Quokka
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Kurz erklärt
Das Quokka ist ein kleines Känguru aus dem Südwesten Australiens und etwa so groß wie eine Hauskatze. Es ist ein Beuteltier und trägt sein Junges rund sechs Monate im Beutel. Weil sein Gesicht wie ein Lächeln aussieht, gilt es im Internet als „glücklichstes Tier der Welt“. Die meisten Quokkas leben heute auf zwei kleinen Inseln, die Art ist gefährdet.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Setonix brachyurus |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 40 bis 54 cm |
| Körpergewicht | 1,6 bis 5 kg |
| Ernährung | Pflanzenfresser: Gräser, Blätter, Triebe und saftige Pflanzen |
| Lebenserwartung | Etwa 10 Jahre, in Menschenobhut bis etwa 14 Jahre |
| Sozialverhalten | Frisst allein oder in kleinen Gruppen, an Wasserstellen auch in größeren Ansammlungen |
| Herkunft | Australien |
| Verbreitung | Südwesten von Western Australia, vor allem auf Rottnest Island und Bald Island Australien |
| Entdeckung | Wissenschaftliche Erstbeschreibung 1830 durch Quoy und Gaimard |
| Gefährdung | VU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025) |
| Sonstiges | Körpergröße ohne Schwanz, der Schwanz misst zusätzlich etwa 25 bis 31 cm. |
Was für ein Tier ist das Quokka?
Das Quokka (Setonix brachyurus) sieht auf den ersten Blick aus wie ein großes Nagetier. Tatsächlich ist es ein Beuteltier aus der Familie der Kängurus. Im Deutschen heißt es deshalb auch Kurzschwanzkänguru. Das Quokka zählt zu den kleinsten Wallabys, so nennt man kleinere Kängurus. Es ist die einzige Art in seiner Gattung Setonix.
Der Name „Quokka“ ist auch mit einer bekannten Insel verbunden: Der niederländische Seefahrer Willem de Vlamingh sah die Tiere 1696 auf einer Insel vor der Mündung des Swan River. Er hielt sie für Ratten, „so groß wie eine gewöhnliche Katze“, und nannte die Insel „Rottenest“, also Rattennest. Heute heißt sie Rottnest Island. Ihr ursprünglicher Name ist Wadjemup.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht: Ein Quokka ist etwa so groß wie eine Hauskatze. Der Körper misst ohne Schwanz 40 bis 54 Zentimeter, der Schwanz noch einmal etwa 25 bis 31 Zentimeter. Für ein Känguru ist der Schwanz damit ziemlich kurz. Die Angaben zum Gewicht gehen etwas auseinander: Das Animal Diversity Web der University of Michigan nennt 1,6 bis 4,2 Kilogramm, andere Quellen 2,5 bis 5 Kilogramm. Männchen sind etwas größer und schwerer als Weibchen.
Fell: Das Fell ist kurz, sehr rau und dicht. Es ist graubraun gefärbt, am Bauch heller. Der Schwanz ist fast unbehaart. An den Füßen reichen die Haare dagegen so weit nach vorn, dass sie die Krallen bedecken.
Kopf: Das Quokka hat ein kurzes, breites Gesicht mit einer nackten, schwarzen Nase und kleinen, runden, pelzigen Ohren. Von vorn sieht sein Maul aus, als würde es lächeln. Das liegt aber nur an der Form des Gesichts. Das Tier lächelt nicht wirklich.
Körperbau: Der Körper wirkt gedrungen, mit einem rundlichen Rücken und sehr kurzen Vorderbeinen. Die Hinterbeine sind kräftig, aber kürzer als bei anderen Kängurus.
Verbreitung und Lebensraum
Das Quokka lebt nur in Australien, und dort nur im Südwesten von Western Australia. Es kommt an drei Stellen vor:
- Rottnest Island vor der Stadt Perth: Hier lebt die größte Gruppe. 2007 wurde der Bestand auf 8.000 bis 12.000 Tiere geschätzt.
- Bald Island bei der Stadt Albany: Hier leben schätzungsweise einige Hundert Tiere.
- Festland: Dort gibt es nur noch kleine, verstreute Gruppen, in Wäldern und Küstenheiden zwischen Perth und Albany, zum Beispiel im Two Peoples Bay Nature Reserve, im Torndirrup-Nationalpark, im Mount-Manypeaks-Nationalpark und im Walpole-Nornalup-Nationalpark.
Auf den beiden Inseln gibt es keine eingeschleppten Füchse. Deshalb geht es den Quokkas dort besser als auf dem Festland.
Lebensraum: Auf dem Festland leben Quokkas vor allem in dichtem Pflanzenwuchs an Bächen sowie in Buschland und Heide rund um Sümpfe. Die Gebiete liegen in Gegenden mit 1.000 Millimetern Regen oder mehr im Jahr. Das dichte Gestrüpp schützt sie vor Feinden. Besonders gern halten sie sich dort auf, wo nach einem Buschfeuer frische Pflanzen nachwachsen. Auf Rottnest Island ist es trockener. Dort leben die Tiere auch in halbtrockenen Gebieten.
