Japanbrillenvogel
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Kurz erklärt
Der Japanbrillenvogel ist ein kleiner, olivgrüner Singvogel mit einem leuchtend weißen Ring um jedes Auge. Deshalb sieht es aus, als trage er eine Brille. Er lebt in Japan, Korea, auf den Philippinen und in Indonesien und wurde auf Hawaii eingeführt. Er frisst Insekten, Früchte und Nektar und ist sehr gesellig.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Zosterops japonicus |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 11 bis 12 cm |
| Körpergewicht | 9,75 bis 12,75 g |
| Ernährung | Allesfresser: Insekten, Früchte, Nektar und Baumsaft |
| Lebenserwartung | Keine verlässlichen Angaben |
| Sozialverhalten | Sehr gesellig; außerhalb der Brutzeit in Schwärmen, zur Brutzeit in Paaren mit eigenem Revier |
| Herkunft | Ost- und Südostasien |
| Verbreitung | Japan mit vielen kleineren Inseln, Süden Sachalins, Küsten Koreas, Philippinen und Bergregionen Indonesiens; auf Hawaii eingeführt Asien |
| Entdeckung | Erstbeschreibung durch Temminck und Schlegel, je nach Quelle 1845 oder 1847 |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2019) |
| Sonstiges | Seit einer Neuordnung 2018/2019 gelten die Brillenvögel aus Ostchina, Taiwan und Teilen Südostasiens als eigene Art, der Swinhoe-Brillenvogel (Zosterops simplex). |
Was ist ein Japanbrillenvogel?
Der Japanbrillenvogel (Zosterops japonicus) ist ein kleiner Singvogel aus der Familie der Brillenvögel. Seinen Namen verdankt er dem auffälligen weißen Federring um die Augen, der wie eine Brille aussieht. In Japan heißt er „Mejiro“, das bedeutet „weißes Auge“.
Wissenschaftlich beschrieben wurde die Art von den Zoologen Coenraad Jacob Temminck und Hermann Schlegel, und zwar nach einem Vogel aus Japan. Als Jahr der Beschreibung nennen die Fachlisten 1845 oder 1847.
Eine Art wird neu sortiert: Brillenvögel sehen sich oft sehr ähnlich. Deshalb war lange unklar, welche Vögel zu welcher Art gehören. Eine genetische Untersuchung von 2018 hat die Einteilung stark verändert:
- Die Brillenvögel aus dem Osten Chinas, aus Taiwan, dem Norden Vietnams und von der Malaiischen Halbinsel bis nach Sumatra und Borneo gelten heute als eigene Art, der Swinhoe-Brillenvogel (Zosterops simplex). Früher wurden sie zum Japanbrillenvogel gezählt.
- Dafür wurde der Bergbrillenvogel von den Philippinen und aus Indonesien mit dem Japanbrillenvogel zu einer Art zusammengelegt.
Ältere Bücher und Webseiten beschreiben deshalb oft ein anderes Verbreitungsgebiet als diese Seite.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht: Der Japanbrillenvogel ist etwa 11 bis 12 cm lang und wiegt nur 9,75 bis 12,75 g.
Gefieder: Kopf, Rücken und Bürzel sind olivgrün, der Scheitel etwas gelblicher. Kinn, Kehle und die Federn unter dem Schwanz sind hell- bis kräftig gelb. Die übrige Unterseite ist mattweiß und an den Seiten bräunlich.
Die Brille: Um jedes Auge liegt ein Ring aus weißen Federn. Vor dem Auge wird er von schwarzen Federn unterbrochen, die sich als schwarzer Rand an der unteren Hälfte des Auges fortsetzen. Über dem schwarzen Zügel verläuft ein gelber Streifen. Die Iris ist braun.
Schnabel und Beine: Schnabel, Beine und Füße sind bei erwachsenen Vögeln schwarz.
Männchen und Weibchen: Beide Geschlechter sehen gleich aus. Von außen kann man sie nicht unterscheiden.
Verbreitung und Lebensraum
Nach der heutigen Einteilung lebt der Japanbrillenvogel im Süden der Insel Sachalin, in Japan mit vielen kleineren Inseln wie den Izu-, Daitō- und Ryukyu-Inseln sowie an den Küsten Koreas. Weiter südlich kommt er auf den Philippinen und in den Bergen Indonesiens vor, zum Beispiel auf Sumatra, Java, Bali, Sulawesi und den Kleinen Sundainseln.
