Ozelot

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Ozelot mit gelbbraunem Fell und schwarz umrandeten Flecken liegt am Ufer und blickt in die Kamera
Giles Laurent / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Der Ozelot ist eine mittelgroße Wildkatze aus Amerika. Er wird ohne Schwanz 70 bis 100 Zentimeter lang und 11 bis 16 Kilogramm schwer, etwa so groß wie ein Rotluchs. Sein Fell ist mit schwarz umrandeten Flecken und Streifen gemustert, die bei jedem Tier anders aussehen. Ozelots leben einzeln in dichten Wäldern und jagen nachts vor allem kleine Nagetiere.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameLeopardus pardalis
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
  • Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
  • Art: Ozelot
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 70 bis 100 cm, dazu ein 27 bis 45 cm langer Schwanz; Schulterhöhe 40 bis 50 cm
KörpergewichtMeist 11 bis 16 kg, das schwerste bekannte Tier wog 20 kg; Weibchen etwas kleiner als Männchen
ErnährungFleischfresser: vor allem kleine Nagetiere, dazu Beutelratten, Gürteltiere, Leguane, Fische, Krebse und Vögel, gelegentlich größere Tiere wie Agutis, Pakas, Faultiere und Affen
LebenserwartungIn freier Natur etwa 7 bis 10 Jahre; in Zoos im Median etwa 15,6 Jahre, das älteste bekannte Tier wurde 21,5 Jahre alt (Phoenix Zoo)
SozialverhaltenMeist Einzelgänger mit Revier; das Revier eines Männchens überlappt mit denen mehrerer Weibchen
HerkunftAmerika
Verbreitung Vom Süden der USA (Texas, Arizona) über Mexiko und Mittelamerika bis in den Norden Argentiniens und den Süden Brasiliens; in allen Ländern dazwischen außer Chile NordamerikaSüdamerika
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2015)
SonstigesSeit 1990 in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), der internationale Handel ist verboten. In den USA seit 1982 als vom Aussterben bedroht geschützt, in Südtexas leben weniger als 80 Tiere.

Die gefleckte Katze Amerikas

Der Ozelot (Leopardus pardalis) ist eine mittelgroße Wildkatze, die von Texas bis Argentinien vorkommt. Er ist etwa so groß wie ein Rotluchs und nach dem Jaguar die zweitgrößte gefleckte Katze Südamerikas. In seiner Gattung, den Pardelkatzen (Leopardus), ist er die größte Art.

Weil er so heimlich lebt, trägt der Ozelot in Amerika den Spitznamen „Geisterkatze“. Obwohl er in vielen Gegenden die häufigste Katze ist, bekommt man ihn in freier Natur nur selten zu Gesicht.

Woher kommt der Name? „Ozelot“ geht über das Französische auf das Wort „ocelotl“ aus der Sprache der Azteken (Nahuatl) zurück. Damit war eigentlich der Jaguar gemeint. Auf Spanisch heißt der Ozelot unter anderem „manigordo“, was „dicke Pfoten“ bedeutet. Der wissenschaftliche Artname pardalis stammt vom lateinischen Wort für Leopard oder Panther.

Aussehen und Körperbau

Größe und Gewicht: Ein Ozelot ist ohne Schwanz 70 bis 100 cm lang, der Schwanz misst noch einmal 27 bis 45 cm. An der Schulter ist er 40 bis 50 cm hoch. Die meisten Ozelots wiegen 11 bis 16 kg, das schwerste bekannte Tier brachte 20 kg auf die Waage. Weibchen sind etwas kleiner als Männchen, die Größen überschneiden sich aber stark.

Fell: Das Fell ist kurz und glatt. Die Grundfarbe reicht von grau über gelbbraun bis zimtfarben. Ozelots aus trockenem Buschland sind grauer als die aus tropischen Wäldern. Hals und Bauch sind weiß. Auf dem Körper sitzen dunkle, schwarz umrandete Flecken, Streifen und Rosetten mit hellerer Mitte. Oft laufen sie in Ketten längs über den Körper. Der Schwanz ist schwarz geringelt oder oben gebändert. Auf den Wangen trägt der Ozelot zwei schwarze Streifen, die Rückseite der Ohren ist schwarz mit einem hellen Fleck in der Mitte.

