Quetzal

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Männlicher Quetzal mit grün schillerndem Gefieder, roter Brust und langen Schmuckfedern sitzt auf einem Ast
Giles Laurent / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Der Quetzal ist ein grün schillernder Vogel aus den Nebelwäldern Mittelamerikas. Er wird rund 35 Zentimeter lang und wiegt etwa 200 Gramm. In der Brutzeit tragen die Männchen Schmuckfedern, die bis zu 90 Zentimeter über den Schwanz hinausragen. Der Quetzal ist das Wappentier Guatemalas, und die Landeswährung ist nach ihm benannt.

Steckbrief

Wissenschaftl. NamePharomachrus mocinno
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Trogonartige
  • Familie: Trogone (Trogonidae)
  • Gattung: Pharomachrus
  • Art: Quetzal
Körpergröße35 cm
Körpergewicht200 g
ErnährungÜberwiegend Früchte, dazu Insekten, Frösche, Eidechsen und Schnecken
SozialverhaltenBrutpaare, außerhalb der Brutzeit einzeln, an fruchtenden Bäumen auch mehrere Vögel
HerkunftMittelamerika
Verbreitung Südmexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Westpanama Nordamerika
EntdeckungErstbeschreibung 1832 durch Pablo de la Llave
GefährdungNT Potenziell gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2023)
SonstigesDie Körpergröße gilt vom Schnabel bis zum Schwanzansatz. Die Schmuckfedern der Männchen kommen mit bis zu 90 cm dazu.

Aussehen und Körperbau

Der Quetzal gehört zu den Trogonen, einer Vogelfamilie mit kurzen, breiten Schnäbeln und meist auffälligem Gefieder. Vom Schnabel bis zum Schwanzansatz misst er rund 35 Zentimeter, also etwa so viel wie eine Elster. Erwachsene Vögel wiegen im Mittel gut 200 Gramm.

Das Männchen ist einer der auffälligsten Vögel Amerikas. Kopf, Hals, Brustoberseite, Rücken und Flügel leuchten metallisch grün, Brust und Bauch sind scharlachrot. Auf dem Kopf steht ein Schopf aus kurzen, borstigen goldgrünen Federn. Der Schnabel ist gelb.

Berühmt ist der Quetzal für die beiden stark verlängerten Oberschwanzdecken des Männchens. Sie ragen bis zu 90 Zentimeter über den Schwanz hinaus und wehen im Flug hinterher wie ein Band. Es sind keine echten Schwanzfedern, sondern Deckfedern, die den Schwanz überlagern. Ihre volle Länge erreichen Männchen erst mit etwa drei Jahren.

Das Weibchen ist deutlich unauffälliger. Kopf und Hals sind rauchgrau bis bronzefarben mit grünem Schimmer, Brust und Bauch matter, oft grau mit einem gedämpften Rotton. Der Schnabel ist schwarz, die langen Schmuckfedern fehlen.

Typisch für Trogone sind die Füße: Die erste und zweite Zehe zeigen nach hinten, die dritte und vierte nach vorn. Diese Anordnung heißt heterodaktyl und kommt sonst bei keiner anderen Vogelgruppe vor. Zum Laufen taugen diese Füße kaum, zum Festhalten an Ästen aber sehr gut. Auch die Haut ist ungewöhnlich: Sie ist so dünn und zerreißlich, dass Museumspräparate von Quetzalen als schwierig gelten.

Zwei Unterarten oder zwei Arten?

Der Quetzal wird bislang in zwei Unterarten geteilt. Pharomachrus mocinno mocinno lebt von Südmexiko bis Nicaragua, Pharomachrus mocinno costaricensis in Costa Rica und im Westen Panamas.

Eine Untersuchung verglich 2010 acht Körpermaße von 41 Vögeln sowie vier Abschnitte des Erbguts aus den Mitochondrien von 26 Vögeln. Beide Datensätze trennten die Vögel sauber in zwei Gruppen, die den beiden Unterarten entsprachen. Nach den Berechnungen der Autoren tauschen die beiden Gruppen seit rund drei Millionen Jahren keine Gene mehr aus. Sie schlugen deshalb vor, den Quetzal in zwei eigenständige Arten aufzuteilen. Die Rote Liste der IUCN folgt dieser Aufteilung bisher nicht.

Verbreitung und Lebensraum

Quetzale leben in den Bergwäldern Mittelamerikas, von Südmexiko über Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua bis nach Costa Rica und in den Westen Panamas. Sie leben dort in feuchten Bergwäldern.

