Kronenpinguin
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Kurz erklärt
Der Kronenpinguin ist ein Schopfpinguin aus Neuseeland, der etwa 65 Zentimeter groß wird. Typisch sind die gelben Federschöpfe über den Augen, die wie eine Bürste nach oben stehen. Er brütet nur auf zwei abgelegenen Inselgruppen, den Antipoden- und den Bountyinseln. Kein anderer Pinguin ist so wenig erforscht, und seine Bestände sind stark geschrumpft.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Eudyptes sclateri |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 65 cm |
| Körpergewicht | Zu Beginn der Brutzeit im Schnitt etwa 5,1 kg (Weibchen) bis 5,2 kg (Männchen), schwankt im Jahresverlauf stark |
| Ernährung | Kaum erforscht, vermutlich kleine Krebstiere und Tintenfische |
| Lebenserwartung | Nicht bekannt, dazu gibt es keine Untersuchungen |
| Sozialverhalten | Brütet in Kolonien, lebt paarweise |
| Herkunft | Neuseeland (Subantarktis) |
| Verbreitung | Brütet nur auf den Antipodeninseln und den Bountyinseln südöstlich von Neuseeland, außerhalb der Brutzeit auf dem offenen Meer AustralienMeer |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1888 durch Walter Buller |
| Gefährdung | EN Stark gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2020) |
| Sonstiges | Neuseeland stuft die Art als „abnehmend“ (Declining) ein. Die Körpergröße ist die Länge vom Schnabel bis zum Schwanz. |
Was ist ein Kronenpinguin?
Der Kronenpinguin (Eudyptes sclateri) gehört zu den Schopfpinguinen. So heißen Pinguine mit gelben Federbüscheln am Kopf, zum Beispiel auch der Felsenpinguin, der Goldschopfpinguin und der Haubenpinguin. Der Kronenpinguin lebt nur in der Region um Neuseeland. Die Māori nennen ihn Tawaki nana hī.
Beschrieben hat ihn der neuseeländische Vogelkundler Walter Buller im Jahr 1888. Der wissenschaftliche Name ehrt den britischen Zoologen Philip Lutley Sclater.
Fachleute bezeichnen den Kronenpinguin als den am wenigsten erforschten Pinguin der Welt. Das liegt an seinen Brutplätzen: Sie liegen auf winzigen, stürmischen Inseln weit draußen im Südpazifik, die nur selten von Menschen besucht werden.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht: Ein erwachsener Kronenpinguin ist etwa 65 Zentimeter lang. Damit gehört er zu den größeren Schopfpinguinen. Bei einer Untersuchung auf den Antipodeninseln wogen die Tiere zu Beginn der Brutzeit im Schnitt etwa 5,1 Kilogramm (Weibchen) und 5,2 Kilogramm (Männchen). Das Gewicht schwankt im Laufe des Jahres stark: Während der Mauser verlieren die Pinguine rund die Hälfte ihres Gewichts.
Gefieder: Rücken, Gesicht und Kehle sind schwarz, der Bauch ist weiß. Die Grenze zwischen Schwarz und Weiß ist scharf. Über jedem Auge verläuft ein breiter, gelber Streifen. Er beginnt am Schnabelansatz und endet in einem Schopf aus steifen Federn, der wie eine Bürste nach oben steht. Daher kommt der englische Name „erect-crested penguin“, also „Pinguin mit aufrechtem Schopf“.
Kopf und Schnabel: Der Schnabel ist groß und orangebraun. Rund um den Schnabelansatz ist eine auffällige, hellblau-weiße nackte Haut zu sehen. Die Augen sind rotbraun, die Füße rosa.
Männchen und Weibchen: Beide Geschlechter sehen fast gleich aus. Männchen haben aber einen deutlich längeren und kräftigeren Schnabel und sind etwas schwerer.
Jungvögel: Junge Kronenpinguine haben einen kleineren, dunkleren Schnabel, blassere, fast weiße Augenstreifen und oft ein helles Kinn.
Woran erkennt man ihn?
