Mauswiesel

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Mauswiesel mit rotbraunem Rücken und weißer Kehle und Brust steht auf einem Holzbalken vor dunklem Hintergrund und schaut aufmerksam zur Seite
Keven Law / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Kurz erklärt

Das Mauswiesel ist das kleinste Raubtier der Welt. Ein Männchen ist ohne Schwanz höchstens 25 Zentimeter lang und wiegt kaum mehr als eine Tafel Schokolade. Es gehört zu den Mardern und jagt vor allem Mäuse, die es sogar in ihren Gängen verfolgt. Vom ähnlichen Hermelin unterscheidet man es am Schwanz: Dem Mauswiesel fehlt die schwarze Spitze.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameMustela nivalis
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
  • Familie: Marder (Mustelidae)
  • Unterfamilie: Mustelinae
  • Gattung: Mustela
  • Art: Mauswiesel (Kleines Wiesel, Zwergwiesel)
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge laut Deutschem Jagdverband: Männchen 17 bis 25 cm, Weibchen 12 bis 17 cm; dazu ein kurzer Schwanz von etwa 3 bis 6 cm
KörpergewichtMännchen 60 bis 100 g, Weibchen 30 bis 60 g
ErnährungFleischfresser: vor allem Mäuse und andere Kleinsäuger, dazu Eidechsen, Amphibien, Insekten, kleine Vögel und Eier, gelegentlich junge Hasen und Kaninchen
LebenserwartungIn freier Natur meist nur 1 bis 2 Jahre; in Menschenobhut 7 bis 10 Jahre nachgewiesen
SozialverhaltenEinzelgänger; Männchen und Weibchen leben in getrennten Revieren, die Mutter zieht die Jungen allein auf
HerkunftNordhalbkugel: Europa, Nordafrika, Nord- und Ostasien, Nordamerika
Verbreitung Fast ganz Europa (nicht in Irland, Island und auf Zypern), Nordafrika, weite Teile Asiens bis Japan, Norden Nordamerikas; in Neuseeland und auf einigen Inseln vom Menschen eingeführt AfrikaAsienEuropaNordamerikaAustralien
EntdeckungErstbeschreibung 1766 durch Carl von Linné
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2019)
SonstigesDas Mauswiesel ist das kleinste Raubtier der Erde. Es unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht. In der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands (2020) reichen die Daten für eine Einstufung nicht aus.

Was ist ein Mauswiesel?

Das Mauswiesel (Mustela nivalis) ist das kleinste Raubtier der Welt. Es gehört zur Familie der Marder, genauer zu den Wieselartigen, zu denen auch das Hermelin, der Iltis und der Nerz zählen. Andere Namen sind Kleines Wiesel, Zwergwiesel oder Hermännchen.

Obwohl es kaum größer ist als die Mäuse, die es jagt, ist das Mauswiesel ein schneller und ausdauernder Jäger. Sein langer, dünner Körper passt in jedes Mauseloch. Weil es so viele Mäuse frisst, ist es ein nützlicher Nachbar für Landwirte.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Männchen und Weibchen sind sehr unterschiedlich groß. Der Deutsche Jagdverband nennt bei Männchen eine Kopf-Rumpf-Länge von 17 bis 25 cm und ein Gewicht von 60 bis 100 g. Weibchen sind 12 bis 17 cm lang und wiegen nur 30 bis 60 g. In Großbritannien messen Männchen 19,4 bis 21,7 cm, Weibchen 17,3 bis 18,3 cm. Der Schwanz ist kurz, nur etwa 3 bis 6 cm (Mammal Society).

Wie klein das Mauswiesel ist, zeigt ein Vergleich der Mammal Society: Sein Kopf passt durch einen Ehering, der Kopf eines ausgewachsenen Hermelins nicht.

Körperbau: Der Körper ist lang gestreckt und schlank, die Beine sind kurz. Der Kopf ist klein, länglich und flach, die runden Ohren liegen eng an. Das Mauswiesel hat an jedem Fuß fünf Zehen mit Krallen, die es nicht einziehen kann.

Fell: Im Sommer sind Rücken, Kopf und Schwanz hell- bis rotbraun. Kehle, Brust, Bauch und die Innenseiten der Beine sind weiß. Oft sitzt ein brauner Fleck im Mundwinkel.

Weiß im Winter? Das hängt davon ab, wo das Mauswiesel lebt. In Nordeuropa, Sibirien und Nordamerika wird es im Winter ganz weiß. In Mitteleuropa kommt das nur sehr selten vor, und in Großbritannien bleibt es das ganze Jahr braun.

Mauswiesel oder Hermelin?

Die beiden Wiesel sehen sich ähnlich und leben oft im selben Gebiet. So kannst du sie unterscheiden:

  • Größe: Das Mauswiesel ist etwa halb so groß wie das Hermelin. Der Jagdverband beschreibt es so: mausgroß gegen handgroß.
  • Schwanz: Das Hermelin hat eine schwarze Schwanzspitze, das ganze Jahr über. Beim Mauswiesel ist der kürzere Schwanz einfarbig braun.
  • Grenzlinie im Fell: Beim Hermelin trennt eine gerade Linie den braunen Rücken vom hellen Bauch. Beim Mauswiesel verläuft sie wellig und unregelmäßig.

