Elch
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Kurz erklärt
Der Elch ist die größte Hirschart der Welt. Bullen werden bis zu 3,1 m lang, über 2 m hoch an der Schulter und bis zu 771 kg schwer. Nur die Männchen tragen ein Schaufelgeweih, das jedes Jahr neu wächst. Elche leben in den Wäldern des Nordens und fressen täglich rund 20 kg Blätter, Triebe und Wasserpflanzen.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Alces alces |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 2,3 bis 3,1 m |
| Körpergewicht | 270 bis 771 kg |
| Ernährung | Pflanzenfresser: Blätter, Triebe, Rinde und Wasserpflanzen |
| Lebenserwartung | Meist 8 bis 15 Jahre, im Ausnahmefall 22 Jahre |
| Sozialverhalten | Einzelgänger, nur zur Brunft in Gruppen |
| Herkunft | Nördliche Wälder Eurasiens und Nordamerikas |
| Verbreitung | Skandinavien, Baltikum, Polen, Russland, Sibirien, Nordchina, Alaska und Kanada bis in die Rocky Mountains AsienEuropaNordamerika |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2016) |
| Sonstiges | Länge und Gewicht gelten für die ganze Art. Bullen wiegen 360 bis 600 kg, Kühe 270 bis 400 kg. Die größte Unterart, der Alaska-Elch, erreicht 771 kg. |
Aussehen und Körperbau
Der Elch ist der größte lebende Vertreter der Hirsche. Auf langen, dünnen Beinen sitzt ein massiger Rumpf, dazu kommen ein kurzer, dicker Hals und eine hohe Schulter, die wie ein Buckel wirkt. Ein ausgewachsener Elch wird 2,3 bis 3,1 m lang und an der Schulter bis zu 2,3 m hoch. Damit schaut er einem erwachsenen Menschen deutlich über den Kopf.
Gewicht: Bullen wiegen nach Angaben des Animal Diversity Web der University of Michigan 360 bis 600 kg, Kühe 270 bis 400 kg. Männchen sind also mehr als 40 Prozent schwerer als Weibchen. Die größte Unterart ist der Alaska-Elch (Alces alces gigas): Für ihn liegen Höchstgewichte von 771 kg beim Bullen und 573 kg bei der Kuh vor.
Kopf: Der Kopf ist groß, die Augen sind klein, die Ohren breit und spitz. Auffällig ist die lange, überhängende Oberlippe. Unter der Kehle hängt ein Hautlappen mit Fell, den Fachleute "Glocke" nennen. Im Oberkiefer fehlen Schneide- und Eckzähne. Blätter und Triebe klemmt der Elch deshalb zwischen die unteren Schneidezähne und eine harte Knochenplatte im Oberkiefer und reißt sie ab.
Fell: Es ist dunkel, schwarzbraun bis graubraun, an den Unterbeinen heller. Die einzelnen Haare sind 15 bis 25 cm lang und innen hohl. Diese Luftpolster wirken wie eine Isolierschicht und machen den Elch obendrein zu einem guten Schwimmer.
Das Schaufelgeweih
Nur Bullen tragen ein Geweih, und zwar das größte aller heute lebenden Säugetiere. Bei nordamerikanischen Elchen kann es bis zu 35 kg wiegen. Die größte gemessene Spannweite beträgt 2.048 mm, also gut zwei Meter.
Typisch ist die flache Schaufelform mit einer großen Hauptschaufel und einer nach vorn gerichteten Augschaufel. Bei europäischen Elchen (Alces alces alces) und beim Mandschurei-Elch kommt häufiger eine Stangenform ohne breite Schaufeln vor.
Das Geweih wächst jedes Frühjahr neu und wird im Winter abgeworfen. Am größten ist es bei Bullen im Alter von etwa vier bis acht Jahren. In der Brunft dient es als Signal und als Waffe: Gleich starke Bullen verhaken ihre Geweihe und schieben sich gegenseitig zurück.
Elch oder Wapiti? Ein Übersetzungsfehler
Hier lohnt ein genauer Blick, denn kaum ein Tiername sorgt für so viel Verwirrung. Die Art Alces alces heißt in Nordamerika moose. Das englische Wort elk bezeichnet dort dagegen eine ganz andere Hirschart: den Wapiti (Cervus canadensis), einen nahen Verwandten unseres Rothirschs. Das Animal Diversity Web weist ausdrücklich darauf hin, dass beide nicht verwechselt werden dürfen.
Wer also in einem amerikanischen Text "elk" liest und mit "Elch" übersetzt, macht daraus versehentlich ein anderes Tier. In Europa wird Alces alces im Englischen zwar "Eurasian elk" genannt, aber sobald es um Nordamerika geht, gilt: Elch = moose.
