Königspython

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Königspython mit schwarz-goldbraunem Fleckenmuster liegt zusammengerollt auf Rindenmulch, der Kopf mit hellen Lippenschuppen ist im Profil zu sehen
Brian Gratwicke / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Kurz erklärt

Der Königspython ist eine ungiftige Riesenschlange aus West- und Zentralafrika. Mit 1 bis 1,5 Metern Länge gehört er zu den kleineren Pythons. Bei Gefahr rollt er sich zu einer festen Kugel zusammen und versteckt den Kopf in der Mitte. Er ist eine der beliebtesten Terrarienschlangen. Keine andere Tierart, deren Handel das Artenschutzabkommen CITES überwacht, wird lebend so oft aus Afrika exportiert.

Steckbrief

Wissenschaftl. NamePython regius
Abstammung
  • Klasse: Reptilien
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Überfamilie: Pythonartige
  • Familie: Pythons (Pythonidae)
  • Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
  • Art: Königspython
KörpergrößeErwachsene meist 1 bis 1,5 m lang, einzelne Wildfänge bis etwa 1,8 m; Weibchen werden größer als Männchen
KörpergewichtErwachsene etwa 1,4 bis 2,3 kg; frisch geschlüpfte Jungtiere 65 bis 103 g
ErnährungFleischfresser: fast nur Nagetiere, zum Beispiel Riesenhamsterratten, Hausratten und Grasmäuse
LebenserwartungIn freier Natur im Mittel etwa 10 Jahre, in Menschenobhut meist 20 bis 30 Jahre; Einzeltiere in Zoos fast 50 Jahre
SozialverhaltenEinzelgänger
HerkunftWest- und Zentralafrika
Verbreitung Von Senegal über Westafrika bis in den Südsudan und nach Uganda; Savannen, offene Wälder, Waldränder und Ackerland Afrika
EntdeckungErstbeschreibung 1802 durch Shaw (als Boa regia)
GefährdungNT Potenziell gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2022)
SonstigesDer Königspython steht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) in Anhang II. Der Handel ist erlaubt, wird aber kontrolliert.

Ein kleiner Python mit großem Ruf

Der Königspython (Python regius) ist eine Riesenschlange aus Afrika. Wie alle Pythons ist er nicht giftig. Er tötet seine Beute, indem er sie umschlingt und erdrückt, oder er verschlingt sie lebend. Im Vergleich zu seinen Verwandten bleibt er klein: Erwachsene Königspythons sind meist nur 1 bis 1,5 Meter lang.

Im Englischen heißt er „Ball Python“, also Ball-Python. Der Name kommt von seinem bekanntesten Verhalten: Fühlt er sich bedroht, rollt er sich zu einer festen Kugel zusammen. Den Kopf versteckt er dabei in der Mitte, geschützt von den Körperschlingen.

Viele Menschen kennen den Königspython aus dem Terrarium. Er gilt als ruhig und lässt sich gut handhaben. Gleichzeitig ist er ein Wildtier, das in großer Zahl aus Westafrika exportiert wird. Beide Seiten gehören zu dieser Schlange.

Aussehen und Körperbau

Der Königspython hat einen kräftigen, schweren Körper. Sein Kopf ist deutlich breiter als der eher schlanke Hals.

  • Größe: Erwachsene Tiere werden meist 1 bis 1,5 Meter lang. In freier Natur wurden einzelne Tiere mit etwa 1,8 Metern gefunden.
  • Gewicht: Ausgewachsene Königspythons wiegen etwa 1,4 bis 2,3 Kilogramm.
  • Männchen und Weibchen: Bei frisch geschlüpften Tieren gibt es kaum Unterschiede. Erwachsene Weibchen sind größer als die Männchen und haben längere Kiefer. Damit können sie größere Beute verschlingen.
  • Färbung: Typisch sind große dunkelbraune bis schwarze Flecken, dazwischen hellere, mittelbraune Felder. Oft verläuft ein gelblicher Streifen von den Nasenlöchern durch die Augen. Der Bauch ist elfenbeinweiß.
  • Wärmesinn: An der Oberlippe sitzt nahe der Schnauzenspitze eine Reihe von Grubenorganen. Damit spürt der Königspython die Körperwärme von Beutetieren, auch im Dunkeln.

