Mantarochen

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Riesenmanta schwimmt mit weit geöffnetem Maul und ausgerollten Kopflappen frontal auf die Kamera zu, darunter ein Korallenriff
Arturo de Frias Marques / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Mantarochen sind die größten Rochen der Welt. Gemeint sind meist zwei Arten: der Riesenmanta, der über 7 Meter Spannweite erreichen kann, und der etwas kleinere Riffmanta. Mantas gleiten mit flügelartigen Flossen durchs Meer und filtern winziges Plankton aus dem Wasser. Für Menschen sind sie harmlos, doch beide Arten sind gefährdet.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameMobula birostris (Riesenmanta) und Mobula alfredi (Riffmanta)
Abstammung
  • Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
  • Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
  • Ordnung: Stechrochenartige (Myliobatiformes)
  • Familie: Teufelsrochen (Mobulidae)
  • Gattung: Mobula (früher Manta)
KörpergrößeGemessen wird die Spannweite: Riffmanta bis etwa 4,5 m; Riesenmanta meist um 4,5 m, laut NOAA bis 7,9 m, laut FishBase bis 9,1 m
KörpergewichtRiesenmanta: höchstes veröffentlichtes Gewicht laut FishBase 3 t, NOAA nennt bis etwa 2,4 t; ein 5,5 m breites Weibchen wog 1.050 kg
ErnährungFiltrierer: Zooplankton wie Krill, Ruderfußkrebse, Schwebgarnelen und Krebslarven, manchmal auch kleine Fische
LebenserwartungLaut NOAA mindestens 45 Jahre; FishBase nennt als höchstes belegtes Alter 20 Jahre beim Riesenmanta und 31 Jahre beim Riffmanta
SozialverhaltenMeist allein, in Gruppen an Futterplätzen, Putzerstationen und zur Paarung
HerkunftTropische bis gemäßigte Meere
Verbreitung Riesenmanta weltweit in tropischen bis gemäßigten Meeren, auch im offenen Ozean; Riffmanta im Indopazifik nahe Küsten und Riffen Meer
EntdeckungRiesenmanta 1792 von Walbaum beschrieben, Riffmanta 1868 von Krefft; der Riffmanta gilt erst seit 2009 wieder als eigene Art
SonstigesGruppenseite ohne eigene Gefährdungseinstufung. Die Rote Liste der IUCN stuft den Riesenmanta als stark gefährdet (EN) und den Riffmanta als gefährdet (VU) ein, beide 2022. Der internationale Handel ist durch CITES Anhang II geregelt.

Was sind Mantarochen?

Mantarochen, kurz Mantas, sind die größten Rochen der Welt. Sie gehören zu den Knorpelfischen und damit zur selben großen Gruppe wie die Haie. Mit dem Namen „Mantarochen“ sind meist zwei Arten gemeint:

  • Der Riesenmanta (Mobula birostris) ist die größere Art. Er lebt weltweit in warmen und gemäßigten Meeren und schwimmt oft weit draußen im offenen Ozean.
  • Der Riffmanta (Mobula alfredi) bleibt etwas kleiner. Er lebt im Indischen Ozean und im Pazifik meist nahe an Küsten und Riffen.

Erst eine, dann zwei Arten: Lange hielt man alle Mantas für eine einzige Art. 2009 zeigten Forschende anhand von Färbung, Zähnen, Hautzähnchen, Stachel und Körpermaßen, dass es zwei deutlich verschiedene Arten gibt. Der Riffmanta bekam dabei seinen alten Namen alfredi zurück, den er schon 1868 erhalten hatte.

Neuer Gattungsname: Damals hießen die beiden noch Manta birostris und Manta alfredi. Eine große Erbgut-Untersuchung aller Teufelsrochen ergab dann, dass die Mantas mitten zwischen den kleineren Teufelsrochen der Gattung Mobula stehen. Seit dieser Revision, erschienen 2018, gehören die Mantas deshalb zur Gattung Mobula. Die Familie der Teufelsrochen besteht seitdem nur noch aus dieser einen Gattung.

