Kaiserpinguin

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Zwei erwachsene Kaiserpinguine mit schwarzem Kopf, gelbem Fleck am Hals und weißem Bauch stehen im Schnee, zwischen ihnen ein grau-flauschiges Küken
Ian Duffy from UK / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Kurz erklärt

Der Kaiserpinguin ist mit über einem Meter Größe der größte Pinguin der Welt. Er lebt nur in der Antarktis und brütet als einziges Tier mitten im antarktischen Winter auf dem Meereis. Die Männchen wärmen das Ei auf ihren Füßen und fressen dabei rund vier Monate lang nichts. Weil das Meereis schwindet, hat die IUCN im April 2026 angekündigt, ihn künftig als stark gefährdet einzustufen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameAptenodytes forsteri
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
  • Familie: Pinguine (Spheniscidae)
  • Gattung: Großpinguine (Aptenodytes)
  • Art: Kaiserpinguin
Körpergröße1,01 bis 1,32 m
KörpergewichtStark schwankend: zu Beginn der Brutzeit bis etwa 40 kg, nach dem langen Fasten deutlich weniger; Angaben reichen von 22 bis 45 kg
ErnährungFleischfresser: vor allem Fische wie der Antarktische Silberfisch, außerdem Krill und Tintenfische
LebenserwartungIn freier Natur meist 15 bis 20 Jahre, einzelne Tiere werden über 40 Jahre alt
SozialverhaltenBrütet in Kolonien; im Winter drängen sich die Männchen dicht aneinander, um sich zu wärmen
HerkunftAntarktis
Verbreitung Küsten der Antarktis zwischen etwa 66° und 78° südlicher Breite; die Brutkolonien liegen meist auf dem Festeis AntarktisMeer
EntdeckungErstbeschreibung 1844 durch Gray
GefährdungNT Potenziell gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2020)
SonstigesAuf der Roten Liste offiziell noch als potenziell gefährdet (NT, 2020) geführt. Im April 2026 hat die IUCN die Hochstufung auf stark gefährdet (EN) angekündigt; sie soll mit einer späteren Aktualisierung der Roten Liste veröffentlicht werden.

Aussehen und Körperbau

Der Kaiserpinguin ist der größte aller 18 Pinguinarten. Aufrecht stehend misst er 101 bis 132 Zentimeter, seine Flügel haben eine Spannweite von 76 bis 89 Zentimetern. Sein Gewicht schwankt im Laufe des Jahres stark. Zu Beginn der Brutzeit kann ein erwachsener Kaiserpinguin bis zu 40 Kilogramm wiegen, nach Wochen ohne Futter ist er viel leichter. Insgesamt reichen die Angaben von etwa 22 bis 45 Kilogramm.

Färbung: Kopf, Kinn, Kehle und Rücken sind schwarz, der Bauch ist weiß. Typisch sind die orange-gelben Flecken an den Kopfseiten, die zur Brust hin heller werden. Der lange, schwarze Schnabel hat am Unterschnabel einen rosa-orangen Streifen. Küken tragen ein graues Daunenkleid mit schwarzer Kappe und weißem Gesicht.

Sein nächster Verwandter ist der kleinere Königspinguin. Wie alle Pinguine kann der Kaiserpinguin nicht fliegen.

Gemacht für die Kälte: Der Kaiserpinguin hat mehrere Schichten dicht anliegender, schuppenartiger Federn. Erst Windgeschwindigkeiten von über 110 Kilometern pro Stunde bringen sein Gefieder durcheinander. Außerdem hat er große Fettreserven. Schnabel und Flügel sind im Verhältnis zum Körper klein, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. In der Nase gewinnt er einen Großteil der Wärme aus der ausgeatmeten Luft zurück. In Flügeln, Füßen und Schnabel liegen Arterien und Venen eng beieinander: Das warme Blut auf dem Weg nach außen gibt seine Wärme an das kalte Blut ab, das zum Herzen zurückfließt. Besondere Fette in den Füßen verhindern, dass sie erfrieren, und kräftige Krallen geben Halt auf dem Eis.

Verbreitung und Lebensraum

Kaiserpinguine leben nur in der Antarktis. Ihre Brutkolonien liegen rund um den antarktischen Kontinent zwischen etwa 66 und 78 Grad südlicher Breite. Eine Kolonie liegt auf der Antarktischen Halbinsel. Einzelne Tiere wurden schon bei den Falklandinseln und in Feuerland an der Südspitze Südamerikas gesehen.

Die meisten Kolonien liegen auf dem Festeis. Das ist Meereis, das an der Küste, am Meeresboden oder an festsitzenden Eisbergen festgefroren ist. Es bietet einen stabilen Boden für die Brut und die Mauser. Eine Kolonie kann aus wenigen hundert bis über 20.000 Paaren bestehen. Außerhalb der Brutzeit halten sich Kaiserpinguine im Packeis auf, wo sie leicht ins offene Wasser gelangen.

