Blaumeise

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Blaumeise mit blauer Kopfkappe, weißen Wangen, schwarzem Augenstreif und gelber Brust sitzt auf einem Zweig
Francis Franklin / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kurz erklärt

Die Blaumeise ist ein kleiner Singvogel mit blauer Kappe, blauen Flügeln und gelbem Bauch. Sie wiegt nur etwa 11 Gramm, so viel wie zwei 20-Cent-Münzen. Blaumeisen turnen oft kopfüber an dünnen Zweigen und suchen dort nach Raupen und Blattläusen. Im Winter kommen sie gern ans Futterhaus, im Frühling brüten sie in Baumhöhlen und Nistkästen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameCyanistes caeruleus
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Familie: Meisen (Paridae)
  • Gattung: Cyanistes
  • Art: Blaumeise
KörpergrößeKörperlänge 11 bis 12 cm, Flügelspannweite 18 bis 20 cm
Körpergewicht9 bis 12 g, im Schnitt knapp 11 g
ErnährungAllesfresser: vor allem kleine Insekten und ihre Larven, Raupen, Blatt- und Schildläuse und Spinnen; ab Spätsommer auch Samen, Beeren und Obst, im Winter Nüsse und Fettfutter
LebenserwartungIm Schnitt etwa 3 Jahre (britische Beringungsdaten); ältester in Großbritannien beringter Vogel 9 Jahre und 8 Monate, BirdLife Österreich nennt als Höchstalter nach EURING-Daten rund 17 Jahre
SozialverhaltenIm Herbst und Winter oft in gemischten Trupps mit anderen Meisen
HerkunftEuropa und Vorderasien
Verbreitung Fast ganz Europa, die Türkei, der Kaukasus und der Iran; die Blaumeisen Nordafrikas und der Kanaren gelten heute als eigene Art AsienEuropa
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2024)
SonstigesIn Deutschland brüten etwa 3,55 bis 5,3 Millionen Paare, die Art ist nicht gefährdet.

Was ist eine Blaumeise?

Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) ist ein kleiner Singvogel aus der Familie der Meisen. Mit ihrem blauen Scheitel, den blauen Flügeln und der leuchtend gelben Brust ist sie leicht zu erkennen. In Mitteleuropa gibt es keinen anderen Vogel, der Blau und Gelb auf diese Weise kombiniert.

In Deutschland gehört die Blaumeise zu den häufigsten Brutvögeln. Nach Angaben des NABU brüten hier 3,55 bis 5,3 Millionen Paare. Sie lebt das ganze Jahr bei uns, man kann sie also auch im Winter beobachten, zum Beispiel am Futterhaus.

Aussehen und Körperbau

Größe: Die Blaumeise ist 11 bis 12 cm lang, ihre Flügel spannen 18 bis 20 cm. Damit ist sie deutlich kleiner als die Kohlmeise.

Gewicht: Eine Blaumeise wiegt nur 9 bis 12 g. Britische Messungen an vielen tausend Vögeln ergaben einen Durchschnitt von knapp 11 g. Das ist ungefähr so viel wie zwei 20-Cent-Münzen. Weil sie so leicht ist, kann sie sich auch an sehr dünnen Zweigen festhalten.

Gefieder:

  • Kopf: blaue Kappe mit weißem Rand, schwarz eingerahmte weiße Wangen und ein schmaler schwarzer Streifen durch das Auge
  • Oberseite: grünlicher Rücken, blaue Flügel und ein blauer Schwanz
  • Unterseite: leuchtend gelb
  • Schnabel: winzig und dunkel

Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus. Die Farben der Männchen leuchten im Durchschnitt etwas stärker. Jungvögel haben schon eine blaue Kappe und einen Augenstreif, sind aber blasser. In den ersten Wochen sind ihre Wangen gelb statt weiß.

Blaumeise oder Kohlmeise?

Am ehesten wird die Blaumeise mit der Kohlmeise verwechselt. Die Kohlmeise ist aber deutlich größer und hat einen kohlschwarzen Kopf mit weißen Wangen. Die Blaumeise hat dagegen eine blaue Kappe und einen schmalen schwarzen Augenstreif. Auch im Verhalten gibt es einen Unterschied: Die Blaumeise turnt meist in den äußeren Zweigen der Bäume und ist selten am Boden zu sehen, die Kohlmeise sucht öfter auf dem Boden nach Futter.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitung: Die Blaumeise lebt in fast ganz Europa, von den Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel bis in den Südosten Russlands. Außerhalb Europas kommt sie in der Türkei, im Kaukasus und im Iran vor.

