Felsenpinguin
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Kurz erklärt
Der Felsenpinguin ist der kleinste Schopfpinguin: Er wiegt nur 2 bis 4 Kilogramm und hat rote Augen und lange gelbe Federbüschel über den Augen. Er brütet in großen Kolonien auf Inseln im Süden der Erde, zum Beispiel auf den Falklandinseln. Er frisst Krill, Tintenfische und kleine Fische. Weil seine Bestände stark geschrumpft sind, gilt er als gefährdet.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Eudyptes chrysocome |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | Etwa 45 bis 55 cm (Angabe für die östliche Form) |
| Körpergewicht | 2 bis 4 kg |
| Ernährung | Fleischfresser: Krill und andere Krebstiere, Tintenfische und kleine Fische |
| Lebenserwartung | Höchstalter nach New Zealand Birds Online 23 Jahre (östliche Form) |
| Sozialverhalten | Brütet in Kolonien von einigen Dutzend bis Zehntausenden Nestern; Einehe, beide Eltern brüten und füttern |
| Herkunft | Südatlantik, südlicher Indischer Ozean und Südpazifik |
| Verbreitung | Westliche Form: Falklandinseln und Inseln im Süden Chiles bis Kap Hoorn; östliche Form: Prinz-Edward-Inseln, Crozet, Kerguelen, Heard, Macquarie, Auckland-, Campbell- und Antipoden-Inseln; außerhalb der Brutzeit auf dem offenen Meer SüdamerikaMeer |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1781 durch J. R. Forster |
| Gefährdung | VU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2020) |
| Sonstiges | Die IUCN (BirdLife International 2020) bewertet Eudyptes chrysocome als gefährdet (VU). Die Weltvogelliste AviList führt die östliche Form seit 2025 als eigene Art Eudyptes filholi. Der Nördliche Felsenpinguin (Eudyptes moseleyi) ist eine eigene Art und gilt als stark gefährdet (EN). |
Ein kleiner Pinguin mit gelbem Federschopf
Der Felsenpinguin (Eudyptes chrysocome) gehört zu den Schopfpinguinen (Gattung Eudyptes). Diese Pinguine tragen auffällige gelbe Federbüschel am Kopf. Der Felsenpinguin ist der kleinste von ihnen. Er hat leuchtend rote Augen, einen orangeroten bis orangebraunen Schnabel und abstehende gelbe Schmuckfedern über den Augen.
Felsenpinguine brüten in großen Kolonien auf Inseln im kühlen Süden der Erde: auf den Falklandinseln und vor der Südspitze Südamerikas, außerdem auf Inseln im südlichen Indischen Ozean und südlich von Neuseeland. Die meiste Zeit des Jahres verbringen sie aber auf dem offenen Meer.
Wie viele Felsenpinguin-Arten gibt es?
Früher fasste man alle Felsenpinguine zu einer einzigen Art zusammen. Heute weiß man, dass sich hinter dem Namen mehrere getrennte Formen verbergen:
- Nördlicher Felsenpinguin (Eudyptes moseleyi): Die nördlichen Bestände unterscheiden sich von den südlichen in der Brutzeit, im Gesang und im Kopfschmuck. Eine Erbgutstudie von 2006 bestätigte eine klare Trennung und sprach sich dafür aus, Eudyptes chrysocome und Eudyptes moseleyi als zwei Arten anzuerkennen. Die IUCN und die Weltvogelliste AviList führen den Nördlichen Felsenpinguin heute als eigene Art.
- Westliche und östliche Form: Auch innerhalb von Eudyptes chrysocome gibt es zwei Gruppen. Die westliche Form brütet bei Südamerika, die östliche im Indischen Ozean und bei Neuseeland. Die Weltvogelliste AviList führt die östliche Form seit 2025 als eigene Art Eudyptes filholi, vor allem wegen deutlicher Unterschiede im Erbgut. Ihre Stimmen klingen allerdings ähnlich und müssen noch genauer untersucht werden.