Ernährung und Tauchen

Kaiserpinguine stehen weit oben in der Nahrungskette des Südpolarmeers. Eines ihrer wichtigsten Beutetiere ist der Antarktische Silberfisch. Außerdem fressen sie andere Fische, Antarktischen Krill und Tintenfische. Ihre Beute ist meist klein. Eine raue, stachelige Zunge hilft ihnen, glitschige Fische und Tintenfische festzuhalten.

Ein erwachsener Kaiserpinguin frisst 2 bis 3 Kilogramm am Tag. Bevor er sich für die Mauser oder die Brutzeit Fett anfressen muss, können es bis zu 6 Kilogramm sein. Ein Küken braucht von jedem Elternteil insgesamt etwa 42 Kilogramm Futter.

Tauchrekorde: Kaiserpinguine sind hervorragende Taucher. Meist jagen sie in 150 bis 250 Metern Tiefe. Der tiefste von australischen Forschenden gemessene Tauchgang ging 565 Meter tief. Ein Tauchgang dauert im Schnitt 3 bis 6 Minuten, der längste aufgezeichnete dauerte 22 Minuten.

Verhalten: Gemeinsam gegen die Kälte

In der Antarktis fegen eisige Fallwinde vom Inlandeis herab, Schneestürme erreichen bis zu 200 Kilometer pro Stunde. Kaiserpinguine überstehen das, indem sie sich dicht aneinanderdrängen. Bei großer Kälte stehen bis zu zehn Tiere auf einem Quadratmeter. So verlieren sie bis zu 50 Prozent weniger Wärme. Im Inneren einer solchen Gruppe kann es bis zu 24 Grad warm werden.

Dabei wechseln sich die Tiere ab: Wer am windigen Rand steht, wandert langsam an der Seite der Gruppe entlang auf die windgeschützte Seite und rückt von dort wieder nach innen. So kommt jeder einmal in die warme Mitte. Durch diese ständige Bewegung wandert die ganze Gruppe langsam mit dem Wind. Während eines zweitägigen Schneesturms kann sie sich so bis zu 200 Meter weit verschieben.

Weil sie sich so eng zusammendrängen, verteidigen Kaiserpinguine kein Revier. Sie sind die einzige Pinguinart ohne Revierverhalten. Partner und Küken erkennen sich an ihren Rufen: Die Rufe der Küken sind kurz und hoch, die der Erwachsenen länger und tiefer.

Fortpflanzung: Brüten im antarktischen Winter

Kaiserpinguine sind die einzigen Tiere, die im antarktischen Winter brüten. Der Brutzyklus läuft so ab:

  1. April: Im Herbst, wenn das Meereis dick genug ist, wandern die Pinguine zu ihrer Kolonie. Sie kehren Jahr für Jahr an denselben Ort zurück. Mit Rufen, Verbeugungen und Kopfschwingen finden sich die Paare. Geschlechtsreif werden Kaiserpinguine mit 4 bis 6 Jahren.
  2. Ende April bis Juni: Das Weibchen legt ein einziges Ei, das etwa 450 Gramm wiegt. Es übergibt das Ei dem Männchen und läuft zurück zum Meer, oft 50 bis 120 Kilometer weit, um zu fressen.
  3. Winter: Das Männchen balanciert das Ei auf seinen Füßen und bedeckt es mit einer Bauchfalte. Dort bleibt es etwa 38 Grad warm, während es draußen kälter als minus 35 Grad wird. Nach 65 bis 75 Tagen schlüpft das Küken. Bis dahin hat das Männchen rund vier Monate lang nichts gefressen und fast die Hälfte seines Gewichts verloren. Ein frisch geschlüpftes Küken füttert es mit einer milchigen, nährstoffreichen Flüssigkeit aus seiner Speiseröhre.
  4. Juli: Die Weibchen kehren gut genährt zurück, finden ihren Partner an seinem Ruf und übernehmen Ei oder Küken. Nun darf das Männchen endlich zum Fressen ins Meer.
  5. Juli bis Dezember: Ein Küken wiegt beim Schlüpfen nur etwa 150 bis 315 Gramm, je nach Quelle. Etwa 50 Tage lang kann es seine Körpertemperatur nicht selbst halten und sitzt in der Bauchfalte der Eltern. Danach stehen die Jungen allein auf dem Eis und drängen sich wie die Erwachsenen in Gruppen zusammen, während beide Eltern Futter holen.
  6. Dezember bis Januar: Die Küken sind fast so groß wie ihre Eltern und tauschen die Daunen gegen wasserdichte Federn. Mit etwa fünf Monaten sind sie selbstständig.

Danach mausern sich auch die Eltern. Einen Monat lang wachsen alle Federn neu, und so lange können die Pinguine nicht ins Wasser. Vorher müssen sie ihr Gewicht fast verdoppeln. Im Januar und Februar fressen sie sich im Meer wieder Reserven für die nächste Brutzeit an.

