Haubenpinguin
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Kurz erklärt
Der Haubenpinguin brütet fast nur auf einer einzigen Insel: der Macquarie-Insel im Südpolarmeer. Er wird 65 bis 75 Zentimeter groß, trägt gelbe Federschöpfe über den Augen und hat ein weißes Gesicht. Daran erkennt man ihn am besten, denn sein naher Verwandter, der Goldschopfpinguin, hat ein schwarzes Gesicht. Gefressen wird vor allem Krill.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Eudyptes schlegeli |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 65 bis 75 cm |
| Körpergewicht | 3 bis 8 kg |
| Ernährung | Fleischfresser: Krill, Laternenfische und Tintenfische |
| Lebenserwartung | Nicht genau bekannt, für Pinguine in freier Natur werden 15 bis 20 Jahre angenommen |
| Sozialverhalten | Koloniebildung |
| Herkunft | Macquarie-Insel (Subantarktis) |
| Verbreitung | Macquarie-Insel und die benachbarten Bishop-und-Clerk-Inselchen, außerhalb der Brutzeit im Südpolarmeer AustralienMeer |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1876 durch Finsch |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2022) |
| Sonstiges | Das Gewicht schwankt stark: Zu Beginn der Brutzeit 4,2 bis 6,3 kg, nach der Jungenaufzucht nur noch 3 bis 5 kg, vor der Mauser bis zu 8 kg. |
Aussehen und Körperbau
Der Haubenpinguin gehört zu den Schopfpinguinen. Diese Gattung heißt auf Latein Eudyptes, was so viel bedeutet wie "guter Taucher". Über den Augen trägt er orangegelbe Schmuckfedern, die über der Stirn zusammenlaufen und seitlich vom Kopf abstehen. Junge Tiere haben statt des Schopfs nur eine gelbe Federmatte, erst nach der dritten Mauser ist der Kopfschmuck vollständig ausgebildet.
Rücken und Kopfplatte sind schwarz, der Bauch ist weiß. Am Bürzel sitzt ein weißer Fleck, den Jungvögel noch nicht haben. Außerhalb der Brutzeit wirken die Rückenfedern stumpf bronzefarben, nach der Mauser an Land sind sie wieder dunkelblau bis schwarz. Der Schnabel ist groß und rotbraun, die Füße sind leuchtend rosa mit dunklen Sohlen und braunen Krallen.
Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist das Gesicht: Wangen und Kehle des Haubenpinguins sind weiß bis hellgrau. Sein nächster Verwandter, der Goldschopfpinguin, hat dagegen ein schwarzes Gesicht. Beide Arten wurden lange zusammengefasst, heute gilt der Haubenpinguin als eigene Art. Nach Angaben des Australian Antarctic Program ist er bis zu 20 Prozent größer als der Goldschopfpinguin. Auch der Felsenpinguin lebt auf der Macquarie-Insel, seine Schopffedern stehen aber am Ende buschig ab, statt am Kopf anzuliegen.
Haubenpinguine werden 65 bis 75 Zentimeter groß. Männchen sind im Schnitt 73 Zentimeter hoch und rund 6 Kilogramm schwer, Weibchen 69 Zentimeter und etwa 5 Kilogramm. Das Gewicht schwankt im Jahresverlauf stark: Zu Beginn der Brutzeit wiegen die Vögel 4,2 bis 6,3 Kilogramm, nach der Aufzucht der Küken nur noch 3 bis 5 Kilogramm, und vor der Mauser fressen sie sich auf bis zu 8 Kilogramm an. Die Flossen messen rund 18 bis 20 Zentimeter und sind flach wie Ruderblätter.
Verbreitung und Lebensraum
Der Haubenpinguin ist auf der Macquarie-Insel zu Hause, einem schmalen Landstreifen von etwa 34 mal 5 Kilometern im Südpolarmeer zwischen Neuseeland und der Antarktis. Fast der gesamte Weltbestand brütet dort. Auf den benachbarten Bishop-und-Clerk-Inselchen kommen noch einmal rund 1.000 Brutpaare dazu. Ein so kleines Brutgebiet hat sonst kaum eine Vogelart.
Die Nester liegen bis zu 1,6 Kilometer vom Ufer entfernt und bis in 200 Meter Höhe an Hängen und Klippen. An den Hängen bauen die Vögel ihre Nester aus Steinen, am Strand aus Sand. Meist liegen sie in der Nähe von Bächen, die den Pinguinen gleichzeitig als Trinkwasser und als Weg zum Meer dienen.
Wo die Tiere den Winter verbringen, weiß bislang niemand genau. Nach der Mauser verlassen sie die Insel für etwa sechs Monate. Beobachtungen gibt es von Tasmanien bis in den antarktischen Teil des Südpolarmeers. Meldungen aus dem Südatlantik, etwa von den Falklandinseln oder Südgeorgien, sind nicht bestätigt, weil Haubenpinguine dort leicht mit Goldschopfpinguinen verwechselt werden.