Neben der natürlichen Färbung, der „Wildform“, gibt es bei Königspythons aus Zuchten viele andere Farb- und Musterformen. Sie sind durch gezielte Auswahl in Gefangenschaft entstanden.

Verbreitung und Lebensraum

Der Königspython lebt in West- und Zentralafrika sowie im Norden Ostafrikas. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Senegal im Westen bis in den Südsudan und nach Uganda im Osten.

Er bewohnt vor allem Savannen und Grasland, offene Wälder, Ränder von Regenwäldern, Mischflächen aus Wald und Plantagen sowie Ackerland. Er kommt also auch in Gegenden vor, die Menschen für die Landwirtschaft gerodet haben. Oft hält er sich in der Nähe von Wasser auf, wo er sich bei Hitze abkühlen kann.

Den größten Teil seines Lebens verbringt der Königspython am Boden oder unter der Erde. Tagsüber ruht er in verlassenen Nagetierbauten, in Termitenhügeln, unter abgestorbenen Ölpalmen oder in Haufen aus Gras und Laub. Klettern kann er zwar, tut es aber nur wenig.

Ernährung

Der Königspython ist ein Fleischfresser und frisst fast nur Nagetiere. Zu seiner Beute gehören in Afrika zum Beispiel Riesenhamsterratten, Hausratten, Grasmäuse und andere Ratten- und Mausarten.

Er jagt nicht aktiv, sondern ist ein Lauerjäger. Er wählt einen guten Platz und wartet, bis ein Beutetier vorbeikommt. Dabei helfen ihm vor allem Geruchssinn und Augen. Kommt ein Nagetier nah genug, zieht der Python Kopf und Hals zurück und stößt blitzschnell zu. Danach verschlingt er die Beute lebend oder erdrückt sie vorher.

Königspythons fressen nur selten. Ihr Verdauungssystem ist darauf eingestellt, lange Pausen zwischen den Mahlzeiten zu überstehen.

Weil er so viele Nagetiere frisst, ist der Königspython vor allem für Dörfer in Westafrika nützlich: Er hält Ratten und Mäuse in Schach, die dort als Schädlinge gelten.

Verhalten und Lebensweise

Königspythons sind Einzelgänger. Sie sind vor allem nachts sowie in der Morgen- und Abenddämmerung unterwegs. Am aktivsten sind sie in der Regenzeit. Weibchen bewegen sich insgesamt weniger als Männchen. Männchen streifen weiter umher, um Weibchen zu finden.

Bei Gefahr versucht der Königspython zuerst, sich zu verstecken oder zu fliehen. Seine Färbung tarnt ihn am Boden gut. Gelingt das nicht, rollt er sich zur Kugel zusammen. Er kann auch drohen oder zubeißen, gilt aber als wenig angriffslustig.

Erwachsene Königspythons haben nur wenige natürliche Feinde. Jäger in Ghana berichten, dass Schwarzhalskobras kleine und mittelgroße Pythons fressen. Jungtiere werden außerdem von Raubtieren und Greifvögeln erbeutet. Auch der Mensch stellt ihm nach.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Die Paarungszeit liegt vor allem zwischen Mitte September und Mitte November, in der kleinen Regenzeit. Die Weibchen legen ihre Eier in der zweiten Hälfte der Trockenzeit, meist zwischen Mitte Februar und Anfang April.

  • Gelege: Ein Weibchen legt 1 bis 11 Eier, im Durchschnitt etwa 7. Die Eier kleben aneinander.
  • Brutpflege: Das Weibchen umschlingt sein Gelege und bleibt rund zwei Monate bei den Eiern, bis die Jungen schlüpfen. So verlieren die Eier weniger Wasser und trocknen nicht aus. Ein Experiment in Afrika zeigte: Wurden einem Weibchen zusätzliche Eier untergeschoben, konnte es nicht mehr alle bedecken, und mehr Jungtiere starben vor dem Schlüpfen.
  • Schlüpfen: Kurz vor dem Schlupf lösen sich die Eier voneinander. Die Jungen schlitzen die Schale mit einem Eizahn auf.
  • Jungtiere: Frisch geschlüpfte Königspythons sind 25 bis 43 Zentimeter lang und wiegen 65 bis 103 Gramm. Sie sind sofort selbstständig. Die Mutter kümmert sich nach dem Schlupf nicht mehr um sie.