| Form | Brutgebiete | Erkennungsmerkmal | Bestand |
|---|---|---|---|
| Westliche Form (E. chrysocome im engeren Sinn) | Falklandinseln, Inseln im Süden Chiles bis Kap Hoorn | schwarze Haut am Schnabelansatz, gelber Streifen vor dem Auge keilförmig | etwa 775.000 Brutpaare |
| Östliche Form (E. filholi) | Prinz-Edward-Inseln, Crozet, Kerguelen, Heard, Macquarie, Auckland-, Campbell- und Antipoden-Inseln | rosa-weiße Haut am Schnabelansatz, gelber Streifen schmal | keine Gesamtzahl in den Quellen |
| Nördlicher Felsenpinguin (E. moseleyi) | Tristan da Cunha, Gough, Amsterdam, St. Paul | sehr lange gelbe Schmuckfedern, die weit über die Kehle hinabhängen | Art gilt als stark gefährdet |
Diese Seite beschreibt vor allem Eudyptes chrysocome mit seiner westlichen und östlichen Form.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht: Felsenpinguine wiegen 2 bis 4 kg. Für die östliche Form werden 45 bis 55 cm Länge angegeben. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus, sie unterscheiden sich vor allem in der Größe des Schnabels.
Gefieder: Kopf, Gesicht, Rücken und Schwanz sind schwarz oder dunkelgrau. Direkt nach der Mauser schimmert das Gefieder bläulich, kurz vor der nächsten Mauser eher bräunlich. Die Unterseite ist weiß, die Grenze zum Schwarz an der Kehle ist scharf.
Der Federschopf: Über jedem Auge beginnt ein schmaler, schwefelgelber Streifen. Hinter dem Auge wird er zu einem Büschel langer, herabhängender gelber Federn, zwischen denen auch schwarze Federn wachsen. Hinten am Kopf tragen Felsenpinguine zusätzlich einen kurzen, schwarzen Schopf.
Weitere Merkmale:
- Augen: leuchtend rot
- Schnabel: orangerot bis orangebraun. Bei erwachsenen Tieren aus der Region Neuseeland kann der Unterschnabel bis zu 90 % weiß sein.
- Flügel: Die Flossen sind oben blauschwarz mit schmalem weißem Hinterrand, unten weiß mit schwarzer Spitze.
- Füße: rosa mit schwarzen Sohlen
Junge Pinguine: Frisch flügge Jungvögel sind oben bläulich schwarz, haben einen schwarzen Schnabel und noch keinen Schopf. Im ersten und zweiten Lebensjahr ist die Kehle grau gefleckt und die gelben Federn sind kurz. Das Gefieder der Erwachsenen tragen Felsenpinguine mit etwa zwei Jahren.
Verbreitung und Lebensraum
Felsenpinguine brüten rund um die Antarktis auf Inseln zwischen etwa 46 und 54 Grad südlicher Breite.
- Westliche Form: Ihre wichtigsten Brutkolonien liegen auf den Falklandinseln und auf Inseln vor dem Süden Chiles, bis zur Magellanstraße und zum Kap Hoorn. Im Winter ziehen sie entlang der patagonischen Küste nach Norden.
- Östliche Form: Sie brütet auf subantarktischen Inseln im südlichen Indischen Ozean (Prinz-Edward-Inseln, Crozet, Kerguelen, Heard) und in der Region Neuseeland (Macquarie, Auckland-, Campbell- und Antipoden-Inseln).
Kolonien: Felsenpinguine brüten in Kolonien von einigen Dutzend bis zu Zehntausenden Nestern. Bis zu 2,4 Nester können auf einem Quadratmeter liegen. Die Kolonien liegen oft an steilen Hängen nahe am Meer, zwischen und unter Felsbrocken unterhalb von Klippen, manchmal in Höhlen, bis 200 m landeinwärts und 100 m über dem Meer. Bei der westlichen Form liegen die Kolonien auch auf flachem oder sanft geneigtem Gelände. Auf den Falklandinseln brüten sie oft gemeinsam mit Schwarzbrauenalbatrossen und Kormoranen. Wo eine Kolonie zwischen Pflanzen liegt, sterben diese durch Kot und Trampeln oft ab.
Auf dem Meer: An Land kommen Felsenpinguine nur zum Brüten und zur Mauser. Die östliche Form verbringt die übrigen fünf bis sechs Monate des Jahres auf See. Tiere von der Campbell-Insel entfernten sich im Winter bis zu etwa 4.000 km von ihrer Kolonie. Einige legten insgesamt rund 15.000 km zurück.