Am ähnlichsten ist ihm der Snaresinselpinguin, der auf den Snaresinseln südlich von Neuseeland brütet. Von vorn betrachtet stehen die beiden Schöpfe des Kronenpinguins fast parallel nach oben. Beim Snaresinselpinguin bilden sie dagegen eher ein „V“.
Verbreitung und Lebensraum
Der Kronenpinguin brütet heute nur auf zwei abgelegenen Inselgruppen südöstlich von Neuseeland:
- den Antipodeninseln, etwa auf der Hauptinsel Antipodes Island und auf Bollons Island
- den Bountyinseln, einer Gruppe kleiner, fast kahler Felseninseln
Beide Inselgruppen sind unbewohnt. Nur selten kommen kleine Gruppen von Forschenden oder Naturschützern vorbei.
Früher auch anderswo: In den 1940er-Jahren und 1958 brüteten kleine Gruppen auf der Campbell-Insel. Einige Tiere brüteten auch auf Disappointment Island in der Gruppe der Aucklandinseln, dort wurden seit 2015 aber keine mehr gesehen. 1938 und 1939 nistete sogar ein Paar auf der Otago-Halbinsel auf der neuseeländischen Südinsel.
Brutplatz: Auf den Antipodeninseln brüten Kronenpinguine an felsigen Küstenhängen und auf Felsvorsprüngen, oft gemeinsam mit Östlichen Felsenpinguinen in denselben Kolonien. Auf den Bountyinseln nisten sie am Rand offener Flächen und in Felsspalten, zwischen den Nestern der Salvinalbatrosse.
Außerhalb der Brutzeit leben die Pinguine auf dem offenen Meer. Wohin genau sie dann schwimmen, weiß bisher niemand. Einzelne Tiere tauchen zum Mausern auf den Snaresinseln, den Chathaminseln oder an der Ostküste der Südinsel auf. Verirrte Kronenpinguine wurden sogar an der Südküste Australiens, auf der Macquarie-Insel und auf den Falklandinseln gesehen.
Ernährung
Was Kronenpinguine genau fressen, ist kaum untersucht. Nach Angaben von New Zealand Birds Online fangen sie kleine Krebstiere und Tintenfische. Eine genaue Analyse ihres Futters gibt es aber bis heute nicht.
Forschende nehmen an, dass die Pinguine weit vom Land entfernt auf Nahrungssuche gehen und dafür lange Ausflüge unternehmen. Mit Sendern verfolgt wurde bis 2019 allerdings noch kein einziger Kronenpinguin. In der Nähe der Brutinseln sieht man sie meist in kleinen Gruppen auf Nahrungssuche.
Verhalten und Lebensweise
Kronenpinguine sind Koloniebrüter. Sie kommen nur an Land, um zu brüten und zu mausern. Den Rest des Jahres verbringen sie im Meer.
Stimme: Ihr Ruf ist ein dröhnendes Schreien, das tiefer klingt als bei den anderen Schopfpinguinen.
Friedliche Nachbarn: In den Kolonien kämpfen Kronenpinguine erstaunlich selten. Bei einer Untersuchung 1998 verbrachten Männchen während der Balzzeit nur etwa 0,25 Prozent ihrer Zeit mit Kämpfen, Weibchen sogar nur 0,05 Prozent.
Mauser: Nach der Brutzeit gehen die erwachsenen Tiere für etwa einen Monat ins Meer und fressen sich Fettreserven an. Dann kehren sie an Land zurück, oft in ihre Brutkolonie. Von Ende Februar bis Anfang April wechseln sie dort ihr gesamtes Gefieder. Das dauert 26 bis 30 Tage. In dieser Zeit können sie nicht schwimmen und nichts fressen. Danach bleiben sie etwa ein halbes Jahr auf See, bis die nächste Brutzeit beginnt.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Die Brutzeit der Kronenpinguine hat eine Besonderheit, die es so bei keinem anderen Pinguin gibt.
