Dikdiks

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Männliches Kirk-Dikdik mit kurzen spitzen Hörnern und großen dunklen Augen steht auf sandigem Boden zwischen niedrigen Pflanzen
Dan Harville / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Dikdiks sind winzige Antilopen aus Afrika. Sie sind an der Schulter nur 30 bis 40 cm hoch und wiegen 3 bis 6 kg. Typisch sind ihre große, bewegliche Nase und die dunklen Duftdrüsen vor den Augen. Dikdiks leben paarweise in einem festen Revier, das sie mit Kot und Duft markieren.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameMadoqua
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Antilopinae
  • Gattung: Dikdiks (Madoqua)
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 52 bis 67 cm, Schulterhöhe etwa 30 bis 40 cm, Schwanz 3,5 bis 5,5 cm (Kirk-Dikdik)
KörpergewichtKirk-Dikdik 3 bis 6 kg, Günther-Dikdik 3 bis 5 kg
ErnährungPflanzenfresser: wählerische Laubfresser, vor allem Blätter, Stängel, Blüten, Früchte und Samen von Sträuchern und Bäumen; Gras spielt nur eine kleine Rolle
LebenserwartungIn Menschenobhut gut 17 Jahre (Kirk- und Günther-Dikdik); in freier Natur überlebt nur etwa die Hälfte der Jungtiere
SozialverhaltenLeben in festen Paaren mit eigenem Revier, oft zusammen mit dem jüngsten Nachwuchs
HerkunftAfrika
Verbreitung Nordost- und Ostafrika von Sudan, Eritrea und Dschibuti über Äthiopien und Somalia bis Uganda, Kenia und Tansania; das Kirk-Dikdik außerdem in Namibia und im Südwesten Angolas Afrika
EntdeckungGattung 1836 von Ogilby beschrieben
SonstigesGruppenseite ohne eigene Gefährdungseinstufung. Rote Liste der IUCN (2016): Kirk-Dikdik (M. kirkii), Günther-Dikdik (M. guentheri) und Eritrea-Dikdik (M. saltiana) nicht gefährdet (LC); Silberdikdik (M. piacentinii) unzureichende Datenlage (DD).

Was sind Dikdiks?

Dikdiks sind Zwergantilopen aus Afrika. Sie bilden die Gattung Madoqua in der Familie der Hornträger (Bovidae), zu der auch Gazellen, Rinder, Schafe und Ziegen gehören. Ein Kirk-Dikdik ist an der Schulter nur 30 bis 40 Zentimeter hoch und wiegt 3 bis 6 Kilogramm.

Woher kommt der Name? Wird ein Dikdik aufgeschreckt, flüchtet es in Zickzacksprüngen und ruft dabei „zik-zik“ oder „dik-dik“. Nach diesem Warnruf haben die Tiere ihren Namen.

Wie viele Dikdik-Arten gibt es?

Das Standardwerk „Mammal Species of the World“ unterscheidet vier Arten mit zusammen elf Unterarten:

ArtWissenschaftlicher NameVerbreitungRote Liste (2016)
Kirk-DikdikMadoqua kirkiiKenia, Nord- und Zentraltansania, Südsomalia; außerdem Namibia und Südwestangolanicht gefährdet (LC)
Günther-DikdikMadoqua guentheriSüdäthiopien, Nordkenia, Süd- und Zentralsomalia, Südostsudan, Nordostugandanicht gefährdet (LC)
Eritrea-DikdikMadoqua saltianaDschibuti, Eritrea, Nordäthiopien, Nordostsudan, Somalianicht gefährdet (LC)
SilberdikdikMadoqua piacentiniiOstsomaliaunzureichende Datenlage (DD)

Die Arten bilden zwei Gruppen: Kirk- und Günther-Dikdik haben eine besonders lange, rüsselartige Nase. Manche Forschende stellten sie deshalb in eine eigene Gattung oder Untergattung, Rhynchotragus. Eritrea- und Silberdikdik bilden die zweite Gruppe.

Ganz geklärt ist die Einteilung nicht. Ein Forscher hat 2003 vorgeschlagen, das Kirk-Dikdik in vier und das Eritrea-Dikdik in fünf eigene Arten aufzuteilen. Untersuchungen der Chromosomen deuten ebenfalls darauf hin, dass sich hinter dem Kirk-Dikdik drei oder mehr Arten verbergen könnten.

