Gepard

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Schlanker Gepard mit gelbem, schwarz getupftem Fell und dunklen Tränenstreifen im Gesicht steht auf einem Erdhügel vor trockenem Gras und blauem Himmel
flowcomm / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Kurz erklärt

Der Gepard ist eine schlanke, langbeinige Raubkatze aus Afrika und das schnellste Landtier der Welt. Bei Messungen erreichte er rund 93 bis 104 km/h, allerdings nur für wenige Sekunden. Geparden jagen am Tag, vor allem Gazellen und andere kleine Antilopen. Geparden sind gefährdet: Nach einer Schätzung gibt es nur noch etwa 7.100 Tiere.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameAcinonyx jubatus
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
  • Gattung: Acinonyx
  • Art: Gepard
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 112 bis 150 cm, dazu ein 60 bis 84 cm langer Schwanz; Schulterhöhe etwa 67 bis 94 cm
KörpergewichtMeist etwa 34 bis 64 kg; die bekannte Spanne reicht von 21 bis 72 kg. Männchen sind etwas größer als Weibchen
ErnährungFleischfresser: vor allem kleine und mittelgroße Antilopen wie Gazellen, Impalas, Springböcke und Ducker, dazu Jungtiere größerer Huftiere, Hasen und Vögel; frisst kein Aas
LebenserwartungIn freier Natur meist 6 bis 10 Jahre, in Menschenobhut im Mittel etwa 12 bis 15 Jahre
SozialverhaltenWeibchen leben allein mit ihren Jungen; Männchen oft in lebenslangen Gruppen aus meist 2 bis 3 Brüdern (Koalitionen)
HerkunftAfrika und Westasien
Verbreitung Vor allem östliches und südliches Afrika (Schwerpunkte Namibia, Botswana, Kenia und Tansania), kleinere Vorkommen in Nordafrika und im Sahel; in Asien nur noch im Iran AfrikaAsien
EntdeckungErstbeschreibung 1775 durch Schreber (als Felis jubata); manche Quellen nennen 1776
GefährdungVU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2024)
SonstigesNach einer Schätzung von 2016 leben weltweit nur noch etwa 7.100 Geparden, auf rund 9 Prozent ihres früheren Verbreitungsgebiets. Einziger lebender Vertreter der Gattung Acinonyx.

Die schnellste Katze der Welt

Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist eine Raubkatze aus Afrika, die ganz auf Geschwindigkeit gebaut ist. Er ist das schnellste Landtier der Welt. Anders als Löwe, Leopard oder Tiger gehört er nicht zu den Großkatzen der Gattung Panthera, sondern zur Unterfamilie der Kleinkatzen, auch wenn er viel größer ist als eine Hauskatze. Er ist die einzige heute lebende Art seiner Gattung Acinonyx.

Geparden sind schlank, haben lange Beine, einen kleinen runden Kopf und einen langen Schwanz. Statt zu brüllen, schnurren, zwitschern und fauchen sie. Anders als die meisten Katzen jagen sie am Tag.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Ein Gepard ist ohne Schwanz 112 bis 150 cm lang. Der Schwanz misst noch einmal 60 bis 84 cm. An der Schulter ist ein Gepard etwa 67 bis 94 cm hoch. Die meisten Geparden wiegen 34 bis 64 kg, die gesamte bekannte Spanne reicht von 21 bis 72 kg. Männchen sind etwas größer als Weibchen.

Fell: Das kurze, raue Fell ist gelblich bis hellbraun und fast überall mit runden oder ovalen, schwarzen Tupfen bedeckt. Die Tupfen sind 1,9 bis 3,8 cm groß. Kehle und Bauch sind weiß und ungefleckt. Am Schwanzende sitzen vier bis sechs schwarze Ringe und eine weiße oder schwarze Quaste. Wie ein Fingerabdruck ist das Muster bei jedem Tier anders. Forschende erkennen einzelne Geparden daran wieder.

Tränenstreifen: Vom inneren Augenwinkel bis zum Maul läuft auf jeder Seite ein schwarzer Streifen. Vermutlich mindert er die Blendung durch die Sonne bei der Jagd.

