Frosch

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Junger brauner Grasfrosch mit goldfarbenem Auge sitzt zwischen braunem Herbstlaub
Stephan Sprinz / Wikimedia Commons / CC BY 4.0

Kurz erklärt

Frösche sind Amphibien ohne Schwanz mit kräftigen Hinterbeinen und feuchter Haut. Weltweit kennt man über 8.000 Arten, die kleinste ist nur 7 Millimeter lang, die größte 32 Zentimeter. Die meisten Frösche legen ihre Eier ins Wasser, daraus schlüpfen Kaulquappen, die sich in kleine Frösche verwandeln. Viele Arten sind heute bedroht, unter anderem durch einen gefährlichen Hautpilz.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameAnura
Abstammung
  • Klasse: Amphibien (Amphibia)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
KörpergrößeJe nach Art von 7,1 mm (Brachycephalus pulex) bis 32 cm (Goliathfrosch, Conraua goliath)
KörpergewichtDie meisten Frösche wiegen weniger als 200 g, der Goliathfrosch über 3 kg
ErnährungFleischfresser: Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken, große Arten auch Mäuse, Vögel, kleine Reptilien und Amphibien; Kaulquappen fressen meist Algen, Pflanzen und zerfallende Reste
LebenserwartungJe nach Art sehr verschieden; eine Erdkröte lebte 36 Jahre in Menschenobhut
SozialverhaltenMeist allein; zur Paarungszeit rufen die Männchen am Gewässer, oft im Chor
HerkunftAlle Kontinente außer der Antarktis
Verbreitung Fast überall auf der Erde außer der Antarktis, von Regenwäldern bis in Wüsten und Hochgebirge; in Deutschland 14 einheimische Froschlurche einschließlich der Hybridform Teichfrosch (Rote Liste 2020) AfrikaAsienEuropaNordamerikaSüdamerikaAustralien
EntdeckungOrdnung mit 8.055 Arten (AmphibiaWeb, Stand 10. Oktober 2026)
SonstigesGruppenseite: Froschlurche sind eine ganze Ordnung. Eine Gesamteinstufung auf der Roten Liste gibt es nicht, bewertet werden einzelne Arten. Laut Global Amphibian Assessment sind 40,7 Prozent aller Amphibienarten bedroht.

Was ist ein Frosch?

Frösche gehören zu den Amphibien, auch Lurche genannt. Die Amphibien werden in drei Ordnungen eingeteilt: die Froschlurche (Anura), die Schwanzlurche (Caudata) mit Salamandern und Molchen sowie die Gymnophiona, die im Englischen "caecilians" heißen. Mit "Frosch" ist in diesem Artikel die ganze Ordnung der Froschlurche gemeint, also auch Kröten und Unken.

Artenzahl: Die Datenbank AmphibiaWeb der Universität von Kalifornien in Berkeley zählt 8.055 Froschlurch-Arten (Stand: 10. Oktober 2026). Damit sind fast neun von zehn Amphibienarten Frösche. Insgesamt kennt AmphibiaWeb 9.136 Amphibienarten. Jedes Jahr werden neue Arten entdeckt: Seit 1985 ist die Zahl der bekannten Amphibienarten um mehr als 60 Prozent gestiegen.

Die artenreichste Gattung ist Pristimantis aus dem Norden Südamerikas mit mehr als 500 Arten.

Frosch oder Kröte?

Viele Menschen fragen sich, worin sich Frösche und Kröten unterscheiden. Die Antwort überrascht: Wissenschaftlich sind alle Kröten auch Frösche, denn sie gehören zu den Froschlurchen. "Kröte" ist ein umgangssprachlicher Name. Laut AmphibiaWeb ist das englische Wort "toad" ein umgangssprachlicher Name für die große Familie der Echten Kröten (Bufonidae).

Trotzdem gibt es typische Unterschiede, die oft, aber nicht immer zutreffen:

Merkmaltypischer Froschtypische Kröte
Körperschlankplump und schwer
Hinterbeinelang, gut zum Springenkürzer, eher zum Laufen und Hüpfen
Hautglatt und feuchttrockener, oft mit Warzen
Lebensraumoft im oder am Wasserhäufiger an Land
Zähnemeist Zähne im OberkieferEchte Kröten haben gar keine Zähne

Ausnahmen gibt es viele: Manche Frösche leben fern vom Wasser, und manche Kröten haben eine glatte Haut. Viele Kröten haben hinter den Augen große Drüsen, die Ohrdrüsen. Daraus können sie ein brennendes, milchiges Gift absondern. Außerdem blähen sie sich bei Gefahr auf, damit sie für einen Angreifer zu groß zum Schlucken wirken.

