Ente

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Stockentenpaar, braun gesprenkeltes Weibchen und Erpel mit grün schimmerndem Kopf, steht auf Steinen am Flussufer
Richard Bartz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5

Kurz erklärt

Enten sind Wasservögel mit breitem Schnabel und Schwimmhäuten an den Füßen. Sie gehören wie Gänse und Schwäne zur Familie der Entenvögel, doch bei Enten sehen Männchen und Weibchen meist verschieden aus. Am bekanntesten ist bei uns die Stockente, die Stammform unserer Hausenten. Schwimmenten stecken zum Fressen meist nur den Kopf unter Wasser, Tauchenten tauchen ganz ab.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameAnatidae
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Entenvögel (Anatidae)
  • Unterfamilie: Enten (Anatinae)
KörpergrößeJe nach Art verschieden; Stockente 50 bis 60 cm, Flügelspannweite 81 bis 95 cm. Die ganze Familie der Entenvögel reicht von 30 bis 180 cm
KörpergewichtStockente im Mittel etwa 1.210 g (meist 950 bis 1.510 g); Entenvögel insgesamt 230 g bis 22,5 kg
ErnährungVor allem Pflanzen: Samen, Wurzeln, Stängel, Blätter und Blüten von Wasserpflanzen, dazu kleine Wassertiere; die Stockente ist Allesfresser und frisst auch Beeren, Insekten, Schnecken, Würmer und kleine Fische
LebenserwartungEnten, die das erste Jahr überleben, werden in freier Wildbahn oft nur ein bis zwei Jahre älter; Stockenten im Brutalter leben im Schnitt noch etwa 3 Jahre; älteste beringte Stockente in Großbritannien: 20 Jahre und 5 Monate (BTO, 1986)
SozialverhaltenMeist Saisonehe; außerhalb der Brutzeit oft in Schwärmen von wenigen bis zu mehreren Hunderttausend Tieren
Verbreitung Seen, Teiche, Bäche, Flüsse, Sümpfe und teils das Meer auf allen Kontinenten außer der Antarktis; in Deutschland sehr häufig: die Stockente mit 175.000 bis 320.000 Brutpaaren AfrikaAsienEuropaNordamerikaSüdamerikaAustralien
SonstigesGruppenseite: Die Rote Liste der IUCN bewertet jede Entenart einzeln. Die Stockente ist in Deutschland nicht gefährdet.

Was ist eine Ente?

Enten sind Wasservögel mit breitem Schnabel und Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Sie gehören zur Familie der Entenvögel (Anatidae) in der Ordnung der Gänsevögel. Zur selben Familie gehören auch die Gänse und Schwäne.

„Ente“ ist also keine einzelne Tierart, sondern ein Sammelname für viele Arten. In der Systematik fasst man die Enten in der Unterfamilie Anatinae zusammen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Schwimmenten oder Gründelenten (Gattung Anas und Verwandte) wie die Stockente
  • Tauchenten (Gattung Aythya) wie die Reiherente, die Tafelente und die Veilchenente (Aythya affinis)
  • Eiderenten (Gattung Somateria)
  • Säger (Gattung Mergus)
  • die Brandgans (Tadorna tadorna)

Die Brandgans zeigt: Der Name eines Vogels verrät nicht immer, wohin er gehört. Obwohl sie „Gans“ heißt, stellt das Spektrum Lexikon der Biologie sie zu den Enten.

Ente, Gans oder Schwan?

Alle drei gehören zur Familie der Entenvögel. Die ganze Familie umfasst Vögel von 30 bis 180 cm Länge und von 230 g bis 22,5 kg Gewicht. Schwäne und Gänse bilden innerhalb der Familie eine eigene Gruppe, die Enten eine andere. Einige Unterschiede:

MerkmalEntenGänse und Schwäne
Gefieder von Männchen und Weibchenmeist verschieden, Männchen oft buntmeist gleich
Geschlechtsreif mit1 bis 2 Jahrenmanche erst mit 5 Jahren
Weitere Lebenserwartung nach dem ersten Lebensjahr (freie Wildbahn)oft nur 1 bis 2 Jahre4 Jahre und mehr

Aussehen und Körperbau

Enten sind an das Leben auf dem Wasser angepasst:

