Mäusebussard
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Kurz erklärt
Der Mäusebussard ist ein mittelgroßer Greifvogel und einer der häufigsten in Deutschland. Oft sitzt er auf Zaunpfählen am Straßenrand oder kreist mit leicht angehobenen Flügeln über Feldern. Sein Gefieder kann fast weiß bis dunkelbraun sein. Er frisst vor allem Mäuse und ruft ein miauendes „hiää“.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Buteo buteo |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | Körperlänge 46 bis 58 cm, Flügelspannweite etwa 110 bis 130 cm |
| Körpergewicht | Etwa 600 bis 1.300 g, Weibchen größer und schwerer als Männchen |
| Ernährung | Fleischfresser: vor allem Wühlmäuse und andere Kleinsäuger, außerdem Amphibien, Reptilien, große Insekten, Regenwürmer, gelegentlich Kleinvögel und im Winter viel Aas |
| Lebenserwartung | Erwachsene Bussarde leben im Schnitt etwa 12 Jahre; ein in Großbritannien beringter Vogel wurde über 30 Jahre alt |
| Sozialverhalten | Paare bleiben oft lebenslang zusammen und verteidigen ihr Revier gegen Artgenossen |
| Herkunft | Europa und Asien |
| Verbreitung | Fast ganz Europa, atlantische Inseln und Teile Asiens bis Nordwestchina und Nordiran; Zugvögel überwintern bis nach Ost- und Südafrika und Indien AfrikaAsienEuropa |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2021) |
| Sonstiges | In Deutschland brüten etwa 79.000 bis 135.000 Paare, der Bestand ist stabil und nicht gefährdet. Auch Katzenadler genannt. |
Was ist ein Mäusebussard?
Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen. Er gehört zu den häufigsten Greifvögeln in Deutschland und kommt hier fast überall vor. Viele Menschen kennen ihn vom Autofahren: Er sitzt gern auf Zaunpfählen oder Pfosten am Straßenrand und hält nach Beute Ausschau.
Seinen Namen trägt er zu Recht, denn Mäuse sind seine wichtigste Nahrung. Weil sein Ruf ähnlich wie das Miauen einer Katze klingt, nennt man ihn auch Katzenadler.
Aussehen und Körperbau
Größe: Mäusebussarde werden 46 bis 58 cm lang. Die breiten Flügel spannen etwa 110 bis 130 cm.
Gewicht: Sie wiegen etwa 600 bis 1.300 g. Die Weibchen sind etwas größer und schwerer als die Männchen. Das Männchen heißt in der Jägersprache Terzel.
Körperform: Der Mäusebussard wirkt kompakt. Der Kopf setzt sich kaum vom Körper ab, der Schwanz ist nur mittellang und am Ende gerundet.
Gefieder: Das Gefieder ist von Vogel zu Vogel sehr unterschiedlich gefärbt. Es gibt fast weiße, braune und sehr dunkle Mäusebussarde. Typisch ist bei den meisten ein helles Band quer über der Brust, das die dunklere obere Brust vom helleren Bauch trennt. Der Schwanz ist bei allen Farbvarianten grauweiß mit dichten, feinen grauen Querbändern.
Füße und Schnabel: Die Beine und der Ansatz des Schnabels sind gelb. Weil der Mäusebussard auf kleine Beute spezialisiert ist, hat er nur kurze Zehen und vergleichsweise schwache Krallen.
Jungvögel: Ihnen fehlt noch das dunkle Band am Ende der Schwanzfedern.
Mäusebussard oder Raufußbussard?
Im Winter ist bei uns auch der Raufußbussard zu Gast. Er ist kalt grau gefärbt, hat dunkle Flecken am Bauch und einen hellen Schwanz mit einer auffälligen dunklen Binde am Ende. Außerdem „rüttelt“ er oft, er bleibt also flatternd an einer Stelle in der Luft stehen. Der Mäusebussard tut das nur selten. Der Wespenbussard hat einen deutlich längeren Hals und Schwanz.
Verbreitung und Lebensraum
Verbreitung: Der Mäusebussard brütet in fast ganz Europa und auf den Kanaren, den Azoren und den Kapverden. Nach Osten reicht sein Brutgebiet bis ins südliche Zentralrussland, nach Süden bis Nordwestchina und in den Norden des Irans. Im Winter findet man ihn außerdem in Ost- und Südafrika und auf dem indischen Subkontinent.