Früher zählte man auch die Blaumeisen in Nordafrika und auf den Kanarischen Inseln zu dieser Art. Heute werden sie als eigene Art geführt, die Afrikanische Blaumeise (Cyanistes teneriffae).

Lebensraum: Am liebsten lebt die Blaumeise in Laub- und Mischwäldern, besonders dort, wo viele Eichen wachsen. Sie ist aber auch in Parks, Gärten und in der offenen Kulturlandschaft zu Hause, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. Reine Nadelwälder meidet sie eher.

Teilzieher: Viele Blaumeisen bleiben das ganze Jahr in ihrem Brutgebiet, ein Teil der Vögel überwintert in Südeuropa. Fachleute nennen die Blaumeise deshalb einen Teilzieher. In Deutschland ist sie das ganze Jahr zu sehen.

Ernährung

Die Blaumeise frisst je nach Jahreszeit ganz unterschiedliche Dinge.

Frühling und Sommer: Jetzt besteht die Nahrung vor allem aus kleinen Insekten und ihren Larven. Besonders wichtig sind Raupen, Blatt- und Schildläuse sowie Spinnen. Die Blaumeise sammelt sie von Blättern und Zweigen ab und hängt dabei oft kopfüber am Ast.

Herbst: Ab dem Spätsommer kommen Samen von Bäumen und Kräutern hinzu, außerdem Beeren und Obst.

Winter und Vorfrühling: Auch in der kalten Jahreszeit sind überwinternde Insekten eine wichtige Nahrung. Ab dem Spätwinter frisst die Blaumeise außerdem Knospen sowie Nektar und Pollen aus Blütenkätzchen.

Am Futterhaus: Blaumeisen sind häufige Gäste an Futterstellen. Sie mögen fettreiche Samen wie Sonnenblumenkerne, Nüsse und Meisenknödel. Oft kommen sie in Scharen und halten dabei eine feste Routine ein: Tageszeit und Reihenfolge der Futterstellen bleiben ungefähr gleich. Mit anderen Vögeln geraten sie dort gern in kleine Streitereien.

Verhalten und Stimme

Kletterkünstlerin: Die Blaumeise ist sehr lebhaft und geschickt. Sie hangelt sich an den dünnsten Zweigspitzen entlang und kann sich kopfüber festhalten. So erreicht sie Insekten, an die schwerere Vögel nicht herankommen.

Im Winter unterwegs: Außerhalb der Brutzeit, vor allem im Winter, ziehen Blaumeisen oft in gemischten Trupps mit anderen Meisenarten umher.

Gesang: Der hohe, klingelnde Gesang endet in einem tieferen Triller, etwa „tii-ti-ti-tirrrr“. Ist die Blaumeise aufgeregt, zetert sie laut „zerrretetetet“. Mit leisen Rufen halten die Vögel Kontakt zueinander.

Wehrhaft: Blaumeisen wirken niedlich, können sich aber gut wehren. Vogelberinger berichten, dass sie in der Hand kräftig zubeißen und laut kreischen, bis man sie loslässt.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Nistplatz: Die Blaumeise ist ein Höhlenbrüter. Sie brütet in Baumhöhlen, in anderen Höhlen und sehr gern in Nistkästen. Das Weibchen baut das Nest und polstert es mit Moos und Tierhaaren aus. Um der stärkeren Kohlmeise aus dem Weg zu gehen, wählt die Blaumeise gern Höhlen mit einem kleinen Einflugloch.

Brut in Zahlen:

  1. Eiablage: ab Mitte April
  2. Gelege: meist 7 bis 13 Eier, in seltenen Fällen bis zu 17
  3. Brutdauer: 13 bis 15 Tage, nur das Weibchen brütet
  4. Nestlingszeit: 19 bis 20 Tage
  5. Bruten: meist eine pro Jahr, selten zwei

Ein Blaumeisenei wiegt nach britischen Messungen etwa 1,1 g, ein Weibchen im Schnitt 10,6 g. Zehn Eier wiegen zusammen also etwas mehr als die Mutter selbst.

Viele hungrige Schnäbel: Um so viele Junge großzuziehen, brauchen die Eltern eine riesige Menge an Raupen und anderen kleinen Insekten. Wie viele Eier gelegt werden, hängt deshalb vom Nahrungsangebot und von der Größe der Höhle ab.

Lebenserwartung: Das Leben einer Blaumeise ist meist kurz. Nach britischen Beringungsdaten überleben nur knapp 40 Prozent der Jungvögel ihr erstes Jahr, bei den Altvögeln ist es etwa die Hälfte. Eine Blaumeise, die das Brutalter erreicht, lebt im Schnitt etwa drei Jahre. Der älteste in Großbritannien beringte Vogel wurde 9 Jahre und 8 Monate alt. BirdLife Österreich nennt als Höchstalter nach Daten der europäischen Beringungszentralen (EURING) sogar rund 17 Jahre. Solche Rekorde sind aber große Ausnahmen.

