Großer Panda
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Kurz erklärt
Der Große Panda ist ein schwarz-weißer Bär, der fast nur Bambus frisst. Er wird bis 1,8 Meter lang und bis etwa 125 Kilogramm schwer. Große Pandas leben nur in einigen Bergwäldern in China. Nach der letzten großen Zählung gibt es dort etwa 1.860 wilde Pandas, deshalb gelten sie als gefährdet.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Ailuropoda melanoleuca |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | Kopf-Rumpf-Länge 120 bis 180 cm, dazu ein 10 bis 15 cm kurzer Schwanz; Schulterhöhe 60 bis 90 cm |
| Körpergewicht | Männchen in freier Natur 85 bis 125 kg, Weibchen 70 bis 100 kg; in Zoos werden Männchen bis etwa 150 kg schwer |
| Ernährung | Zu über 98 Prozent Bambus (Blätter, Stängel und Sprossen); selten andere Pflanzen, Aas und Knochen |
| Lebenserwartung | In freier Natur geschätzt 15 bis 20 Jahre, in Zoos etwa 30 Jahre, einzelne Tiere bis 35 Jahre |
| Sozialverhalten | Einzelgänger, die sich vor allem über Duftmarken verständigen; das Junge bleibt 1,5 bis 3 Jahre bei der Mutter |
| Herkunft | China |
| Verbreitung | Sechs Gebirgszüge im Südwesten Chinas in den Provinzen Sichuan, Shaanxi und Gansu, meist in etwa 1.500 bis 3.000 m Höhe Asien |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1869 durch Armand David (als Ursus melanoleucus) |
| Gefährdung | VU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2016) |
| Sonstiges | Bei der vierten landesweiten Zählung in China (veröffentlicht 2015) wurden 1.864 wilde Große Pandas gezählt. 2016 stufte die IUCN die Art von stark gefährdet auf gefährdet herab. Der internationale Handel ist nach CITES Anhang I verboten. |
Ein Bär, der Bambus frisst
Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca) ist ein Bär, auch wenn er ganz anders lebt als seine Verwandten. Er frisst fast nur Bambus, hält keinen Winterschlaf und trägt ein auffälliges schwarz-weißes Fell. Heute lebt er nur noch in einigen Bergwäldern im Südwesten Chinas.
Lange stritten Fachleute darüber, wohin der Panda gehört. Eine Zeit lang zählte man ihn sogar zu den Kleinbären, der Familie des Waschbären. Heute ist klar: Er gehört zur Familie der Bären (Ursidae), zusammen mit Braunbär, Eisbär und Brillenbär.
Großer Panda und Roter Panda: Trotz des ähnlichen Namens ist der Rote Panda (Kleiner Panda) kein naher Verwandter. Er bildet eine eigene Familie. Beide fressen Bambus und haben einen daumenähnlichen Knochen an der Vorderpfote. Diese Ähnlichkeiten sind unabhängig voneinander entstanden, weil beide dieselbe Nahrung nutzen.
Woher kommt der Name? Der Gattungsname Ailuropoda bezieht sich auf die Pfoten, mit denen der Panda seinen Bambus hält. Der Artname melanoleuca beschreibt die schwarz-weiße Färbung. Auf Chinesisch heißt der Panda „Da xiongmao“, was sich mit „große Bärenkatze“ übersetzen lässt.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht: Ein Großer Panda ist ohne Schwanz 120 bis 180 cm lang und etwa so groß wie ein Amerikanischer Schwarzbär. An der Schulter misst er 60 bis 90 cm. Der Schwanz ist nur 10 bis 15 cm lang. Männchen wiegen in freier Natur 85 bis 125 kg, Weibchen 70 bis 100 kg. In Zoos können Männchen bis etwa 150 kg schwer werden. Weibchen sind im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent leichter als Männchen. Bei keiner anderen Bärenart ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern so klein.
Fell: Schwarz sind die Ohren, die Augenflecken, die Beine und ein Band über die Schultern. Der Rest des Körpers ist weiß. Das Fell ist dicht: Die groben, leicht öligen Deckhaare halten Wasser ab, die wollige Unterwolle wärmt im kühlen, feuchten Bergwald.
