Fliege

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Fliege, vermutlich eine Schmeißfliege, mit rotbraunen Facettenaugen, borstigem Körper und durchsichtigen Flügeln von oben vor weißem Hintergrund
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Kurz erklärt

Fliegen sind Insekten mit sechs Beinen und nur einem Paar Flügel. Das zweite Flügelpaar ist zu winzigen Schwingkölbchen umgebaut, die beim Fliegen das Gleichgewicht halten. Die bekannteste Art ist die Stubenfliege, die fast überall lebt, wo auch Menschen wohnen. Ihre Larven heißen Maden.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameBrachycera (Stubenfliege: Musca domestica)
Abstammung
  • Klasse: Insekten
  • Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
  • Ordnung: Zweiflügler
  • Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
KörpergrößeStubenfliege etwa 6 bis 8 mm, Flügelspannweite 13 bis 15 mm
KörpergewichtKeine verlässlichen Angaben
ErnährungStubenfliege: nur flüssige oder aufgelöste Nahrung, zum Beispiel Säfte, Milch und Stoffe aus Abfällen und Kot. Die Maden fressen organische Abfälle
LebenserwartungStubenfliege: meist 15 bis 25 Tage, höchstens etwa 60 Tage
SozialverhaltenKeine festen Gruppen, an Futter- und Brutplätzen oft viele Tiere
HerkunftStubenfliege: vermutlich die gemäßigten Gebiete der Alten Welt
Verbreitung Weltweit; die Stubenfliege lebt fast überall, wo Menschen leben
EntdeckungStubenfliege: Erstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
SonstigesZu den Zweiflüglern (Fliegen und Mücken) gehören knapp 160.000 Arten, in Deutschland sind über 9.000 Arten nachgewiesen. Größe, Nahrung und Lebensdauer im Steckbrief gelten für die Stubenfliege.

Was ist eine Fliege?

Fliegen sind Insekten. Sie gehören zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Der Name verrät schon das wichtigste Merkmal: Zweiflügler haben nur ein Paar echte Flügel. Die meisten anderen fliegenden Insekten, zum Beispiel Bienen, Schmetterlinge oder Libellen, haben zwei Paar Flügel.

Zu den Zweiflüglern gehören weltweit knapp 160.000 Arten. In Deutschland sind mehr als 9.000 Arten nachgewiesen. Fachleute teilen die Zweiflügler traditionell in zwei große Gruppen ein:

  • Mücken: meist zierliche Tiere mit langen, oft fadenförmigen Fühlern, zum Beispiel Stechmücken und Schnaken
  • Fliegen (Brachycera): meist kräftiger gebaut und mit kurzen Fühlern, zum Beispiel Stubenfliegen, Schmeißfliegen, Schwebfliegen und Bremsen

Auf dieser Seite geht es um die Fliegen im Allgemeinen. Viele Beispiele stammen von der Stubenfliege (Musca domestica), denn sie ist die bekannteste Fliege und am besten erforscht.

Nicht jede „Fliege“ ist eine Fliege: Die Eintagsfliege und die Florfliege tragen das Wort nur im Namen. Sie haben vier Flügel und gehören zu ganz anderen Insektenordnungen.

Aussehen und Körperbau

Wie alle Insekten hat eine Fliege sechs Beine und einen Körper aus drei Teilen: Kopf, Brust und Hinterleib. Die Beine und das eine Flügelpaar sitzen an der Brust.

Flügel und Schwingkölbchen: Die Vorderflügel sind dünn und durchsichtig. Das hintere Flügelpaar ist zu zwei winzigen Stummeln umgebaut, den Schwingkölbchen (Halteren). Sie sehen aus wie kleine Keulen und helfen der Fliege, beim Fliegen das Gleichgewicht zu halten.

Augen: Den größten Teil des Kopfes nehmen die zwei Facettenaugen ein. Sie bestehen aus vielen einzelnen kleinen Augen. Die meisten Fliegen haben zusätzlich oben auf dem Kopf drei winzige Punktaugen.

Mund: Viele Fliegen, darunter die Stubenfliege, haben einen Saugrüssel. Mit ihm tupfen sie Flüssigkeiten auf wie mit einem kleinen Schwamm. Andere Fliegen, zum Beispiel Bremsen, haben stechende Mundwerkzeuge.

Die Stubenfliege wird etwa 6 bis 8 mm lang, ihre Flügel haben eine Spannweite von 13 bis 15 mm. Sie ist überwiegend grau und hat auf dem Rücken vier dunkle Längsstreifen. Der Körper ist ganz mit Haaren und Borsten bedeckt, die Facettenaugen sind rot. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen, und ihre Augen liegen etwas weiter auseinander.