Ernährung
Felsenpinguine sind Fleischfresser und jagen im Meer. Ihre Nahrung hängt vom Ort und der Jahreszeit ab:
- Krill und andere Krebstiere: Die westliche Form frisst vor allem Krill.
- Tintenfische und Fische: Bei der westlichen Form kommen Fische und Kalmare gegen Ende der Kükenzeit häufiger in der Nahrung vor. Auf der Campbell-Insel fanden Forschende außerdem Kraken.
- Kleine Fische: Auf der Campbell-Insel gehörten 1985/86 gut drei Viertel der Beutetiere, die die Küken bekamen, zu einer einzigen Fischart (Micromesistius australis).
Tauchen: Meist tauchen Felsenpinguine 20 bis 30 m tief. Gemessen wurden aber auch Tauchgänge bis 113 m. Während der späten Brutzeit schwimmen Altvögel bis zu 300 km weit von der Kolonie weg, um Futter zu finden.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Felsenpinguine leben in Einehe und teilen sich Brüten und Aufzucht. Wann die Brutzeit beginnt, hängt vom Ort ab und kann um bis zu sechs Wochen schwanken.
- Ankunft: Im Oktober, bei der westlichen Form auch bis in den November, kommen die Männchen zur Kolonie zurück. Die Weibchen folgen etwa eine Woche später.
- Nest: Das Nest ist eine flache Mulde aus Steinchen, manchmal mit Pflanzenteilen oder Torf.
- Eier: Im November legt das Weibchen zwei Eier im Abstand von vier bis fünf Tagen. Das erste Ei ist deutlich kleiner als das zweite.
- Brüten: Die Eltern brüten abwechselnd, insgesamt etwa 32 bis 34 Tage.
- Küken: Meist wird nur das Küken aus dem größeren, zweiten Ei groß. Dass beide Küken flügge werden, kommt bei der östlichen Form in weniger als 4 % der Nester vor.
- Aufzucht: Etwa drei Wochen lang bewacht das Männchen das Küken, während das Weibchen jeden Tag Futter bringt. Danach schließen sich die Küken zu Gruppen zusammen, den sogenannten Kindergärten, und beide Eltern gehen auf Futtersuche.
- Flügge: Mit etwa 65 bis 70 Tagen sind die Jungen flügge und verlassen die Kolonie, meist um Mitte Februar.
Fasten an Land: Während der Balz und der ersten Brutwochen fressen Felsenpinguine nichts. Männchen der östlichen Form fasten nach ihrer Ankunft im Durchschnitt etwa 36 Tage lang, bevor sie zum ersten Mal wieder ins Meer gehen.
Mauser: Wenn die Küken flügge sind, gehen die Altvögel der östlichen Form etwa einen Monat lang auf See. Danach kehren sie zur Kolonie zurück und wechseln in drei bis vier Wochen ihr ganzes Gefieder. Bei der westlichen Form beginnt die Mauser ab Ende März, Mitte April brechen die Pinguine zu ihrer Wanderung über den Winter auf.
Alter: Das höchste bekannte Alter eines östlichen Felsenpinguins liegt nach New Zealand Birds Online bei 23 Jahren.
Feinde und Gefährdung
Die Rote Liste der IUCN stuft Eudyptes chrysocome als gefährdet (VU) ein, die aktuelle Bewertung von BirdLife International stammt von 2020. Der Nördliche Felsenpinguin gilt als stark gefährdet (EN).
Absturz auf den Falklandinseln: Auf den Falklandinseln ist die Zahl der Felsenpinguine seit 1932 um etwa 1,4 Millionen Brutpaare gesunken, das sind rund 87 %. Heute brüten von der westlichen Form schätzungsweise noch etwa 775.000 Paare, und der Rückgang geht vermutlich weiter.
Auch anderswo: Alle Felsenpinguine zusammen kamen früher auf mehr als 5,5 Millionen Brutpaare, heute sind es weniger als 1,5 Millionen. Auf der Campbell-Insel südlich von Neuseeland brach der Bestand zwischen 1942 und 2012 um etwa 95 % ein, von 800.000 auf 33.200 Brutpaare.
Ursachen: Ganz geklärt ist der Rückgang noch nicht.
- Klimawandel und Nahrungsmangel: Veränderungen im Meer gelten als wahrscheinliche Hauptursache. Finden die Eltern weniger Futter, müssen sie weiter schwimmen, und die Küken bekommen seltener etwas zu fressen und wachsen langsamer.
