Kuskus

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Kuskus der Art Phalanger gymnotis mit dunkelgrauem Fell und großen Augen frisst in einem Tierpark eine Banane
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Kurz erklärt

Kuskus sind Beuteltiere, die in den Regenwäldern von Neuguinea, auf vielen Inseln in der Umgebung und ganz im Norden Australiens leben. Sie klettern langsam durch die Bäume und halten sich dabei mit ihrem Greifschwanz fest. Tagsüber schlafen sie, nachts fressen sie vor allem Blätter und Früchte. Mit dem Gericht Couscous haben sie nur den ähnlichen Namen gemeinsam.

Steckbrief

Wissenschaftl. NamePhalanger (Gattung)
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Unterklasse: Beuteltiere
  • Überordnung: Australidelphia
  • Ordnung: Diprotodontia
  • Familie: Kletterbeutler (Phalangeridae)
  • Gattung: Kuskus (Phalanger)
KörpergrößeJe nach Art etwa 31 bis 55 cm Kopf-Rumpf-Länge, dazu ein etwa 28 bis 42 cm langer Greifschwanz
KörpergewichtJe nach Art und Insel etwa 1 bis 5 kg
ErnährungÜberwiegend Pflanzenfresser: Blätter, Früchte, Samen, Knospen und Blüten, selten auch Eier
LebenserwartungWenig erforscht; in Menschenobhut mindestens 15 Jahre belegt (Gleichfarbkuskus)
SozialverhaltenEinzelgänger
HerkunftNeuguinea und umliegende Inseln
Verbreitung Neuguinea, Molukken, Timor, Bismarck-Archipel, Salomonen und Kap-York-Halbinsel (Australien) AsienAustralien
EntdeckungGrauer Kuskus: Erstbeschreibung 1766 durch Peter Simon Pallas
SonstigesDie Gattung umfasst je nach Einteilung 14 oder 15 Arten. Die Werte im Steckbrief gelten für die gut untersuchten Arten.

Was ist ein Kuskus?

Kuskus sind Beuteltiere. Wie Kängurus und Koalas tragen die Weibchen ihre Jungen in einem Beutel am Bauch. Kuskus gehören zur Familie der Kletterbeutler, zu der rund 30 Arten gehören, darunter auch der Fuchskusu aus Australien.

Ein Name, mehrere Tiergruppen: Im engeren Sinn meint „Kuskus“ die Gattung Phalanger. Je nach Einteilung zählen Fachleute dazu 14 oder 15 Arten. Die bekannteste ist der Graue Kuskus (Phalanger orientalis), auch Wollkuskus genannt. Um ihn und seine nächsten Verwandten geht es auf dieser Seite vor allem. Den Namen Kuskus tragen aber auch Tiere aus anderen Gattungen derselben Familie:

  • die Tüpfelkuskus (Spilocuscus), zum Beispiel der Eigentliche Tüpfelkuskus (Spilocuscus maculatus)
  • die Bärenkuskus (Ailurops) aus Indonesien
  • die Gattung Strigocuscus aus Indonesien

Kuskus oder Couscous? Im Deutschen wird auch das nordafrikanische Gericht aus Weizengrieß manchmal „Kuskus“ geschrieben. Mit dem Tier hat es nichts zu tun.

Aussehen und Körperbau

Kuskus wirken rundlich und etwas schwerfällig. Sie haben einen kurzen Kopf, große Augen und kleine Ohren, die im dichten Fell kaum auffallen.

Größe und Gewicht: Die einzelnen Arten sind unterschiedlich groß. Zwei gut untersuchte Beispiele:

Grauer KuskusGleichfarbkuskus
Kopf-Rumpf-Längeetwa 35 bis 55 cmetwa 31 bis 54 cm
Schwanzlängeetwa 28 bis 42 cmetwa 29 bis 34 cm
Gewichtim Schnitt etwa 2,1 kgetwa 1,5 bis 4,9 kg

Beim Grauen Kuskus unterscheiden sich die Tiere von Insel zu Insel stark in der Größe. Erwachsene wiegen je nach Herkunft etwa 1 bis 5 Kilogramm. Männchen sind meist größer als Weibchen.

Fell: Das Fell ist dicht und wollig. Beim Grauen Kuskus sind die Männchen weiß bis dunkelgrau, die Weibchen rötlich braun bis bräunlich grau. Über den Rücken läuft meist ein dunkler Streifen, der Bauch ist oft weiß. Auf einigen Inseln gibt es ganz weiße, auf anderen schwarze oder dunkelbraune Tiere. Junge Graue Kuskus sind rötlich braun.

Greifschwanz: Der lange Schwanz ist ein wichtiges Kletterwerkzeug. Sein Ende ist unbehaart und mit kleinen, hornigen Höckern besetzt. So findet er an Ästen guten Halt.