Ihr Zuhause sind feuchte, immergrüne Bergwälder und Nebelwälder, die dicht mit Aufsitzerpflanzen bewachsen sind, dazu bewaldete Schluchten und Felshänge. Quetzale halten sich vor allem im Kronendach und knapp darunter auf. Sie brauchen alten, ungestörten Wald, gelegentlich suchen sie aber auch Lichtungen und Weiden mit einzelnen Bäumen am Waldrand auf.

Der Quetzal ist ein Höhenwanderer. Je nachdem, wo gerade Früchte reifen, zieht er den Berg hinauf oder hinab. Deshalb reicht es für den Schutz der Art nicht aus, nur die hoch gelegenen Brutwälder zu sichern.

Ernährung

Der Quetzal ist überwiegend Fruchtfresser. Am wichtigsten sind ihm Früchte aus der Familie der Lorbeergewächse. Diese Früchte sehen aus wie sehr kleine Avocados, weshalb sie in Mittelamerika "aguacatillo" heißen. Wann und in welche Richtung die Vögel wandern, hängt direkt davon ab, wann und wo diese Bäume Früchte tragen.

Der Quetzal pflückt seine Nahrung im Flug: Er stößt von einem Ansitz vor, greift die Frucht im Vorbeifliegen und schluckt sie in der Luft hinunter. Die Samen gibt er später mit dem Kot wieder ab und verteilt sie so im Wald. Damit ist er einer der wichtigsten Samenverbreiter für die Lorbeergewächse des Nebelwaldes, beide Seiten profitieren voneinander.

Fehlen Früchte, oder brauchen die Vögel mehr Eiweiß, fressen sie auch Insekten, kleine Frösche, Eidechsen und Schnecken. Vor allem während der Brutzeit spielt diese tierische Nahrung eine größere Rolle, und die Küken bekommen in der ersten Woche fast ausschließlich Insekten.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Gebrütet wird von März bis Juni. In dieser Zeit balzen die Männchen mit lauten Rufen und mit Flügen, bei denen die Schmuckfedern hinter ihnen herfliegen.

Das Nest ist eine unausgekleidete Höhle in einem morschen Stamm oder Baumstumpf. Entscheidend ist, dass der Stumpf noch aufrecht steht, und solche Stümpfe gibt es fast nur in altem, ungestörtem Wald. Beide Partner nagen die Höhle mit dem Schnabel aus. Die Nester liegen im Mittel knapp 9 bis 11 Meter über dem Boden.

Das Gelege besteht aus ein bis zwei hellblauen, fast kugeligen Eiern von rund 35 mal 30 Millimetern und einem Gewicht von etwa 17 Gramm. Gebrütet wird 17 bis 19 Tage lang, und zwar von beiden Eltern mit fester Schichteinteilung: Das Weibchen sitzt nachts und mittags auf den Eiern, das Männchen am frühen Morgen und am späten Nachmittag.

Die Küken schlüpfen nackt und mit geschlossenen Augen. Nach zwei Wochen sind sie bis auf den Kopf gut befiedert und sehen dem Weibchen ähnlich. Nach rund 29 Tagen verlassen sie die Höhle. Der Bruterfolg ist niedrig: In einer Untersuchung fielen 67 bis 78 Prozent von neun Nestern aus, in zwei älteren Arbeiten blieben alle fünf beobachteten Nester erfolglos.

Feinde und Gefährdung

Die IUCN führt den Quetzal seit der Einstufung von 2022, veröffentlicht 2023, als potenziell gefährdet (NT). Der Bestand wird auf 50.000 bis 499.999 geschlechtsreife Vögel geschätzt und nimmt ab. Über drei Generationen, also rund 16,5 Jahre, gingen im Verbreitungsgebiet 11 Prozent der Baumbedeckung verloren. Weil der Quetzal auf alten Nebelwald angewiesen ist, dürfte sein Rückgang noch stärker ausfallen als der Waldverlust selbst.

Hauptursache ist die Abholzung: Wälder werden zu Acker- und Weideland. Dazu kommen Fang und örtliche Verfolgung, vor allem im Süden Mexikos, wobei dies laut IUCN zurückgegangen ist. In Monteverde in Costa Rica zeigt sich ein weiteres Problem: Mit dem Klimawandel sind Tukane in höhere Lagen vorgedrungen. Sie konkurrieren dort mit dem Quetzal um Bruthöhlen und plündern seine Nester.