Ernährung
Haubenpinguine sind Fleischfresser und jagen im offenen Meer. Den größten Teil der Nahrung machen Krebstiere aus, vor allem zwei Krillarten. Dazu kommen junge Laternenfische und Tintenfische. Untersuchungen des Australian Antarctic Program zeigen, dass Krill etwa die Hälfte der Beute ausmacht, der Rest sind Fische und Tintenfische. Die Anteile ändern sich im Lauf der Brutzeit, und Kolonien an der Ost- und der Westküste der Insel fressen unterschiedlich.
Bei der Jagd tauchen Haubenpinguine meist 6 bis 32 Meter tief. Wenn es sein muss, schaffen sie bis zu 226 Meter. Unter Wasser hilft ihnen eine flache Hornhaut im Auge: Sie sehen dort besonders scharf und können Entfernungen gut einschätzen. Farben nehmen sie im violetten, blauen und grünen Bereich wahr, Rot dagegen nicht.
Die Jagdausflüge führen 68 bis 600 Kilometer weit. Während der Brutzeit suchen die Vögel vor allem südöstlich der Macquarie-Insel nach Nahrung, wo das Meer 4.000 bis 5.000 Meter tief ist. Ein Partner, der das brütende Tier ablöst, kann in drei Wochen über 600 Kilometer zurücklegen.
Verhalten und Lebensweise
Haubenpinguine sind tagaktiv und brüten in riesigen Kolonien. Die größte liegt am Hurd Point auf der Macquarie-Insel und umfasst rund 500.000 Paare. Trotzdem verteidigt jedes Paar seinen eigenen Nestplatz von etwa zwei Quadratmetern.
Ein Männchen, das seinen Nistplatz besetzt hat, schwingt den Kopf schnell hin und her. Damit zeigt es den Nachbarn, dass der Platz vergeben ist. Nähert sich ein Feind bis auf etwa zwei Meter, beugen die Vögel den Kopf in seine Richtung und stoßen zischende oder klagende Laute aus. Kommt er näher, greifen sie mit Schnabel und Flossen an. Nur brütende Weibchen wehren sich nicht: Sie ducken sich über das Ei und halten die Schnabelhiebe aus.
Wer eine fremde Nestreihe durchqueren muss, geht aufrecht, mit gesenktem Kopf und nach vorn gehaltenen Flossen. Diese Haltung gilt nicht als Drohung, ein paar Schnabelhiebe von den Nachbarn kassiert der Vogel trotzdem.
Verständigt wird sich vor allem über Rufe. Der Hauptruf klingt tief und erinnert an das Schreien eines Esels. Kehrt ein Partner ans Nest zurück, verbeugen sich beide, schütteln den Körper, reiben Kopf und Hals aneinander und trompeten gemeinsam. Küken geben im Nest nur einen einzelnen Bettelruf von sich und lernen die Erwachsenenrufe erst, wenn sie das Nest verlassen.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Der Brutablauf ist fast auf den Tag genau getaktet. Ende September kommen die Männchen an Land und besetzen ihre Nistplätze, etwa zehn Tage später folgen die Weibchen. Haubenpinguine leben in Einehe und finden Jahr für Jahr zum selben Partner zurück. Taucht der Partner nicht auf, wirbt das Männchen mit Kopfschwingen und lauten Rufen um ein neues Weibchen.
Mitte bis Ende Oktober legt das Weibchen zwei Eier im Abstand von vier bis sechs Tagen. Das erste Ei ist mit rund 100 Gramm deutlich kleiner als das zweite mit rund 159 Gramm. Es ist oft unbefruchtet, und die Vögel stoßen es häufig schon vor dem Brüten aus dem Nest. Warum sie das tun, ist nicht geklärt. In der Regel wächst deshalb nur ein Küken heran.
Beide Eltern brüten abwechselnd. Nach Angaben des Animal Diversity Web dauert es 32 bis 37 Tage, im Mittel 35, bis die Küken schlüpfen; das Australian Antarctic Program nennt rund 30 Tage. Anfang bis Mitte Dezember ist es so weit. Danach bewacht das Männchen den Nachwuchs drei bis vier Wochen lang, während das Weibchen Nahrung heranschafft. Sind die Küken kräftig genug, schließen sie sich zu Kindergruppen zusammen, sogenannten Crèches. Ab Mitte Januar können beide Eltern auf Nahrungssuche gehen, jeder Ausflug dauert etwa zwei Tage. Ende Februar werden die Jungvögel flügge und gehen selbst ins Meer. Im März und April mausern die erwachsenen Tiere, dann verlassen alle die Insel.
Die meisten Haubenpinguine brüten erst mit etwa fünf Jahren zum ersten Mal, spätestens mit elf Jahren hat jeder Vogel begonnen.
