aus etwa 20 Tieren, im Sommer aus etwa 200. Zur Brunft schließen sich die Bullen den Herden an, dann kommen bis zu 1.000 Tiere zusammen.

Ernährung

Bisons sind Pflanzenfresser. Mehr als 90 Prozent ihrer Nahrung sind Gräser und Seggen. Sie verbringen täglich 9 bis 11 Stunden mit Fressen. Als Wiederkäuer würgen sie das Gefressene später wieder hoch und kauen es in Ruhe ein zweites Mal. Im Winter schieben sie mit dem Kopf den Schnee zur Seite, um an das Gras darunter zu kommen.

Fortpflanzung

Die Brunft dauert von Ende Juli bis in den August. Die Bullen kämpfen dann heftig um die Kühe, prallen mit den Köpfen zusammen und verletzen sich dabei manchmal schwer. Ein erfolgreicher Bulle paart sich mit mehreren Kühen. Junge Bullen haben gegen ältere, schwerere Rivalen meist keine Chance.

Nach einer Tragzeit von neun bis neuneinhalb Monaten bringt die Kuh Ende April oder im Mai ein einzelnes Kalb zur Welt. Es wiegt bei der Geburt etwa 15 bis 25 Kilogramm und wird sieben bis acht Monate lang gesäugt. Kühe werden mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Bullen sind zwar mit etwa drei Jahren geschlechtsreif, kommen aber meist erst mit etwa sechs Jahren zur Paarung.

Der Bison war beinahe ausgerottet

Vor der Ankunft der Europäer lebten in Nordamerika nach Schätzungen 30 bis 60 Millionen Bisons. Im 19. Jahrhundert wurden sie in gewaltiger Zahl geschossen, vor allem wegen ihrer Häute und ihres Fleisches, oft auch nur zum Vergnügen. Viele Politiker und Offiziere begrüßten das Massensterben, weil es den indigenen Völkern der Prärie ihre wichtigste Lebensgrundlage nahm.

Um 1889 zählte der Zoologe William T. Hornaday nur noch gut 1.000 Bisons in ganz Nordamerika. Im Yellowstone-Nationalpark überlebten 1902 nur noch etwa 24 wilde Tiere. Mit strengen Schutzgesetzen und Tieren aus Zoos und privaten Herden gelang es, den Bison zu retten.

Heute leben wieder Hunderttausende Bisons in Nordamerika, die allermeisten davon auf Farmen, wo sie für Fleisch gehalten werden. In Herden, die dem Naturschutz dienen, leben dagegen nur einige Zehntausend Tiere, viele davon in kleinen, voneinander getrennten Gruppen. Deshalb stuft die IUCN den Amerikanischen Bison als potenziell gefährdet ein (2017: NT).

Häufige Fragen zum Bison

Ist ein Bison ein Büffel?

Nein. In Nordamerika wird der Bison zwar oft "Buffalo" (Büffel) genannt. Der Name geht vermutlich auf das französische Wort "boeuf" für Rind zurück. Biologisch gehören die echten Büffel aber zu anderen Gattungen und sind mit dem Bison nur entfernt verwandt. Dazu zählen der asiatische Wasserbüffel und der Kaffernbüffel aus Afrika.

Was ist der Unterschied zwischen Bison und Wisent?

Der Wisent lebt in Europa, der Bison in Nordamerika. Beide Wildrinder sehen sich sehr ähnlich und können gemeinsame Nachkommen bekommen. Wie eng sie verwandt sind, ist aber umstritten. Der Wisent lebt vor allem in Wäldern, der Präriebison in offenem Grasland.

Wie schwer wird ein Bison?

Bisonbullen wiegen meist 544 bis 907 Kilogramm, Kühe 318 bis 545 Kilogramm. Damit ist der Bison das schwerste Landtier Nordamerikas.

Wie schnell ist ein Bison?

Ein Bison kann bis zu 55 km/h schnell laufen. Das ist schneller als ein Mensch, deshalb sollte man den Tieren in Nationalparks nie zu nahe kommen.

Ähnliche Tiere

  • Wisent - der nächste Verwandte des Bisons, lebt in Europa
  • Auerochse - ausgestorbenes Wildrind und Stammform des Hausrinds
  • Yak - langhaariges Wildrind aus dem Hochland von Tibet
  • Wasserbüffel - ein echter Büffel aus Asien
  • Elch - ein anderer Riese der nordamerikanischen Wälder

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Bison
1,52 bis 1,86 m

Stell dir vor, du stellst ein Kind (1,2 m) neben einen Bison: Der Bison ist größer. Neben einem Elefanten (3,5 m) wirkt er mit seinen 1,52 bis 1,86 m aber wiederum etwas kleiner.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Bison
318 bis 907 kg

Ein Bison bringt 318 bis 907 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Erwachsener (75 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Der Bison wiegt so viel wie etwa 8 Erwachsene.