Portugiesischer Wasserhund

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Kurz erklärt

Der Portugiesische Wasserhund ist ein mittelgroßer, lockiger Hund aus Portugal. Früher half er Fischern: Er schwamm und tauchte nach Fischen und Netzen und brachte Nachrichten von Boot zu Boot. Zwischen den Zehen hat er Schwimmhäute, und sein Fell hat keine Unterwolle. Heute ist er ein lebhafter, sehr kluger Familienhund, der viel Bewegung und regelmäßige Fellpflege braucht.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameCanis lupus familiaris
Abstammung
  • Überfamilie: Hundeartige
  • Familie: Hunde
  • Gattung: Wolfs- und Schakalartige
  • Art: Wolf
Körpergröße43 bis 57 cm
Körpergewicht16 bis 25 kg
LebenserwartungEtwa 11 bis 13 Jahre
HerkunftPortugal (heute vor allem Algarve)
SonstigesFCI-Standard Nr. 37 (Cão de Água Português), Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 3 Wasserhunde, ohne Arbeitsprüfung. Widerristhöhe: Rüden 50 bis 57 cm (ideal 54 cm), Hündinnen 43 bis 52 cm (ideal 46 cm). Gewicht: Rüden 19 bis 25 kg, Hündinnen 16 bis 22 kg.

Der Hund der Fischer

Der Portugiesische Wasserhund heißt in seiner Heimat Cão de Água Português. Der internationale Hundeverband FCI führt ihn unter der Nummer 37 in der Gruppe 8 bei den Wasserhunden. In den USA wird er oft kurz „Portie“ genannt.

Früher lebte er entlang der ganzen Küste Portugals. Er war ein unzertrennlicher Gefährte der Fischer. Der FCI-Standard beschreibt, was er alles konnte: Er sprang von den Booten ins Meer und tauchte, um entwischte Fische zurückzuholen. Er holte gerissene Netze und losgelöste Taue, bewachte Boot und Fang und hielt schwimmend die Verbindung zwischen Schiff und Land, auch über größere Entfernungen. Nach Angaben des American Kennel Club trieb er außerdem Fische in die Netze und trug Nachrichten zwischen den Booten hin und her.

Als die Fischerei im 20. Jahrhundert modernisiert wurde, brauchte man die Hunde kaum noch. Heute trifft man die Rasse in Portugal vor allem noch in der Algarve an, die als ihr Ursprungsgebiet gilt. Weil sie schon so lange an den Küsten Portugals lebt, gilt sie als portugiesische Nationalrasse.

Aussehen und Körperbau

Der Portugiesische Wasserhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und gut bemuskelter Hund. Er ist fast quadratisch gebaut, der Körper ist also etwa so lang, wie der Hund hoch ist. Laut FCI-Standard ist seine Muskulatur wegen des vielen Schwimmens bemerkenswert entwickelt. Die Brust ist breit und tief, die Rippen sind lang und gewölbt. Das gibt ihm viel Platz für die Lunge.

Größe und Gewicht

WiderristhöheIdealgrößeGewicht
Rüden50 bis 57 cm54 cm19 bis 25 kg
Hündinnen43 bis 52 cm46 cm16 bis 22 kg

Die Widerristhöhe wird vom Boden bis zum höchsten Punkt der Schulter gemessen. Der amerikanische Rassestandard des AKC nennt etwas höhere Gewichte, für Rüden etwa 19 bis 27 Kilogramm.

Kopf, Rute und Pfoten

Der Kopf ist groß und breit. Die runden Augen sind schwarz oder braun, die herzförmigen, dünnen Ohren liegen am Kopf an. Die Rute ist am Ansatz dick und wird nicht kupiert. Wenn der Hund aufmerksam ist, trägt er sie als Ring über dem Rücken. Beim Schwimmen und Tauchen ist sie ihm laut Standard eine wertvolle Hilfe.

Eine Besonderheit sind seine Pfoten: Zwischen den Zehen spannen sich Schwimmhäute, die über die ganze Länge der Zehen reichen und mit langem Haar bedeckt sind. Afterkrallen darf er nach dem Standard nicht haben.

Fell und Farben

Das Fell bedeckt den ganzen Körper dicht, hat aber keine Unterwolle. Es gibt zwei Felltypen:

  • gewelltes Langhaar: leicht glänzend und weich, an den Ohren länger
  • kürzeres, gekräuseltes Haar: dicht, matt und in kleinen Zotteln

Erlaubt sind die Farben Schwarz, Braun in verschiedenen Tönen und einfarbig Weiß. Schwarze und braune Hunde dürfen weiße Abzeichen haben, etwa an Fang, Brust, Bauch, Pfoten und Rutenspitze. Weiße Hunde müssen eine dunkle Nase, dunkle Lidränder und dunkles Zahnfleisch haben, sonst gelten sie als Albinos.

