Fasan
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Kurz erklärt
Der Fasan ist ein großer Hühnervogel mit einem sehr langen Schwanz. Der Hahn schillert in Kupfer, Grün und Blau und hat rote Hautlappen am Kopf, die Henne ist schlicht braun. Ursprünglich stammt der Fasan aus Asien, die Römer brachten ihn nach Europa. Heute lebt er bei uns auf Feldern, Wiesen und an Hecken und wird bejagt.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Phasianus colchicus |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | Hahn 70 bis 90 cm, davon 35 bis 45 cm Schwanz; Henne 55 bis 70 cm, davon 20 bis 25 cm Schwanz |
| Körpergewicht | Hahn etwa 1.200 bis 1.500 g, Henne etwa 900 bis 1.400 g |
| Ernährung | Überwiegend pflanzlich: Samen, Getreide, Beeren, Triebe und Blätter; dazu Insekten, Schnecken, Würmer und kleine Wirbeltiere. Küken fressen in den ersten Wochen fast nur Insekten |
| Lebenserwartung | In freier Wildbahn meist 2 bis 3 Jahre, in Gefangenschaft 8 bis 10 Jahre |
| Sozialverhalten | Im Winter kleine Trupps, meist nach Geschlechtern getrennt; zur Balz verteidigt der Hahn ein Revier mit mehreren Hennen |
| Herkunft | Asien, vom Kaukasus über Mittelasien bis China, Korea und Taiwan |
| Verbreitung | Heimisch in Asien; vom Menschen eingeführt in fast ganz Europa, Nordamerika, Neuseeland, Hawaii und Chile AsienEuropaNordamerikaSüdamerikaAustralien |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025) |
| Sonstiges | In Deutschland brüten etwa 200.000 bis 275.000 Paare. Der Fasan ist eine jagdbare Art, die Jagdzeit liegt nach Bundesrecht vom 1. Oktober bis 15. Januar. |
Was ist ein Fasan?
Der Fasan (Phasianus colchicus) ist ein großer Hühnervogel aus der Familie der Fasanenartigen. Bei uns heißt er meist Jagdfasan, weil er seit vielen Jahrhunderten für die Jagd gehalten und ausgesetzt wird. Wer im Herbst über Felder spaziert, erschrickt oft, wenn ein Fasan mit lautem Flügelschlag und aufgeregtem Ruf direkt vor den Füßen auffliegt.
Anders als die meisten Vögel in unseren Feldern ist der Fasan keine ursprünglich heimische Art. Seine Heimat liegt in Asien. Nach Europa kam er durch den Menschen, schon die Römer sollen ihn als Speisevogel eingeführt haben. Heute gehört er in vielen Agrarlandschaften so selbstverständlich dazu, dass kaum jemand an seine Herkunft denkt.
Aussehen und Körperbau
Beim Fasan sehen Männchen und Weibchen völlig unterschiedlich aus.
Der Hahn: Sein Gefieder ist überwiegend kupferrot bis bronzefarben mit schwarzen und hellen Flecken. Kopf und Hals schillern blaugrün. Um die Augen trägt er leuchtend rote, warzige Hautlappen. Viele Hähne haben einen weißen Halsring, anderen fehlt er. Der lange, spitze Schwanz ist grau-schwarz gebändert. An der Hinterseite der Beine sitzen Sporen, mit denen die Hähne gegeneinander kämpfen.
Die Henne: Sie ist schlicht braun bis graubraun und schwarz-beige gefleckt, der Bauch ist heller. Ihr Schwanz ist deutlich kürzer. Diese Tarnfarbe schützt sie, wenn sie am Boden auf dem Nest sitzt.
Größe: Ein Fasan ist etwa so groß wie ein Haushuhn, wirkt durch den Schwanz aber viel länger. Hähne messen 70 bis 90 cm, davon entfallen 35 bis 45 cm auf den Schwanz. Hennen werden 55 bis 70 cm lang, ihr Schwanz misst 20 bis 25 cm.