Männchen werden mit etwa 16 bis 18 Monaten geschlechtsreif, Weibchen erst mit 27 bis 31 Monaten.

Wie alt werden Königspythons? In freier Natur werden sie im Mittel etwa 10 Jahre alt. In Menschenobhut leben sie meist 20 bis 30 Jahre. Im Zoo von Oakland (USA) lebt ein Königspython, der schon 35 Jahre alt ist. Alle Königspythons dort sind abgegebene Heimtiere. Für ein Tier im Zoo von Philadelphia werden fast 50 Jahre angegeben.

Handel: Vom Termitenhügel ins Terrarium

Der Königspython ist das lebende Wildtier, das am häufigsten aus Afrika exportiert wird und im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES aufgeführt ist. Er steht dort in Anhang II. Das bedeutet: Der Handel ist erlaubt, wird aber überwacht, damit er die wild lebenden Bestände nicht gefährdet.

Laut einer Auswertung der CITES-Handelsdaten wurden seit der ersten Ausfuhr im Jahr 1975 drei bis vier Millionen Königspythons aus ihren Heimatländern exportiert. Allein aus Benin, Ghana und Togo stammen jeweils rund eine Million Tiere. Wichtige Abnehmer waren die USA und Europa, später auch Hongkong.

So läuft der Handel heute ab:

  • Jäger sammeln in Westafrika frisch geschlüpfte Jungtiere, Gelege und trächtige Weibchen, vor allem zwischen Januar und März. Die Weibchen werden festgehalten, bis sie ihre Eier gelegt haben.
  • Die Eier werden auf sogenannten Farmen ausgebrütet. Die meisten Jungschlangen werden im Alter von 15 bis 30 Tagen exportiert. In Togo wird ein Teil, etwa 20 Prozent, wieder freigelassen.
  • Seit etwa 2003 sind mehr als 90 Prozent der Exporte aus diesen drei Ländern als „Ranching“ (Aufzucht aus Eiern oder Jungtieren aus der Natur) oder als in Gefangenschaft geboren gemeldet. Reine Wildfänge machen weniger als 6 Prozent aus.

Wie gut die Bestände diese Entnahme verkraften, ist umstritten. In Benin sanken die Ausfuhren zwischen 2003 und 2017 deutlich. Jäger und Bauern dort berichten, dass Königspythons seltener geworden sind und in manchen Gegenden verschwunden sein könnten. In den USA werden heute auch viele Königspythons im eigenen Land gezüchtet.

Gefährdung

Die Rote Liste der IUCN stuft den Königspython seit 2022 als potenziell gefährdet (NT) ein. Früher galt er dort als nicht gefährdet. Als Gründe nennt der Zoo von Oakland den Verlust von Lebensraum und den Fang für den Tierhandel. Gelegentlich wird der Königspython auch gegessen. Bauern töten Königspythons manchmal aus Angst, und Buschfeuer können die Tiere ebenfalls treffen. In manchen Gegenden gelten Königspythons aber als heilig und werden vollständig geschützt.

Haltung im Terrarium

Ein Königspython ist kein Haustier für nebenbei. Er kann 20 bis 30 Jahre alt werden, manche werden deutlich älter. Wer eine Schlange kaufen möchte, sollte das vorher bedenken.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) hat zusammen mit Fachverbänden der Terrarianer, darunter der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), eine Stellungnahme zur Schlangenhaltung veröffentlicht. Darin geht es ausführlich um den Königspython:

  • Terrariengröße: Nach dem Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien des Bundeslandwirtschaftsministeriums von 1997 braucht ein Königspython ein Terrarium, das mindestens so lang wie das Tier, halb so breit und drei Viertel so hoch ist. Weil Königspythons wenig klettern, halten die Fachleute bei der Höhe Abstriche für vertretbar. Die Schlange muss sich aber auch nach oben bewegen können.
  • Einrichtung: Nötig sind mehrere enge Versteckhöhlen in verschiedenen Wärmezonen, eine feuchte Höhle (Wetbox), ein Wasserbecken, geeigneter Bodengrund, für Weibchen gegebenenfalls ein Eiablageplatz sowie Bretter oder dicke Äste.
  • Klima und Licht: Die Temperaturvorgaben des Gutachtens müssen eingehalten werden, die Luftfeuchte soll bei 60 bis 80 Prozent liegen. Messgeräte gehören in jede Haltungseinheit. Ein Tag-Nacht-Rhythmus mit Tageslicht oder Lampen ist Pflicht.
  • Keine Dauerhaltung in Schubladen: In sogenannten Racks, also schubladenartigen Kunststoffboxen, können erwachsene Königspythons sich kaum bewegen. Für fast alle erwachsenen Schlangen halten die Unterzeichner diese Haltung deshalb nicht für artgerecht. Bei erwachsenen Königspythons kann eine Rackbox höchstens zusätzlich zu einem eingerichteten Terrarium dienen, als eine Art Höhle. Jungtiere bis höchstens 500 Gramm, die oft schlecht fressen, dürfen vorübergehend in ausreichend großen und eingerichteten Boxen leben, bis sie zuverlässig fressen.

Häufige Fragen zum Königspython

Ist ein Königspython giftig?

Nein. Der Königspython hat kein Gift. Er erdrückt seine Beute oder verschlingt sie lebend. Wenn er sich bedroht fühlt, kann er zubeißen, rollt sich aber meistens lieber zu einer Kugel zusammen.

Wie groß wird ein Königspython?

Erwachsene Königspythons werden meist 1 bis 1,5 Meter lang und wiegen etwa 1,4 bis 2,3 Kilogramm. Weibchen werden größer als Männchen. In freier Natur wurden einzelne Tiere mit etwa 1,8 Metern gefunden.

Was frisst ein Königspython?

Fast nur Nagetiere wie Ratten und Mäuse. In Afrika gehören zum Beispiel Riesenhamsterratten und Grasmäuse zu seiner Beute. Er lauert ihnen auf und frisst nur in größeren Abständen.

Warum heißt der Königspython auf Englisch Ball Python?

Weil er sich bei Gefahr zu einer festen Kugel einrollt. Den Kopf versteckt er dabei in der Mitte. So schützt er die empfindlichste Stelle seines Körpers.

Wie alt wird ein Königspython?

In freier Natur im Mittel etwa 10 Jahre, in Menschenobhut meist 20 bis 30 Jahre. Einzelne Tiere in Zoos wurden weit über 30 Jahre alt, für einen Königspython im Zoo von Philadelphia werden fast 50 Jahre angegeben.

Ist der Königspython gefährdet?

Die IUCN stuft ihn seit 2022 als potenziell gefährdet ein. Er ist noch weit verbreitet, wird aber in großer Zahl für den Tierhandel gefangen. In Benin berichten Jäger, dass er seltener geworden ist.

Ähnliche Tiere

  • Abgottschlange - eine Boa aus Amerika, die ebenfalls oft im Terrarium gehalten wird
  • Anakonda - eine der größten Riesenschlangen der Welt
  • Kornnatter - eine beliebte, ungiftige Terrarienschlange aus Nordamerika
  • Ringelnatter - eine heimische, ungiftige Schlange
  • Klapperschlange - eine Giftschlange, die wie der Königspython Grubenorgane besitzt

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Königspython
1 bis 1,5 m

Ein Königspython erreicht eine Körpergröße von 1 bis 1,5 m. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und einen Erwachsenen (1,8 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Königspython ist etwa 6-mal so groß wie ein Fußball.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Königspython
1,4 bis 2,3 kg

Ein Königspython bringt 1,4 bis 2,3 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als eine Hauskatze (4 kg). Anders ausgedrückt: Der Königspython wiegt so viel wie etwa 4 Fußbälle.