Standvogel und Zugvogel: Die Mäusebussarde auf den Inseln bleiben das ganze Jahr. Auf dem Festland gibt es Standvögel, Kurzstreckenzieher und Langstreckenzieher. In Deutschland bleiben die meisten erwachsenen Bussarde im Winter in ihrem Revier. Viele Jungvögel ziehen im Herbst nach Frankreich. Gleichzeitig kommen Bussarde aus Skandinavien zu uns, um hier zu überwintern.
Lebensraum: Der Mäusebussard ist sehr anpassungsfähig. Er braucht zwei Dinge: Bäume für sein Nest und offene Flächen für die Jagd. Ideal sind Landschaften mit Feldgehölzen, Waldrändern, Alleen und Einzelbäumen neben Wiesen und Äckern. Im Wald jagt er auf Lichtungen und Schneisen. Er fehlt nur in dicht bebauten Städten, in großen geschlossenen Wäldern und oberhalb der Waldgrenze. In Gebirgen brütet er manchmal auch an Felsen.
Bestand: In Deutschland brüten laut NABU etwa 79.000 bis 135.000 Paare. In Großbritannien hat der Bestand seit 1995 um rund drei Viertel zugenommen.
Ernährung
Der Mäusebussard ist ein Fleischfresser, aber nicht wählerisch. Er frisst, was es gerade reichlich gibt:
- Kleinsäuger: vor allem Wühlmäuse, außerdem Maulwürfe und Kaninchen
- Amphibien und kleine Reptilien
- Wirbellose: große Insekten und deren Larven sowie Regenwürmer
- Vögel: ab und zu kleine Vögel, größere meist nur, wenn sie krank oder schon tot sind
- Aas: im Winter ein großer Teil der Nahrung, zum Beispiel überfahrene Tiere
Mäusejahre: Weil Mäuse so wichtig für ihn sind, schwankt die Zahl der Bussarde stark mit der Zahl der Wühlmäuse.
Gewölle: Haare, Knochen und andere unverdauliche Reste würgt der Mäusebussard als kleine Ballen wieder aus. Diese Ballen heißen Gewölle.
Keine Gefahr für Wild: Größere Säugetiere und gesunde Vögel spielen für den Mäusebussard kaum eine Rolle. Er ist deshalb keine Bedrohung für gesunde Bestände von Niederwild.
Verhalten und Jagd
Ansitzjäger: Meistens jagt der Mäusebussard von einer Sitzwarte aus, etwa von einem Zaunpfahl, einem Mast oder einem einzeln stehenden Baum. Mit seinen scharfen Augen entdeckt er eine Maus schon aus großer Entfernung und fliegt sie dann am Boden an. Manche Landwirte stellen auf ihren Feldern extra Sitzstangen auf. Damit erleichtern sie dem Bussard die Mäusejagd.
Am Straßenrand: Häufig lauert er an vielbefahrenen Straßen. Dort findet er Tiere, die vom Verkehr getötet wurden. Lieber als Aas frisst er aber lebende Mäuse.
Zu Fuß: An regnerischen Tagen sieht man Mäusebussarde oft auf Feldern herumhüpfen. Dann suchen sie nach Regenwürmern.
Segeln: Bei Aufwind kreist der Mäusebussard hoch am Himmel. Dabei hält er die Flügel leicht V-förmig angehoben. Daran kann man ihn gut von Milanen und dem Wespenbussard unterscheiden.
Stimme: Der Mäusebussard ruft oft. Am bekanntesten ist ein lang gezogenes, abfallendes „hiää“, das an das Miauen einer Katze erinnert. Männchen und Weibchen rufen so, vor allem in der Balzzeit und um ihr Revier zu markieren. Der Warnruf klingt schärfer, etwa wie „pii-ääh“.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Paare und Revier: Ein Brutpaar verteidigt sein Revier heftig gegen andere Bussarde. Weil beide Partner an ihrem Revier festhalten, bleiben sie oft ein Leben lang zusammen. Die meisten Mäusebussarde brüten mit drei Jahren zum ersten Mal.
Balz: Schon ab Februar kreisen die Paare mit lauten Rufen über ihrem Revier.
Der Horst: Das Nest der Greifvögel heißt Horst. Mäusebussarde bauen es in hohen Bäumen wie Eichen oder Kiefern, meist nahe am Waldrand. Im Revier gibt es oft noch ein oder zwei weitere Horste, die das Paar abwechselnd nutzt.
Brut in Zahlen:
- Gelege: 2 bis 4 Eier, meist 2 bis 3
- Eier: etwa 55 mm lang und rund 60 g schwer
- Brutdauer: etwa 34 bis 36 Tage, vor allem das Weibchen brütet
- Schlupf: etwa Anfang Mai
- Nestlingszeit: etwa 6 bis 7 Wochen
- Bruten: eine pro Jahr
Während das Weibchen brütet, bringt das Männchen die Beute zum Horst. Die Jungen schlüpfen in einem weißen Dunenkleid. Nach dem Ausfliegen betteln sie ihre Eltern noch 8 bis 12 Wochen lang um Futter an. Im August löst sich die Familie auf.