Am besten erforscht ist das Kirk-Dikdik. Viele Angaben auf dieser Seite beziehen sich deshalb auf diese Art.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Ein Kirk-Dikdik ist von Kopf bis Rumpf 52 bis 67 Zentimeter lang. Der Schwanz misst nur 3,5 bis 5,5 Zentimeter. An der Schulter ist es etwa 30 bis 40 Zentimeter hoch. Das Kirk-Dikdik wiegt 3 bis 6 Kilogramm, das Günther-Dikdik 3 bis 5 Kilogramm. Beim Günther-Dikdik sind die Weibchen größer als die Männchen.

Körperform: Dikdiks sind zierlich, mit langem Hals, kleinem Kopf und dünnen, langen Beinen. Das Hinterteil liegt oft genauso hoch oder höher als die Schultern. Die Ohren sind groß und innen weiß, die Augen groß und dunkel.

Fell: Das weiche Fell ist auf dem Rücken gelblich grau bis rotbraun, am Bauch grau bis weiß. Auf der Stirn tragen Dikdiks einen Haarschopf, beim Günther-Dikdik ist er bei den Männchen meist länger und kräftiger gefärbt.

Hörner: Nur die Männchen tragen Hörner. Sie sind kurz, geringelt und an der Basis kräftig, beim Günther-Dikdik bis 9,8 Zentimeter lang. Oft verschwinden sie fast im Haarschopf.

Die Rüsselnase

Besonders auffällig ist die verlängerte Nase. Beim Günther-Dikdik ist sie so beweglich, dass das Tier sie in alle Richtungen drehen kann. Die Nase dient vermutlich als Klimaanlage: Beim Atmen verdunstet Feuchtigkeit von den Schleimhäuten in der Nase. Das kühlt das Blut, das dort durch viele Gefäße fließt. Bei großer Hitze hecheln Dikdiks durch die Nase.

Die Duftdrüsen vor den Augen

Vor jedem Auge sitzt eine Voraugendrüse, beim Günther-Dikdik sind diese Drüsen schwarz gefärbt. Sie geben ein Sekret ab, mit dem Dikdiks ihr Revier markieren. Auch bei der Balz spielen sie eine Rolle: Das Männchen beachtet dann besonders das Gesicht und die Voraugendrüse des Weibchens.

Verbreitung und Lebensraum

Dikdiks leben im Nordosten und Osten Afrikas, vom Sudan, Eritrea und Dschibuti über Äthiopien und Somalia bis Uganda, Kenia und Tansania. Das Kirk-Dikdik kommt außerdem in einem zweiten, weit entfernten Gebiet im Südwesten Afrikas vor, in Namibia und im Südwesten Angolas.

Lebensraum: Dikdiks bewohnen trockenes Buschland und Dornbuschsavannen. Sie brauchen dichtes Gebüsch, in dem sie sich verstecken und fressen können. Zu dichte Vegetation mögen sie aber nicht, weil sie darin schlecht sehen und laufen können. Das Günther-Dikdik ist in überweideten oder gestörten Gebieten, an Straßenrändern und auf verbuschten alten Feldern oft besonders häufig. Dort wächst das Futter in der richtigen Höhe.

Ernährung

Dikdiks sind wählerische Laubfresser. Beim Kirk-Dikdik stammen etwa 80 Prozent der Nahrung von Blättern der Bäume und Sträucher, 17 Prozent von Gräsern und der Rest von Kräutern und Sauergräsern. Sie fressen auch Stängel, Blüten, Früchte, Samen und Schoten. Weil sie so klein sind, brauchen sie im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr Futter als große Huftiere. Ihre Nahrung muss leicht verdaulich sein und wenig Fasern enthalten.

Mit Hilfe der Großen: Kudus halten Sträucher in Bodennähe kurz, Zebras das Gras. So wächst das Futter genau in der Höhe, die Dikdiks erreichen. Auch Affen, Nagetiere und Vögel helfen unfreiwillig: Sie lassen Schoten, Knospen, Blätter und Blüten fallen, die Dikdiks dann vom Boden fressen.

Ohne Trinken: Dikdiks kommen monatelang ohne Trinkwasser aus. Sie leben vom Wasser in den Pflanzen und vom Tau auf den Blättern.