Aussehen und Körperbau

Kein Schwanz, kein Hals: Erwachsene Frösche haben keinen Schwanz. Einen Hals haben sie praktisch auch nicht. Den Kopf können sie deshalb kaum drehen. Dafür haben die meisten Arten große, vorstehende Augen, mit denen sie in fast alle Richtungen sehen.

Ohren: Die Ohren eines Frosches sind flache, runde Hautstellen direkt neben den Augen. Man nennt sie Trommelfell.

Sprungbeine: Kräftige Muskeln in den Hinterbeinen machen Frösche zu guten Springern. Je länger die Hinterbeine, desto weiter kann ein Frosch meist springen. Manche afrikanische Frösche schaffen über 4 Meter mit einem Satz. Andere Arten laufen oder rennen lieber, und im Wasser lebende Frösche flüchten schwimmend.

Haut: Frösche haben weder Fell noch Federn noch Schuppen. Ihre dünne Haut ist feucht, mit Schleimdrüsen bedeckt und durchlässig. Frösche atmen über ihre Lunge und zusätzlich über die Haut. Über feuchte Flächen nehmen sie auch Wasser durch die Haut auf. In trockener Umgebung verlieren sie dagegen schnell Wasser.

Farben: Es gibt zwei typische Farbstrategien. Grelle Farben, etwa bei den Pfeilgiftfröschen, warnen Feinde vor giftiger Haut. Grün oder braun gefleckte Arten sind dagegen gut getarnt.

Glasfrösche: Bei vielen Glasfröschen (Familie Centrolenidae) ist die Haut am Bauch durchsichtig. Man kann hindurch die inneren Organe sehen, und manche haben sogar grüne Knochen.

Rekorde

  • Größter Frosch: der Goliathfrosch (Conraua goliath) aus Afrika. Er wird bis zu 32 cm lang und über 3 kg schwer.
  • Kleinster Frosch:Brachycephalus pulex aus Brasilien mit nur 7,1 mm Gesamtlänge. Er ist wahrscheinlich das kleinste Wirbeltier der Welt.
  • Gewicht: Die meisten Frösche wiegen weniger als 200 g.
  • Höchstes Alter: Eine Erdkröte lebte in Menschenobhut 36 Jahre.
  • Höchster Lebensraum: Der asiatische Frosch Scutiger boulengeri wurde noch in 5.270 m Höhe gefunden.

Verbreitung und Lebensraum

Frösche leben fast überall auf der Erde, nur nicht in der Antarktis. Man findet sie in Regenwäldern, auf kühlen Berghängen und sogar in Wüsten. Je nach Art leben sie im Wasser, an Land oder auf Bäumen.

Die meisten Frösche brauchen Süßwasser, damit ihre Haut nicht austrocknet. Sie leben deshalb in oder an Gewässern und in Sümpfen. Es gibt aber erstaunliche Ausnahmen: Ein australischer Wüstenfrosch gräbt sich tief in den Boden ein, um nicht auszutrocknen. Ein Baumfrosch aus dem trockenen Gran Chaco in Südamerika reibt sich mit einer wachsartigen Schicht ein, die ihn vor dem Verdunsten schützt.

Frostschutz: Der Waldfrosch (Rana sylvatica) lebt bis nach Kanada und Alaska. Im Winter friert er ein. Stoffe wie Traubenzucker in seinem Blut verhindern, dass das Eis ihn schädigt.

Ernährung

Erwachsene Frösche sind Fleischfresser. Die meisten fressen Insekten, Spinnen, Würmer und Nacktschnecken. Größere Arten erbeuten auch Mäuse, Vögel, kleine Reptilien und andere Amphibien. Weil sie so viele Insekten fressen, sind Frösche in vielen Lebensräumen wichtig für das Gleichgewicht der Natur.