Pfoten mit „zwei Daumen“: An den Vorderpfoten lassen sich die ersten beiden Finger den übrigen gegenüberstellen, ähnlich wie beim Koala. Damit können Kuskus Äste umgreifen wie mit zwei Daumen. Die Finger tragen lange, gebogene Krallen, die Sohlen sind nackt und geriffelt.

Beutel: Beim Grauen Kuskus enthält der Beutel des Weibchens vier Zitzen.

Verbreitung und Lebensraum

Kuskus leben auf Neuguinea und vielen Inseln in der Umgebung: auf den Molukken und Timor, dem Bismarck-Archipel und den Salomonen. In Australien kommen sie nur ganz im Norden vor, auf der Kap-York-Halbinsel in Queensland. Dort lebt der Südliche Graue Kuskus (Phalanger mimicus), der auch im Süden Neuguineas vorkommt. Außerdem lebt auf der Kap-York-Halbinsel der Eigentliche Tüpfelkuskus.

Vom Menschen verbreitet: Der Graue Kuskus stammt vermutlich aus Neuguinea. Auf viele Inseln, auf denen er heute lebt, haben ihn wahrscheinlich schon Menschen in vorgeschichtlicher Zeit gebracht.

Lebensraum: Kuskus sind Baumbewohner. Der Graue Kuskus lebt in tropischen Regenwäldern und dichtem Buschland, kommt aber auch in Gärten vor, wo er viele essbare Pflanzen findet. Der Gleichfarbkuskus lebt vom Meeresspiegel bis in 2.700 Meter Höhe, am häufigsten aber in niedrigen Lagen. Man findet ihn in Regenwäldern, in Höhlen und in Gärten.

Ernährung

Kuskus fressen überwiegend Pflanzen. Was genau auf dem Speiseplan steht, unterscheidet sich von Art zu Art:

  • Grauer Kuskus: Blätter, Samen von Bäumen, Früchte, Knospen und Blüten. In Menschenobhut frisst er vor allem Blätter.
  • Gleichfarbkuskus: vor allem Früchte, dazu Samen, Blätter und Eier. Die Früchte sammelt er auf Bäumen und vom Boden. Weibchen wurden beobachtet, wie sie ihren Beutel mit Früchten füllten und damit zu ihrem Versteck zurückkehrten.
  • Eigentlicher Tüpfelkuskus: hauptsächlich Blätter, am liebsten junge Triebe. Seltener frisst er Früchte, unreife Kokosnüsse, Insekten und kleine Wirbeltiere.

Wichtige Gärtner des Waldes: Weil der Gleichfarbkuskus Früchte frisst und sie teilweise weiterträgt, verbreitet er vermutlich die Samen vieler Pflanzen im Regenwald Neuguineas.

Verhalten und Lebensweise

Die meisten Kuskus sind nachtaktiv. Den Tag verbringt der Graue Kuskus in einer Baumhöhle. Der Eigentliche Tüpfelkuskus ist vor allem in der Dämmerung unterwegs. Tagsüber schläft er oft frei im Kronendach und versteckt sich zwischen Blättern vor Feinden.

Langsame Kletterer: Nachts klettert der Graue Kuskus langsam und bedächtig durch den Wald. Dabei hält er sich meist mit drei Füßen gleichzeitig fest, während der Schwanz einen Ast umschlingt, um ihn zusätzlich zu sichern. Wenn nötig, kann er sich aber auch schnell durch die Baumkronen bewegen und sogar über Lücken springen. Auf den Boden kommt er selten. Dort bewegt er sich in langsamen Sprüngen fort.

Einzelgänger: Kuskus leben allein. Der Graue Kuskus ist sehr unverträglich gegenüber Tüpfelkuskus, wenn sie sich begegnen. Gleichfarbkuskus sind oft aggressiv gegenüber Artgenossen. Bei Streit fauchen sie, geben hupende Laute von sich, trommeln mit den Füßen und schlagen zu. Männliche Tüpfelkuskus sind in Menschenobhut so streitlustig, dass man sie nicht zusammen halten kann.

Hitzeschutz: Beim Eigentlichen Tüpfelkuskus hat man beobachtet, dass er hechelt und seine Füße ableckt, um sich abzukühlen.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Über die Fortpflanzung der Kuskus in freier Natur ist wenig bekannt. Am besten untersucht ist der Graue Kuskus:

  1. Paarungszeit: Nach einer älteren Quelle paart er sich vor allem von Juni bis Oktober, einzelne Geburten gab es aber auch im März und November. Andere Fachleute vermuten, dass er sich das ganze Jahr über fortpflanzen kann.
  2. Sehr kurze Tragzeit: Die Jungen kommen schon nach etwa 13 Tagen zur Welt.
  3. Winzige Neugeborene: Ein Neugeborenes wiegt weniger als ein Gramm und wächst im Beutel der Mutter heran.
  4. Zwillinge: Meist werden zwei Junge geboren, manchmal eins oder drei. Meist stirbt eines der Zwillinge, bevor es entwöhnt ist.