Gewicht: Hähne wiegen etwa 1.200 bis 1.500 g, Hennen etwa 900 bis 1.400 g.
Warum sehen unsere Fasane so verschieden aus? Nach Deutschland wurden mehrere Formen gebracht: der Böhmische Jagdfasan, seit dem 18. Jahrhundert der Chinesische Ringfasan, ab 1860 der Mongolische Ringfasan und um 1900 der Japanische Buntfasan. Sie haben sich untereinander gekreuzt. Reinrassige Formen gibt es bei uns deshalb kaum noch, und die Färbung der Hähne ist sehr unterschiedlich.
Herkunft und Verbreitung
Ursprüngliche Heimat: Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Kaukasus über Nordpersien und Mittelasien bis in die Mongolei, nach China, Korea und Taiwan. Nach genetischen Untersuchungen entstand die Art vor etwa 1,2 Millionen Jahren am Ostrand des tibetischen Hochlands. Fachleute unterscheiden rund 30 Unterarten.
Eingeführt in viele Länder: Weil der Fasan als Jagdwild beliebt ist, wurde versucht, ihn in fast 50 Ländern anzusiedeln. Erfolgreich war das in weiten Teilen Europas und Nordamerikas sowie auf Hawaii, in Neuseeland und in Chile. In Nordamerika gelang die erste dauerhafte Ansiedlung 1882, in Neuseeland wurde er ab 1842 ausgesetzt. Weltweit wird der Bestand auf 160 bis 220 Millionen Tiere geschätzt.
In Europa: Der Fasan lebt heute in fast ganz Europa. Er fehlt unter anderem in Portugal, Norwegen, im Norden Schwedens und Finnlands, in Island, in Süditalien und Griechenland. In Deutschland brüten nach Angaben des NABU etwa 200.000 bis 275.000 Paare.
Lebensraum: Der Fasan mag abwechslungsreiche offene Landschaften: Äcker und Wiesen mit Hecken, Feldgehölzen, Schilf und Gewässern. Dichte Pflanzen am Boden geben ihm Deckung. Leichte, sandige Böden nutzt er zum Scharren und für Staubbäder, mit denen er sein Gefieder pflegt. Offene Steppen und Wüsten meidet er.
Ernährung
Der Fasan frisst überwiegend Pflanzen, nimmt aber auch tierische Nahrung.
- Pflanzliches: Samen, Getreide und Unkrautsamen, Beeren, Früchte, Triebe, Blätter und Wurzeln, auch Eicheln
- Tierisches: Insekten und ihre Larven, Schnecken, Regenwürmer, gelegentlich kleine Säugetiere und Frösche
Die Küken brauchen viel Eiweiß, um schnell zu wachsen. In ihren ersten Lebenswochen fressen sie fast nur Insekten. Deshalb sind blütenreiche Feldränder, Brachen und Hecken so wichtig für den Nachwuchs.
Magensteine: Wie Hühner schluckt der Fasan kleine Steinchen. Sie helfen im Magen, harte Körner zu zermahlen. Außerdem muss er regelmäßig trinken.
Verhalten und Lebensweise
Tagaktiv und am Boden: Fasane sind am Tag unterwegs und laufen die meiste Zeit. Sie sind gute Läufer und flüchten meist zu Fuß. Nur im Notfall fliegen sie auf, dann mit lautem Geflatter. Fliegen können sie nur schwerfällig.
Schlafen auf Bäumen: Die Nacht verbringen Fasane auf Bäumen oder in hohen Büschen. Dieses abendliche Hinauffliegen nennen Jäger „Aufbaumen“.
Standvogel: Der Fasan zieht nicht, er bleibt das ganze Jahr in seinem Gebiet.
Im Winter: Männchen und Weibchen leben dann meist in getrennten kleinen Trupps. Im Frühjahr lösen sich die Gruppen auf.