Eine dritte Art: Schon 2009 vermuteten die Forschenden im Atlantik eine dritte, noch unbeschriebene Mantaform. Das Weltregister der Meeresarten (WoRMS) führt inzwischen eine dritte Art aus dem Atlantik, Mobula yarae, die 2025 beschrieben wurde. Diese Seite behandelt vor allem die beiden lange bekannten Arten.

Aussehen und Körperbau

Körperform: Mantas haben einen großen, rautenförmigen Körper. Ihre Brustflossen sind zu langen, spitzen „Flügeln“ ausgezogen. Die Augen sitzen seitlich am Kopf, die Kiemenspalten liegen auf der Bauchseite. Das sehr breite Maul befindet sich ganz vorn am Kopf.

Kopflappen: Links und rechts vom Maul sitzen zwei fleischige Kopflappen. Beim Fressen rollen die Mantas sie aus und leiten damit Wasser ins Maul.

Größe: Bei Rochen misst man meist die Breite von Flossenspitze zu Flossenspitze, die Spannweite. Riesenmantas sind häufig etwa 4,5 m breit. NOAA nennt als Höchstmaß 26 Fuß, das sind rund 7,9 m. Die Fischdatenbank FishBase gibt sogar 9,1 m an. Der Riffmanta erreicht nach FishBase bis etwa 4,5 m, ältere Angaben nannten bis 5,5 m.

Gewicht: Als höchstes veröffentlichtes Gewicht eines Riesenmantas nennt FishBase 3 Tonnen, NOAA gibt bis 5.300 Pfund an, also etwa 2,4 Tonnen. Ein auf den Galápagos-Inseln untersuchtes Weibchen mit 5,5 m Spannweite wog 1.050 kg.

Farbe: Es gibt zwei Farbtypen. Der häufige Typ hat einen überwiegend schwarzen Rücken und einen weißen Bauch. Der seltenere schwarze Typ ist auf beiden Seiten fast ganz schwarz. Auf dem Bauch trägt jeder Manta ein eigenes Fleckenmuster. Forschende erkennen einzelne Tiere daran auf Fotos wieder, ähnlich wie Menschen an einem Fingerabdruck.

Schwanz und Haut: Der Schwanz ist kurz und peitschenförmig. Anders als ein Stachelrochen hat ein Manta keinen Giftstachel. Die Haut ist mit kleinen Hautzähnchen besetzt.

Riesenmanta oder Riffmanta? Der Riesenmanta wird größer, hat eine raue Haut und am Schwanzansatz einen kleinen Dorn. Dem Riffmanta fehlt ein deutlicher Schwanzdorn. Beide Arten unterscheiden sich außerdem in der Färbung. Im Unterkiefer des Riffmantas sitzt ein breites Band aus 900 bis 1.500 winzigen Zähnchen.

Verbreitung und Lebensraum

Riesenmanta: Er kommt rund um die Welt in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vor. Auf der Nordhalbkugel reicht sein Gebiet bis Südkalifornien und Rhode Island in den USA, bis Japan, zur Sinai-Halbinsel und zu den Azoren. Auf der Südhalbkugel lebt er bis Peru, Uruguay, Südafrika und Neuseeland.

Riesenmantas schwimmen oft weit draußen im offenen Meer. Sie besuchen aber auch nährstoffreiche Küsten, Inselgruppen und Unterwasserberge. Manchmal tauchen sie sogar in Flussmündungen und Buchten auf. Sie kommen in Wasser ab etwa 19 °C vor. Vor der Ostküste der USA findet man sie meist bei 19 bis 22 °C, vor Mexiko und Indonesien bei 25 bis 30 °C.

Riffmanta: Er lebt im Indopazifik, vom Roten Meer und Südafrika über Thailand bis Westaustralien, nördlich bis Japan und östlich bis Französisch-Polynesien und Hawaii. Erwachsene Riffmantas halten sich meist nur wenige Kilometer vor der Küste auf. Sie leben an Korallen- und Felsriffen, an Atollen und in Buchten, meist nicht tiefer als 120 m. Bekannte Treffpunkte liegen zum Beispiel vor Hawaii, Mosambik, den Malediven, Indonesien und Australien.