Eingeführt auf Hawaii: 1929 brachten Menschen die ersten Japanbrillenvögel aus Japan nach Hawaii. Später wurden noch mehrmals Vögel ausgesetzt. Die Vögel breiteten sich auf alle Hauptinseln aus und leben dort heute vom Meeresspiegel bis hinauf zur Baumgrenze. Schon Anfang der 1970er-Jahre war der Japanbrillenvogel wahrscheinlich der häufigste Vogel auf Hawaii.
Lebensraum: Japanbrillenvögel leben in lichten Wäldern, in Mangrovendickichten und Plantagen. Sie kommen auch gut in der Nähe von Menschen zurecht und besuchen Gärten, Parks und Städte.
Ernährung
Der Japanbrillenvogel ist ein Allesfresser. Er frisst Insekten, Früchte und Nektar.
Insektenjagd: Er sucht die Blätter und Blüten von oben und unten nach Insekten ab. Außerdem stochert er in der Baumrinde nach Larven.
Nektar und Säfte: Nektar gehört fest zu seinem Speiseplan. Er besucht dafür die Blüten vieler verschiedener Pflanzen und trinkt auch Baumsaft.
Früchte: Früchte frisst er ebenfalls gern. Bäume, die gerade Früchte oder Nektar tragen, verteidigt er nicht gegen andere Vögel.
Überall in den Zweigen: Der Japanbrillenvogel sucht in allen Höhen nach Futter, von dichtem Buschwerk bis in lichte Baumkronen. Auf den Boden kommt er dagegen nur selten.
Verhalten und Lebensweise
Sehr gesellig: Japanbrillenvögel sind äußerst gesellige Vögel. Außerhalb der Brutzeit ziehen sie in Schwärmen umher. Von Juli bis Februar schließen sie sich gemischten Trupps an, die aus mehr als 200 Vögeln verschiedener Arten bestehen können.
Gegenseitige Gefiederpflege: Typisch ist, dass sich die Vögel gegenseitig das Gefieder putzen. Das kommt besonders oft während der Balz vor. Geschwister und Familienmitglieder schlafen dicht aneinandergedrängt. Beim Schlafen stecken sie den Kopf ins Rückengefieder und stehen oft auf einem Bein.
Gesang: Zur Brutzeit singen die Männchen ein lautes, hohes und melodisches Lied von einer gut sichtbaren Warte aus. Bei Sonnenaufgang singen sie 20 bis 40 Minuten lang, danach immer wieder über den Tag verteilt. So zeigen sie, dass das Revier besetzt ist. Auf Hawaii war ein Revier im Durchschnitt etwa 0,65 Hektar groß.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Die folgenden Angaben stammen vor allem aus Untersuchungen auf Hawaii. Dort beginnt die Brutzeit im Januar oder Februar, wenn die Männchen ihre Reviere besetzen, und endet im Juli oder August. Nester wurden von April bis August gefunden.
- Paarbildung: Japanbrillenvögel leben in Einehe. Das Paar sucht gemeinsam einen Nistplatz, meist in den äußeren Zweigen 1 bis 30 m über dem Boden.
- Nestbau: Männchen und Weibchen bauen das Nest in 7 bis 10 Tagen. Es ist ein kleines, hängendes Körbchen aus Moos, Spinnweben, Flechten oder Tierhaaren. Die Mulde hat einen Durchmesser von etwa 5,6 cm und ist gut 4 cm tief.
- Eier: Das Weibchen legt 2 bis 5 weiße, glatte Eier, meist 3 oder 4, jeden Tag eines. In einer Untersuchung in Honolulu lag die durchschnittliche Gelegegröße bei 3,14 Eiern.
- Brüten: Beide Eltern brüten. Nach 11 bis 12 Tagen schlüpfen die Küken fast gleichzeitig. Sie sind nackt, blind und wiegen etwa 1,1 g.
- Füttern: Beide Eltern füttern gleichermaßen. An einem beobachteten Nest bekamen die Küken in den ersten beiden Tagen nur Insekten, mit sechs Tagen dagegen nur noch Früchte. Kurz vor dem Ausfliegen wird jedes Küken bis zu 14-mal pro Stunde gefüttert.
- Ausfliegen: Mit 10 bis 12 Tagen verlassen die Jungen das Nest und wiegen dann etwa 8,3 g. Oft können sie danach noch einige Tage nicht richtig fliegen. Ihren weißen Augenring haben sie mit etwa 23 Tagen vollständig.
- Selbstständig: Die Jungen bleiben noch 15 bis 20 Tage bei den Eltern. Dann beginnen die Eltern ein neues Nest und vertreiben die Jungvögel aus dem Revier. Mit einem Jahr brüten die jungen Vögel zum ersten Mal.