  • Schnabel: Er ist breit. Bei vielen Arten sitzen innen am Schnabelrand feine Hornleisten (Lamellen), mit denen die Ente Nahrung aus dem Wasser seiht.
  • Beine und Füße: Die Beine sitzen weit hinten am Körper. Die drei vorderen Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden, die hintere Zehe ist klein oder fehlt.
  • Gefieder: Mit dem Schnabel verteilen Enten Öl aus der Bürzeldrüse über ihr Gefieder und machen es so wasserdicht. Die Gefiederpflege nimmt viel Zeit in Anspruch.
  • Flügelspiegel: Viele Entenarten haben auf den Flügeln einen schillernden Farbfleck, den Spiegel. Er kann metallisch grün, bronzefarben oder blau glänzen.

Prachtkleid und Schlichtkleid: Bei Enten sehen Männchen und Weibchen meist verschieden aus. Die Männchen, die Erpel, sind oft auffälliger gefärbt. In ihrem unauffälligen Schlichtkleid ähneln die Erpel aber den Weibchen und Jungvögeln. Bei der Stockente wirkt es deshalb im Sommer und Herbst so, als gäbe es nur Weibchen.

Schwimmenten und Tauchenten

Die beiden bekanntesten Gruppen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie ihr Futter suchen.

Schwimmenten (Gründelenten): Sie suchen ihre Nahrung im flachen Wasser. Dabei tauchen sie meist nur mit dem Kopf unter. Dieses Verhalten heißt Gründeln. Zur Gruppe der Gründelenten (Anatini) zählen etwa 40 Arten, darunter die Stockente.

Tauchenten: Sie haben einen kurzen Hals und tauchen ganz unter, um nach Futter zu suchen. Wenn sie schwimmen, erkennt man sie an der abfallenden Rückenlinie. Zur Gruppe der Tauchenten (Aythyini) zählen etwa 15 Arten, darunter die Reiherente und die Tafelente, die oft gemeinsam rasten:

  • Reiherente: Das Männchen ist schwarz-weiß und trägt am Hinterkopf einen Federschopf, beim braunen Weibchen ist er nur angedeutet. Beim Tauchen erbeutet die Reiherente überwiegend Tiere. Den Winter verbringt sie auf eisfreien Gewässern zwischen Südskandinavien und Nordafrika, in großer Zahl auch auf Stauseen.
  • Tafelente: Das Männchen hat einen kastanienbraunen Kopf, eine graue Oberseite und ein schwarzes Vorder- und Hinterende. Das Weibchen ist blasser gefärbt.

Bei den Tauchenten brütet das Weibchen allein.

Eiderenten und Säger: Sie gehören zu einer weiteren Gruppe (Mergini) mit rund 18 Arten.

Die Stockente: unsere bekannteste Ente

Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist die Ente, die fast jedes Kind vom Teich im Park kennt. Sie ist die am weitesten verbreitete Gründelente der Welt. Früher hieß sie Wildente. Ihren heutigen Namen hat sie nach Angaben des NABU, weil sie ihre Nester gern „auf auf den Stock gesetzten Weiden, Knicks und Röhrichten“ baut.

Steckbrief Stockente:

  • Größe: 50 bis 60 cm, Flügelspannweite 81 bis 95 cm
  • Gewicht: im Mittel etwa 1.210 g, meist zwischen 950 und 1.510 g; Erpel sind etwas schwerer als Weibchen
  • Erpel im Prachtkleid: grün schimmernder Kopf, weißer Halsring, dunkelbraune Brust, grauer Körper, gelber Schnabel, orange Beine
  • Weibchen: beigebraun mit brauner Musterung und orange-grauem Schnabel
  • Beide: blauer Flügelspiegel
  • Stimme: Das bekannte laute Quaken stammt vom Weibchen. Der Erpel ruft gedämpft „rääb“ und pfeift in der Balz kurz „piu“.
  • Bestand in Deutschland: 175.000 bis 320.000 Brutpaare, nicht gefährdet

Teilzieher: Viele Stockenten bleiben das ganze Jahr bei uns. Stockenten aus dem Norden weichen im Winter vor Eis und Schnee in mildere Gegenden aus, auch nach Mitteleuropa.

Verbreitung und Lebensraum

Entenvögel leben auf allen Kontinenten außer der Antarktis. Sie bewohnen Seen, Teiche, Bäche, Flüsse und Sümpfe. Manche Arten leben außerhalb der Brutzeit auf dem Meer.

