Eselspinguin

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Eselspinguin mit weißem Fleck über dem Auge, orangerotem Schnabel und orangen Füßen steht auf dunklem Kiesstrand vor bläulichem Eis
Godot13 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Der Eselspinguin ist ein etwa 80 Zentimeter großer Pinguin mit leuchtend orangem Schnabel und einem weißen Fleck über jedem Auge. Er lebt auf der Antarktischen Halbinsel und auf Inseln rund um die Antarktis. Unter Wasser erreicht er bis zu 36 Kilometer pro Stunde, so schnell wie kein anderer gemessener Pinguin. Sein Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NamePygoscelis papua
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
  • Familie: Pinguine (Spheniscidae)
  • Gattung: Pygoscelis
  • Art: Eselspinguin
Körpergröße80 cm
Körpergewicht5 bis 8 kg
ErnährungFleischfresser: Krill und andere Krebstiere, kleine Fische und Tintenfische
LebenserwartungUnbekannt
SozialverhaltenBrütet in Kolonien mit 2 bis 12.000 Paaren; bleibt meist das ganze Jahr in der Nähe der Brutplätze
HerkunftAntarktis und subantarktische Inseln
Verbreitung Rund um die Antarktis zwischen etwa 46 und 65 Grad südlicher Breite: Antarktische Halbinsel und zahlreiche subantarktische Inseln, darunter Falklandinseln, Südgeorgien, Kerguelen und Macquarieinsel SüdamerikaAntarktisMeer
Entdeckung1781 von J. R. Forster beschrieben
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2020)
SonstigesSchnellster gemessener Unterwasserschwimmer unter den Pinguinen (bis 36 km/h). 2020 schlugen Forschende vor, den Eselspinguin in vier Arten aufzuteilen.

Der Eselspinguin im Überblick

Der Eselspinguin (Pygoscelis papua) ist ein großer Pinguin aus der Antarktis und von den Inseln rings um den Südpol. Er gilt als drittgrößte Pinguinart und ist der größte der drei Pinguine der Gattung Pygoscelis. Seine nächsten Verwandten sind die beiden anderen Arten dieser Gattung, der Adeliepinguin und der Zügelpinguin.

Drei Dinge machen den Eselspinguin besonders:

  • Rekord-Schwimmer: Unter Wasser erreicht er bis zu 36 Kilometer pro Stunde. Das ist die höchste Geschwindigkeit, die bei einem Pinguin gemessen wurde.
  • Ein Gewinner: Der weltweite Bestand des Eselspinguins ist in den letzten 40 Jahren stark gewachsen.
  • Vielleicht vier Arten: Forschende haben 2020 vorgeschlagen, den Eselspinguin in vier verschiedene Arten aufzuteilen.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Ein Eselspinguin ist etwa 80 Zentimeter groß. Er wiegt meist 5 bis 8 Kilogramm. Männchen sind etwas größer als Weibchen, doch der Unterschied ist von außen kaum zu sehen. Die Eselspinguine im Süden des Verbreitungsgebiets sind kleiner als die auf den nördlicheren Inseln.

Gefieder: Kopf, Hals und Rücken sind dunkelgrau bis schwarz, der Bauch ist weiß. Typisch ist ein weißes Dreieck über jedem Auge. Die beiden Flecken sind durch ein schmales weißes Band über den Hinterkopf verbunden. Auf dem übrigen dunklen Kopf sitzen nur vereinzelt weiße Federn.

Schnabel und Füße: Der Schnabel ist leuchtend orange mit schwarzer Spitze, die Füße sind orange bis rosa. Kein anderer Pinguin hat einen so orangefarbenen Schnabel und gleichzeitig weiße Federn über dem Auge. So lässt sich der Eselspinguin leicht erkennen.

Langer Schwanz: Der Schwanz ist für einen Pinguin recht lang. Beim Laufen schwingt er hin und her.

Verbreitung und Lebensraum

Eselspinguine leben rund um die Antarktis, etwa zwischen dem 46. und dem 65. Grad südlicher Breite. Sie brüten auf der Antarktischen Halbinsel und auf vielen Inselgruppen, zum Beispiel den Falklandinseln, Südgeorgien, den Südlichen Sandwichinseln, den Südlichen Orkneyinseln, den Prinz-Edward-Inseln, den Crozetinseln, den Kerguelen, der Heard-Insel und der Macquarieinsel. Große Bestände gibt es auf den Falklandinseln und auf der Antarktischen Halbinsel.