Beim Gleichfarbkuskus bekommt das Weibchen meist nur ein Junges. Es verlässt den Beutel mit etwa drei Monaten zum ersten Mal, und zwar nachts. Zum Schlafen kehrt es aber noch eine Weile in den Beutel zurück. Beim Eigentlichen Tüpfelkuskus verlassen die Jungen den Beutel mit fünf bis sieben Monaten.

Lebenserwartung: Wie alt Kuskus in freier Natur werden, ist nicht bekannt. Gleichfarbkuskus wurden in Menschenobhut mindestens 15 Jahre alt, Eigentliche Tüpfelkuskus sieben bis neun Jahre.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Zu den Feinden gehören große Greifvögel. Belegt sind zum Beispiel der Weißbauch-Seeadler und beim Tüpfelkuskus auch der Papuaadler. Außerdem gelten Schlangen und Raubbeutler als Feinde.

Mensch: Der Gleichfarbkuskus wird in Neuguinea das ganze Jahr über gejagt, sein Fleisch ist für viele Menschen auf dem Land eine wichtige Eiweißquelle. Der Graue Kuskus ist gegenüber Menschen recht umgänglich und wird häufig als Haustier gehalten. Weitere Gefahren sind die Abholzung der Regenwälder und die Zerstörung des Lebensraums.

Gefährdung: Wie stark Kuskus bedroht sind, hängt von der Art ab. Auf der Roten Liste der IUCN gelten die meisten Arten der Gattung Phalanger, darunter der Graue Kuskus, als nicht gefährdet (IUCN, 2016). Einige Arten, die nur auf kleinen Gebieten vorkommen, sind aber bedroht:

ArtHeimatIUCN-Einstufung
Telefomin-Kuskus (Phalanger matanim)Neuguineavom Aussterben bedroht (2016)
Woodlark-Kuskus (Phalanger lullulae)Insel Woodlark bei Neuguineastark gefährdet (2016)
Gebe-Kuskus (Phalanger alexandrae)Insel Gebe, Molukkenstark gefährdet (2016)
Blauaugen-Kuskus (Phalanger matabiru)Ternate und Tidore, Molukkengefährdet (2019)

Auch unter den anderen Kuskus-Gattungen gibt es bedrohte Arten. Zwei Tüpfelkuskus-Arten und eine Bärenkuskus-Art gelten als vom Aussterben bedroht.

Nicht verwechseln: Kuskus und Fuchskusu

Auf der Kap-York-Halbinsel lebt neben den Kuskus auch der Fuchskusu (Trichosurus vulpecula). Er gehört zur selben Familie, sieht aber anders aus: Sein Fell ist grau, der Schwanz ist buschig behaart und die Ohren sind deutlich länger. Kuskus haben dagegen einen am Ende nackten Greifschwanz und kleine Ohren. Der Fuchskusu wird im Englischen „brushtail possum“ genannt. Mehr über ihn steht auf der Seite Possum.

Häufige Fragen zum Kuskus

Was für ein Tier ist ein Kuskus?

Ein Kuskus ist ein Beuteltier aus der Familie der Kletterbeutler. Er lebt auf Bäumen in Neuguinea, auf Inseln in der Umgebung und im Norden Australiens. Kuskus sind nachtaktiv und klettern mit Hilfe ihres Greifschwanzes.

Was frisst ein Kuskus?

Vor allem Pflanzenteile: Blätter, Früchte, Samen, Knospen und Blüten. Manche Arten fressen gelegentlich auch Eier, Insekten oder kleine Wirbeltiere.

Ist der Kuskus ein Säugetier?

Ja. Kuskus sind Säugetiere, genauer gesagt Beuteltiere. Das Junge kommt winzig zur Welt und wächst im Beutel der Mutter heran.

Wo lebt der Kuskus in Australien?

Nur ganz im Norden, auf der Kap-York-Halbinsel in Queensland. Dort leben der Südliche Graue Kuskus und der Eigentliche Tüpfelkuskus. Die meisten Kuskus-Arten leben aber auf Neuguinea und den Inseln in der Umgebung.

Ist der Kuskus vom Aussterben bedroht?

Das hängt von der Art ab. Der Graue Kuskus und die meisten anderen Arten gelten als nicht gefährdet. Einige Arten, die nur auf einer Insel oder in einem kleinen Gebiet leben, sind aber stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

Ähnliche Tiere

  • Possum - der Fuchskusu gehört zur selben Familie wie die Kuskus
  • Koala - ein anderes Beuteltier mit „zwei Daumen“ an den Vorderpfoten
  • Känguru - das bekannteste Beuteltier Australiens
  • Wombat - ein Verwandter aus derselben Beuteltier-Ordnung
  • Opossum - ein Beuteltier aus Amerika, das nur ähnlich heißt wie das Possum

Quellen