Feinde und Gefährdung

Nesträuber: In der Bruthöhle sind Eier und Junge relativ sicher, aber nicht ganz. Katzen und Marder versuchen, mit der Pfote durch das Einflugloch an die Brut zu kommen. Spechte können das Loch vergrößern und die Jungvögel rauben.

Krankheiten: Im Frühjahr 2020 starben in Deutschland in vielen Regionen auffällig viele Blaumeisen. Auslöser war das Bakterium Suttonella ornithocola.

Gefährdung: Weltweit ist die Blaumeise weit verbreitet und häufig. Auf der Roten Liste der IUCN gilt sie als nicht gefährdet (IUCN, 2024). Auch in Deutschland ist sie nicht gefährdet, ihr Bestand gilt als stabil.

Blaumeisen im Garten helfen

Nistkasten: Fehlen alte Bäume mit Höhlen, hilft ein Meisenkasten. Damit gezielt Blaumeisen einziehen, sollte das Einflugloch nur 26 bis 28 mm groß sein. Für die größere Kohlmeise ist es dann zu eng. Die Unterkante des Lochs sollte mindestens 17 cm über dem Boden des Kastens liegen, damit Katzen und Marder nicht an die Brut reichen. Eine Blechplatte um das Loch schützt vor Spechten.

Naturnaher Garten: Am wichtigsten ist ein naturnaher Garten mit vielen Insekten. Nur dort finden die Blaumeisen genug Raupen für ihre Jungen.

Häufige Fragen zur Blaumeise

Wie groß und wie schwer ist eine Blaumeise?

Eine Blaumeise ist 11 bis 12 cm lang und wiegt nur 9 bis 12 g. Ihre Flügel spannen 18 bis 20 cm. Sie ist damit kleiner als eine Kohlmeise und etwa so schwer wie zwei 20-Cent-Münzen.

Was fressen Blaumeisen?

Im Frühling und Sommer fressen sie vor allem kleine Insekten, Raupen, Blattläuse und Spinnen. Im Herbst und Winter kommen Samen, Beeren und Obst dazu, am Futterhaus auch Sonnenblumenkerne, Nüsse und Meisenknödel.

Wie viele Eier legt eine Blaumeise?

Meist legt sie 7 bis 13 Eier, in Ausnahmefällen bis zu 17. Das Weibchen brütet die Eier 13 bis 15 Tage lang aus. Nach weiteren 19 bis 20 Tagen verlassen die Jungen das Nest.

Wie erkennt man den Unterschied zwischen Blaumeise und Kohlmeise?

Die Blaumeise ist kleiner und hat eine blaue Kappe mit einem schwarzen Augenstreif. Die Kohlmeise ist größer und hat einen ganz schwarzen Kopf mit weißen Wangen.

Wie alt wird eine Blaumeise?

Die meisten Blaumeisen werden nur wenige Jahre alt, erwachsene Vögel leben im Schnitt etwa drei Jahre. Das höchste in Europa gemeldete Alter liegt nach Angaben von BirdLife Österreich bei rund 17 Jahren.

Welcher Nistkasten ist der richtige für Blaumeisen?

Ein Meisenkasten mit einem Einflugloch von 26 bis 28 mm Durchmesser. Er sollte so aufgehängt werden, dass Katzen und Marder nicht herankommen.

Ähnliche Tiere

  • Kohlmeise - die größere Verwandte mit schwarzem Kopf
  • Rotkehlchen - ein häufiger Gartenvogel mit orangeroter Brust
  • Buchfink - einer der häufigsten Singvögel in Deutschland
  • Zaunkönig - noch kleiner als die Blaumeise
  • Spatz - der Haussperling, oft am Futterhaus zu Gast
  • Amsel - ein Singvogel aus der Familie der Drosseln

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Blaumeise
11 bis 12 cm

Die Blaumeise wird 11 bis 12 cm groß - eher kompakt. Auf unserer Größenskala liegt sie zwischen einer 1-Euro-Münze (2,3 cm) und einem Fußball (22 cm). Im direkten Vergleich ist die Blaumeise rund 5-mal so groß wie eine 1-Euro-Münze.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Blaumeise
9 bis 12 g

Was wiegt die Blaumeise? Mit 9 bis 12 g ist sie schwerer als eine 1-Euro-Münze (7,5 g), aber eine Tafel Schokolade (100 g) toppt das noch locker. Eine Tafel Schokolade wiegt nämlich rund 10-mal so viel.