Standorttreu: Viele Eselspinguine bleiben das ganze Jahr über in der Nähe ihrer Brutplätze. Meist suchen sie ihr Futter nicht weit von der Küste entfernt. Wo sie sich im offenen Meer aufhalten, ist wenig erforscht. Einzelne Eselspinguine verirren sich sehr weit: In Neuseeland wurden sie bisher sechsmal auf dem Festland gesichtet.

Brutplätze: Die Kolonien liegen an der Küste oder auch weit im Landesinneren. Je nach Gegend sehen die Brutplätze unterschiedlich aus. Auf Südgeorgien und den Falklandinseln brüten Eselspinguine auf flachen Stränden und zwischen Grasbüscheln (Tussockgras). Auf den Südlichen Shetlandinseln und der Antarktischen Halbinsel nutzen sie niedrige Kiesstrände und trockene Moränen. Die Kolonie liegt nicht jedes Jahr genau an derselben Stelle.

Der schnellste Pinguin

Der Eselspinguin hält einen besonderen Rekord: Unter Wasser kann er bis zu 36 Kilometer pro Stunde schnell schwimmen. Bei keinem anderen Pinguin wurde eine höhere Geschwindigkeit gemessen.

Tauchen: Eselspinguine jagen vor allem nahe der Wasseroberfläche. Sie können aber auch über 160 Meter tief tauchen. Zur Futtersuche entfernen sie sich meist nicht mehr als 20 Kilometer von ihrer Kolonie.

Ernährung

Eselspinguine sind Fleischfresser und nicht wählerisch. Sie fressen Krill und andere Krebstiere, kleine Fische und Tintenfische. Was genau auf dem Speiseplan steht, hängt von der Jahreszeit und vom Ort ab. Auch zwischen den Eselspinguinen verschiedener Inselgruppen unterscheidet sich der Anteil von Krebstieren, Fischen und Tintenfischen an der Nahrung.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Der Brutzyklus des Eselspinguins ist variabler als bei anderen Pinguinen.

  • Geschlechtsreife: Eselspinguine beginnen mit zwei bis vier Jahren zu brüten.
  • Kolonien: Eine Brutkolonie kann aus nur 2 Paaren oder aus bis zu 12.000 Paaren bestehen. Die Vögel verteidigen ihren Nistplatz energisch.
  • Eier: Das Weibchen legt zwei Eier. Die Eier werden zwischen Juni und November gelegt.
  • Brüten: Beide Eltern brüten abwechselnd. Nach 34 bis 37 Tagen schlüpfen die Küken.
  • Kindergarten: Mit etwa 26 Tagen schließen sich die Küken zu Gruppen zusammen, die man Krippen nennt.
  • Flügge werden: Im Süden des Verbreitungsgebiets sind die Jungen mit 62 bis 82 Tagen flügge, auf den nördlicheren Inseln erst mit 85 bis 117 Tagen.

Wie viele Junge eine Kolonie aufzieht und wie groß sie ist, kann von Jahr zu Jahr stark schwanken.

Stimme

In der Kolonie ist der Eselspinguin nicht zu überhören. Sein Hauptruf ist ein lautes, krähendes "ah, aha, aha, aha, eh", das er mit steil nach oben gerecktem Schnabel ausstößt. Auf See und beim Landen ruft er kurz "kau".

Feinde

An Land sind vor allem Eier und Küken in Gefahr. Raubmöwen fressen Eier. Junge Eselspinguine werden unter anderem von Scheidenschnäbeln, Karakaras (Falken), Dominikanermöwen, Riesensturmvögeln und verwilderten Katzen erbeutet. Ausgewachsene Eselspinguine jagt im Meer vor allem der Seeleopard. Manchmal walzen auch See-Elefanten auf ihrem Weg über die Insel die Nester platt.

Bestand und Gefährdung

Die Rote Liste der IUCN stuft den Eselspinguin in ihrer Einstufung von 2020 als nicht gefährdet (LC) ein. Weltweit brüten Schätzungen zufolge etwa 300.000 bis 387.000 Paare.

Mehr Pinguine im Süden: Einer Studie von 2020 zufolge hat sich der weltweite Bestand in den letzten 40 Jahren etwa versechsfacht. Die IUCN schätzt den weltweiten Bestand in ihrer Bewertung von 2020 vorsichtiger als insgesamt stabil ein. Sie weist darauf hin, dass die Brutbestände von Jahr zu Jahr stark schwanken. Rund um die Antarktische Halbinsel nehmen die Bestände vermutlich zu. Am Südrand des Verbreitungsgebiets sind neue Kolonien entstanden, die offenbar wachsen. Ein Grund dafür ist, dass das Meereis zurückgeht und dadurch neue Brutplätze frei werden.