Jedes Tier ist einzigartig: Das Fleckenmuster ist bei jedem Ozelot anders, sogar die linke und die rechte Körperseite unterscheiden sich. Forschende nutzen das, um einzelne Tiere zu unterscheiden und so zu schätzen, wie viele Ozelots in einem Gebiet leben.

Pfoten: Für seine Größe hat der Ozelot große Pfoten, die vorderen sind breiter als die hinteren. An den Vorderpfoten sitzen fünf Zehen mit Krallen, an den Hinterpfoten vier.

Augen: Junge Ozelots haben bei der Geburt blaue Augen, mit etwa drei Monaten werden sie braun.

Verwechslungsgefahr: Der Ozelot sieht der Langschwanzkatze (Margay) sehr ähnlich, die ebenfalls in Mittel- und Südamerika lebt. Die Langschwanzkatze ist aber nur etwa halb so schwer und hat im Verhältnis einen längeren Schwanz.

Verbreitung und Lebensraum

Ozelots leben in Nord-, Mittel- und Südamerika. Der nördlichste Teil ihres Verbreitungsgebiets liegt im Süden von Texas und Arizona in den USA, der südlichste im Norden Argentiniens. Dazwischen kommen sie in allen Ländern vor, außer in Chile. Ob es in Uruguay Ozelots gibt, ist unsicher. Die meisten Ozelots leben in Brasilien und Argentinien, in Mexiko und den USA sind sie deutlich seltener.

Lebensraum: Ozelots sind nicht wählerisch, solange es dichte Deckung gibt. Sie leben in tropischen Regenwäldern, Mangrovenwäldern, Sümpfen, Savannen und Dornbuschland. Wichtig ist eine dichte Pflanzendecke, zum Beispiel ein geschlossenes Blätterdach und viel Unterholz. Offene Flächen betreten sie meist nur nachts oder bei bewölktem Himmel. Sie kommen sogar in abgeholzten Wäldern, auf Plantagen und am Rand von Städten vor.

Höhe und Klima: Meist leben Ozelots unterhalb von 1.200 m, einzelne Tiere wurden aber in 3.800 m Höhe beobachtet. Sie besiedeln sehr trockene Gegenden mit 500 mm Regen im Jahr ebenso wie sehr nasse mit 2.600 mm.

Ernährung

Ozelots sind Fleischfresser und anpassungsfähige Jäger. Sie fressen, was in ihrem Gebiet häufig ist. Meist sind das kleine Tiere, die weniger als 1 kg wiegen: Mäuse, Ratten, Stachelratten, Beutelratten (Opossums) und Gürteltiere. Dazu kommen Leguane und andere Reptilien, Fische, Krebse, Landkrabben und Vögel.

Eine Kotuntersuchung ergab zum Beispiel folgende Anteile:

  • 65 Prozent kleine Nagetiere
  • 18 Prozent Reptilien, vor allem Leguane
  • 7 Prozent Krebstiere und Fische
  • 6 Prozent mittelgroße Säugetiere
  • 4 Prozent Vögel

Auch größere Beute: Ozelots erlegen auch Tiere, die schwerer sind als 1 kg, etwa Agutis, Pakas, Gürteltiere, Faultiere, Affen und kleine Hirsche wie Spießhirsche. In einem Schutzgebiet in Brasilien waren Brüllaffen die wichtigste Beute. In Gebieten Panamas, in denen es keine Jaguare mehr gibt, jagen Ozelots häufiger größere Tiere.

Menge: In freier Natur frisst ein Ozelot etwa 0,56 bis 0,84 kg Fleisch am Tag oder mehr. Schafft er ein Beutetier nicht auf einmal, deckt er es zu und kommt in der nächsten Nacht zurück.

So jagt er: Der Ozelot schleicht sehr langsam, mit etwa 0,3 km/h, über Pfade und hält Ausschau nach Beute. Manchmal wartet er auch bis zu einer Stunde versteckt an einer Stelle. Er jagt am Boden, auf Bäumen und im Wasser.