Warum schwarz-weiß? Ganz sicher weiß man das nicht. Eine Untersuchung von 2021 kam zu dem Ergebnis, dass die Färbung den Panda tarnt: Die dunklen Flecken verschwimmen mit Schatten und Baumstämmen, die weißen mit Pflanzen und Schnee. Aus größerer Entfernung löst das Muster außerdem die Umrisse des Körpers auf. Die Zeichnung am Kopf dient vermutlich auch der Verständigung.
Schädel und Zähne: Der Kopf ist groß und rund. Auf dem Schädel sitzt ein Knochenkamm, an dem kräftige Kaumuskeln ansetzen. Die Backenzähne sind breit und flach und zermahlen harten Bambus. Zusammen erzeugen Schädel und Zähne eine höhere Beißkraft als bei jedem anderen Bären.
Der Pseudo-Daumen: An der Vorderpfote hat der Panda eine Art sechsten Finger. Es ist kein echter Daumen, sondern ein vergrößerter Handwurzelknochen, der mit einem festen Ballen gepolstert ist. Damit kann der Panda Bambusstängel festhalten und drehen.
Verbreitung und Lebensraum
Große Pandas leben heute nur noch in sechs abgelegenen Gebirgszügen in China, in den Provinzen Sichuan, Shaanxi und Gansu. Die größten Bestände gibt es in den Minshan-, Qinling- und Qionglai-Bergen.
Früher weit verbreitet: Noch vor wenigen Jahrhunderten lebten Große Pandas in weiten Teilen Süd- und Mittelchinas. Vor allem im frühen und mittleren 20. Jahrhundert verloren sie viel Lebensraum an Landwirtschaft und Siedlungen. Heute sind sie in Höhenlagen zurückgedrängt, in denen sich Ackerbau kaum lohnt.
Bergwälder mit Bambus: Pandas leben in Nadel-, Laub- und Mischwäldern mit dichtem Bambus-Unterholz, meist in etwa 1.500 bis 3.000 Metern Höhe. Im Süden kommen sie bis etwa 3.600 Meter hoch vor. Diese Wälder sind kühl, feucht und oft in Nebel gehüllt. Am liebsten mögen Pandas alte, ursprüngliche Wälder mit sanften Hängen und Wasser in der Nähe. Dort finden Mütter auch große, hohle Bäume für ihre Jungen.
Kleine Streifgebiete: Weil Bambus überall wächst, müssen Pandas nicht weit laufen. Ein Streifgebiet ist im Durchschnitt nur etwa 7 km² groß, je nach Tier 3 bis 30 km². Die meisten Pandas legen am Tag nur 300 bis 600 Meter Luftlinie zurück. Im Sommer und Winter nutzen sie verschiedene Höhenlagen.
Ernährung
Fast nur Bambus: Über 98 Prozent der Nahrung eines Großen Pandas ist Bambus. Er frisst Blätter, Stängel und im Frühjahr besonders gerne die jungen Bambussprossen. Ganz selten frisst er andere Pflanzen, Aas oder Knochen, manchmal auch Feldfrüchte wie Kürbis oder Bohnen, wenn Bambus knapp ist.
Riesige Mengen: Ein durchschnittlicher Panda von etwa 100 kg frisst täglich 12 bis 15 kg Bambusblätter und -stängel oder 23 bis 38 kg Bambussprossen. Er ist etwa 14 Stunden am Tag aktiv und verbringt davon die meiste Zeit mit Fressen.
Warum so viel? Der Panda hat den Verdauungstrakt eines Fleischfressers. Sein Darm ist nur vier- bis fünfmal so lang wie sein Körper und damit für einen Pflanzenfresser sehr kurz. Die zähen Zellwände des Bambus kann er kaum verdauen. Er nutzt vor allem den Inhalt der Pflanzenzellen, und die Nahrung bleibt nicht lange im Darm. Um genug Energie zu bekommen, muss er deshalb große Mengen fressen und spart Energie, wo er kann.
So frisst ein Panda: Meist sitzt er aufrecht, ähnlich wie ein Mensch auf dem Boden. So hat er die Vorderpfoten frei. Mit Pfote und Pseudo-Daumen hält er den Bambus, schält mit den Zähnen die harte Außenschicht ab und beißt Stücke von 2 bis 5 cm Länge ab.