Verbreitung und Lebensraum

Das Mauswiesel lebt fast auf der ganzen Nordhalbkugel. Es kommt in Europa, in Nordafrika, im Norden und Osten Asiens und im Norden Nordamerikas vor. In Europa fehlt es nur in Irland, auf Island und auf Zypern. In Nordamerika lebt es von Alaska über Kanada bis in den Norden der USA.

Eingeführt: Menschen haben Mauswiesel auf Inseln gebracht, auf denen sie ursprünglich nicht lebten, zum Beispiel nach Neuseeland, auf die Azoren, nach Kreta und nach Malta. In Neuseeland jagen sie am Boden lebende Vögel und schaden dort zum Beispiel dem Kiwi. Auch das Hermelin wurde in Neuseeland eingeführt, mehr dazu steht auf der Seite zum Hermelin.

Lebensraum: Das Mauswiesel ist ein Tier der offenen Landschaft und steigt in den Bergen bis etwa 3.000 m hoch. Geschlossene Wälder meidet es. Am liebsten mag es trockene Stellen mit Deckung: Hecken, Brachen, Böschungen und trockene Gräben. Entscheidend ist, dass es genug Mäuse gibt.

Verstecke: Meist übernimmt das Mauswiesel die Nester seiner Beutetiere, statt selbst zu graben. Es wohnt in Baumhöhlen, Stein- und Holzhaufen, alten Mauern, Maulwurfsgängen oder in den Bauen seiner Beute, etwa von Hamstern und Ratten. Im Winter zieht es manchmal in Ställe, Keller oder Dachböden.

Ernährung

Das Mauswiesel ist ein Fleischfresser und hat sich auf Mäuse spezialisiert, noch stärker als das Hermelin. Außerhalb des hohen Nordens stehen vor allem Erdmäuse, Rötelmäuse und Waldmäuse auf dem Speiseplan, in der Arktis vor allem Lemminge. Daneben frisst es andere kleine Säugetiere wie Bilche, außerdem Eidechsen, Frösche, Insekten, kleine Vögel und Eier. Manchmal erbeutet es sogar junge Hasen und nestjunge Kaninchen.

Immer hungrig: Weil das Mauswiesel so klein ist, kann es kaum Fett speichern und hat einen hohen Energiebedarf. Es muss deshalb fast ständig fressen, bei Tag und bei Nacht. Laut Animal Diversity Web frisst es täglich mehr als die Hälfte seines Körpergewichts, im Winter noch mehr. Nach Angaben des Jagdverbands schafft ein Mauswiesel fünf Mäuse am Tag.

Jagd im Mäusegang: Das Mauswiesel verfolgt Mäuse bis tief in ihre Gänge. Deshalb kann es zu jeder Tages- und Jahreszeit jagen. Liegt Schnee, spielt sich sein Leben fast ganz in Tunneln unter der Schneedecke ab. Erbeutet es mehr, als es fressen kann, legt es einen Vorrat an.

Verhalten und Lebensweise

Einzelgänger: Mauswiesel leben allein. Männchen und Weibchen haben getrennte Reviere, die Reviere der Männchen sind größer. Ein Mauswiesel streift in einem Gebiet von etwa 1 bis 15 Hektar umher, je nachdem, wie viele Mäuse es dort gibt. Darin nutzt es mehrere Verstecke und Ruheplätze abwechselnd. Im Frühjahr verlassen Männchen ihr Revier und suchen nach Weibchen.

Aktivität: Das Mauswiesel ist tagsüber und nachts unterwegs. Es läuft auf festen Pfaden, ist ein sehr schneller Läufer und ein guter Schwimmer. Klettern kann es nur mittelmäßig, erreicht aber trotzdem Vogelnistkästen.

Sinne und Laute: Das Mauswiesel hört ausgezeichnet und sieht und riecht gut. Artgenossen verständigen sich mit zischenden und singenden Lauten. Wird es erschreckt, gibt es aus Drüsen am Hinterteil einen stark riechenden Duftstoff ab, der Feinde abschrecken soll.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Paarung: Mauswiesel können sich das ganze Jahr über paaren. Die Hauptzeit ist im Frühjahr, laut Jagdverband im Februar und März. Wie oft ein Weibchen Junge bekommt, hängt stark vom Futter ab. In Großbritannien gibt es meist einen Wurf pro Jahr, in guten Mäusejahren zwei. Nach Angaben des Jagdverbands kann ein Weibchen bis zu zweimal im Jahr Junge bekommen.

Tragzeit und Wurf: Die Tragzeit dauert etwa fünf Wochen, genauer 34 bis 37 Tage. Dann bringt das Weibchen 3 bis 9 Junge zur Welt, meist 4 bis 7. Das Wurfnest liegt oft in einem Maulwurfs- oder Wühlmausgang und ist mit Fell und Wolle ausgepolstert. Die Jungen sind bei der Geburt nackt, blind und hilflos.