An manchen Orten, etwa vor Mosambik, kommen beide Arten nebeneinander vor.

Ernährung

Mantas sind Filtrierer. Sie fressen vor allem Zooplankton, also winzige Tiere, die im Wasser treiben. Dazu gehören Krill, Ruderfußkrebse, Schwebgarnelen, Larven von Krebsen und kleine Garnelen. Einige Untersuchungen zeigen, dass Mantas auch kleine und mittelgroße Fische fressen.

So fressen Mantas: Der Manta formt seine Kopflappen zu einem „O“ und reißt das Maul weit auf. So entsteht ein Trichter, durch den Wasser mit der Beute ins Maul strömt. An den Kiemenbögen sitzen Filterplatten, die das Plankton zurückhalten.

Tricks beim Fressen: Mantas haben verschiedene Techniken. Manche schlagen immer wieder Purzelbäume an derselben Stelle, wo besonders viel Plankton schwebt. Andere schwimmen mit weiteren Mantas hintereinander in einer Kette. Zum Fressen kommen Riesenmantas oft in flaches Wasser, weniger als 10 m tief.

Verhalten und Lebensweise

Allein oder in Gruppen: Riesenmantas leben meist allein. Sie treffen sich aber an Putzerstationen, an Futterplätzen und zur Paarung. Dann sind sie oft in lockeren Gruppen zu sehen.

Wanderer: Riesenmantas wandern und besuchen bestimmte Küsten nur zu bestimmten Jahreszeiten. Wann sie kommen, hängt unter anderem vom Plankton, von Strömungen, Gezeiten und der Wassertemperatur ab. Beim Riffmanta wurde eine Strecke von über 500 km gemessen.

Tiefe Tauchgänge: Mit Sendern markierte Riesenmantas tauchten 200 bis 450 m tief, einige sogar tiefer als 1.000 m.

Sprünge: Mantas springen manchmal aus dem Wasser, vor allem im Frühling und Herbst. Möglicherweise gehört das zum Paarungsverhalten.

Neugierig: Mantas gelten als neugierig und lassen Taucher oft nah heran. NOAA bittet trotzdem darum, Abstand zu halten und die Tiere nicht anzulocken, damit sie beim Fressen und Ausruhen nicht gestört werden.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Paarung: Bei Beobachtungen vor Japan jagte das Männchen zuerst hinter dem Weibchen her. Dann biss es in die Spitze ihrer Brustflosse und schwamm unter sie. Bei der Paarung lagen beide Bauch an Bauch, bis zu 123 Sekunden lang.

Lebend geboren: Mantas legen keine Eier ins Meer. Die Jungen entwickeln sich im Körper der Mutter. Zuerst leben sie vom Dotter, später nehmen sie eine nährstoffreiche Flüssigkeit aus der Gebärmutter auf.

Tragzeit: Die Tragzeit dauert etwa ein Jahr, beim Riffmanta 12 bis 13 Monate. Meist kommt nur ein Junges zur Welt, selten zwei. Ein Weibchen bekommt in der Regel nur alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs. Mantas haben damit eine der niedrigsten Fortpflanzungsraten aller Haie und Rochen.

Jungtiere: Ein neugeborener Riesenmanta ist bereits 1,1 bis 1,3 m breit. Ein Weibchen von den Galápagos-Inseln trug einen weit entwickelten Embryo von 12,7 kg.

Erwachsen werden: Riesenmantas sind etwa ab 4,2 m Spannweite geschlechtsreif, Riffmantas ab etwa 3,7 m. Wie schnell sie wachsen, ist kaum erforscht. Laut NOAA können Mantas mindestens 45 Jahre alt werden.

Gefährdung und Schutz

Die Rote Liste der IUCN stuft den Riesenmanta als stark gefährdet (EN) und den Riffmanta als gefährdet (VU) ein (IUCN, 2022). Bei beiden Arten sind die Bestände zurückgegangen.