Stimme: Der Hahn ruft ein hartes, zweisilbiges „gog-gog“ und schlägt dabei schwirrend mit den Flügeln. Beim Auffliegen ist oft ein aufgeregtes „ku-tuk, ku-tuk“ zu hören. Fasane sehen und hören gut, ihr Geruchssinn ist dagegen schwach.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Balz: Ab März oder April besetzen die Hähne ein Revier. Sie markieren es mit ihrem Doppelruf und dem Flügelschwirren, die roten Hautlappen schwellen an. Rivalen werden vertrieben. Ein Hahn versammelt mehrere Hennen um sich, man spricht von einem Harem.
Nest: Der Fasan ist ein Bodenbrüter. Die Henne scharrt eine flache Mulde in dichter Vegetation und legt nur wenige Halme oder altes Laub hinein. Um Brut und Küken kümmert sich der Hahn nicht.
Brut in Zahlen:
- Eiablage: ab Ende April
- Gelege: meist 8 bis 14 olivbraune Eier, selten bis 18
- Brutdauer: etwa 23 bis 28 Tage, nur die Henne brütet
- Bruten: eine pro Jahr; geht das Gelege verloren, legt die Henne oft ein Nachgelege
Küken: Fasanenküken sind Nestflüchter. Sie verlassen das Nest sehr bald nach dem Schlüpfen und folgen der Mutter. Nach 10 bis 13 Tagen können sie schon ein Stück flattern, mit etwa acht Wochen sind sie selbständig. Nasskaltes Wetter ist für die Küken lebensgefährlich. Großblättrige Pflanzen wie Rhabarber und Huflattich bieten ihnen dann Schutz vor Nässe und Kälte.
Lebenserwartung: Im ersten Lebensjahr stirbt ein großer Teil der jungen Fasane. In freier Wildbahn werden Fasane meist nur zwei bis drei Jahre alt. In Gefangenschaft erreichen sie acht bis zehn Jahre, nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft höchstens 15 Jahre.
Feinde und Gefährdung
Natürliche Feinde: Erwachsene Fasane werden vor allem von Habicht, Fuchs, Marder und Katzen erbeutet. Den Küken stellen außerdem Wiesel, Iltis, Bussarde und Sperber nach. Krähen, Elstern, Wanderratten, Igel und Wildschweine plündern die Nester. Auch nasskaltes Wetter im Frühjahr und schneereiche Winter setzen vor allem den Küken zu.
Weltweit: Auf der Roten Liste der IUCN gilt der Fasan als nicht gefährdet (IUCN, 2025). Er ist weit verbreitet und häufig.
In Deutschland: Auch hier ist der Fasan nicht gefährdet, doch die Bestände sind vielerorts stark zurückgegangen. In Baden-Württemberg wurden in den 1970er-Jahren jedes Jahr mehr als 100.000 Fasane erlegt, im Jagdjahr 2019/20 waren es nur noch 1.460. Als Hauptursachen nennt das Wildtierportal Baden-Württemberg den schlechten Bruterfolg und die geringe Überlebensrate der Küken. Die intensivere Landwirtschaft hat Deckung und Insektennahrung knapp werden lassen. Nach der Ernte bieten kahle Felder kaum Schutz, der Fasan wird dann leicht zur Beute.
Fasan und Jagd
Der Fasan gehört zum Niederwild und darf in Deutschland bejagt werden. Nach Bundesrecht liegt die Jagdzeit vom 1. Oktober bis 15. Januar. Die Bundesländer können eigene Jagdzeiten festlegen, in Baden-Württemberg etwa endet sie schon am 31. Dezember. Auch bundesweit werden immer weniger Fasane erlegt: Nach Angaben des Wildtierportals Baden-Württemberg ist die Jagdstrecke in Deutschland auf etwa ein Viertel des Werts aus dem Jagdjahr 2005/06 gesunken.
Aussetzen von Zuchtfasanen: In manchen Ländern werden Fasane in großer Zahl gezüchtet und für die Jagd freigelassen. In Großbritannien werden nach Angaben des British Trust for Ornithology jedes Jahr mehrere zehn Millionen Fasane ausgesetzt, sechsmal so viele wie um 1960. Dort wird untersucht, wie sich so viele ausgesetzte Fasane auf heimische Tiere auswirken, zum Beispiel über zusätzliche Nahrung für Beutegreifer.