Verhalten und Lebensweise

Nachtaktiv: Ozelots jagen vor allem nachts und in der Dämmerung. Oft brechen sie schon ein bis zwei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit auf und ruhen vom Morgengrauen bis zum späten Nachmittag. An regnerischen oder bewölkten Tagen sind sie auch tagsüber unterwegs. Manchmal laufen sie 12 Stunden ohne Pause, dann wieder bleiben sie über einen Tag an einem Ort.

Mondlicht: In hellen Mondnächten jagen Ozelots lieber in dichter Vegetation. Vermutlich folgen sie ihrer Beute, denn viele Nagetiere meiden das Licht. Möglicherweise gehen sie so auch größeren Katzen wie dem Puma aus dem Weg.

Einzelgänger mit Revier: Ozelots leben meist allein, gelten aber nicht als ungesellig. Junge Tiere halten manchmal noch Kontakt zu ihren Eltern, und Männchen und Weibchen treffen sich auch außerhalb der Paarungszeit. Jeder Ozelot hat ein Revier, das er auf Pfaden abläuft und markiert: Er kratzt an Baumstämmen, verspritzt Urin an Pflanzen und setzt seinen Kot gut sichtbar auf Wegen ab. Das Revier eines Männchens ist größer und überlappt mit den Revieren mehrerer Weibchen. Wie groß ein Revier ist, hängt davon ab, wie viel Beute es gibt: Im Pantanal in Brasilien wurden rund 5 km² gemessen, im Emas-Nationalpark in Brasilien bei einem Männchen etwa 90 km².

Klettern und Schwimmen: Ozelots klettern sehr gut und ruhen oft auf Bäumen. Schwimmen können sie ebenfalls gut, meiden das Wasser aber, wenn es geht.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Paarung: In den Tropen können sich Ozelots das ganze Jahr über fortpflanzen. Im Norden des Verbreitungsgebiets, etwa in Mexiko und Texas, kommen die meisten Jungen im Herbst und Winter zur Welt. Ein paarungsbereites Weibchen lockt Männchen mit lauten Rufen an, die an die Rufe einer Hauskatze erinnern.

Geburt: Nach einer Tragzeit von 79 bis 85 Tagen bringt das Weibchen ein bis zwei Junge zur Welt, selten drei oder vier. Für eine kleinere Katze ist das eine lange Tragzeit. Die Jungen wiegen 200 bis 340 g. Geboren werden sie in einem hohlen Baum, einer Felsspalte, einer Höhle oder im dichten Gebüsch. Manche Mütter ziehen mit ihren Jungen mehrmals in ein neues Versteck um.

Aufwachsen: Die Jungen tragen schon das Fleckenmuster, ihr Fell ist aber grauer. Mit etwa 14 Tagen öffnen sie die Augen, mit drei Wochen laufen sie. Ab etwa acht Wochen fressen sie Fleisch. Die Mutter zieht die Jungen allein auf. Selbstständig werden sie mit etwa einem Jahr, dürfen aber oft bis zum Alter von zwei Jahren im Revier der Mutter bleiben.

Geschlechtsreife: Weibchen bekommen mit 18 bis 22 Monaten zum ersten Mal Junge, Männchen sind meist erst mit etwa zweieinhalb Jahren zeugungsfähig. Ein Weibchen bekommt meist nur alle ein bis zwei Jahre Nachwuchs.

Lebensdauer: In freier Natur werden Ozelots etwa 7 bis 10 Jahre alt. In Zoos liegt die mittlere Lebenserwartung bei etwa 15,6 Jahren. Das älteste bekannte Tier lebte laut Animal Diversity Web im Phoenix Zoo und wurde 21,5 Jahre alt.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Ozelots haben außer dem Menschen nur wenige Feinde. Gefährlich werden können ihnen Pumas, Jaguare, Harpyien sowie große Schlangen wie die Anakonda und die Abgottschlange (Boa constrictor).

Früher: Jagd nach dem Fell: Wegen seines schönen Fells wurde der Ozelot jahrzehntelang in Massen gejagt. Von den 1960er-Jahren bis Mitte der 1970er-Jahre wurden etwa 200.000 Ozelots pro Jahr für den Pelzhandel getötet. Erst in den 1980er-Jahren wurde der internationale Handel mit Fellen verboten. Seit 1990 steht der Ozelot in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES).