Kaulquappen ernähren sich meist ganz anders: Sie fressen Algen, Pflanzen und zerfallende Reste. Bei einigen Arten sind aber auch die Kaulquappen Räuber und fressen sogar andere Kaulquappen.

Fortpflanzung: vom Laich zum Frosch

Froschkonzert: Wer nachts an einem Teich vorbeigeht, hört oft ein lautes Quaken. Das sind Männchen, die Weibchen anlocken und Rivalen warnen. Jede Froschart hat ihren eigenen Ruf.

Paarung: Hat sich ein Weibchen für ein Männchen entschieden, klammert sich das Männchen an ihm fest. Das Weibchen gibt seine Eier ab, und das Männchen befruchtet sie. Die Befruchtung findet also meist außerhalb des Körpers statt. Je nach Art legt ein Weibchen 2 bis über 50.000 Eier.

Vom Ei zur Kaulquappe: Die meisten Frösche legen ihren Laich ins Wasser oder an feuchte Stellen. Je nach Art schlüpfen die Larven nach 14 bis 23 Tagen, manchmal schon nach 48 Stunden. Die Larven heißen Kaulquappen. Sie haben einen runden Kopf, einen Schwanz und Kiemen wie ein Fisch.

Die Verwandlung: Nach und nach wachsen der Kaulquappe Beine. Der Schwanz wird vom Körper abgebaut, die Kiemen verschwinden, und der junge Frosch atmet Luft. Diese Verwandlung heißt Metamorphose. Bei den meisten Fröschen dauert die Larvenzeit einige Monate. Danach folgt ein langes Leben an Land, und zur Paarung kehren die Frösche ans Wasser zurück. Geschlechtsreif werden Frösche je nach Art mit 2 Monaten bis 3 Jahren, in kalten Gegenden manchmal noch später.

Frösche ohne Kaulquappen

Nicht alle Frösche halten sich an diesen Ablauf:

  • Die über 500 Pristimantis-Arten legen ihre Eier an Land. Daraus schlüpfen gleich kleine Frösche, ganz ohne Kaulquappen-Stadium.
  • Einige afrikanische Arten der Gattung Nectophrynoides bringen lebende Junge zur Welt.
  • Beim Darwin-Nasenfrosch wachsen die Jungen in der Schallblase des Männchens heran, bis sie sich verwandelt haben.
  • Bei der Wabenkröte Pipa pipa wachsen die Eier in die Rückenhaut der Mutter ein. Nach einigen Monaten schlüpfen fertige kleine Frösche aus ihrem Rücken.
  • Beim Erdbeerfröschchen Oophaga pumilio trägt die Mutter die Kaulquappen auf dem Rücken zu kleinen Wasserbecken in Pflanzen hoch oben in den Bäumen. Dort füttert sie sie mit unbefruchteten Eiern.
  • Der Magenbrüterfrosch Rheobatrachus silus brütete seine Jungen im Magen aus. Er wurde in der Natur seit 1981 nicht mehr gesehen.

Riesen-Kaulquappen: Die Kaulquappen des Frosches Pseudis paradoxa werden bis zu 22 cm lang, drei- bis viermal so lang wie die erwachsenen Frösche.

Frösche in Deutschland

In der Roten Liste der Amphibien Deutschlands von 2020 stehen 14 einheimische Froschlurche. Mitgezählt ist dabei der Teichfrosch. Er ist laut Roter Liste keine eigene Art, sondern eine Hybridform, die ursprünglich aus Kreuzungen von Kleinem Wasserfrosch und Seefrosch entstanden ist. Dazu kommt der eingeschleppte Nordamerikanische Ochsenfrosch, der sich in Deutschland angesiedelt hat.

ArtRote Liste Deutschland 2020
Erdkröte, Teichfroschungefährdet
Grasfrosch, SpringfroschVorwarnliste
Knoblauchkröte, Laubfrosch, Moorfroschgefährdet
Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Rotbauchunke, Kreuzkröte, Wechselkrötestark gefährdet
Kleiner WasserfroschGefährdung unbekannten Ausmaßes
SeefroschDaten unzureichend

Zu den stark gefährdeten Arten gehören Pionierarten, Arten, die eng an Abgrabungen gebunden sind, und Arten, deren Lebensräume in der Kulturlandschaft verloren gehen. Mehr über Gelbbauchunke und Rotbauchunke steht auf der Seite Unke.