Wählerisch: Pandas suchen sich die nahrhaftesten Teile aus. Im Frühjahr fressen sie vor allem Sprossen, im Sommer und Herbst hauptsächlich Blätter, im Winter mehr Stängel und ältere Blätter.
Verhalten und Lebensweise
Einzelgänger: Große Pandas leben außerhalb der Paarungszeit allein. Sie verteidigen keine Reviere, die Streifgebiete verschiedener Tiere überlappen sich. Direkte Begegnungen sind trotzdem selten.
Verständigung mit Duft: Pandas reiben Duftstoffe aus Drüsen unter dem Schwanz an Bäume, Steine und Baumstümpfe und hinterlassen Urin und Kratzspuren. Männchen machen dabei manchmal einen Handstand, um ihre Duftmarke möglichst hoch zu setzen. Das zeigt anderen Männchen, wie groß und stark sie sind. Außerdem blöken, zwitschern, schnauben und schnaufen Pandas.
Tag und Nacht aktiv: Pandas sind zu jeder Tageszeit unterwegs. Zwischen den Mahlzeiten schlafen sie meist zwei bis vier Stunden.
Kein Winterschlaf: Anders als andere Bären in ähnlichen Gebieten hält der Große Panda keinen Winterschlaf. Von Bambus allein kann er nicht genug Fett für den Winter anlegen. Dafür steht ihm seine Nahrung das ganze Jahr zur Verfügung.
Klettern: Erwachsene Pandas klettern nur selten, etwa bei Gefahr oder während der Paarungszeit. Junge Pandas zwischen 4 und 14 Monaten sitzen dagegen oft in Bäumen, während ihre Mutter frisst.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Paarung im Frühjahr: Die Paarungszeit liegt zwischen März und Mai. Ein Weibchen ist nur einmal im Jahr und nur 1 bis 3 Tage lang empfängnisbereit. Es lockt die Männchen mit Duftmarken und lauten Rufen an. Oft kämpfen mehrere Männchen um ein Weibchen, meist paart sich das stärkste mit ihr.
Tragzeit: Im Durchschnitt dauert die Trächtigkeit 140 bis 150 Tage, sie kann aber zwischen 84 und 273 Tagen schwanken. Grund ist, dass sich der Keim manchmal erst verzögert einnistet oder entwickelt. Rund drei Viertel der Jungen werden im August oder September geboren.
Winzige Babys: Die Geburt findet in einem hohlen Baum oder einer Felshöhle statt. Ein neugeborener Panda wiegt im Durchschnitt nur etwa 112 Gramm, also kaum mehr als eine Tafel Schokolade. Das ist etwa ein Tausendstel des Gewichts der Mutter. Bei der Geburt ist das Junge rosa, blind und nur mit kurzen weißen Haaren bedeckt. Nach 6 bis 8 Wochen öffnet es die Augen, mit etwa 3 Monaten kann es sich selbst fortbewegen.
Zwillinge: Oft kommen zwei Junge zur Welt. In freier Natur zieht die Mutter aber meist nur eines auf, weil sie nicht zwei gleichzeitig halten und säugen kann. In Zoos helfen Tierpfleger, indem sie die Zwillinge regelmäßig austauschen.
Lange Kindheit: Das Junge trinkt 8 bis 9 Monate Milch und bleibt 1,5 bis 3 Jahre bei der Mutter. Ein Weibchen bekommt deshalb höchstens alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs und zieht im ganzen Leben nur etwa fünf bis acht Junge groß. Geschlechtsreif werden Pandas in Zoos mit 4 bis 6 Jahren, in freier Natur manchmal erst mit 7 bis 8 Jahren.
Feinde und Gefährdung
Natürliche Feinde: Erwachsene Pandas haben kaum Feinde. Junge Pandas können von Leoparden und Rothunden erbeutet werden. Ab etwa 50 kg Gewicht, also mit rund zweieinhalb Jahren, sind sie vermutlich sicher.
Lebensraum: Die größte Gefahr ist der Verlust und die Zerstückelung des Lebensraums. Straßen, Siedlungen, Felder, Bergbau und Staudämme trennen die Wälder. Heute weiden vor allem Pferde, Rinder, Schafe und Yaks in den Pandawäldern und schädigen den Bambus. Es gibt wohl bis zu 33 Teilbestände, und 18 davon haben weniger als zehn Tiere.