Fresszeiten: Am meisten fressen sie von der Morgendämmerung bis zum Vormittag und vom Nachmittag bis nach Einbruch der Dunkelheit.

Verhalten: Revier und Duftmarken

Dikdiks leben paarweise in einem festen Revier, oft zusammen mit ihrem jüngsten Jungtier. Beim Kirk-Dikdik ist ein Revier 5 bis 30 Hektar groß. In ihrem Revier benutzen sie feste Pfade. Nur das Männchen verteidigt das Revier.

Die Kot-Zeremonie: Kirk-Dikdiks markieren ihr Revier mit einem festen Ablauf. Zuerst setzt das Weibchen an einer bestimmten Stelle Kot und Urin ab, das Männchen steht direkt hinter ihr. Dann beschnuppert er ihre Hinterlassenschaften, scharrt mit den Vorderbeinen darin und setzt seinen eigenen Kot und Urin obendrauf. Zum Schluss streicht er Sekret aus seiner Voraugendrüse an einen Pflanzenstängel. Beim Günther-Dikdik entstehen so an den Reviergrenzen Kothaufen mit etwa 30 Zentimetern Durchmesser. Außerdem reiben die Männchen ihre geringelten Hörner an Baumstämmen.

Streit unter Nachbarn: Kommt es zu Streit, rennen zwei Männchen aufeinander zu, stoppen kurz vorher, nicken heftig mit dem Kopf und drehen um. Das wiederholen sie mit immer mehr Anlauf, bis einer aufgibt. Echte Kämpfe sind selten.

Feinde: Zu den Feinden der Dikdiks gehören Leoparden, Geparden, Hyänen, Karakale, Schakale, Paviane, Adler und Pythons. Dikdiks sehen sehr gut und sind wachsam. Bei Gefahr ducken sie sich flach ins Gebüsch oder flüchten mit bis zu 42 Kilometern pro Stunde. Günther-Dikdiks reagieren auf verschiedene Feinde unterschiedlich: Bei einem Leoparden pfeifen sie, eine Hyäne beobachten sie meist nur.

Treue Paare: die Paarbindung der Dikdiks

Dikdiks leben monogam: Männchen und Weibchen bilden ein festes Paar. Beim Kirk-Dikdik haben Forschende genau untersucht, wie treu die Partner wirklich sind:

  • Wirklich treu: Mit Erbgut-Tests prüften Forschende die Väter von zwölf Jungtieren. In allen Fällen war der Partner der Mutter auch der Vater.
  • Immer in der Nähe: Das ganze Jahr über hält sich das Männchen in der Nähe seines Weibchens auf und richtet sich nach ihrem Tagesablauf. Etwa 64 Prozent seiner Zeit verbringt es direkt bei ihr.
  • Duft überdecken: Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, bewacht das Männchen es besonders genau. Jede Duftmarke des Weibchens überdeckt er mit seiner eigenen. So merken andere Männchen weniger, dass hier ein Weibchen ist.
  • Ohne Vaterhilfe: Eine weitere Studie fand keinen Hinweis, dass das Männchen sein Weibchen oder die Jungen vor Feinden schützt oder Futter für sie verteidigt. Es war der erste eindeutige Nachweis, dass es bei einem monogamen Säugetier keine Brutpflege durch den Vater gibt.

Männchen versuchen trotzdem manchmal, sich mit fremden Weibchen zu paaren, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Dass es trotzdem keine fremden Väter gab, erklären die Forschenden vor allem mit dem Verhalten der Weibchen: Sie gehen fremden Männchen offenbar aus dem Weg. Die Forschenden vermuten, dass eine Paarung mit einem fremden Männchen einen gefährlichen Kampf auslösen würde.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Ein Dikdik-Weibchen bekommt zweimal im Jahr ein einzelnes Jungtier. Beim Kirk-Dikdik liegen die Geburten vor allem im November und Dezember sowie im April und Mai, also zu Beginn und am Ende der Regenzeit.