Die Löwenschur

Berühmt ist der Portugiesische Wasserhund für seine besondere Frisur. Der FCI-Standard beschreibt sie so: Wenn das Haar sehr lang wird, schert man die hintere Körperhälfte, den Fang und die Rute kurz. An der Rutenspitze bleibt eine kleine Quaste stehen. Diese Löwenschur erinnert an einen Löwen mit Mähne.

Daneben gibt es die Retriever-Schur. Dabei wird das ganze Fell gleichmäßig auf etwa 2,5 Zentimeter gekürzt, sodass es der Körperform folgt.

Herkunft und Geschichte

Woher die Rasse ursprünglich stammt, weiß niemand genau. Nach einer Theorie brachten Römer, Westgoten und Mauren Arbeitshunde auf die Iberische Halbinsel, aus denen sich die Wasserhunde entwickelten. Belegt ist das nicht.

Sicher ist dagegen, dass die Rasse Anfang des 20. Jahrhunderts fast verschwunden war. Gerettet hat sie vor allem der portugiesische Reeder Vasco Bensaude. Er kaufte Hunde von Fischerbooten an der Algarve und züchtete bis zu seinem Tod 1957 fast drei Jahrzehnte lang Wasserhunde. Grundstein seiner Zucht war ein Arbeitshund von einem Fischerboot namens „Leão“ (portugiesisch für Löwe).

In den 1960er- und 1970er-Jahren brachte das Ehepaar Miller Hunde aus Portugal in die USA. Dort kam 1971 der erste Wurf aus portugiesischen Zuchthunden zur Welt, 1972 gründete sich der Portuguese Water Dog Club of America. In den 1980er-Jahren erkannte der American Kennel Club die Rasse offiziell an. Heute gehört sie in den USA zu den 50 beliebtesten Hunderassen.

Der „Obama-Hund“

Weltweit bekannt wurde die Rasse durch die Familie des früheren US-Präsidenten Barack Obama. Im April 2009 zog Bo, ein sechs Monate alter Portugiesischer Wasserhund, ins Weiße Haus ein. Er war ein Geschenk von Senator Ted Kennedy und seiner Frau an die Töchter Sasha und Malia. Im August 2013 kam die Hündin Sunny dazu, ebenfalls ein Portugiesischer Wasserhund.

Wesen und Charakter

Der FCI-Standard beschreibt den Portugiesischen Wasserhund als außergewöhnlich intelligent. Er verstehe alle Befehle seines Menschen und gehorche ihnen freudig. Gleichzeitig habe er ein heftiges Temperament, sei eigenwillig, stolz, ungestüm, genügsam und unermüdlich. Sehvermögen und Geruchssinn sind sehr gut ausgeprägt.

Der American Kennel Club ergänzt: Porties lernen sehr gut, verlangen aber viel Aufmerksamkeit und Kontakt zu ihren Menschen. Freunde und Familie begrüßen sie mit großer Begeisterung. Sie denken oft selbstständig und stellen den Willen ihres Menschen manchmal auf die Probe. Deshalb brauchen sie eine freundliche, konsequente Erziehung mit Lob und Belohnung. Für Familien mit sehr kleinen Kindern können sie manchmal zu stürmisch sein.

Haltung

Der Portugiesische Wasserhund ist ein sportlicher, aktiver Hund. Er braucht jeden Tag viel Bewegung, zum Beispiel lange Spaziergänge und Spiel. Genauso wichtig ist Beschäftigung für den Kopf. Gut geeignet sind Hundesportarten wie Obedience, Fährtenarbeit, Agility oder Rally Obedience. Auch Dock Diving passt zu ihm, ein Hundesport, bei dem Hunde von einem Steg weit ins Wasser springen. Für viele Halter ist die Arbeit im Wasser die schönste Beschäftigung für diese Rasse.

Für Menschen, die wenig Zeit haben oder einen ruhigen Hund suchen, passt die Rasse deshalb eher nicht. Wer ihr genug Bewegung und Beschäftigung bietet, bekommt einen begeisterten, menschenbezogenen Begleiter.

Welpen und Züchter

Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchthunde nach Angaben des AKC auf Erbkrankheiten untersuchen und tauschen sich mit anderen Züchtern aus. Wer einen Welpen sucht, kann sich die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere zeigen lassen (siehe Gesundheit).

Pflege

Das Fell ohne Unterwolle ist pflegeintensiv. Es haart wenig, deshalb muss es regelmäßig geschoren oder geschnitten werden. Dazu kommt wöchentliches gründliches Bürsten, damit sich keine Knoten und Verfilzungen bilden. Gebadet wird nur gelegentlich. Die Ohren sollte man regelmäßig auf Entzündungen kontrollieren und die Zähne mit einer Hundezahnpasta putzen.

