Leopard

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Leopard mit geflecktem Fell schleicht durch kurzes Gras
Charles J. Sharp / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Der Leopard ist eine gefleckte Großkatze aus Afrika und Asien. Keine andere Katze ist so weit verbreitet: Er lebt im Regenwald, in der Savanne, in Wüsten und im Hochgebirge. Seine Beute schleppt er oft auf Bäume, damit Löwen und Hyänen sie ihm nicht stehlen. Etwa 11 von 100 Leoparden sind schwarz und werden dann Schwarzer Panther genannt.

Steckbrief

Wissenschaftl. NamePanthera pardus
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
  • Gattung: Eigentliche Großkatzen (Panthera)
  • Art: Leopard
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 91 bis 191 cm, Schwanz 51 bis 101 cm; je nach Region sehr unterschiedlich
Körpergewicht17 bis 90 kg; Männchen meist 37 bis 90 kg, Weibchen 28 bis 60 kg; Arabische Leoparden oft nur etwa 25 kg
ErnährungFleischfresser mit sehr breitem Speiseplan: bevorzugt Huftiere von 10 bis 40 kg wie Impalas, Ducker und Hirsche, außerdem Affen, Hasen, Nagetiere, Vögel, Klippschliefer, kleine Raubtiere und Vieh
Lebenserwartung13 bis 21 Jahre; Amurleoparden in Zoos im Mittel 18,1 Jahre
SozialverhaltenEinzelgänger mit Revier; in afrikanischen Schutzgebieten Männchen 30 bis 78 km², Weibchen 15 bis 38 km²
HerkunftAfrika und Asien
Verbreitung Große Teile Afrikas südlich der Sahara, Arabische Halbinsel, Türkei, Kaukasus, Iran und Zentralasien bis zum Himalaya, Indien, Sri Lanka, Teile Südostasiens, China, Java und Ferner Osten Russlands; in Nordafrika und weiten Teilen Südostasiens verschwunden AfrikaAsien
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
GefährdungVU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025)
SonstigesAcht Unterarten nach Kitchener et al. (2017). Etwa 11 Prozent aller Leoparden sind schwarz (Schwarzer Panther), vor allem in feuchten tropischen Wäldern Asiens. Das Verbreitungsgebiet ist auf 25 bis 37 Prozent der früheren Fläche geschrumpft.

Die anpassungsfähigste Großkatze

Der Leopard (Panthera pardus) ist eine gefleckte Großkatze aus Afrika und Asien. Er ist kleiner als Löwe und Tiger, aber ein echtes Multitalent: Er lebt im Regenwald und in der Wüste, in der Savanne und im Hochgebirge, und er frisst fast alles, was er überwältigen kann. Keine andere Katze ist so weit verbreitet wie er.

Leoparden leben sehr heimlich. Sie halten sich sogar in der Nähe von Großstädten wie Mumbai in Indien und Johannesburg in Südafrika. Weil man sie so selten sieht und weil sie scheinbar überall vorkommen, hielt man sie lange für wenig bedroht. Das war ein Irrtum, wie Forschende 2016 zeigten.

Aussehen und Körperbau

Leoparden haben einen langen Körper, einen langen Schwanz und relativ kurze, sehr muskulöse Beine mit breiten Pfoten. Ihr Schädel ist massig und bietet Platz für kräftige Kiefermuskeln. Damit können sie Beute töten, die größer ist als sie selbst. Der lange Schwanz hilft beim Klettern.

  • Fell: hellgelb bis orange oder rotbraun, Bauch, Brust und Kehle sind heller
  • Rosetten: Auf dem Körper sitzen kleine schwarze Flecken ringförmig um eine Mitte, die etwas dunkler ist als das übrige Fell. Kopf, Hals und Beine tragen volle schwarze Punkte.
  • Muster: Jeder Leopard hat sein eigenes Fleckenmuster. Forschende erkennen einzelne Tiere daran wieder.
  • Ohren: kurz und rund, hinten mit einem hellen Fleck
  • Augen: gelbgrün. Eine spiegelnde Schicht hinter der Netzhaut lässt sie im Dunkeln leuchten und hilft beim Sehen in der Nacht.