- Rückkehr: Im September kommen die Pinguine zu den Antipodeninseln zurück, die Männchen etwa eine Woche vor den Weibchen. Sie leben monogam, also als Paar.
- Kaum ein Nest: Kronenpinguine geben sich beim Nestbau wenig Mühe. Bei einer Untersuchung legten über 90 Prozent der Paare ihre Eier direkt auf den nackten Fels oder Boden. Auf den Bountyinseln nutzen manche Paare Knochen oder sogar Kadaver als Unterlage.
- Zwei ungleiche Eier: Anfang bis Mitte Oktober legt das Weibchen zwei Eier. Zwischen dem ersten und dem zweiten Ei liegen im Schnitt 5,4 Tage, der längste Abstand, der bei Pinguinen bekannt ist. Das zweite Ei ist viel größer: Es wiegt im Schnitt etwa 85 Prozent mehr als das erste. Frische Eier sind kalkweiß mit einem leicht bläulichen Schimmer.
- Das kleine Ei geht verloren: Das erste, kleinere Ei überlebt praktisch nie. Bei einer Untersuchung waren rund 80 Prozent dieser Eier schon verloren, bevor oder während das zweite Ei gelegt wurde. Keines hielt länger als sieben Tage danach. Meist rollt es einfach aus der Mulde. Die Eltern versuchen kaum, beide Eier zu wärmen. Fachleute nennen das eine „obligatorische Brutreduktion“: Von Anfang an wird nur ein Küken aufgezogen.
- Brüten: Beide Eltern brüten, den größeren Teil übernimmt das Weibchen. Nach etwa 35 Tagen schlüpft in der zweiten Novemberhälfte das Küken.
- Aufzucht: In den ersten drei Wochen bewacht das Männchen das Küken, während das Weibchen fast täglich Futter bringt. Danach bleiben die Küken allein und schließen sich oft zu Gruppen zusammen, den sogenannten Kinderkrippen. Kommt ein Elternteil zurück, rennt das Küken ihm hinterher und bettelt um Futter.
- Selbstständig: Ende Januar bis Anfang Februar, im Alter von etwa 75 Tagen, verlassen die Jungen die Kolonie und gehen ins Meer.
Warum das erste Ei so klein ist, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Eine Vermutung lautet, dass das kleine Ei die Eltern in Brutstimmung bringt. Eine andere erklärt es damit, dass die Weibchen das erste Ei schon auf dem Rückweg vom Meer bilden, wenn ihr Körper noch nicht voll auf das Brüten eingestellt ist. Geklärt ist die Frage bisher nicht.
Feinde und Gefährdung
Natürliche Feinde: Subantarktische Skuas, große Raubmöwen, holen sich Eier und Küken. Neuseeländische Seebären töten gelegentlich erwachsene Pinguine, vermutlich auch Seeleoparden.
Starker Rückgang: Die Bestände sind im 20. Jahrhundert deutlich geschrumpft. Alte Fotos zeigen, dass viele Kolonien auf den Antipodeninseln heute viel kleiner sind. Einige Zahlen:
| Zeitraum | Entwicklung auf den Antipodeninseln |
|---|---|
| 1949 bis 1989 | deutlicher Rückgang, belegt durch Fotos |
| 1995 bis 1998 | etwa 26 Prozent weniger Nester |
| 2011 | etwa 40.000 Brutpaare gezählt, 24 früher kartierte Kolonien verlassen |
| 2011 bis 2014 | in den erneut gezählten Kolonien im Schnitt 19 Prozent weniger |
Auf den Bountyinseln wurden 1997 rund 28.000 Brutpaare geschätzt. Eine Zählung mit Drohnen im Jahr 2019 ergab, dass der Bestand dort seit den 1990er-Jahren etwa gleich geblieben ist. Für 1978 wurden für beide Inselgruppen jeweils rund 115.000 Paare angegeben. Diese alten Schätzungen gelten aber als unzuverlässig, weil ihre Methoden unklar oder nicht vergleichbar sind.