Bessere Lebensräume: Projekte wie die „Allianz für Niederwild“ in Baden-Württemberg bringen Landwirte, Jäger, Naturschützer und Gemeinden zusammen, um Lebensräume zu verbessern. Blühflächen, Brachen und Hecken helfen nicht nur dem Fasan, sondern auch Rebhuhn und Feldhase.
Häufige Fragen zum Fasan
Wie groß und schwer wird ein Fasan?
Ein Fasanenhahn wird mit Schwanz 70 bis 90 cm lang und wiegt etwa 1,2 bis 1,5 kg. Die Henne ist mit 55 bis 70 cm kleiner und wiegt etwa 0,9 bis 1,4 kg. Ohne den langen Schwanz ist ein Fasan etwa so groß wie ein Haushuhn.
Woran erkennt man Hahn und Henne?
Der Hahn ist bunt: kupferrotes Gefieder, blaugrün schillernder Kopf, rote Hautlappen um die Augen und oft ein weißer Halsring. Die Henne ist unauffällig braun gefleckt und hat einen kürzeren Schwanz.
Was frisst ein Fasan?
Vor allem Samen, Getreide, Beeren, Triebe und Blätter. Dazu kommen Insekten, Schnecken, Würmer und manchmal kleine Wirbeltiere. Die Küken fressen in den ersten Wochen fast nur Insekten.
Ist der Fasan in Deutschland heimisch?
Nein, er stammt aus Asien. Die Römer sollen ihn nach Europa gebracht haben, später wurden weitere Formen für die Jagd eingeführt. Heute lebt der Fasan wild in vielen Teilen Deutschlands und brütet hier.
Kann ein Fasan fliegen?
Ja, aber eher schwerfällig. Meist läuft er davon und fliegt erst auf, wenn es gefährlich wird. Nachts fliegt er auf Bäume oder in Büsche, um dort zu schlafen.
Wie alt wird ein Fasan?
In freier Wildbahn meist nur zwei bis drei Jahre, weil viele Fasane Füchsen, Habichten oder dem Wetter zum Opfer fallen. In Gefangenschaft können sie acht bis zehn Jahre alt werden.
Ähnliche Tiere
- Pfau - ein weiterer Fasanenartiger aus Asien mit prächtigem Männchen
- Auerhuhn - ein großer heimischer Hühnervogel der Bergwälder
- Wachtel - ein kleiner heimischer Hühnervogel, ebenfalls ein Bodenbrüter in Feldern
- Huhn - das Haushuhn gehört wie der Fasan zu den Fasanenartigen
- Perlhuhn - ein Hühnervogel aus Afrika
Quellen
- Jagdfasan - Vogelporträt des NABU
- Fasan (Phasianus colchicus) - Tiersteckbrief des Deutschen Jagdverbands
- Fasan - Wildtierportal Baden-Württemberg
- Huber, G. (2004): Der Jagdfasan (Phasianus colchicus). LWF aktuell 45 - waldwissen.net
- Giudice, J. H., Ratti, J. T. & Mlodinow, S. G. (2022): Ring-necked Pheasant (Phasianus colchicus). Birds of the World, Cornell Lab of Ornithology
- Pheasant - BirdFacts des British Trust for Ornithology (BTO)
Größenvergleich
Wie groß ist der Fasan wirklich? Mit 53 bis 89 cm überragt er einen Fußball (22 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an ein Kind (1,2 m) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 3 Fußbälle übereinander stapeln, um so groß wie ein Fasan zu werden. Selbst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) wirkt daneben noch winzig.
Gewichtsvergleich
Ein Fasan bringt 800 g bis 1,5 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als eine Hauskatze (4 kg). Anders ausgedrückt: Der Fasan wiegt so viel wie etwa 3 Fußbälle.