Die Fellfarbe passt zum Lebensraum. Leoparden in Wüsten sind blass, Tiere aus dem Regenwald dunkler und goldfarben. In Zentralasien sind manche wegen ihres hellen, langen Winterfells im Volksmund sogar als „Schneeleoparden“ bekannt. Mit dem Schneeleoparden, einer eigenen Art, sind sie aber nicht zu verwechseln.

Wie groß und schwer wird ein Leopard?

Größe und Gewicht schwanken stark von Gegend zu Gegend:

  • Kopf-Rumpf-Länge: 91 bis 191 cm
  • Schwanz: 51 bis 101 cm
  • Gewicht: 17 bis 90 kg; Männchen meist 37 bis 90 kg, Weibchen 28 bis 60 kg

Männchen sind meist etwa 30 Prozent schwerer als Weibchen. Die größten Leoparden leben in Afrika und in den Bergen Irans und Zentralasiens. Am kleinsten ist der Arabische Leopard, der oft nur etwa 25 Kilogramm wiegt.

Der „Schwarze Panther“

Ein Schwarzer Panther ist keine eigene Tierart. So nennt man Leoparden mit schwarzem Fell. Die Ursache ist eine Veränderung in einem Gen, das die Farbe der Haare steuert. Ein Leopard wird nur dann schwarz, wenn er diese Genvariante von beiden Eltern geerbt hat. Die Rosetten sind trotzdem vorhanden, nur schwer zu erkennen.

Eine Studie von 2017 hat Nachweise aus dem ganzen Verbreitungsgebiet ausgewertet. Danach sind etwa 11 Prozent aller Leoparden schwarz. Sie sind aber sehr ungleich verteilt:

  • In den feuchten Wäldern Asiens kommen schwarze Leoparden häufig vor. Auf der Malaiischen Halbinsel und im Süden Thailands sind fast alle Leoparden schwarz, auch auf Java sind Schwärzlinge häufig.
  • In Afrika und in offenen, trockenen Landschaften sind sie dagegen sehr selten.

Die Forschenden vermuten, dass das dunkle Fell dort Vorteile bei der Tarnung oder beim Wärmehaushalt bringt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Leopard ist die am weitesten verbreitete Katze der Welt. Sein Gebiet reicht von großen Teilen Afrikas südlich der Sahara über die Arabische Halbinsel, die Türkei, den Kaukasus und den Iran bis zum Himalaya, nach Indien und Sri Lanka, Südostasien, China und in den Fernen Osten Russlands. Auch auf der Insel Java lebt er.

Kaum ein anderes Raubtier kommt mit so vielen Lebensräumen zurecht:

  • tropischer Regenwald und Laubwald
  • Savanne, Grasland und Buschland
  • Halbwüsten und Wüsten
  • Gebirge: am Mount Kenya bis 4.600 Meter, im Himalaya bis 5.200 Meter Höhe
  • in Indien sogar Teeplantagen und vom Menschen genutzte Landschaften

Die meisten Leoparden pro Fläche leben in Schutzgebieten in den Baumsavannen Ost- und Südafrikas. Dort können es über 30 Tiere auf 100 Quadratkilometern sein, in kargen Gegenden nur eines.

Ernährung: Was frisst ein Leopard?

Der Leopard hat den vielseitigsten Speiseplan aller großen Raubtiere, die ausschließlich Fleisch fressen. Allein in Afrika südlich der Sahara wurden 92 verschiedene Beutearten nachgewiesen, von Elenantilopen, die als Männchen bis zu 900 Kilogramm wiegen, bis zu nur 4 Kilogramm schweren Klippschliefern.

Am liebsten jagt er mittelgroße Huftiere von 10 bis 40 Kilogramm, zum Beispiel:

  • Impalas, Ducker und Riedböcke in Afrika
  • Warzenschweine und Pinselohrschweine
  • Muntjaks, Axishirsche, Rehe und Sikahirsche in Asien
  • Affen wie Stummelaffen und Languren

Wo große Beute fehlt, fängt er Hasen, Nagetiere, große Vögel, Schuppentiere und kleinere Raubtiere. In manchen Gegenden sind Haustiere sogar seine wichtigste Beute. In Indien frisst er neben Hirschen und Affen auch Vieh, Hunde, Katzen und Schweine.