Die Stockente ist besonders anpassungsfähig. Man findet sie an fast jedem Gewässer: an Seen, Teichen und Flüssen, in Parks und an der Küste. Sie besiedelt auch Feuchtgebiete, Felder und Siedlungen. Manche Weibchen brüten sogar in Blumenkästen auf Balkonen. Feuerwehr oder Naturschützer bringen Mutter und Küken nach dem Schlüpfen dann zum nächsten Teich.

Ernährung

Die meisten Entenvögel fressen vor allem Pflanzen: Samen, Wurzeln, Stängel, Blätter und Blüten von Wasserpflanzen. Viele fressen außerdem kleine Wassertiere, einige Arten filtern sogar Plankton oder Algen aus dem Wasser.

Die Stockente ist ein echter Allesfresser. Sie frisst Pflanzen von Ufer und Land, Wasserpflanzen, Samen, Beeren und Früchte. Dazu kommen Insekten, Schnecken, Würmer, Laich, Larven, Frösche und sogar kleine Fische.

Bitte kein Brot! Der NABU rät, Enten niemals mit Brot zu füttern. Salz, Konservierungsstoffe und Ähnliches schaden den Tieren und dem Gewässer. Wer füttern möchte, sollte spezielles Entenfutter, Getreidekörner oder Haferflocken an Land verstreuen.

Verhalten und Lebensweise

Schwärme: Viele Entenvögel sind Zugvögel. Vor allem außerhalb der Brutzeit bilden sie Schwärme, manchmal aus mehreren Arten. Solche Gruppen können wenige Tiere, aber auch mehrere Hunderttausend umfassen. Vermutlich schützt die Gruppe vor Feinden und hilft, gute Futterplätze zu finden.

Schlafen: Auf dem Wasser steckt eine schlafende Ente den Schnabel unter den Flügel. An Land stehen Enten oft auf einem Bein.

Tag und Nacht: Manche Arten suchen nachts nach Futter oder balzen in der Dunkelheit und ruhen dafür am Tag.

Paare: Die meisten Entenvögel leben in einer Saisonehe, also für eine Brutzeit zusammen. Bei manchen Arten wechseln die Partner jedes Jahr, bei anderen bleiben sie mehrere Jahre zusammen. Die Paare finden sich oft schon außerhalb der Brutzeit. Zur Balz gehören Kopf- und Flügelbewegungen, Rufe und besondere Schwimmbewegungen. Bei Stockenten bedrängen oft mehrere Erpel ein Weibchen, bis es flüchtet.

Feinde: Zu den Feinden der Entenvögel gehören Füchse, Waschbären, Dachse, Wiesel und Nerze, außerdem Krähen, Elstern, Raubmöwen und Eulen. Auch der Mensch jagt Enten.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Bei fast allen Entenvögeln paaren sich die Partner auf dem Wasser. Das Weibchen baut das Nest, das Männchen verteidigt das Revier und bewacht das Weibchen. Die Nester sind sehr verschieden: einfache Mulden am Boden, Haufen aus Pflanzen an Land oder auf dem Wasser oder Höhlen in Bäumen. Als Nistmaterial dienen Pflanzen und Federn. Manche Weibchen decken die Eier mit Daunen zu, wenn sie das Nest verlassen.

Allgemein bei Entenvögeln:

  • Gelege: 4 bis 13 Eier, jeden Tag ein Ei
  • Brutdauer: 22 bis 40 Tage, je nach Art; meist brütet nur das Weibchen
  • Schlüpfen: Schon einige Tage vor dem Schlüpfen rufen die Küken im Ei. Alle Küken eines Geleges schlüpfen innerhalb von 24 Stunden.
  • Nestflüchter: Die Küken haben schon Daunen und offene Augen. Nach wenigen Stunden können sie laufen und schwimmen und suchen ihr Futter selbst.
  • Flügge: nach 5 bis 10 Wochen

Bei der Stockente: Sie brütet einmal im Jahr. Das Weibchen legt meist 11 bis 14 Eier, beobachtet wurden 6 bis 18. Es brütet allein 27 bis 28 Tage. Nach 50 bis 60 Tagen können die Jungen fliegen. Oft sieht man schon im April die ersten Küken mit ihrer Mutter auf dem Wasser.