Jedes Nest wird nur einmal benutzt. Ein Paar kann pro Brutzeit bis zu drei erfolgreiche Bruten aufziehen. In der Untersuchung in Honolulu wurden aus 58,6 Prozent der Eier flügge Jungvögel.
Feinde und Gefährdung
Gefährdung: Der Japanbrillenvogel gilt auf der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (IUCN, 2019). Er hat ein großes Verbreitungsgebiet und kommt auch in Gärten und Städten vor.
Beliebter Käfigvogel: In Japan ist der Mejiro wegen seines schönen Gesangs sehr beliebt. Es wurden sogar Gesangswettbewerbe veranstaltet. Seit 2007 war er dort der einzige Wildvogel, den man mit Genehmigung für die private Haltung fangen durfte, ein Vogel pro Haushalt. Weil das die Wilderei förderte, beschloss das japanische Umweltministerium 2011, solche Genehmigungen ab 2012 grundsätzlich nicht mehr zu erteilen.
Häufige Fragen zum Japanbrillenvogel
Warum heißt der Japanbrillenvogel so?
Wegen des weißen Federrings um jedes Auge, der wie eine Brille aussieht. Auch der japanische Name „Mejiro“ bedeutet „weißes Auge“. Der erste wissenschaftlich beschriebene Vogel dieser Art stammte aus Japan.
Wie groß ist ein Japanbrillenvogel?
Er ist 11 bis 12 cm lang und wiegt nur 9,75 bis 12,75 g.
Was frisst ein Japanbrillenvogel?
Er frisst Insekten und ihre Larven, Früchte, Nektar und Baumsaft. Die Insekten sucht er auf Blättern, in Blüten und in der Baumrinde.
Wo lebt der Japanbrillenvogel?
In Japan, auf dem Süden Sachalins, an den Küsten Koreas, auf den Philippinen und in den Bergen Indonesiens. Auf Hawaii wurde er 1929 eingeführt und lebt dort heute auf allen Hauptinseln.
Gibt es Japanbrillenvögel in Deutschland?
In freier Natur nicht. Brillenvögel werden aber manchmal in Zoos und von Vogelhaltern in Volieren gehalten.
Sind Männchen und Weibchen verschieden?
Nein. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Zur Brutzeit kann man die Männchen aber an ihrem lauten Gesang erkennen.
Ähnliche Tiere
- Kolibri - ein anderer kleiner Vogel, der sich viel von Nektar ernährt
- Mönchsgrasmücke - ein heimischer Singvogel, der wie der Japanbrillenvogel zur Gruppe der Sylvioidea gehört
- Zilpzalp - ein kleiner, grünlicher Singvogel aus Europa
- Blaumeise - turnt ebenso geschickt durch Zweige auf der Suche nach Insekten
- Japanmakak - ein anderes bekanntes Tier aus Japan
Quellen
- McDowell, B.: Biological Profile Japanese White-eye, Zosterops japonicus. Audubon Zoo (PDF)
- Guest, S. J. (1973): A reproductive biology and natural history of the Japanese White-eye (Zosterops japonica japonica) in urban Oahu. International Biological Program Technical Reports, University of Hawaii
- Lim, B. T. M. et al. (2019): Molecular evidence suggests radical revision of species limits in the great speciator white-eye genus Zosterops. Journal of Ornithology 160, 1-16
- BirdLife International (2019): Zosterops japonicus. The IUCN Red List of Threatened Species
- メジロ捕獲、原則禁止に 環境省が指針 (Mejiro-Fang grundsätzlich verboten) - Nikkei, 13.07.2011
- Gill, F., Donsker, D. & Rasmussen, P. (Hrsg.): IOC World Bird List, Version 15.2 (Master List)
Größenvergleich
Der Japanbrillenvogel wird 11 bis 12 cm groß - eher kompakt. Auf unserer Größenskala liegt er zwischen einer 1-Euro-Münze (2,3 cm) und einem Fußball (22 cm). Im direkten Vergleich ist der Japanbrillenvogel rund 5-mal so groß wie eine 1-Euro-Münze.
Gewichtsvergleich
Was wiegt der Japanbrillenvogel? Mit 9,75 bis 12,75 g ist er schwerer als eine 1-Euro-Münze (7,5 g), aber eine Tafel Schokolade (100 g) toppt das noch locker. Eine Tafel Schokolade wiegt nämlich rund 9-mal so viel.