Ursachen: Warum die Kronenpinguine weniger werden, ist nicht geklärt. Eingeschleppte Raubtiere wie Ratten oder Katzen gibt es auf den Brutinseln nicht, und als Beifang in der Fischerei spielen sie kaum eine Rolle. Fachleute vermuten, dass Veränderungen im Meer schuld sind: Wenn es in der Nähe der Inseln weniger Nahrung gibt, müssen die Eltern weiter schwimmen und können ihre Küken schlechter versorgen. Dazu kommen andere Gefahren:
- Ein schwerer Sturm im Januar 2014 löste auf den Antipodeninseln Erdrutsche aus. 44 Prozent der Kolonien verloren dabei Fläche oder wurden teilweise verschüttet.
- Auf den Bountyinseln breiten sich Seebären aus und verdrängen die Pinguine von ihren Brutplätzen.
- Weil die Art nur an zwei Orten brütet, könnte schon ein einziges Ölunglück in der Nähe schwere Folgen haben.
Gefährdungsstatus: Auf der Roten Liste der IUCN ist der Kronenpinguin als stark gefährdet (Endangered) eingestuft (BirdLife International, 2020). Gründe sind das sehr kleine Brutgebiet und der Rückgang der Bestände. Die neuseeländische Naturschutzbehörde stuft ihn als „abnehmend“ ein.
Häufige Fragen zum Kronenpinguin
Wie groß wird ein Kronenpinguin?
Ein erwachsener Kronenpinguin ist etwa 65 Zentimeter lang und wiegt zu Beginn der Brutzeit rund 5 Kilogramm. Männchen sind etwas schwerer und haben einen größeren Schnabel als Weibchen.
Wo lebt der Kronenpinguin?
Er brütet nur auf den Antipodeninseln und den Bountyinseln südöstlich von Neuseeland. Außerhalb der Brutzeit lebt er auf dem offenen Meer, wohin genau er dann schwimmt, ist noch unbekannt.
Was frisst ein Kronenpinguin?
Das ist kaum erforscht. Nach bisherigem Wissen fängt er kleine Krebstiere und Tintenfische. Genaue Untersuchungen seines Futters gibt es noch nicht.
Warum legt der Kronenpinguin zwei Eier, wenn er nur ein Küken aufzieht?
Das erste Ei ist viel kleiner als das zweite und geht fast immer verloren, meist rollt es aus der Mulde. Nur das große zweite Ei wird ausgebrütet. Warum die Pinguine trotzdem zwei Eier legen, ist noch nicht geklärt.
Ist der Kronenpinguin vom Aussterben bedroht?
Er gilt auf der Roten Liste der IUCN seit 2020 als stark gefährdet. Seine Bestände sind in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft, und er brütet nur an zwei Orten der Welt.
Ähnliche Tiere
- Haubenpinguin - ein Schopfpinguin, der fast nur auf der Macquarie-Insel brütet
- Goldschopfpinguin - ein naher Verwandter mit orangegelben Federschöpfen
- Felsenpinguin - ein kleinerer Schopfpinguin; sein naher Verwandter, der Östliche Felsenpinguin, brütet mit dem Kronenpinguin in denselben Kolonien
- Gelbaugenpinguin - ein anderer seltener Pinguin aus Neuseeland
- Zwergpinguin - der kleinste Pinguin, der auch in Neuseeland brütet
Quellen
- Erect-crested penguin (Tawaki nana hī) - New Zealand Birds Online
- Wilson, K.-J. & Mattern, T. (2019): Erect-crested penguin. State of Penguins
- Davis, L. S. et al. (2022): The breeding biology of erect-crested penguins, Eudyptes sclateri: Hormones, behavior, obligate brood reduction and conservation. PLOS ONE 17(10)
- BirdLife International (2020): Eudyptes sclateri. The IUCN Red List of Threatened Species
- Erect-crested penguin - Wikipedia (englisch)
Größenvergleich
Ein Kronenpinguin erreicht eine Körpergröße von 65 cm. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Kronenpinguin ist etwa 3-mal so groß wie ein Fußball.