Nicht alle Fliegen sind grau. Die Goldfliege, eine Schmeißfliege, glänzt metallisch grün. Viele Schwebfliegen sehen mit ihren gelb-schwarzen Mustern aus wie Wespen, können aber gar nicht stechen.

Verbreitung und Lebensraum

Fliegen leben auf allen Kontinenten und in fast allen Lebensräumen: in Wäldern, auf Wiesen, am Wasser, in Städten und in Ställen. Viele Arten kommen nur in einem kleinen Gebiet vor.

Die Stubenfliege dagegen ist ein echter Weltenbummler. Sie stammt vermutlich aus den gemäßigten Gebieten der Alten Welt. Weil sie seit Langem in der Nähe von Menschen lebt, hat sie sich mit uns über die ganze Welt verbreitet. Heute findet man sie in Städten ebenso wie auf dem Land, vor allem dort, wo es Mist, Abfälle oder offene Lebensmittel gibt.

In Europa ist die Stubenfliege im Hochsommer am häufigsten, etwa von Juli bis September. Einige erwachsene Fliegen überstehen in unseren Breiten aber auch den Winter.

Ernährung

Stubenfliegen können nur flüssige Nahrung aufnehmen, zum Beispiel Milch, Säfte oder den Saft von Fleisch. Feste Nahrung wie Zucker oder Brotkrümel weichen sie zuerst mit ihrem Speichel und etwas Flüssigkeit aus ihrem Kropf auf. Danach saugen sie den Brei mit dem Rüssel auf. Stubenfliegen fressen praktisch alles, was aus organischem Material besteht, also auch Abfälle und Kot.

Bei anderen Fliegen sieht der Speiseplan ganz anders aus:

  • Schwebfliegen trinken als erwachsene Tiere nur Nektar und fressen Pollen.
  • Bremsen und einige andere Fliegen saugen Blut.
  • Manche Fliegen jagen andere Insekten.

Maden: Die Larven der meisten Fliegen fressen tote Pflanzen- und Tierreste, Kot oder Abfälle. Einige Arten leben dagegen in lebendem Gewebe und können Tiere oder Menschen krank machen. Bei den Schwebfliegen haben sich rund hundert heimische Arten darauf spezialisiert, als Larve Blattläuse zu fressen.

Vom Ei zur Fliege

Fliegen machen eine vollständige Verwandlung durch, genau wie Käfer und Schmetterlinge. Ihr Leben hat vier Abschnitte: Ei, Larve, Puppe und erwachsene Fliege.

  1. Ei: Das Weibchen der Stubenfliege legt seine weißen Eier auf feuchten Mist, Kot oder Abfälle. Es legt sie in mehreren Portionen ab, meist mit 75 bis 150 Eiern pro Gelege. Insgesamt legt ein Weibchen etwa 500 Eier, nach Angaben des NABU bis zu 600. Um die Eier kümmert sich das Weibchen danach nicht mehr.
  2. Made: Bei warmem Wetter schlüpfen die Larven schon nach 8 bis 12 Stunden. Die Maden sind weiß, haben keine Beine und keinen richtigen Kopf. Sie fressen und wachsen im Abfall, bis sie etwa 12 bis 13 mm lang sind.
  3. Puppe: Die Made verwandelt sich in eine rotbraune, tönnchenförmige Puppe. Darin baut sich ihr Körper zur Fliege um.
  4. Fliege: Nach einigen Tagen schlüpft die fertige Fliege.

Unter guten Bedingungen dauert die ganze Entwicklung nur 7 bis 10 Tage, bei kühlem Wetter dauert sie länger. Deshalb können in einem einzigen Sommer 10 bis 12 Generationen von Stubenfliegen aufeinander folgen. Eine erwachsene Stubenfliege lebt meist nur 15 bis 25 Tage, höchstens etwa 60 Tage.

Flugkünstler mit Schwingkölbchen

Fliegen gehören zu den geschicktesten Fliegern unter den Insekten. Die Stubenfliege schlägt ihre Flügel 180- bis 330-mal pro Sekunde. Dabei entsteht das bekannte hohe Summen. Sie schafft etwa drei Meter pro Sekunde, das sind rund 10 Kilometer pro Stunde. Durch die Art, wie sie ihre Flügel bewegt, kann sie Auftrieb und Tempo genau steuern. Schwebfliegen können sogar wie ein Kolibri in der Luft stehen.