Schutz in China: Die Jagd auf Pandas ist in China streng verboten und wird hart bestraft. 1998 verbot China den Holzeinschlag in Naturwäldern. 2021 wurde der Giant-Panda-Nationalpark gegründet, der über 60 bisherige Schutzgebiete vereint. Er schützt etwa 88 Prozent der bekannten wilden Pandas.
Wie viele gibt es noch? Bei der vierten landesweiten Zählung, deren Ergebnis 2015 veröffentlicht wurde, kamen Fachleute auf 1.864 wilde Große Pandas. Nach Angaben der IUCN sind davon etwa 1.040 erwachsen.
Rote Liste: Wegen der Erfolge im Schutz stufte die IUCN den Großen Panda 2016 von „stark gefährdet“ auf gefährdet (Vulnerable) herab. Fachleute betonen aber, dass der Panda weiter Schutz braucht. Sonst könnte er wieder als stark gefährdet gelten. Der Klimawandel könnte die Bambuswälder verschieben und den Lebensraum weiter zerstückeln.
Häufige Fragen zum Großen Panda
Wie groß und schwer wird ein Großer Panda?
Ein Großer Panda wird ohne Schwanz 120 bis 180 cm lang. Männchen wiegen in freier Natur 85 bis 125 kg, Weibchen 70 bis 100 kg. In Zoos werden Männchen bis etwa 150 kg schwer.
Wie viel Bambus frisst ein Panda am Tag?
Ein etwa 100 kg schwerer Panda frisst täglich 12 bis 15 kg Bambusblätter und -stängel oder 23 bis 38 kg Bambussprossen. Dafür braucht er einen großen Teil des Tages.
Ist der Große Panda ein Bär?
Ja. Früher war das umstritten, heute zählt er sicher zur Familie der Bären. Der Rote Panda dagegen gehört zu einer eigenen Familie und ist nur entfernt verwandt.
Ist der Große Panda gefährlich?
Große Pandas wirken gemütlich, sind aber kräftige Bären mit einem sehr starken Biss. Laut dem Smithsonian-Zoo können sie so gefährlich sein wie jeder andere Bär. In freier Natur meiden sie Menschen aber.
Wie viele Große Pandas gibt es noch?
Bei der letzten landesweiten Zählung in China wurden 1.864 wild lebende Große Pandas gezählt. Dazu kommen rund 600 Pandas in Zoos und Zuchtstationen.
Warum ist der Panda schwarz-weiß?
Sicher weiß man es nicht. Eine Studie von 2021 zeigt, dass die Färbung ihn im Wald zwischen Schatten, Baumstämmen, Pflanzen und Schnee gut tarnt. Die Kopfzeichnung dient vermutlich auch der Verständigung.
Ähnliche Tiere
- Roter Panda - frisst ebenfalls Bambus, ist aber kein Bär
- Brillenbär - ein Bär aus Südamerika, der auch viele Pflanzen frisst
- Kragenbär - lebt in Asien und teilt teilweise den Lebensraum mit dem Panda
- Braunbär - ein großer Verwandter aus der Familie der Bären
- Malaienbär - ebenfalls ein Bär aus Asien
Quellen
- Swaisgood, R., Wang, D. & Wei, F. (2016): Ailuropoda melanoleuca. The IUCN Red List of Threatened Species
- Giant Panda (Ailuropoda melanoleuca) Fact Sheet - San Diego Zoo Wildlife Alliance Library
- Giant Panda - Smithsonian's National Zoo and Conservation Biology Institute
- Swaisgood, R.R., Wang, D. & Wei, F. (2018): Panda Downlisted but not Out of the Woods. Conservation Letters 11
- Nokelainen, O. et al. (2021): The giant panda is cryptic. Scientific Reports 11, 21287
Größenvergleich
Ein Großer Panda erreicht eine Körpergröße von 1,2 bis 1,8 m. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und einen Elefanten (3,5 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Große Panda ist etwa 7-mal so groß wie ein Fußball.
Gewichtsvergleich
Ein Großer Panda bringt 70 bis 125 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Kind (25 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Der Große Panda wiegt so viel wie etwa 4 Kinder.