Heute: Die wichtigsten Gefahren sind:

  • Lebensraumverlust: Wälder werden abgeholzt und von Straßen zerschnitten.
  • Illegale Jagd und Handel: Ozelots werden weiterhin für ihr Fell gewildert oder als Haustiere gehandelt.
  • Verfolgung: Manche Menschen töten Ozelots, weil sie Hühner reißen.

Rote Liste: Weltweit gilt der Ozelot als nicht gefährdet (Least Concern) (Paviolo et al., 2015). Der Bestand nimmt laut dieser Einstufung aber ab, und manche Vorkommen sind bedroht. Eine verlässliche Schätzung, wie viele Ozelots es insgesamt gibt, fehlt.

Ozelots in den USA: In den USA ist der Ozelot seit 1982 als vom Aussterben bedroht geschützt. Im Süden von Texas leben nach einer Studie von 2022 weniger als 80 Tiere. Die häufigste bekannte Todesursache sind dort Autounfälle. Seit den 1990er-Jahren wurden dort Unterführungen unter Straßen gebaut, damit Ozelots sicher hinüberkommen. Die Tiere nutzen sie aber nur selten. Viele der in den 1990er-Jahren gebauten Querungen liegen zudem mehr als 100 km vom nächsten Ozelot-Vorkommen entfernt.

Häufige Fragen zum Ozelot

Wie groß und schwer wird ein Ozelot?

Ein Ozelot ist ohne Schwanz 70 bis 100 cm lang, dazu kommt ein 27 bis 45 cm langer Schwanz. Die meisten Tiere wiegen 11 bis 16 kg. Damit ist er ungefähr so groß wie ein Rotluchs.

Was frisst ein Ozelot?

Vor allem kleine Nagetiere wie Mäuse und Ratten. Dazu kommen Opossums, Gürteltiere, Leguane, Fische, Krebse und Vögel. Manchmal erbeutet er auch größere Tiere wie Faultiere, Affen oder kleine Hirsche.

Wo lebt der Ozelot?

Der Ozelot lebt in Amerika, vom Süden der USA über Mexiko und Mittelamerika bis in den Norden Argentiniens. Er braucht dichte Wälder oder Buschland, in denen er sich verstecken kann. Die meisten Ozelots leben in Brasilien und Argentinien.

Ist der Ozelot vom Aussterben bedroht?

Weltweit nicht: Die IUCN stuft ihn als nicht gefährdet ein, sein Bestand nimmt aber ab. In einzelnen Gegenden sieht es schlechter aus. In den USA ist er vom Aussterben bedroht, in Südtexas leben weniger als 80 Tiere.

Kann man einen Ozelot als Haustier halten?

Ozelots sind Wildtiere und keine Haustiere. Der Handel mit Ozelots als Haustiere ist eine der Gefahren für die Art. Der internationale Handel mit Ozelots ist nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen verboten.

Was ist der Unterschied zwischen Ozelot und Jaguar?

Der Jaguar ist viel größer und wiegt meist 57 bis 113 kg, ein Ozelot nur 11 bis 16 kg. Beide leben in Mittel- und Südamerika und haben ein geflecktes Fell. Der Jaguar kann einem Ozelot sogar gefährlich werden.

Ähnliche Tiere

  • Jaguar - die größte gefleckte Katze Amerikas und ein Feind des Ozelots
  • Jaguarundi - eine kleinere, einfarbige Wildkatze aus demselben Gebiet
  • Puma - die zweite große Katze Amerikas
  • Rotluchs - etwa gleich groß, teilt sich in Texas den Lebensraum mit dem Ozelot
  • Serval - eine ähnlich gefleckte, mittelgroße Katze aus Afrika
  • Leopard - nach ihm ist der Ozelot wissenschaftlich benannt

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Ozelot
70 cm bis 1 m

Ein Ozelot erreicht eine Körpergröße von 70 cm bis 1 m. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Ozelot ist etwa 4-mal so groß wie ein Fußball.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Ozelot
11 bis 16 kg

Ein Ozelot bringt 11 bis 16 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Ozelot wiegt so viel wie etwa 3 Hauskatzen.