Lebenserwartung: Wer die ersten Jahre überlebt, kann recht alt werden. Nach britischen Beringungsdaten überleben 9 von 10 erwachsenen Bussarden von einem Jahr zum nächsten. Im Schnitt leben erwachsene Mäusebussarde etwa 12 Jahre. Ein in Großbritannien beringter Vogel wurde über 30 Jahre alt.
Gefährdung und Schutz
Weltweit: Der Mäusebussard ist weit verbreitet. Auf der Roten Liste der IUCN gilt er als nicht gefährdet (IUCN, 2021).
In Deutschland: Auch hier ist er nicht gefährdet, der Bestand gilt als stabil. In Bayern zum Beispiel unterliegt der Mäusebussard zwar dem Jagdrecht, ist aber das ganze Jahr geschont und wird nicht bejagt. Ihn illegal zu töten, ist nach dem Bundesjagdgesetz eine Straftat.
Illegale Verfolgung: Trotzdem werden Mäusebussarde illegal verfolgt. In Österreich zum Beispiel werden nach Angaben von BirdLife regelmäßig Bussarde abgeschossen, in Fallen gefangen oder vergiftet. Wer tote oder verletzte Greifvögel unter verdächtigen Umständen findet, sollte das der Polizei oder einem Naturschutzverband melden.
Häufige Fragen zum Mäusebussard
Woran erkennt man einen Mäusebussard?
An seiner kompakten Figur mit breiten Flügeln, kurzem Hals und mittellangem, fein gebändertem Schwanz. Das Gefieder ist sehr unterschiedlich, meist aber braun mit einem hellen Band über der Brust. Beim Kreisen hält er die Flügel leicht V-förmig.
Wie groß ist ein Mäusebussard?
Ein Mäusebussard ist 46 bis 58 cm lang und hat eine Flügelspannweite von etwa 110 bis 130 cm. Er wiegt etwa 600 bis 1.300 g, Weibchen sind schwerer als Männchen.
Was frisst ein Mäusebussard?
Vor allem Mäuse, besonders Wühlmäuse. Dazu kommen Maulwürfe, Kaninchen, Amphibien, kleine Reptilien, große Insekten und Regenwürmer. Im Winter frisst er viel Aas.
Wie klingt der Ruf des Mäusebussards?
Wie ein lang gezogenes, miauendes „hiää“. Deshalb heißt er auch Katzenadler. Man hört den Ruf oft, wenn Bussarde über ihrem Revier kreisen.
Ist der Mäusebussard ein Zugvogel?
In Deutschland bleiben die meisten erwachsenen Mäusebussarde im Winter hier. Viele Jungvögel ziehen nach Frankreich. Bussarde aus Skandinavien kommen im Winter zu uns.
Jagt der Mäusebussard auch größere Tiere?
Kaum. Er ist auf kleine Beute wie Mäuse spezialisiert und hat dafür nur kurze Zehen und vergleichsweise schwache Krallen. Größere Säugetiere und Vögel frisst er meist nur, wenn sie krank oder schon tot sind.
Ähnliche Tiere
- Rotmilan - größer, mit rostrotem, tief gegabeltem Schwanz
- Falke - kleinere Greifvögel mit spitzen Flügeln
- Adler - die großen Verwandten aus der Familie der Habichtartigen
- Zwergadler - ein kleiner Adler, ebenfalls aus der Familie der Habichtartigen
- Uhu - die größte Eule Europas, ebenfalls ein Mäusejäger
Quellen
- Mäusebussard - Vogelporträt des NABU
- Mäusebussard - Artenporträt von BirdLife Österreich
- Mäusebussard - Wildtierportal Bayern (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus)
- Buzzard - BirdFacts des British Trust for Ornithology (BTO)
- Orta, J. et al. (2022): Common Buzzard (Buteo buteo). Birds of the World, Cornell Lab of Ornithology
- BirdLife International (2021): Buteo buteo. The IUCN Red List of Threatened Species
Größenvergleich
Der Mäusebussard wird 46 bis 58 cm groß - eher kompakt. Auf unserer Größenskala liegt er zwischen einem Fußball (22 cm) und einem Kind (1,2 m).
Gewichtsvergleich
Ein Mäusebussard bringt 600 g bis 1,3 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als eine Hauskatze (4 kg).