Die Schwingkölbchen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie schwingen beim Fliegen mit und melden der Fliege, wenn sie sich dreht oder kippt. So kann sie blitzschnell die Richtung wechseln, ohne die Kontrolle zu verlieren. Außerdem kann die Stubenfliege sogar an senkrechten Spiegeln nach oben laufen.

Schmecken mit den Füßen

Fliegen haben Geschmackshaare an vielen Stellen ihres Körpers, besonders an den Füßen. Landet eine Stubenfliege auf deinem Brot, prüft sie also schon beim Laufen, ob es ihr schmeckt. Riechen können Fliegen vor allem mit ihren kurzen Fühlern. Mit ihren großen Facettenaugen sehen sie Licht und Bewegungen sehr gut, und feine Haare am ganzen Körper spüren jeden Luftzug.

Lästig, gefährlich oder nützlich?

Stubenfliegen als Hygieneschädlinge: Das Umweltbundesamt zählt Stubenfliegen, Schmeißfliegen und Fleischfliegen zu den Gesundheitsschädlingen. Die Tiere laufen erst über Kot oder Abfall und danach vielleicht über unser Essen. Dabei hinterlassen sie Speichel, Kropfinhalt und Kot. Auf diese Weise können sie Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen und sogar Bandwürmer übertragen. Die Stubenfliege überträgt außerdem den Erreger der Maul- und Klauenseuche, einer gefährlichen Viruskrankheit bei Rindern und Schweinen. Deshalb sollte man Lebensmittel abdecken und Abfälle verschlossen aufbewahren.

Nützliche Fliegen: Viele Fliegen sind aber wichtig für die Natur:

  • Bestäuber: Schwebfliegen besuchen Blüten und gehören neben den Bienen zu unseren wichtigsten Bestäubern. Auch die Stubenfliege bestäubt Blüten, zum Beispiel von Erdbeeren und Brombeeren.
  • Schädlingsbekämpfer: Die Larven vieler Schwebfliegen fressen Blattläuse.
  • Müllabfuhr der Natur: Fliegenmaden zersetzen tote Tiere, Kot und Pflanzenreste. So kommen die Nährstoffe zurück in den Boden.
  • Futter für andere Tiere: Fliegen und ihre Maden werden von vielen Tieren gefressen, zum Beispiel von Käfern und Milben. Für Singvögel sind Fliegen eine beliebte Beute, weil sie viel Eiweiß und Fett enthalten.

Häufige Fragen zur Fliege

Wie viele Beine hat eine Fliege?

Eine Fliege hat sechs Beine, so wie alle Insekten. Die Beine sitzen paarweise am mittleren Körperteil, der Brust. An den Beinen hat die Fliege feine Haare, mit denen sie auch schmecken kann.

Ist eine Fliege ein Insekt?

Ja. Fliegen haben alle Merkmale von Insekten: sechs Beine, einen Körper aus Kopf, Brust und Hinterleib sowie ein Paar Fühler. Sie gehören zur Insektenordnung der Zweiflügler, weil sie nur ein Paar Flügel haben.

Wie lange lebt eine Fliege?

Eine erwachsene Stubenfliege lebt meist 15 bis 25 Tage, höchstens etwa zwei Monate. Vorher hat sie schon einige Tage als Ei, Made und Puppe verbracht. Wie lange das dauert, hängt stark von der Temperatur ab.

Was ist der Unterschied zwischen Fliegen und Mücken?

Fliegen und Mücken gehören beide zu den Zweiflüglern und haben nur ein Paar Flügel. Mücken sind meist zierlich und haben lange Fühler, Fliegen sind kräftiger gebaut und haben kurze Fühler. Viele Mücken stechen, doch auch einige Fliegen wie die Bremsen saugen Blut.

Wie viele Fliegenarten gibt es?

Zu den Zweiflüglern, also Fliegen und Mücken zusammen, gehören weltweit knapp 160.000 bekannte Arten. In Deutschland sind über 9.000 Arten nachgewiesen. Allein aus der Familie der Echten Fliegen, zu der die Stubenfliege gehört, leben bei uns mehr als 300 Arten.

Warum surrt eine Fliege?

Das Surren entsteht durch die schnellen Flügelschläge. Eine Stubenfliege bewegt ihre Flügel 180- bis 330-mal pro Sekunde. So schnell schwingende Flügel erzeugen einen hohen Ton, den wir hören können.

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Quellen