Der Quetzal steht in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, der Handel ist damit grundsätzlich verboten. Er kommt in mehreren Nationalparks vor, doch diese Schutzgebiete sind oft klein und decken die wichtigen Lebensräume nur teilweise ab. Versuche, Quetzale in den 1990er-Jahren in Menschenobhut zu vermehren, blieben erfolglos.

Der Quetzal als Symbol

Kaum ein Vogel ist in Mittelamerika so bedeutend. Sein Name geht auf das Wort "quetzalli" aus der Sprache Nahuatl zurück, das Schwanzfeder bedeutet. Der aztekische Gott Quetzalcoatl, die "gefiederte Schlange", trägt den Namen des Vogels. Bei den Maya galten Quetzalfedern als so wertvoll wie Gold, und einen Quetzal zu töten war ein schweres Verbrechen. Die leuchtend grünen Federn durften nur Adlige und Priester tragen.

Weil man lange glaubte, der Vogel könne in Gefangenschaft nicht überleben, wurde er zum Sinnbild für Freiheit. In Guatemala ist der Quetzal Nationalvogel, er erscheint im Wappen und auf der Flagge, die Landeswährung heißt Quetzal und die höchste Auszeichnung des Landes ist der Quetzalorden.

Auch der wissenschaftliche Name passt zum Vogel: Pharomachrus setzt sich aus den griechischen Wörtern für Mantel und lang zusammen und beschreibt die langen Schmuckfedern.

Häufige Fragen zum Quetzal

Wie groß ist ein Quetzal?

Vom Schnabel bis zum Schwanzansatz rund 35 Zentimeter, damit ist er etwa so groß wie eine Elster. Erwachsene Vögel wiegen im Mittel gut 200 Gramm. Die Schmuckfedern der Männchen kommen mit bis zu 90 Zentimetern dazu.

Was frisst ein Quetzal?

Vor allem Früchte von Lorbeergewächsen, die kleinen Avocados ähneln. Dazu kommen Insekten, kleine Frösche, Eidechsen und Schnecken, besonders während der Brutzeit.

Warum ist der Quetzal das Wappentier Guatemalas?

Weil er dort seit Langem als Sinnbild der Freiheit gilt. Der Vogel steht im Staatswappen und auf der Flagge, die Währung des Landes heißt Quetzal, und die höchste Auszeichnung Guatemalas ist der Quetzalorden.

Wo kann man Quetzale sehen?

In den Nebelwäldern zwischen Südmexiko und Westpanama, meist in Nationalparks und Schutzgebieten. Bekannte Gebiete sind die Sierra de las Minas in Guatemala, der Nationalpark Sierra de Agalta in Honduras und die Cordillera de Talamanca in Costa Rica. Sicher ist eine Begegnung nie, der Quetzal ist außerhalb solcher Kerngebiete selten.

Stimmt es, dass Quetzale in Gefangenschaft sterben?

Der Vogel gilt seit Langem als nicht haltbar, und daraus entstand sein Ruf als Symbol der Freiheit. Belegt ist, dass Zuchtversuche in den 1990er-Jahren nicht gelangen. Eine einzelne Todesursache dafür ist nicht nachgewiesen.

Ist der Quetzal gefährdet?

Er gilt seit der Einstufung von 2022 als potenziell gefährdet (NT). Der Bestand sinkt, weil der Nebelwald abgeholzt wird. Dazu kommen Fang und in Monteverde die Konkurrenz durch Tukane, die mit dem Klimawandel in höhere Lagen vorrücken.

Ähnliche Tiere

  • Tukan - Nachbar im mittelamerikanischen Wald und Nestkonkurrent
  • Kolibri - schillernder Kleinvogel derselben Bergwälder
  • Ara - großer, farbiger Papagei Mittel- und Südamerikas
  • Paradiesvogel - trägt in Neuguinea ähnlich extreme Schmuckfedern
  • Fischertukan - Tukanart aus Mittelamerika
  • Vögel - alle Vögel im Lexikon
  • Tiere mit Q - weitere Tiere, die mit Q beginnen

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Quetzal
35 cm

Ein Quetzal erreicht eine Körpergröße von 35 cm. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Ein Kind wäre dagegen noch rund 3-mal so groß.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Quetzal
200 g

Ein Quetzal bringt 200 g auf die Waage. Das ist schwerer als eine Tafel Schokolade (100 g), aber leichter als ein Fußball (430 g).