Bedrohung: das Amphibiensterben

Die am stärksten bedrohten Wirbeltiere: 2023 erschien die zweite weltweite Bewertung aller Amphibien (Global Amphibian Assessment) für die Rote Liste der IUCN. Von 8.011 untersuchten Amphibienarten sind 40,7 Prozent bedroht. Damit sind Amphibien die am stärksten gefährdete Klasse der Wirbeltiere. Mindestens 37 Arten sind nachweislich ausgestorben. Rechnet man alle Arten dazu, die vermutlich schon ausgestorben sind, könnten es bis zu 222 sein.

Die Ursachen: Bei den bedrohten Arten ist der Verlust von Lebensraum die häufigste Gefahr: Landwirtschaft betrifft 77 Prozent dieser Arten, Holzeinschlag und das Sammeln von Pflanzen 53 Prozent und der Bau von Straßen und Siedlungen 40 Prozent. Klimawandel und Krankheiten betreffen jeweils 29 Prozent. Seit 2004 ist der Klimawandel sogar die häufigste Ursache dafür, dass Arten in eine höhere Gefährdungsstufe rutschen. Dazu kommen Straßen, auf denen wandernde Frösche überfahren werden, eingeschleppte Fressfeinde und Gifte in Flüssen und Teichen.

Der Chytridpilz

Eine besonders große Gefahr ist der Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis). Er lebt im Wasser und befällt die dünne Haut der Frösche. Die Tiere können dann nicht mehr richtig über die Haut atmen und Wasser aufnehmen. Bei Kaulquappen wächst der Pilz auf den Mundwerkzeugen, sodass sie nicht mehr fressen können. Die Krankheit heißt Chytridiomykose.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 hat das Ausmaß berechnet: Die Chytridiomykose hat in den letzten 50 Jahren zum Rückgang von mindestens 501 Amphibienarten beigetragen. 90 davon gelten als vermutlich ausgestorben. Am schlimmsten traf es große Froscharten mit kleinem Verbreitungsgebiet in feuchten Gegenden Amerikas und Australiens. Die meisten Rückgänge gab es in den 1980er-Jahren. Nur 12 Prozent der betroffenen Arten erholen sich, bei 39 Prozent gehen die Bestände weiter zurück. Es ist der größte bekannte Verlust an Artenvielfalt, der auf eine Krankheit zurückgeht.

Häufige Fragen zum Frosch

Was ist der Unterschied zwischen Frosch und Kröte?

Wissenschaftlich gibt es keinen festen Unterschied: Alle Kröten gehören zu den Froschlurchen. Typische Kröten sind aber plumper, haben kürzere Beine und eine trockenere, warzige Haut. Echte Kröten haben außerdem keine Zähne.

Wie viele Froscharten gibt es?

AmphibiaWeb zählt 8.055 Arten von Froschlurchen (Stand Oktober 2026). Jedes Jahr kommen neue Arten dazu.

Wie wird aus einer Kaulquappe ein Frosch?

Aus dem Laich schlüpfen Kaulquappen mit Schwanz und Kiemen. Nach und nach wachsen ihnen Beine, der Schwanz wird abgebaut und die Kiemen verschwinden. Diese Metamorphose dauert bei den meisten Arten einige Monate.

Was fressen Frösche?

Erwachsene Frösche fressen vor allem Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken, große Arten auch Mäuse und Vögel. Kaulquappen fressen meist Algen, Pflanzen und zerfallende Reste.

Welcher Frosch ist der größte der Welt?

Der Goliathfrosch aus Afrika. Er wird bis zu 32 cm lang und über 3 kg schwer. Der kleinste Frosch, Brachycephalus pulex, ist dagegen nur 7,1 mm lang.

Warum sind Frösche bedroht?

Vor allem, weil ihre Lebensräume verschwinden. Hinzu kommen der Klimawandel und Krankheiten wie die vom Chytridpilz ausgelöste Chytridiomykose, die weltweit zum Rückgang von mindestens 501 Amphibienarten beigetragen hat.

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Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Frosch
7 mm bis 32 cm

Der Frosch ist mit 7 mm bis 32 cm sehr unterschiedlich groß. Die kleinsten Exemplare sind nicht größer als eine Biene (1,5 cm), die größten bleiben aber kleiner als ein Kind (1,2 m).