Aufzucht: Das Weibchen zieht die Jungen allein auf. Die Mammal Society gibt an, dass die Jungen mit drei bis vier Wochen entwöhnt werden und mit acht Wochen schon selbst Beute töten. Mit 9 bis 12 Wochen löst sich die Familie auf. Junge Weibchen können in einem guten Mäusejahr schon mit zwei bis drei Monaten eigene Junge bekommen.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Obwohl das Mauswiesel ein Räuber ist, wird es selbst oft gefressen. Zu seinen Feinden zählen der Fuchs, Marder, Eulen und Greifvögel, Schlangen sowie Hauskatzen und Hunde. Auch das größere Hermelin jagt Mauswiesel.

Kurzes Leben: Nur 20 bis 25 Prozent der Mauswiesel erreichen laut Jagdverband ihr zweites Lebensjahr. Die Mammal Society schätzt für Großbritannien, dass nur etwa 10 Prozent älter als zwei Jahre werden. In mäusearmen Jahren verhungern viele Tiere. In Menschenobhut werden Mauswiesel nach Angaben des Jagdverbands bis zu 7 Jahre alt, der Rekord liegt laut Animal Diversity Web bei 10 Jahren.

Situation in Deutschland: Wie viele Mauswiesel hier leben, weiß niemand genau, denn großräumige Zählungen fehlen. In der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands von 2020 steht es deshalb in der Kategorie „Daten unzureichend“. Die Fachleute halten das Mauswiesel für häufig, vermuten aber einen Rückgang: Die intensive Landwirtschaft hat vielerorts die Zahl der Wühlmäuse verringert. Das Mauswiesel unterliegt dem Jagdrecht. Die Jagdzeitenverordnung des Bundes erlaubt die Jagd vom 1. August bis 28. Februar, die Bundesländer können davon abweichen.

Weltweit: Auf der Roten Liste der IUCN gilt das Mauswiesel als nicht gefährdet (Least Concern). Die Bewertung stammt ursprünglich von 2016, die gültige korrigierte Fassung wurde 2019 veröffentlicht (McDonald et al. 2019).

Häufige Fragen zum Mauswiesel

Wie groß wird ein Mauswiesel?

Männchen werden ohne Schwanz 17 bis 25 cm lang, Weibchen nur 12 bis 17 cm. Der Schwanz misst etwa 3 bis 6 cm. Männchen wiegen 60 bis 100 g, Weibchen 30 bis 60 g.

Was frisst ein Mauswiesel?

Vor allem Mäuse, die es bis in ihre Gänge verfolgt. Wenn Mäuse fehlen, frisst es auch Eidechsen, Frösche, Insekten, kleine Vögel und Eier. Es muss mehrmals am Tag fressen.

Was ist der Unterschied zwischen Mauswiesel und Hermelin?

Das Mauswiesel ist etwa halb so groß wie das Hermelin und hat keine schwarze Schwanzspitze. Die Grenze zwischen braunem Rücken und weißem Bauch verläuft beim Mauswiesel wellig, beim Hermelin gerade.

Wird das Mauswiesel im Winter weiß?

Nur in kalten Gegenden wie Nordeuropa, Sibirien oder Nordamerika. In Mitteleuropa bleiben Mauswiesel fast immer braun, weiße Tiere sind hier eine große Ausnahme.

Ist das Mauswiesel gefährlich für Menschen?

Nein. Für Menschen ist das winzige Raubtier harmlos. Für Landwirte und Gärtner ist es nützlich, weil es viele Mäuse frisst.

Wie alt wird ein Mauswiesel?

Die meisten Mauswiesel werden nur ein bis zwei Jahre alt, weil sie viele Feinde haben und in schlechten Mäusejahren verhungern. In Menschenobhut können sie 7 bis 10 Jahre alt werden.

Ähnliche Tiere

  • Hermelin - das größere Wiesel mit schwarzer Schwanzspitze
  • Frettchen - die zahme Form des Iltisses, ebenfalls ein Wieselartiger
  • Nerz - ein Marder, der am Wasser lebt
  • Baummarder - ein größerer Verwandter aus der Familie der Marder
  • Maus - die wichtigste Beute des Mauswiesels

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Mauswiesel
12 bis 25 cm

Stell dir vor, du stellst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) neben ein Mauswiesel: Das Mauswiesel ist um einiges größer. Neben einem Kind (1,2 m) wirkt es mit seinen 12 bis 25 cm aber wiederum geradezu winzig. Genauer gesagt ist das Mauswiesel etwa 8-mal so groß wie eine 1-Euro-Münze und rund 6-mal kleiner als ein Kind.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Mauswiesel
30 bis 100 g

Ein Mauswiesel bringt 30 bis 100 g auf die Waage. Das ist schwerer als eine 1-Euro-Münze (7,5 g), aber leichter als ein Fußball (430 g). Anders ausgedrückt: Das Mauswiesel wiegt so viel wie etwa 9 1-Euro-Münzen.