Gespenstschrecke

Körperliche Merkmale

Bei den Gespenstschrecken handelt es sich um eine Ordnung von Insekten, von der weltweit mehr als 3.000 bekannte Arten existieren. In regelmäßigen Abständen werden weiterhin neue Arten entdeckt und beschrieben. Das rührt daher, dass die Tiere über die unterschiedlichsten Tarnungsmöglichkeiten verfügen und so oft kaum erkennbar in ihren Verstecken ruhen.
Je nach Art können sie bis zu einem Meter groß werden. Das größte Exemplar ist die sogenannte Riesenstabschrecke, die auch als „Wandelnder Ast“ bekannt ist. Ihre Gesamtlänge von mehr als 50 Zentimetern sorgt dafür, dass es sich hierbei um das längste pflanzenfressende Insekt auf unserem Planeten handelt. Dem stehen aber auch wesentlich kleinere Arten gegenüber, wie etwa die Timema cristinae, die nur eineinhalb Zentimeter lang werden.
Nicht nur in ihrer Körpergröße, sondern auch in der sonstigen Optik unterscheiden sich die einzelnen Arten stark voneinander. Einzelne Vertreter sind zum Beispiel so dünn wie Stäbe, andere wiederum weisen die unterschiedlichsten Körperformen auf. Viele Gespenstschrecken sind entweder einfarbig grün oder braun. Es gibt jedoch auch einige Arten, die rot, gelb, schwarz oder blau gemustert sind. Hierbei handelt es sich dann um jene Vertreter, die in subtropischen Gegenden zu Hause sind.
Gemeinsam haben sie das für Insekten typische vordere Brustsegment, das auffällig kurz ist. Dem steht ein im Verhältnis dazu sehr langes Mittelsegment gegenüber. Sämtliche Gespenstschrecken besitzen einen sehr beweglichen Kopf, der immer nach vorne gerichtet ist. Einzelne Arten sind mit Dornen besetzt, andere wiederum haben kleine Hocken oder gar Stacheln. Es gibt auch Gespenstschrecken, deren Körperoberfläche besonders glatt ist.
Durch einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus unterscheiden sich Männchen und Weibchen sehr stark voneinander. Dabei sind die männlichen Schrecken in der Regel deutlich kleiner als die Weibchen und darüber hinaus auch noch beflügelt. Außerdem besitzen sie eine ganz andere Farbe und Körperform, obwohl sie derselben Unterart angehören.

Verbreitung und Lebensraum

In freier Wildbahn kommen Gespenstschrecken entweder in subtropischen oder tropischen Zonen Südostasiens vor. Dabei besiedeln sie insbesondere baumreiche Gegenden. Nur wenige Arten sind direkt in Europa beheimatet. Tiere, die man hierzulande in Tiergärten oder Zoos vorfindet, benötigen besondere Vorrichtungen, um über ausreichend Licht und Wärme zu verfügen.

Ernährung

Als Pflanzenfresser ernähren sie sich überwiegend von Blättern und anderen Pflanzenteilen. Es gibt aber auch einzelne Arten, die Blüten oder Beeren zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Bereits im Ei erfolgt die Entwicklung der jungen Gespenstschrecken. Diese kann bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die geschlüpften jungen Insekten unterscheiden sich dann nur in ihrer Größe von den ausgewachsenen Tieren.

Besonderes

Es gibt verschiedene Taktiken, welche die Tiere dazu entwickelt haben, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Einige Arten sind dabei so gut getarnt, dass sie von Ästen oder Blättern kaum zu unterscheiden sind. Andere sondern ein übelriechendes Sekret ab, sobald Gefahr besteht oder besitzen leuchtend bunte Flügel, mit denen sie schnell die Flucht ergreifen können. Da sie diese direkt vor dem Angreifer ausbreiten, um blitzschnell auf dem Boden zu landen und dann innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder in die Flügel einpacken, verwirrt das ihre Angreifer in der Regel. Auch die sogenannte Schreckstarre ist ein Schutzmechanismus, der unter den Gespenstschrecken weit verbreitet sind. Zudem konnten einige Forscher beobachten, dass sie sich bei Bedarf Extremitäten als Schutzmechanismus abbrechen.