Woran erkennt man den Unterschied? Der Elch hat eine überhängende Nase, eine Kehlglocke und ein flaches Schaufelgeweih. Der Wapiti hat ein schmales Maul, einen hellen Spiegel am Hinterteil und ein Geweih mit langen, runden Stangen und Enden.
Verbreitung und Lebensraum
Elche leben rund um den Nordpol in den Nadel- und Mischwäldern der gemäßigten und kalten Zone, also in Europa, im Norden Asiens und in Nordamerika. In Eurasien reicht ihr Gebiet von Skandinavien und Polen über das Baltikum und Russland bis Sibirien und im Süden bis in die Ukraine, den Norden Kasachstans, der Mongolei und Chinas. In Nordamerika kommen sie in Alaska und Kanada vor und ziehen sich entlang der Rocky Mountains bis nach Utah und Colorado hinunter.
Am liebsten sind ihnen junge, nachwachsende Wälder mit vielen Lichtungen, dazu Sümpfe, Seen und Flussniederungen. Nach Waldbränden, Überschwemmungen oder Kahlschlägen schießen genau die Pflanzen nach, von denen sie sich ernähren. Die Ausbreitung der Elche in Skandinavien hängt direkt damit zusammen, dass alte Taiga vielerorts durch jungen Sekundärwald ersetzt wurde.
Die Grenzen ihres Lebensraums setzen Schnee und Hitze. Liegt über lange Zeit mehr als 70 cm Schnee, wird das Laufen und die Futtersuche zu anstrengend. Und weil Elche nicht schwitzen können und ihre Verdauung zusätzlich Wärme erzeugt, vertragen sie Temperaturen über 27 Grad nur kurz. Bei Hitze suchen sie Schatten oder stellen sich ins Wasser.
Und in Deutschland? In Mitteleuropa wurden Elche über Jahrhunderte gejagt und verschwanden fast überall. Die IUCN führt Deutschland heute wieder als Land mit Vorkommen, gleichzeitig ist die Art in Österreich ausgestorben. Bei den deutschen Beobachtungen handelt es sich in der Regel um einzelne Tiere, die aus Polen oder Tschechien einwandern.
Ernährung
Der englische Name "moose" geht auf ein Wort der Algonkin zurück, das ungefähr "Zweigfresser" bedeutet. Das trifft es genau: Im Winter frisst der Elch Zweige und Triebspitzen von Bäumen und Sträuchern, im Sommer Blätter, frische Triebe und Wasserpflanzen.
Weiden sind fast überall die Lieblingsnahrung. Im Inneren Alaskas machten sie im Winter 94 Prozent der gefressenen Pflanzenmasse aus. In Polen bestanden 87 Prozent der Nahrung aus Bäumen und Sträuchern, allein 52 Prozent aus Waldkiefer. Insgesamt wurden in Nordamerika 221 und in Russland 355 Pflanzenarten auf dem Speiseplan nachgewiesen, wirklich wichtig sind aber nur wenige davon. Ein erwachsener Elch braucht etwa 20 kg Futter pro Tag.
Im Sommer taucht der Elch regelmäßig nach Wasserpflanzen. Sie sind leicht verdaulich und liefern Mineralstoffe, vor allem Natrium. Aus demselben Grund suchen Elche in Kanada und Alaska im Frühsommer Salzlecken auf.
Verhalten und Lebensweise
Elche sind die ungeselligsten aller Hirsche. Außerhalb der Brunft leben sie einzeln, Reviere verteidigen sie nicht. Männchen und Weibchen halten sich meist in getrennten Gebieten auf. Kühe mit Kalb ziehen sich besonders weit zurück, damit Raubtiere sie nicht so leicht entdecken.
Am aktivsten sind Elche in der Dämmerung, morgens und abends. Trotz ihrer plumpen Erscheinung bewegen sie sich erstaunlich leise durch dichten Wald. Gemessen wurden Spitzengeschwindigkeiten von 56 km/h; über längere Strecken laufen sie etwa 9,6 km/h. Sie schwimmen bis zu 20 km weit und erreichen dabei 9,5 km/h. Das Streifgebiet eines Elchs ist 3,6 bis über 90 km² groß. Manche Bestände wandern zwischen Sommer- und Wintergebieten hin und her, in Nordamerika bis zu 179 km, in Nordosteuropa bis zu 300 km.
Elche sind nicht besonders laut. Die meisten Rufe fallen in die Brunft: Kühe stoßen einen langgezogenen, zitternden Klagelaut aus, der bis zu 3,2 km weit zu hören ist. Bullen grunzen. Sehen können Elche schlecht, dafür hören sie ausgezeichnet und riechen hervorragend. Ihre großen Ohren lassen sich unabhängig voneinander drehen.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Die Brunft fällt in den September und Oktober. Je nach Region gibt es zwei Muster: Tundra-Elche in Alaska sammeln Harems aus mehreren Kühen, die der stärkste Bulle gegen Rivalen verteidigt. Taiga-Elche bilden dagegen kurzlebige Paare; ein Bulle bleibt bei einer Kuh, bis er sie gedeckt hat, und sucht dann die nächste.