Wie alt Haubenpinguine werden, ist nicht genau bekannt. Für Pinguine in freier Natur werden allgemein 15 bis 20 Jahre angenommen. Viele junge Haubenpinguine sterben schon in den ersten Lebensjahren, weil ihnen die Kraft für die weiten Wege im Meer fehlt. In Zoos werden Haubenpinguine nicht gehalten.
Feinde und Gefährdung
An Land sind Skuas und Ratten die wichtigsten Feinde. Die Subantarktisskua und die eingeschleppte Hausratte holen sich Eier und Küken. Im Wasser können Südliche See-Elefanten den Pinguinen gefährlich werden. Eingeschleppte Hauskatzen, Kaninchen und Wekarallen waren früher ein großes Problem, sie wurden von der Macquarie-Insel entfernt. Gegen Feinde im Wasser hilft die Färbung: Von oben ist der dunkle Rücken vor der Tiefe kaum zu sehen, von unten der weiße Bauch vor dem hellen Wasserspiegel.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Haubenpinguine in großem Stil gejagt, um aus ihnen Öl zu kochen: im Schnitt 150.000 Tiere pro Jahr. Um 1919/20 wurde die Jagd verboten. Der Bestand erholte sich seitdem. Vor der Jagd lebten über drei Millionen Haubenpinguine, heute sind es nach Angaben des Animal Diversity Web etwa 1,7 Millionen.
Die IUCN führte den Haubenpinguin lange als potenziell gefährdet (NT). In der Neubewertung von 2022 stuft sie ihn als nicht gefährdet (LC) ein. Ganz ungefährdet ist er damit nicht: Weil praktisch die gesamte Art auf drei dicht beieinanderliegenden Inseln brütet, könnte ein einziges Ereignis wie eine eingeschleppte Rattenplage, eine Seuche oder ein Ölunfall den ganzen Bestand treffen. Dazu kommen Plastikmüll im Meer, Fischerei, die den Pinguinen Nahrung wegnimmt, und der Klimawandel.
Häufige Fragen zum Haubenpinguin
Wie groß und wie schwer wird ein Haubenpinguin?
Er wird 65 bis 75 Zentimeter groß. Männchen sind im Schnitt 73 Zentimeter hoch und 6 Kilogramm schwer, Weibchen 69 Zentimeter und 5 Kilogramm. Je nach Jahreszeit schwankt das Gewicht zwischen 3 und 8 Kilogramm.
Wo lebt der Haubenpinguin?
Fast ausschließlich auf der Macquarie-Insel im Südpolarmeer zwischen Neuseeland und der Antarktis, dazu auf den kleinen Bishop-und-Clerk-Inselchen. Wo die Vögel den Winter im Meer verbringen, ist bis heute nicht bekannt.
Wie unterscheidet man Hauben- und Goldschopfpinguin?
Am Gesicht: Der Haubenpinguin hat weiße bis hellgraue Wangen, der Goldschopfpinguin schwarze. Außerdem ist der Haubenpinguin bis zu 20 Prozent größer.
Was frisst ein Haubenpinguin?
Vor allem Krill, dazu junge Laternenfische und Tintenfische. Krebstiere machen etwa die Hälfte der Nahrung aus. Auf der Jagd taucht der Haubenpinguin meist 6 bis 32 Meter tief, im Extremfall bis 226 Meter.
Warum wirft der Haubenpinguin ein Ei aus dem Nest?
Das Weibchen legt zwei Eier. Das erste ist kleiner, oft unbefruchtet und wird häufig schon vor dem Brüten aus dem Nest gestoßen. Der Grund dafür ist bislang nicht geklärt. Großgezogen wird meist nur ein Küken.
Ist der Haubenpinguin gefährdet?
Die IUCN stuft ihn seit 2022 als nicht gefährdet (LC) ein, davor galt er als potenziell gefährdet. Riskant bleibt, dass fast der gesamte Bestand auf nur drei benachbarten Inseln brütet.
Ähnliche Tiere
- Goldschopfpinguin - der nächste Verwandte, mit schwarzem Gesicht
- Felsenpinguin - lebt ebenfalls auf der Macquarie-Insel, Schopf steht buschig ab
- Königspinguin - großer Pinguin mit orangefarbenen Ohrflecken
- Kaiserpinguin - der größte Pinguin der Welt
- Eselspinguin - der schnellste schwimmende Pinguin
- Vögel - alle Vögel im Lexikon
- Tiere mit H - weitere Tiere, die mit H beginnen
Quellen
Größenvergleich
Ein Haubenpinguin erreicht eine Körpergröße von 65 bis 75 cm. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Haubenpinguin ist etwa 3-mal so groß wie ein Fußball.
Gewichtsvergleich
Ein Haubenpinguin bringt 3 bis 8 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Haubenpinguin wiegt so viel wie etwa 13 Fußbälle.