Beute im Baum

Berühmt ist der Leopard dafür, dass er seine Beute auf Bäume schleppt. Mit seinen kräftigen Vorderbeinen und Schultern kann er Kadaver hinaufziehen, die schwerer sind als er selbst. Dort oben ist die Mahlzeit vor Löwen und Hyänen sicher, die ihm sonst die Beute stehlen würden. Dieses Verhalten erlaubt es dem Leoparden, im selben Gebiet zu leben wie Löwen und Tiger. Bedroht ihn ein stärkerer Gegner, flüchtet er selbst auf einen Baum.

Verhalten und Lebensweise

Leoparden sind Einzelgänger und verteidigen ein Revier. Nur Mütter leben eine Zeit lang mit ihren Jungen zusammen. In Savannen sind Leoparden vor allem zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang aktiv. In ungestörten Regenwäldern in Gabun waren sie dagegen überwiegend tagsüber unterwegs.

Zum Jagen pirschen sie sich geduckt an, oft über lange Strecken, bis sie etwa fünf Meter an die Beute heran sind. Dann folgt ein kurzer Sprint von rund zehn Metern. In dichten Wäldern lauern sie lieber an Wildwechseln oder unter Bäumen mit Früchten, die Beutetiere anlocken. Knapp vier von zehn Jagdversuchen sind erfolgreich.

Ihr Revier markieren Leoparden mit Urin und Kratzspuren an Bäumen. Typisch ist ihr Ruf, der wie das Sägen von Holz klingt. Er ist bis zu drei Kilometer weit zu hören. Leoparden sind gute Schwimmer, meiden Wasser aber meist.

In afrikanischen Schutzgebieten sind die Reviere der Männchen etwa 30 bis 78 Quadratkilometer groß, die der Weibchen 15 bis 38 Quadratkilometer. In der Zentral-Kalahari wurden Reviere von bis zu 2.182 Quadratkilometern gemessen. Junge Männchen wandern oft weit ab: Ein Tier im südlichen Afrika legte mindestens 352 Kilometer zurück.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Leoparden können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Im Nordosten Irans gibt es dagegen eine feste Paarungszeit im Januar und Februar. Meist geht das Werben vom Weibchen aus. Ein Paar bleibt nur wenige Tage zusammen.

  • Tragzeit: 90 bis 106 Tage
  • Wurfgröße: meist 2 Junge, selten 1 oder 3
  • Geburtsgewicht: 430 bis 1.000 Gramm (gemessen in Zoos)
  • Augen öffnen sich: nach 6 bis 10 Tagen

Die Mutter versteckt ihre Jungen in dichtem Gebüsch, zwischen Felsen, in Höhlen oder in verlassenen Erdferkelbauten und trägt sie oft an neue Verstecke. Mit etwa 100 Tagen werden sie entwöhnt. Selbstständig werden junge Leoparden im Schnitt mit eineinhalb Jahren. Weibchen bekommen ihre ersten Jungen meist mit drei bis vier Jahren.

Viele Junge überleben das erste Jahr nicht: Je nach Gebiet sterben 41 bis 90 Prozent. Ein häufiger Grund sind fremde Männchen, die Jungtiere töten. Auch Löwen und Hyänen erbeuten junge Leoparden.

Unterarten

Nach der Einteilung der IUCN-Katzenexperten von 2017 gibt es acht Unterarten. Darunter sind der Afrikanische Leopard (P. p. pardus), der Indische Leopard (P. p. fusca), der Persische Leopard (P. p. tulliana), der Arabische Leopard (P. p. nimr), der Java-Leopard (P. p. melas) und der Amurleopard (P. p. orientalis) im Fernen Osten Russlands und im Nordosten Chinas.

Gefährdung und Schutz

Die IUCN stuft den Leoparden als gefährdet ein (Vulnerable, Einstufung von 2025).

Eine große Studie von 2016 hat 6.000 Nachweise aus über 1.300 Quellen ausgewertet. Das Ergebnis: Früher lebten Leoparden auf fast 35 Millionen Quadratkilometern. Sicher nachgewiesen sind sie heute nur noch auf etwa einem Viertel dieser Fläche. Damit hat der Leopard mehr von seinem Gebiet verloren als die großen Raubtiere im Durchschnitt. Drei der damals unterschiedenen Unterarten, P. p. pardus, P. p. fusca und P. p. saxicolor, besitzen zusammen 97 Prozent des heutigen Verbreitungsgebiets. P. p. orientalis, P. p. nimr und P. p. japonensis haben dagegen jeweils bis zu 98 Prozent ihres früheren Gebiets verloren.