Die Tragzeit dauert durchschnittlich 231 Tage, also rund siebeneinhalb Monate. Im Frühjahr sucht die Kuh einen abgelegenen Platz und bringt meist ein Kalb zur Welt, bei gutem Futterangebot auch Zwillinge. Ein Neugeborenes wiegt im Mittel 16,2 kg und nimmt während der Säugezeit etwa 1 kg pro Tag zu. Schon nach drei Wochen frisst es die ersten Pflanzen und folgt der Mutter. Mit fünf Monaten ist es entwöhnt, bleibt aber rund ein Jahr bei ihr, bis das nächste Kalb geboren wird.
Geschlechtsreif sind Elche mit etwa zwei Jahren, ausgewachsen erst mit vier oder fünf. Ab diesem Alter tragen Bullen ihr größtes Geweih.
Feinde und Gefährdung
Die wichtigsten natürlichen Feinde sind Wolf, Braunbär, Schwarzbär und in Teilen Nordamerikas der Puma. Am gefährdetsten sind Kälber: Rund die Hälfte oder mehr stirbt in den ersten sechs Lebenswochen. Wer das Erwachsenenalter erreicht, hat gute Überlebenschancen; bei Elchkühen liegt die jährliche Überlebensrate bei rund 95 Prozent.
Die IUCN führt den Elch seit der Einstufung von 2016 als nicht gefährdet (LC). Die Art ist in fast allen Ländern ihres Verbreitungsgebiets häufig. In Europa leben mindestens 440.000 Tiere, davon rund 340.000 in Schweden und mindestens 110.000 in Finnland. Für Nordamerika wird der Bestand auf etwa eine Million Tiere geschätzt. Etwa die Hälfte der europäischen Tiere wird jährlich bejagt, in Nordamerika waren es Ende der 1990er-Jahre rund 85.000 Tiere pro Jahr.
Probleme gibt es dennoch regional: Im Süden Kanadas hat die Umwandlung von Wald in Ackerland den Lebensraum stark verkleinert. Dort breiten sich Weißwedelhirsche aus, die Krankheiten auf Elche übertragen können. In Nova Scotia gilt der Elch seit 2003 als bedroht. In China ist die Art sehr selten.
Häufige Fragen zum Elch
Wie groß und wie schwer wird ein Elch?
Ein Elch wird 2,3 bis 3,1 m lang und an der Schulter bis zu 2,3 m hoch. Bullen wiegen 360 bis 600 kg, Kühe 270 bis 400 kg. Die schwersten Elche gehören zur Unterart Alaska-Elch: Für sie sind 771 kg beim Bullen belegt.
Warum heißt der Elch in Nordamerika nicht "elk"?
Weil "elk" dort eine andere Art bezeichnet, nämlich den Wapiti (Cervus canadensis). Der Elch heißt in Nordamerika moose. Übersetzt man "elk" aus einem amerikanischen Text mit "Elch", wird daraus ein falsches Tier.
Was frisst ein Elch?
Blätter, Triebspitzen, Zweige und Rinde, im Sommer zusätzlich Wasserpflanzen. Weiden sind fast überall die Lieblingsnahrung. Ein erwachsenes Tier frisst rund 20 kg am Tag.
Wie schwer ist ein Elchgeweih?
Bei nordamerikanischen Elchen bis zu 35 kg. Es ist das größte Geweih aller heute lebenden Säugetiere. Die breiteste gemessene Spannweite liegt bei 2.048 mm. Getragen wird es nur von den Bullen, und zwar jedes Jahr neu.
Gibt es Elche in Deutschland?
Es gibt keine feste Population, aber immer wieder einzelne Tiere. Die IUCN listet Deutschland als Land mit Vorkommen. Diese Elche wandern in der Regel aus Polen oder Tschechien ein. In Österreich gilt die Art als ausgestorben.
Wie alt wird ein Elch?
Die meisten Elche werden 8 bis 15 Jahre alt, ein Höchstalter von 22 Jahren ist für eine Kuh dokumentiert. Ab etwa acht Jahren machen sich Gelenk- und Zahnprobleme bemerkbar.
Ist der Elch gefährdet?
Nein. Die IUCN stuft ihn seit 2016 als nicht gefährdet (LC) ein. Allein in Europa leben mindestens 440.000 Elche, in Nordamerika etwa eine Million.
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Quellen
Größenvergleich
Ein Elch erreicht eine Körpergröße von 2,3 bis 3,1 m. Damit passt er bequem zwischen einen Erwachsenen (1,8 m) und einen Elefanten (3,5 m) auf unserer Vergleichsskala.
Gewichtsvergleich
Ein Elch bringt 270 bis 771 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Erwachsener (75 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Der Elch wiegt so viel wie etwa 7 Erwachsene.