Kuh

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Kuh
Ikiwaner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kurz erklärt

Die Kuh ist ein weibliches Hausrind, das mindestens einmal ein Kalb bekommen hat. Rinder stammen vom ausgestorbenen Auerochsen ab und wurden vor rund 10.000 Jahren im Nahen Osten zu Haustieren. Sie sind Wiederkäuer mit vier Magenabschnitten. Männliche Rinder heißen Bulle oder Stier, kastrierte Bullen Ochsen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameBos taurus
Abstammung
  • Unterordnung: Wiederkäuer
  • Familie: Hornträger
  • Unterfamilie: Bovinae
  • Gattung: Eigentliche Rinder
  • Art: Hausrind
Körpergewicht500 bis 800 kg
ErnährungPflanzenfresser: Gras, Heu, Silage, dazu oft Kraftfutter
LebenserwartungNatürlich bis etwa 20 Jahre
SozialverhaltenHerdenbildung
HerkunftNaher Osten
Verbreitung Weltweit Asien
SonstigesDas Gewicht gilt für ausgewachsene Kühe, Bullen wiegen 1.000 bis 1.200 kg. Ein kastriertes männliches Rind heißt Ochse.

Umgangssprachlich wird jedes Hausrind oft einfach "Kuh" genannt. Genau genommen ist eine Kuh aber ein weibliches Rind, das mindestens einmal ein Kalb zur Welt gebracht hat.

Kuh, Rind, Stier, Ochse: Die wichtigsten Begriffe

  • Rind: Oberbegriff für alle Hausrinder, egal welchen Alters und Geschlechts.
  • Kalb: ein junges Rind bis zum Alter von etwa sieben Monaten. Man unterscheidet Bullenkalb und Kuhkalb.
  • Färse: ein geschlechtsreifes weibliches Rind, das noch kein Kalb bekommen hat. In Österreich sagt man auch Kalbin.
  • Kuh: ein weibliches Rind, das mindestens einmal gekalbt hat. Man unterscheidet Milchkühe und Mutterkühe, die ihre Kälber selbst aufziehen.
  • Bulle oder Stier: ein geschlechtsreifes männliches Rind.
  • Ochse: ein kastriertes männliches Rind (mehr dazu weiter unten).

Körperliche Merkmale

Ausgewachsene Kühe wiegen je nach Rasse etwa 500 bis 800 Kilogramm, Bullen 1.000 bis 1.200 Kilogramm. Ein neugeborenes Kalb wiegt etwa 30 bis 50 Kilogramm.

An jedem Fuß hat die Kuh zwei Hufe, die Klauen genannt werden. Deshalb zählt sie zu den Paarhufern. Von Natur aus tragen Kühe und Bullen Hörner, es gibt aber auch Rassen ohne Hörner. Zwischen den Hinterbeinen sitzt das Euter mit vier Zitzen, in dem die Milch gebildet wird.

Das Fell kann je nach Rasse schwarz-weiß, rot-weiß, braun, grau, einfarbig oder gescheckt sein. Eine der bekanntesten Milchrassen ist das schwarz-weiße Holstein-Rind.

Rinder hören sehr gut, auch hohe Töne, die Menschen nicht mehr wahrnehmen. Sie können einzelne Menschen unterscheiden und erinnern sich an Personen, die sie schlecht behandelt haben.

Herkunft und Lebensraum

Alle Hausrinder in Europa stammen vom Auerochsen ab, einem großen Wildrind, das heute ausgestorben ist. Vor rund 10.000 Jahren begannen Menschen in Anatolien und im Nahen Osten, Auerochsen zu zähmen und zu züchten. Seitdem sind Rinder wichtige Nutztiere. Weltweit gab es 2020 etwa 1,5 Milliarden Rinder, die meisten davon in Brasilien, Indien und den USA.

In Deutschland leben viele Kühe das ganze Jahr im Stall, andere kommen im Sommer auf die Weide. In den Alpen verbringen Kühe den Sommer auf der Alm. Wenn sie im Herbst wieder ins Tal getrieben werden, feiern viele Orte den Almabtrieb als Fest.

Ernährung

Die Kuh ist ein Pflanzenfresser und Wiederkäuer. Sie frisst Gras, Heu und Silage, Milchkühe bekommen oft zusätzlich Kraftfutter aus Getreide und anderen Bestandteilen.