Weniger Pinguine anderswo: Nicht überall geht es dem Eselspinguin so gut. In Port Lockroy, auf den Kerguelen und auf der Macquarieinsel nahmen die Bestände über Jahrzehnte um 1,4 bis 2,3 Prozent pro Jahr ab. Auf den Kerguelen ging die Zahl zwischen 1987 und 2004 um 30 Prozent zurück.

Menschen: Früher sammelten Menschen Eier von Eselspinguinen, besonders auf den Falklandinseln. Dort teilen sich die Pinguine ihre Brutplätze heute mit Schafen und Rindern, die Nester zertrampeln können.

Ein Pinguin oder vier Arten?

Bisher unterscheiden Fachleute beim Eselspinguin meist zwei Unterarten: den nördlichen Eselspinguin (Pygoscelis papua papua) auf den subantarktischen Inseln und den kleineren südlichen Eselspinguin (Pygoscelis papua ellsworthi) auf der Antarktischen Halbinsel und den Inseln davor.

Im Jahr 2020 untersuchte ein Forschungsteam das Erbgut und die Körpermaße von Eselspinguinen aus verschiedenen Gebieten. Das Ergebnis: Vier Populationen unterscheiden sich so deutlich, dass die Forschenden sie als eigene Arten ansehen.

Vorgeschlagene ArtGebiet
Pygoscelis papuaFalklandinseln
Pygoscelis ellsworthiSüdliche Shetlandinseln und westliche Antarktische Halbinsel
Pygoscelis taeniataKerguelen
Pygoscelis poncetiiSüdgeorgien (neu beschrieben)

Die Unterschiede liegen vor allem in der Größe: P. ellsworthi ist am kleinsten, die Eselspinguine der Falklandinseln sind am größten. Im Gefieder unterscheiden sich die vier Gruppen nicht. Dazu kommen Unterschiede bei den Brutplätzen und der Nahrung.

Der Vorschlag ist auch für den Schutz wichtig. Während die Bestände auf den Falklandinseln und im Süden stabil sind oder wachsen, gehen sie auf den Kerguelen zurück und vielleicht auch auf Südgeorgien. Die Forschenden empfehlen der IUCN deshalb, jede der vier Gruppen einzeln zu bewerten. In ihrer Einstufung von 2020 führt die IUCN den Eselspinguin noch als eine einzige Art.

Häufige Fragen zum Eselspinguin

Wie schnell kann ein Eselspinguin schwimmen?

Unter Wasser erreicht der Eselspinguin bis zu 36 Kilometer pro Stunde. Das ist die höchste Geschwindigkeit, die bisher bei einem Pinguin gemessen wurde.

Wie groß und schwer wird ein Eselspinguin?

Eselspinguine werden etwa 80 Zentimeter groß und wiegen meist 5 bis 8 Kilogramm. Männchen sind etwas größer als Weibchen. Damit gilt der Eselspinguin als drittgrößte Pinguinart.

Wo lebt der Eselspinguin?

Er lebt rund um die Antarktis. Er brütet auf der Antarktischen Halbinsel und auf vielen subantarktischen Inseln, zum Beispiel auf den Falklandinseln, Südgeorgien und den Kerguelen.

Was frisst ein Eselspinguin?

Eselspinguine fressen Krill und andere Krebstiere, kleine Fische und Tintenfische. Je nach Jahreszeit und Gebiet ändert sich der Anteil der einzelnen Beutetiere.

Woran erkennt man einen Eselspinguin?

Am leuchtend orangefarbenen Schnabel und am weißen Fleck über jedem Auge. Die beiden Flecken sind durch ein schmales weißes Band über den Hinterkopf verbunden. Diese Kombination hat kein anderer Pinguin.

Ist der Eselspinguin gefährdet?

Nein. Die IUCN stuft ihn in ihrer Einstufung von 2020 als nicht gefährdet ein, weltweit hat sein Bestand stark zugenommen. In einigen Gebieten, etwa auf den Kerguelen, nimmt die Zahl der Eselspinguine aber ab.

Ähnliche Tiere

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Eselspinguin
80 cm

Ein Eselspinguin erreicht eine Körpergröße von 80 cm. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Eselspinguin ist etwa 4-mal so groß wie ein Fußball.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Eselspinguin
5 bis 8 kg

Ein Eselspinguin bringt 5 bis 8 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Kind (25 kg).