Auch seit 2016 geht der Rückgang weiter: Bis 2023 schrumpfte das Verbreitungsgebiet noch einmal um 11 Prozent. In Nordafrika steht der Leopard kurz vor dem Aussterben, in den meisten Ländern Südostasiens ist er schon verschwunden. Nur im Fernen Osten Russlands und im Nordosten Chinas hat sich das Gebiet dank großer Schutzanstrengungen vergrößert.

Die wichtigsten Gefahren:

  • Verlust und Zerstückelung des Lebensraums
  • Wilderei auf Beutetiere, sodass manche Wälder fast leer gejagt sind
  • Tötung aus Rache, wenn Leoparden Vieh reißen, oft mit Gift
  • Handel mit Fellen und Körperteilen: In Afrika werden jedes Jahr etwa 4.500 bis 7.000 Leoparden getötet, nur um Felle für religiöse Zeremonien zu liefern. In Indien werden schätzungsweise vier Leoparden pro Woche gewildert.
  • schlecht geregelte Trophäenjagd

Der Leopard steht in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). In vielen Ländern ist die Jagd verboten.

Häufige Fragen zum Leoparden

Wo lebt der Leopard?

In großen Teilen Afrikas südlich der Sahara und in Asien von der Arabischen Halbinsel und dem Kaukasus über Indien und Sri Lanka bis nach China, Java und in den Fernen Osten Russlands. Er lebt im Regenwald, in Savannen, Wüsten und Gebirgen.

Ist der Leopard gefährdet?

Ja. Die IUCN stuft ihn in ihrer Einstufung von 2025 als gefährdet ein. Leoparden leben heute nur noch auf etwa einem Viertel bis gut einem Drittel ihres früheren Verbreitungsgebiets, in Nordafrika und großen Teilen Südostasiens sind sie fast oder ganz verschwunden.

Ist der Schwarze Panther ein Leopard?

Ja. Der Schwarze Panther ist ein Leopard mit schwarzem Fell und keine eigene Art. Etwa 11 Prozent aller Leoparden sind schwarz, die meisten davon leben in feuchten tropischen Wäldern, vor allem in Asien.

Wie schwer wird ein Leopard?

Leoparden wiegen 17 bis 90 Kilogramm. Männchen sind schwerer als Weibchen. Die größten Tiere leben in Afrika und in den Bergen Irans und Zentralasiens, die kleinsten auf der Arabischen Halbinsel.

Warum bringt der Leopard seine Beute auf einen Baum?

Auf dem Baum ist die Beute vor Löwen und Hyänen sicher, die sie dem Leoparden sonst wegnehmen würden. So kann er sein Revier mit diesen stärkeren Raubtieren teilen.

Wie alt wird ein Leopard?

Die Katzenexperten der IUCN geben 13 bis 21 Jahre an. Amurleoparden in Zoos werden im Mittel gut 18 Jahre alt. In freier Natur bekam ein Weibchen noch mit 16 Jahren Junge.

Ähnliche Tiere

  • Schwarzer Panther - Leoparden mit schwarzem Fell
  • Jaguar - eine weitere Großkatze der Gattung Panthera
  • Nebelparder - ein kleinerer Kletterkünstler aus Asiens Wäldern
  • Gepard - eine weitere gefleckte Katze Afrikas
  • Löwe - stärkster Konkurrent des Leoparden in Afrika

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Leopard
91 cm bis 1,91 m

Wie groß ist der Leopard wirklich? Mit 91 cm bis 1,91 m überragt er einen Fußball (22 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an einen Elefanten (3,5 m) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 6 Fußbälle übereinander stapeln, um so groß wie ein Leopard zu werden. Selbst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) wirkt daneben noch winzig.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Leopard
17 bis 90 kg

Ein Leopard bringt 17 bis 90 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t). Anders ausgedrückt: Der Leopard wiegt so viel wie etwa 13 Hauskatzen.