Fischerei: Die größte Gefahr ist die Fischerei. Mantas werden gezielt gefangen und geraten als Beifang in Netze und an Langleinen. Besonders begehrt sind ihre Kiemenfilterplatten, die vor allem auf asiatischen Märkten gehandelt werden. Auch Fleisch, Knorpel und Haut werden genutzt. In Teilen des Indopazifiks und des Ostpazifiks sind die Bestände durch diese Jagd stark eingebrochen.

Weitere Gefahren: Dazu kommen Verletzungen durch Fischereileinen und Netzreste, Zusammenstöße mit Booten, Plastikmüll, der Klimawandel und Störungen durch den Tourismus.

Wie viele gibt es? Wie viele Riesenmantas es weltweit gibt, weiß niemand. Die meisten regionalen Bestände sind klein und umfassen etwa 600 bis 2.000 Tiere. Die größte bekannte Gruppe lebt vor Ecuador mit über 22.000 Tieren.

Schutz: Der internationale Handel mit Mantas ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES, Anhang II) geregelt. Beide Arten stehen außerdem in den Anhängen I und II des Übereinkommens zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). In den USA ist der Riesenmanta seit 2018 nach dem Artenschutzgesetz (Endangered Species Act) als bedrohte Art („threatened“) geschützt.

Häufige Fragen zum Mantarochen

Wie groß wird ein Mantarochen?

Der Riesenmanta ist meist etwa 4,5 m breit, sehr große Tiere erreichen laut NOAA bis 7,9 m Spannweite. Der Riffmanta wird bis etwa 4,5 m breit. Der Riesenmanta kann je nach Quelle bis etwa 2,4 oder 3 Tonnen wiegen und ist damit der größte Rochen der Welt.

Was frisst ein Mantarochen?

Mantarochen fressen Zooplankton, zum Beispiel Krill, kleine Krebse und Krebslarven, manchmal auch kleine Fische. Sie schwimmen mit weit offenem Maul durchs Wasser und filtern die Nahrung mit Filterplatten an den Kiemen heraus.

Ist ein Mantarochen gefährlich?

Nein. Mantarochen sind für Menschen harmlos. Sie haben keinen Giftstachel und fressen nur winzige Tiere. Weil sie neugierig sind, kommen sie Tauchern oft nahe. Man sollte sie trotzdem nicht berühren oder bedrängen.

Was ist der Unterschied zwischen Riesenmanta und Riffmanta?

Der Riesenmanta wird größer, hat eine raue Haut und einen kleinen Dorn am Schwanzansatz. Er lebt weltweit und oft im offenen Meer. Der Riffmanta bleibt kleiner, hat keinen deutlichen Schwanzdorn und lebt im Indopazifik meist nahe an Küsten und Riffen.

Wie viele Junge bekommt ein Mantarochen?

Meist nur ein einziges Junges, selten zwei. Die Tragzeit dauert etwa ein Jahr, und ein Weibchen bekommt meist nur alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs. Deshalb erholen sich Mantabestände nur sehr langsam.

Warum sind Mantarochen gefährdet?

Mantas werden gefangen, vor allem wegen ihrer Kiemenfilterplatten, und geraten als Beifang in Fischernetze. Weil sie nur sehr wenige Junge bekommen, können sie diese Verluste kaum ausgleichen. Die IUCN stuft den Riesenmanta als stark gefährdet und den Riffmanta als gefährdet ein.

Ähnliche Tiere

  • Rochen - die große Gruppe, zu der auch die Mantas gehören
  • Stachelrochen - Rochen mit Giftstachel, die meist am Meeresboden leben
  • Riesenhai - ein riesiger Hai, der ebenfalls Plankton filtert
  • Walhai - der größte Fisch der Welt und ebenfalls ein Planktonfresser
  • Blauwal - das größte Tier der Erde, das Krill aus dem Wasser siebt

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Mantarochen
4,5 bis 9,1 m

Ein Mantarochen erreicht eine Körpergröße von 4,5 bis 9,1 m. Damit passt er bequem zwischen einen Elefanten (3,5 m) und ein Haus (10 m) auf unserer Vergleichsskala.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Mantarochen
3 t

Ein Mantarochen bringt 3 t auf die Waage. Das ist schwerer als ein Auto (1,5 t), aber leichter als ein Elefant (5 t).