Königsgeparden: Sehr selten gibt es Geparden mit längerem Fell und dunklen Streifen statt Tupfen auf dem Rücken. Man hielt sie 1927 für eine eigene Art. Heute weiß man, dass es nur eine seltene Fellvariante ist, die auch in Zoos bei Jungen normal gefleckter Eltern auftritt.

Gepard oder Leopard?

Die beiden Katzen werden oft verwechselt. Der Leopard ist aber viel kräftiger und schwerer und trägt Rosetten, also Ringe aus Flecken. Der Gepard hat einfache, volle Tupfen, lange dünne Beine, einen kleineren Kopf und die typischen Tränenstreifen.

Wie schnell ist ein Gepard wirklich?

Über die Geschwindigkeit des Geparden kursieren viele Zahlen. Wissenschaftlich veröffentlicht sind vor allem diese beiden Messungen:

Rund 104 km/h auf der Rennstrecke: 1997 veröffentlichte der Forscher N. C. C. Sharp die Zeitmessung eines erwachsenen Geparden. Er lief eine abgemessene Strecke von 201 Metern mit fliegendem Start. Im Mittel von drei Läufen erreichte er 29 Meter pro Sekunde, also etwa 104 km/h. Das ist laut der Studie die höchste zuverlässig gemessene Laufgeschwindigkeit eines Tieres.

Rund 93 km/h bei der Jagd in freier Wildbahn: 2013 stattete ein Team um Alan Wilson fünf wild lebende Geparden in Botswana mit Halsbändern aus, die GPS-Empfänger und Bewegungssensoren enthielten. So wurden 367 Läufe aufgezeichnet, die meisten davon Jagden. Der schnellste Wert lag bei 25,9 Metern pro Sekunde, also rund 93 km/h. Bei den meisten Jagden liefen die Geparden jedoch nur mäßig schnell. Beeindruckend waren dagegen ihre Werte beim Beschleunigen, Abbremsen und in engen Kurven: Sie gehören zu den höchsten, die je bei Landsäugetieren gemessen wurden.

Und die 110 oder 120 km/h? Höhere Zahlen liest man oft. Der Smithsonian-Zoo nennt zum Beispiel 96 bis 112 km/h als Spitzentempo. Die beiden Messungen oben ergaben dagegen rund 104 km/h auf der Rennstrecke und rund 93 km/h bei der Jagd. Bei echten Jagden sind Geparden meist deutlich langsamer.

Warum ist der Gepard so schnell? Sein Körper ist schlank, die Knochen sind leicht. Die biegsame Wirbelsäule wirkt beim Laufen wie eine Feder und verlängert jeden Sprung. Die Schulterblätter sind nicht fest mit dem Schlüsselbein verbunden, was den Schritt zusätzlich verlängert. Große Nasenöffnungen und Lungen versorgen den Körper beim Sprint mit viel Luft. Der lange Schwanz dient bei schnellen Wendungen als Steuer. Die Krallen lassen sich nur wenig einziehen, sind stumpf und greifen wie Spikes in den Boden. Deshalb sieht man in der Fährte eines Geparden die Krallenspitzen, fast wie bei einem Hund.

Der Preis für das Tempo: Wegen der großen Nasengänge bleibt im Schädel wenig Platz für lange Zahnwurzeln. Geparden haben deshalb kleine Zähne und sind im Kampf schwach. Gegen Löwen haben sie keine Chance und flüchten lieber.

Verbreitung und Lebensraum

Früher lebten Geparden in weiten Teilen Afrikas, auf der Arabischen Halbinsel, im Nahen Osten und bis nach Indien und Zentralasien. Heute kommen sie nur noch auf etwa 9 Prozent dieser Fläche vor.

Die meisten Geparden leben im östlichen und südlichen Afrika, vor allem in Kenia und Tansania sowie in Namibia und Botswana. Kleinere Vorkommen gibt es in Nordafrika und im Sahel. In Asien überlebt nur noch der Asiatische Gepard im Iran, und er ist vom Aussterben bedroht. In mindestens 13 Ländern sind Geparden in den letzten 50 Jahren verschwunden.