- Fischerei und Öl: Die kommerzielle Fischerei und die Ölförderung gelten als große Gefahren. Ölunfälle sind eine drohende Gefahr.
- Menschen: In manchen Gegenden im Süden Chiles werden möglicherweise noch Eier gesammelt und Pinguine gejagt.
Natürliche Feinde: Zu den Feinden der Felsenpinguine zählen Seelöwen, Pelzrobben, Raubmöwen und Riesensturmvögel. Auf der Campbell-Insel ist die Jagd durch Neuseeländische Seelöwen der wichtigste Grund dafür, dass die am besten untersuchte Kolonie weiter schrumpft.
Häufige Fragen zum Felsenpinguin
Wie groß und schwer wird ein Felsenpinguin?
Felsenpinguine wiegen nur 2 bis 4 kg. Für die östliche Form werden 45 bis 55 cm Länge angegeben. Damit ist der Felsenpinguin der kleinste Schopfpinguin.
Was frisst ein Felsenpinguin?
Er frisst Krill und andere Krebstiere, Tintenfische und kleine Fische. Meist taucht er dafür 20 bis 30 m tief, manchmal über 100 m.
Wo leben Felsenpinguine?
Sie brüten auf Inseln im Süden der Erde: auf den Falklandinseln und vor Südchile, im südlichen Indischen Ozean und südlich von Neuseeland. Außerhalb der Brutzeit leben sie monatelang auf dem offenen Meer.
Wie viele Eier legt ein Felsenpinguin?
Das Weibchen legt zwei Eier im Abstand von vier bis fünf Tagen. Das erste Ei ist kleiner, meist wird nur das Küken aus dem zweiten Ei groß.
Was ist der Unterschied zum Nördlichen Felsenpinguin?
Der Nördliche Felsenpinguin (Eudyptes moseleyi) lebt auf wärmeren Inseln wie Tristan da Cunha und Gough. Er hat viel längere gelbe Schmuckfedern, die bis unter die Grenze zwischen schwarzer Kehle und weißem Bauch reichen. Er gilt als eigene Art und ist stark gefährdet.
Warum sind Felsenpinguine gefährdet?
Ihre Bestände sind seit dem 20. Jahrhundert stark geschrumpft, auf den Falklandinseln um rund 87 %. Als Hauptursache gilt Nahrungsmangel durch Veränderungen im Meer. Dazu kommen Gefahren durch Fischerei und Ölverschmutzung.
Ähnliche Tiere
- Goldschopfpinguin - größerer Schopfpinguin von subantarktischen Inseln im Südatlantik und Indischen Ozean
- Haubenpinguin - Schopfpinguin, der auf der Macquarie-Insel brütet
- Kronenpinguin - Schopfpinguin von den Bounty- und Antipoden-Inseln
- Magellan-Pinguin - brütet ebenfalls an der Südspitze Südamerikas und auf den Falklandinseln
- Eselspinguin - weiterer Pinguin der Falklandinseln
- Zwergpinguin - der kleinste Pinguin überhaupt
Quellen
- BirdLife International (2020): Eudyptes chrysocome. The IUCN Red List of Threatened Species 2020
- Mattern, T. (2013, aktualisiert 2022): Western rockhopper penguin. In: Miskelly, C.M. (Hrsg.): New Zealand Birds Online
- Morrison, K.W. (2013, aktualisiert 2025): Eastern rockhopper penguin. In: Miskelly, C.M. (Hrsg.): New Zealand Birds Online
- Southern rockhopper penguin. Australian Antarctic Program, Australian Government
- AviList Core Team (2025): AviList - The Global Avian Checklist, v2025
- Jouventin, P., Cuthbert, R.J. & Ottvall, R. (2006): Genetic isolation and divergence in sexual traits: evidence for the northern rockhopper penguin Eudyptes moseleyi being a sibling species. Molecular Ecology 15: 3413-3423
Größenvergleich
Ein Felsenpinguin erreicht eine Körpergröße von 45 bis 55 cm. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala.
Gewichtsvergleich
Ein Felsenpinguin bringt 2 bis 4 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Felsenpinguin wiegt so viel wie etwa 7 Fußbälle.