  • Tragzeit: etwa 169 bis 174 Tage beim Kirk-Dikdik, 170 bis 180 Tage beim Günther-Dikdik
  • Besondere Geburt: Anders als bei fast allen anderen Wiederkäuern liegen die Vorderbeine bei der Geburt nach hinten an den Körper angelegt.
  • Geburtsgewicht: Weibchen 560 bis 680 Gramm, Männchen 725 bis 795 Gramm
  • Versteckt: In den ersten zwei bis drei Wochen liegt das Junge gut verborgen im Gebüsch. Dass die Mutter die Nachgeburt frisst, hilft dabei, das Junge verborgen zu halten.
  • Futter: Schon nach etwa einer Woche frisst das Junge feste Nahrung, gesäugt wird es drei bis vier Monate lang.
  • Erwachsen: Mit etwa sieben bis acht Monaten hat es seine volle Größe. Weibchen werden beim Kirk-Dikdik mit etwa sechs Monaten geschlechtsreif, Männchen mit rund zwölf Monaten.

Raus aus dem Revier: Mit etwa sieben Monaten müssen die Jungen das Revier verlassen. Die Mutter vertreibt ihre Töchter, der Vater seine Söhne. Ein junges Männchen wirft sich anfangs vor dem Vater zu Boden und zeigt ihm seinen Hals. Damit darf es noch eine Weile bleiben, muss dann aber gehen.

Nur etwa die Hälfte der Jungen überlebt. In Menschenobhut können Dikdiks gut 17 Jahre alt werden.

Gefährdung

In ihren Einstufungen von 2016 führt die Rote Liste der IUCN Kirk-, Günther- und Eritrea-Dikdik als nicht gefährdet (LC). Über das Silberdikdik weiß man zu wenig für eine Einstufung (DD).

In manchen Gegenden werden Dikdiks stark gejagt, vor allem wegen ihres Fells, aus dem Handschuhe hergestellt werden. Beim Günther-Dikdik wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Hunderttausende Felle exportiert. Jäger mögen Dikdiks oft nicht, weil ihre Warnrufe größeres Wild aufscheuchen. Andererseits profitieren Dikdiks manchmal vom Menschen: Wo Wald durch Brandrodung zerstört wird, wächst niedriges Gebüsch nach, das ihnen Futter und Verstecke bietet. Vom Günther-Dikdik gibt es nach Angaben des Animal Diversity Web über 100.000 Tiere.

Häufige Fragen zu Dikdiks

Wie groß wird ein Dikdik?

Ein Dikdik ist an der Schulter nur 30 bis 40 Zentimeter hoch und von Kopf bis Rumpf etwa 52 bis 67 Zentimeter lang. Ein Kirk-Dikdik wiegt 3 bis 6 Kilogramm, ein Günther-Dikdik 3 bis 5 Kilogramm.

Warum heißt das Dikdik so?

Der Name kommt von seinem Warnruf. Flüchtet ein Dikdik, ruft es „zik-zik“ oder „dik-dik“.

Was fressen Dikdiks?

Vor allem Blätter, Stängel, Blüten und Früchte von Sträuchern und Bäumen. Gras fressen sie nur wenig. Trinken müssen sie oft monatelang nicht, weil sie genug Wasser aus Pflanzen und Tau bekommen.

Bleiben Dikdiks ein Leben lang zusammen?

Dikdiks leben in festen Paaren mit eigenem Revier. Beim Kirk-Dikdik zeigten Erbgut-Tests, dass alle untersuchten Jungtiere vom Partner der Mutter stammten. Stirbt ein Partner, kann ein neues Tier seinen Platz einnehmen.

Warum haben Dikdiks schwarze Flecken vor den Augen?

Dort sitzen Duftdrüsen. Mit ihrem Sekret markieren Dikdiks ihr Revier, zum Beispiel an Pflanzenstängeln. Beim Günther-Dikdik sind diese Voraugendrüsen schwarz.

Wozu hat das Dikdik eine so lange Nase?

Die rüsselartige Nase hilft vermutlich, den Körper zu kühlen. Beim Atmen verdunstet in der Nase Feuchtigkeit, und das kühlt das Blut.

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Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Dikdiks
52 bis 67 cm

Eine Dikdiks erreicht eine Körpergröße von 52 bis 67 cm. Damit passt sie bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Die Dikdiks ist etwa 3-mal so groß wie ein Fußball.

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🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Dikdiks
3 bis 6 kg

Eine Dikdiks bringt 3 bis 6 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Die Dikdiks wiegt so viel wie etwa 10 Fußbälle.