Nur etwa jedes fünfte Küken überlebt im Schnitt das erste Jahr. Erwachsene Kaiserpinguine werden in freier Natur meist 15 bis 20 Jahre alt, einige leben nach Angaben des Australian Antarctic Program über 40 Jahre.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Im Wasser werden Kaiserpinguine von Schwertwalen und Seeleoparden gejagt. An Land stehlen Raubmöwen, die Skuas, Eier und fressen Küken.

Gefährdung durch den Klimawandel: Auf der Roten Liste der IUCN wird der Kaiserpinguin offiziell noch als "potenziell gefährdet" (NT) geführt, so wurde er 2020 eingestuft. Am 9. April 2026 hat die IUCN aber angekündigt, ihn auf "stark gefährdet" (EN) hochzustufen. Die neue Einstufung soll mit einer der nächsten Aktualisierungen der Roten Liste veröffentlicht werden. Hauptgrund ist der Verlust des Meereises. Kaiserpinguine brauchen das Festeis etwa zehn Monate im Jahr, damit ihre Küken aufwachsen können. Bricht das Eis zu früh auf, bevor die Küken wasserdichte Federn haben, sterben sie.

Wie gefährlich das ist, zeigte das Jahr 2022: Damals gab es um die Antarktis so wenig Meereis wie noch nie seit Beginn der Satellitenmessungen. In der Bellingshausensee westlich der Antarktischen Halbinsel brach das Eis so früh auf, dass vier von fünf Kolonien ihren gesamten Nachwuchs verloren. Es war das erste Mal, dass Forschende ein so großflächiges Brutversagen beobachteten, das klar mit dem Rückgang des Meereises zusammenhängt. Auch in der Ostantarktis kam es 2022 und 2023 in mehreren Kolonien zu Ausfällen.

Satellitenbilder zeigen, dass zwischen 2009 und 2018 etwa 10 Prozent der Kaiserpinguine verschwunden sind, das sind mehr als 20.000 erwachsene Tiere. Nach Berechnungen, die der geplanten neuen Einstufung zugrunde liegen, könnte sich der Bestand bis in die 2080er-Jahre halbieren, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht stark sinkt. Die Fachleute der IUCN haben auch andere mögliche Gefahren geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die größte Bedrohung ist.

Häufige Fragen zum Kaiserpinguin

Wie groß ist ein Kaiserpinguin?

Ein Kaiserpinguin wird 101 bis 132 Zentimeter groß und wiegt je nach Jahreszeit etwa 22 bis 45 Kilogramm. Damit ist er der größte Pinguin der Welt.

Wann brüten Kaiserpinguine?

Mitten im antarktischen Winter. Im April kommen sie zur Kolonie, zwischen Ende April und Juni wird das Ei gelegt, im Juli schlüpft das Küken. Im Dezember und Januar bekommen die Jungen ihre wasserdichten Federn. Das Festeis, auf dem sie brüten, muss deshalb von April bis etwa Januar stabil bleiben.

Was frisst ein Kaiserpinguin?

Vor allem Fische wie den Antarktischen Silberfisch, außerdem Krill und Tintenfische. Ein erwachsener Kaiserpinguin frisst 2 bis 3 Kilogramm am Tag, vor dem Fasten bis zu 6 Kilogramm.

Wie lange kann ein Kaiserpinguin tauchen?

Meist dauert ein Tauchgang 3 bis 6 Minuten. Der Rekord liegt bei 22 Minuten. Der tiefste gemessene Tauchgang ging 565 Meter tief.

Wie lange hungert das Männchen?

Rund vier Monate. Es kommt im April zur Kolonie, wärmt ab Mai oder Juni das Ei und frisst erst wieder, wenn das Weibchen im Juli zurückkehrt. In dieser Zeit verliert es fast die Hälfte seines Gewichts.

Ist der Kaiserpinguin vom Aussterben bedroht?

Auf der Roten Liste steht er offiziell noch als potenziell gefährdet (Einstufung von 2020). Im April 2026 hat die IUCN jedoch angekündigt, ihn als stark gefährdet einzustufen. Grund ist der Klimawandel: Schmilzt das Meereis zu früh, sterben die Küken. Fachleute rechnen damit, dass sich der Bestand bis in die 2080er-Jahre halbieren könnte.

Ähnliche Tiere

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Kaiserpinguin
1,01 bis 1,32 m

Der Kaiserpinguin wird 1,01 bis 1,32 m groß - eine beachtliche Erscheinung. Auf unserer Größenskala liegt er zwischen einem Fußball (22 cm) und einem Erwachsenen (1,8 m). Im direkten Vergleich ist der Kaiserpinguin rund 5-mal so groß wie ein Fußball.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Kaiserpinguin
22 bis 45 kg

Ein Kaiserpinguin bringt 22 bis 45 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Erwachsener (75 kg). Anders ausgedrückt: Der Kaiserpinguin wiegt so viel wie etwa 8 Hauskatzen.