Ihr Magen besteht aus vier Abschnitten: Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Zuerst schluckt die Kuh das Futter nur grob gekaut hinunter. Im riesigen Pansen zersetzen unzählige Mikroorganismen die schwer verdaulichen Pflanzenfasern. Später würgt die Kuh das Futter in kleinen Portionen wieder hoch und kaut es in Ruhe ein zweites Mal. Beim Fressen und Wiederkäuen macht sie etwa 30.000 Kaubewegungen am Tag und bildet dabei weit über 100 Liter Speichel. Eine Milchkuh trinkt täglich oft mehr als 100 Liter Wasser.

Fortpflanzung

Färsen werden meist ab einem Alter von etwa 18 Monaten besamt und bekommen mit rund 27 Monaten ihr erstes Kalb. Die Trächtigkeit dauert etwa neun Monate. Meist kommt ein einzelnes Kalb zur Welt.

Nach der Geburt bildet die Kuh in den ersten Tagen eine besondere Milch, die Biestmilch oder Kolostrum. Sie enthält viele Abwehrstoffe und schützt das Kalb in den ersten Lebenswochen vor Infektionen. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie vorher ein Kalb bekommen haben. Deshalb bekommen Milchkühe in der Regel etwa einmal im Jahr ein Kalb. Hochleistungskühe geben weit über 10.000 Liter Milch im Jahr.

Der Ochse

Ein Ochse ist ein männliches Rind, das kastriert wurde. Die Kastration geschieht meist im Alter von einigen Wochen bis wenigen Monaten. Danach bildet das Tier kaum noch männliche Hormone und wird deutlich ruhiger und friedlicher als ein Bulle.

Ochsen wachsen langsamer als Bullen. Weil sich ihre Wachstumsfugen in den Knochen später schließen, werden sie aber oft größer. Sie sind muskulöser als Kühe, aber weniger muskulös als Stiere.

Früher waren Ochsen die wichtigsten Arbeitstiere auf dem Bauernhof. Sie verbanden die Kraft eines Bullen mit einem ruhigen Wesen. Schon in der Mitte des 4. Jahrtausends vor Christus zogen in Mitteleuropa Ochsengespanne mit einem Joch den Pflug. Später zogen sie Schlitten, Karren und Wagen. In vielen Ländern Asiens und Afrikas werden Ochsen bis heute als Zugtiere eingesetzt.

In Deutschland werden Ochsen heute vor allem für die Fleischerzeugung gehalten. Sie eignen sich gut für die Weidehaltung. Ihr Fleisch ist fein mit Fett durchzogen (marmoriert) und gilt als besonders hochwertig.

Besonderes

Mit der Haltung von Kopf und Körper zeigen Kühe ihre Stimmung. Senken sie Kopf und Hörner, wollen sie drohen oder imponieren. Scharren sie dabei mit den Hufen im Boden, verstärkt das die Drohung. Rinder sind Herdentiere und brauchen den Kontakt zu Artgenossen.

Häufige Fragen zur Kuh

Was ist der Unterschied zwischen Kuh, Stier und Ochse?

Eine Kuh ist ein weibliches Rind, das schon ein Kalb bekommen hat. Ein Stier oder Bulle ist ein geschlechtsreifes männliches Rind. Ein Ochse ist ein männliches Rind, das kastriert wurde und deshalb keinen Nachwuchs zeugen kann.

Warum werden Ochsen kastriert?

Kastrierte Bullen sind viel ruhiger und leichter zu führen. Deshalb nutzte man Ochsen früher als Zugtiere vor Pflug und Wagen. Heute schätzt man vor allem ihr marmoriertes Fleisch.

Ist der Moschusochse ein Ochse?

Nein. Der Moschusochse ist eine eigene Wildtierart aus der Arktis. Er gehört nicht zu den Rindern, sondern ist näher mit Schafen und Ziegen verwandt.

Wie lange ist eine Kuh trächtig?

Eine Kuh ist etwa neun Monate trächtig, also ungefähr so lange wie ein Mensch schwanger ist. Meist bringt sie ein einzelnes Kalb zur Welt.

Wie alt kann eine Kuh werden?

Von Natur aus können Rinder bis etwa 20 Jahre alt werden. In der Landwirtschaft werden die meisten Kühe aber deutlich früher geschlachtet: Milchkühe in Bayern zum Beispiel im Schnitt mit fünf bis sechs Jahren, nach etwa drei Jahren Milchnutzung.

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Quellen

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Kuh
500 bis 800 kg

Eine Kuh bringt 500 bis 800 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Erwachsener (75 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Die Kuh wiegt so viel wie etwa 9 Erwachsene.