Wie alt werden Enten? Das Leben einer Ente ist gefährlich. Nach Daten des britischen Vogelforschungsinstituts BTO lebt eine Stockente, die das Brutalter erreicht hat, im Schnitt noch etwa 3 Jahre. Die älteste beringte Stockente in Großbritannien wurde 20 Jahre, 5 Monate und 17 Tage alt. Dieser Rekord stammt aus dem Jahr 1986.

Hausenten

Die Stockente ist die Stammform unserer Hausentenrassen.

In Großbritannien sind nach Angaben des BTO Stockenten, die von Hausenten abstammen und weder wie wilde Stockenten aussehen noch sich so verhalten, sehr häufig. Außerdem werden dort in manchen Gegenden sehr viele Stockenten für die Jagd ausgesetzt. Eine Studie in Mittelfrankreich schätzte, dass zu Beginn der Brutzeit mindestens 34 % der Stockenten in der Region aus Zuchten stammten. Fachleute sehen darin eine mögliche Gefahr: Wenn sich Hausenten mit wilden Stockenten paaren, kann die reine Wildform verloren gehen.

Gefährdung und Schutz

Ob eine Ente gefährdet ist, hängt von der Art ab. Die Rote Liste der IUCN bewertet jede Art einzeln. Die Stockente ist in Deutschland nicht gefährdet. Andere Arten sind selten geworden oder schon ausgestorben: Das Animal Diversity Web nennt (Stand 2003) fünf ausgestorbene Entenvögel, darunter die Labradorente (Camptorhynchus labradorius).

Was Enten hilft, zeigt das Beispiel Stockente: Das BTO empfiehlt, Feuchtgebiete zu erhalten und neu anzulegen, auf gute Wasserqualität zu achten und Brutplätze wie kleine Inseln zu schaffen. Außerdem nennt es verschlucktes Bleischrot aus der Jagd als mögliche Ursache für Rückgänge bei Wasservögeln.

Häufige Fragen zur Ente

Was ist der Unterschied zwischen Ente und Gans?

Beide gehören zur Familie der Entenvögel, bilden darin aber verschiedene Gruppen. Bei Enten sehen Männchen und Weibchen meist verschieden aus, bei Gänsen meist gleich. Enten sind schon mit 1 bis 2 Jahren erwachsen, manche Gänse und Schwäne erst mit 5 Jahren.

Wie heißt die männliche Ente?

Die männliche Ente heißt Erpel. Bei der Stockente hat der Erpel im Prachtkleid einen grün schimmernden Kopf und einen weißen Halsring. Das Weibchen ist braun gemustert.

Was fressen Enten?

Die meisten Enten fressen Wasserpflanzen, Samen und kleine Wassertiere. Die Stockente frisst außerdem Beeren, Insekten, Schnecken, Würmer und sogar kleine Fische. Tauchenten holen sich ihr Futter beim Tauchen.

Darf man Enten mit Brot füttern?

Nein. Brot enthält Salz und Konservierungsstoffe, die Enten und dem Gewässer schaden. Wenn überhaupt, eignen sich spezielles Entenfutter, Getreidekörner oder Haferflocken, die man an Land verstreut.

Wie viele Eier legt eine Ente?

Eine Stockente legt meist 11 bis 14 Eier und brütet sie 27 bis 28 Tage lang allein aus. Bei anderen Entenvögeln sind es je nach Art 4 bis 13 Eier.

Warum gründeln Enten?

Schwimmenten wie die Stockente suchen ihr Futter im flachen Wasser. Statt ganz abzutauchen, stecken sie meist nur den Kopf unter Wasser. So erreichen sie Pflanzen und Kleintiere im seichten Wasser.

Ähnliche Tiere

  • Gans - gehört ebenfalls zu den Entenvögeln
  • Schwan - bildet mit den Gänsen eine eigene Gruppe der Entenvögel
  • Löffelente - Entenart mit auffällig breitem Schnabel
  • Veilchenente - Tauchente aus Nordamerika
  • Blässhuhn - schwarzer Wasservogel, der oft mit Enten verwechselt wird, aber zu den Rallen gehört
  • Eistaucher - taucht nach Fischen, gehört aber zu den Seetauchern

Quellen