Ist der Portugiesische Wasserhund gut für Allergiker?

Die Rasse wird oft als „hypoallergen“ bezeichnet, weil sie wenig haart. Das bedeutet aber nicht, dass Allergiker keine Beschwerden bekommen. Eine niederländische Studie von 2012 hat bei mehreren als hypoallergen beworbenen Rassen, darunter dem nah verwandten Spanischen Wasserhund und dem Pudel, sogar mehr Hundeallergen im Fell gemessen als bei anderen Hunden. In der Raumluft der Wohnungen gab es keine Unterschiede. Den Portugiesischen Wasserhund selbst hat die Studie nicht untersucht. Die Forschenden fanden keinen Beleg dafür, dass irgendeine Hunderasse hypoallergen ist. Wer allergisch ist, sollte deshalb vor dem Kauf ausprobieren, wie er auf den einzelnen Hund reagiert, und ärztlichen Rat einholen.

Gesundheit und Lebenserwartung

Der AKC bezeichnet Portugiesische Wasserhunde als im Allgemeinen gesund. Wie bei allen Rassen gibt es aber Erbkrankheiten. Der AKC nennt für die Rasse folgende empfohlene Untersuchungen:

  • Hüftuntersuchung auf Hüftgelenksdysplasie
  • Augenuntersuchung durch einen Tierarzt für Augenheilkunde
  • Gentest auf GM1-Gangliosidose, eine vererbte Stoffwechselkrankheit, die das Nervensystem schädigt
  • Gentest auf juvenile dilatative Kardiomyopathie (JDCM), eine Herzmuskelerkrankung bei jungen Welpen
  • Gentests auf zwei Formen der Progressiven Retinaatrophie (PRA), bei der die Netzhaut langsam abstirbt und der Hund erblindet
  • Gentest auf Mikrophthalmie, eine angeborene Fehlbildung der Augen

Mit Gentests können Züchter vermeiden, dass zwei Träger desselben Gendefekts miteinander verpaart werden. Die Lebenserwartung gibt der AKC mit 11 bis 13 Jahren an.

Andere Wasserhunde

Wer nach „Wasserhund“ sucht, meint nicht immer den Portugiesen. Die FCI fasst in ihrer Gruppe 8 unter „Wasserhunde“ mehrere Rassen zusammen. Nah verwandt und leicht zu verwechseln ist der Spanische Wasserhund. Der AKC nennt als verwandte Rassen außerdem den Irish Water Spaniel, den American Water Spaniel und den französischen Barbet.

Häufige Fragen zum Portugiesischen Wasserhund

Wie groß wird ein Portugiesischer Wasserhund?

Rüden werden nach dem FCI-Standard 50 bis 57 Zentimeter hoch, ideal sind 54 Zentimeter. Hündinnen erreichen 43 bis 52 Zentimeter, ideal sind 46 Zentimeter. Rüden wiegen 19 bis 25 Kilogramm, Hündinnen 16 bis 22 Kilogramm.

Welchen Charakter hat der Portugiesische Wasserhund?

Er ist sehr intelligent, lernfreudig und menschenbezogen, dabei temperamentvoll, eigenwillig und unermüdlich. Er braucht viel Aufmerksamkeit, Bewegung und geistige Beschäftigung.

Haart der Portugiesische Wasserhund?

Er haart wenig, weil sein Fell keine Unterwolle hat. Dafür muss das Haar regelmäßig geschoren und gebürstet werden. Völlig allergikerfreundlich ist er trotzdem nicht.

Welchen Hund hatte Barack Obama?

Die Familie Obama hatte zwei Portugiesische Wasserhunde: den Rüden Bo, der 2009 ins Weiße Haus kam, und die Hündin Sunny, die 2013 dazukam.

Was ist der Unterschied zum Spanischen Wasserhund?

Beide sind lockige Wasserhunde von der Iberischen Halbinsel und eng verwandt, aber eigenständige Rassen mit eigenem Standard. Der Spanische Wasserhund wird in Spanien vielseitig eingesetzt, unter anderem zum Hüten, und der AKC führt ihn in der Gruppe der Hütehunde. Der Portugiesische Wasserhund steht dort in der Gruppe der Arbeitshunde.

Ähnliche Tiere

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Portugiesischer Wasserhund
43 bis 57 cm

Ein Portugiesischer Wasserhund erreicht eine Körpergröße von 43 bis 57 cm. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Portugiesischer Wasserhund
16 bis 25 kg

Ein Portugiesischer Wasserhund bringt 16 bis 25 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Erwachsener (75 kg). Anders ausgedrückt: Der Portugiesische Wasserhund wiegt so viel wie etwa 5 Hauskatzen.