Geparden brauchen weite, offene Landschaften mit viel Beute: Grasland, Savannen und Halbwüsten. In Namibia leben sie auch in dichterem Buschland und im Gebirge, oft auf Farmland.

Ernährung

Geparden sind reine Fleischfresser. Sie jagen vor allem kleine und mittelgroße Antilopen wie Gazellen, Impalas, Springböcke und Ducker. Außerdem erbeuten sie Jungtiere größerer Huftiere wie Warzenschweine, Kudus, Kuhantilopen oder Oryx, dazu Hasen und Bodenvögel.

So jagt der Gepard: Vom Aussichtspunkt, etwa einem Termitenhügel, hält er Ausschau. Dabei verlässt er sich vor allem auf seine Augen, weniger auf die Nase. Dann schleicht er sich bis auf etwa 90 Meter an. Erst dann startet er den Sprint, der meist nur rund 20 Sekunden dauert. Hat er die Beute erreicht, packt er sie an der Kehle. Weil seine Zähne klein sind, erstickt er größere Beute, indem er ihr die Luftröhre zudrückt. Kleine Tiere wie Hasen tötet er mit einem Biss. Laut dem Smithsonian-Zoo gelingt etwa die Hälfte der Jagden, andere Quellen nennen weniger.

Beute in Gefahr: Nach der Jagd muss der Gepard schnell fressen. Löwen, Hyänen und manchmal Gruppen von Geiern jagen ihm die Beute ab. Laut dem Smithsonian-Zoo verlieren Geparden so etwa die Hälfte ihrer Nahrung. Zu einer Beute kehren sie nicht zurück, und Aas fressen sie nicht.

Verhalten und Lebensweise

Tagaktiv: Die meisten Katzen jagen nachts. Geparden dagegen sind am Tag unterwegs und jagen vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag.

Einzelgängerinnen: Erwachsene Weibchen leben allein oder mit ihren Jungen. Ihre Streifgebiete sind sehr unterschiedlich groß: Manche umfassen nur 50 bis 130 km², andere 800 bis 950 km², wenn die Weibchen wandernden Gazellenherden folgen. Die Gebiete verschiedener Weibchen überlappen sich.

Brüder-Bünde: Junge Männchen bleiben oft ihr Leben lang mit ihren Brüdern zusammen. Eine solche Gruppe heißt Koalition und besteht meist aus zwei oder drei Tieren. Gemeinsam verteidigen sie ein Revier, das meist nur 13 bis 26 km² groß ist und in dem möglichst viele Beutetiere und Weibchen vorkommen. Einzelne Männchen überleben seltener lange.

Stimme: Geparden können nicht brüllen. Der häufigste Laut ist ein vogelähnliches Zwitschern, das man bis zu 1,6 Kilometer weit hören kann. Außerdem schnurren, fauchen, knurren und bellen sie.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Paarung: Geparden haben keine feste Paarungszeit. Die meisten Jungen kommen aber in der Regenzeit zur Welt, wenn auch die Gazellen Junge bekommen und es viel Beute gibt.

Geburt: Die Tragzeit dauert 90 bis 95 Tage. Ein Wurf hat in freier Natur durchschnittlich etwa drei Junge, höchstens sechs. Die Jungen wiegen bei der Geburt 250 bis 300 Gramm und sind blind. Nach 4 bis 11 Tagen öffnen sie die Augen.

Versteckt im Gras: Die Mutter versteckt die Jungen rund acht Wochen lang in hohem Gras, zwischen Felsen oder im Sumpf und trägt sie immer wieder an neue Verstecke. Die Kleinen haben eine lange, rauchgraue Rückenmähne, die sie vermutlich im Gras tarnt.

Lernen und Selbstständigkeit: Mit etwa sechs Wochen folgen die Jungen der Mutter auf die Jagd. Mit etwa sechs Monaten bringt sie ihnen lebende Beute, damit sie das Töten üben. Mit 15 bis 18 Monaten verlässt die Mutter ihre Jungen. Die Geschwister bleiben dann noch etwa ein halbes Jahr zusammen, bevor die Schwestern eigene Wege gehen.

Hohe Verluste: Das Leben junger Geparden ist gefährlich. Im Serengeti-Nationalpark sterben etwa 90 Prozent der Jungen in den ersten drei Lebensmonaten.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Löwen und Hyänen töten vor allem junge Geparden und stehlen erwachsenen die Beute.

Mensch: Die größten Gefahren gehen vom Menschen aus. Rund 77 Prozent des heutigen Verbreitungsgebiets liegen außerhalb von Schutzgebieten, oft auf Farmland. Dort sind Geparden vielen Bedrohungen ausgesetzt, und mit wachsenden Siedlungen und Farmen geht ihr Lebensraum verloren oder wird zerschnitten.

Wenig genetische Vielfalt: Geparden sind sich genetisch sehr ähnlich. Das macht sie anfälliger für Krankheiten. Vermutlich ging ihr Bestand vor etwa 10.000 Jahren einmal extrem zurück.

Wie viele gibt es noch? Eine große Studie aus dem Jahr 2016 schätzte den weltweiten Bestand auf etwa 7.100 Geparden. Um 1900 sollen es noch rund 100.000 gewesen sein.

Rote Liste: Die IUCN stuft den Geparden weltweit als gefährdet (Vulnerable) ein. Die aktuelle Einstufung wurde 2024 veröffentlicht. Einige Unterarten, etwa der Asiatische Gepard im Iran, sind noch stärker bedroht. Geparden stehen in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), der internationale Handel mit ihnen ist damit grundsätzlich verboten.

Häufige Fragen zum Geparden

Wie schnell ist ein Gepard?

Die höchste gemessene Geschwindigkeit liegt bei etwa 104 km/h auf einer Rennstrecke. Bei wilden Geparden auf der Jagd wurden bis zu rund 93 km/h gemessen, meist laufen sie aber langsamer. Manche Quellen nennen bis zu 112 km/h.

Wie lange kann ein Gepard so schnell rennen?

Nur kurz. Ein Sprint dauert meist etwa 20 Sekunden. Sein Spitzentempo hält ein Gepard laut dem Smithsonian-Zoo nur etwa 270 Meter weit durch.

Was frisst ein Gepard?

Vor allem kleine und mittelgroße Antilopen wie Gazellen, Impalas und Springböcke, dazu Jungtiere größerer Huftiere, Hasen und Vögel. Aas frisst er nicht.

Ist der Gepard eine Großkatze?

Nein. Er ist zwar groß, gehört aber zur Unterfamilie der Kleinkatzen. Anders als Löwe, Tiger oder Leopard kann er nicht brüllen, sondern schnurrt und zwitschert.

Wie viele Geparden gibt es noch?

Nach einer Schätzung von 2016 leben weltweit nur noch etwa 7.100 Geparden. Die meisten davon leben im südlichen und östlichen Afrika, im Iran gibt es nur noch sehr wenige.

Was ist der Unterschied zwischen Gepard und Leopard?

Der Gepard ist schlanker und leichter, hat lange Beine, volle schwarze Tupfen und dunkle Tränenstreifen im Gesicht. Der Leopard ist kräftiger und trägt Rosetten, also ringförmige Flecken.

Ähnliche Tiere

  • Leopard - wird oft mit dem Geparden verwechselt
  • Löwe - größter Feind und Konkurrent des Geparden in der Savanne
  • Serval - eine schlanke, langbeinige Katze aus Afrikas Grasland
  • Hyäne - stiehlt Geparden oft die Beute
  • Impala - eines der wichtigsten Beutetiere
  • Springbock - eine typische Beute im südlichen Afrika

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Gepard
1,12 bis 1,5 m

Wie groß ist der Gepard wirklich? Mit 1,12 bis 1,5 m überragt er einen Fußball (22 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an einen Erwachsenen (1,8 m) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 6 Fußbälle übereinander stapeln, um so groß wie ein Gepard zu werden. Selbst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) wirkt daneben noch winzig.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Gepard
21 bis 72 kg

Ein Gepard bringt 21 bis 72 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Erwachsener (75 kg). Anders ausgedrückt: Der Gepard wiegt so viel wie etwa 12 Hauskatzen.