Ernährung
Das Quokka ist ein Pflanzenfresser. Es frisst vor allem:
- Gräser und Riedgräser
- Blätter, Stängel und Rinde verschiedener Pflanzen
- junge, frische Triebe, die es besonders mag
- auf Rottnest Island vor allem saftige Pflanzen (Sukkulenten) und in geringerem Maß Blätter von Akazien
Auf dem Festland frisst es gern Sträucher der Gattung Thomasia. Eine Studie zeigte außerdem, dass der kleine Strauch Guichenotia ledifolia aus der Familie der Malvengewächse zu seinen Lieblingspflanzen gehört.
Klettern für Futter: Obwohl das Quokka ein Känguru ist, kann es auf kleine Bäume und Sträucher klettern, bis in etwa 1,5 Meter Höhe.
Wenig Wasser: Quokkas können lange ohne Nahrung und Wasser auskommen. Auf Rottnest Island gibt es kaum Süßwasser, trotzdem überleben die Tiere dort. Am Ende des Sommers und im Herbst wird es auf der Insel aber knapp: Dann gibt es weniger Pflanzen und Wasser, und manche Tiere verhungern.
Kein Menschenessen: Chips und andere menschliche Lebensmittel machen Quokkas krank. Sie können davon austrocknen und falsch ernährt werden.
Verhalten und Lebensweise
Quokkas sind vor allem nachts aktiv. Tagsüber ruhen sie im dichten Gebüsch, das ihnen Schatten und Schutz bietet. Durch das Dickicht legen sie Pfade an, die sie immer wieder benutzen, um zu ihren Futterplätzen zu gelangen oder vor Feinden zu fliehen. Meist kehren sie Tag für Tag zum selben Unterschlupf zurück.
Fortbewegung: Quokkas bewegen sich in einer Mischung aus großen Sprüngen und kleineren Hüpfern fort.
Zusammenleben: Quokkas fressen allein oder in kleinen Gruppen. Auf Rottnest Island scheinen sie in Revieren zu leben, die von starken Männchen verteidigt werden. An anderen Orten versammeln sich an Wasserstellen auch Gruppen von 25 bis 150 erwachsenen Tieren. Bei den Männchen gibt es eine Rangordnung: Größere und schwerere Männchen haben mehr zu sagen und kämpfen manchmal mit anderen Männchen um einen Schlafplatz oder ein Weibchen.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Paarungszeit: Auf dem Festland können sich Quokkas offenbar das ganze Jahr über fortpflanzen. Auf Rottnest Island ist die Paarungszeit kürzer und reicht von Januar bis August. Das Weibchen sucht sich den Partner aus.
Geburt: Etwa einen Monat nach der Paarung bringt das Weibchen ein einzelnes Junges zur Welt. Das Junge gelangt danach in den Beutel der Mutter. Ein junges Känguru nennt man auch „Joey“.
Im Beutel: Das Junge bleibt etwa sechs Monate im Beutel. Danach trinkt es noch ungefähr zwei Monate Milch bei der Mutter. Mit etwa acht Monaten ist es entwöhnt.
Reserve-Keimling: Kurz nach der Geburt paart sich das Weibchen erneut. Der neue Keimling wächst aber zunächst nicht weiter, sondern ruht etwa fünf Monate. Stirbt das Junge im Beutel, entwickelt sich der Keimling weiter. So kann das Weibchen einen Verlust schnell ausgleichen. Fachleute nennen diese Ruhepause „Keimruhe“.
Wie viele Junge? Auf dem Festland bekommen Weibchen zwei Junge pro Jahr und im ganzen Leben etwa 17. Auf Rottnest Island mit der kürzeren Paarungszeit ist es meist nur ein Junges pro Jahr. Die Männchen kümmern sich nicht um den Nachwuchs.
Lebenserwartung: Quokkas werden im Durchschnitt etwa 10 Jahre alt. In Menschenobhut sind bis zu 14 Jahre belegt.
Feinde und Gefährdung
Früher lebten Quokkas in großer Zahl in einem viel größeren Gebiet im Südwesten Australiens. Zur Zeit der europäischen Besiedlung umfasste es etwa 41.200 Quadratkilometer. Bis 1992 war das Gebiet auf dem Festland auf etwa 17.800 Quadratkilometer geschrumpft, also um mehr als die Hälfte.
Feinde: Auf dem Festland jagen Dingos, Rotfüchse, verwilderte Katzen und Hunde die Quokkas. Den Rotfuchs haben Europäer nach Australien gebracht. Auf Rottnest Island sind Schlangen die einzigen Feinde der Quokkas.
Weitere Gefahren:
- Rodung von Wäldern und Buschland für Landwirtschaft, Häuser und Holzgewinnung
- das Roden und Abbrennen der letzten Sumpfgebiete
- große Buschfeuer: 2015 starben bei einem Brand nahe Northcliffe schätzungsweise 90 Prozent der rund 500 Quokkas in dieser Gegend
- der Klimawandel: Im Südwesten Australiens steigen die Temperaturen seit den 1970er-Jahren deutlich an
Schutz: Auf der Roten Liste der IUCN ist das Quokka als gefährdet (Vulnerable) eingestuft (IUCN, 2025). Auf dem Festland werden Füchse bekämpft. Das hat laut Australian Museum und Perth Zoo dazu beigetragen, dass sich einige Bestände wieder erholen.
Quokkas auf Rottnest Island
Rottnest Island ist heute ein beliebtes Ausflugsziel, und viele Besucher kommen wegen der Quokkas. Ab Mitte der 2010er-Jahre wurden Fotos von „lächelnden“ Quokkas im Internet berühmt, und Selfies mit den Tieren wurden zu einem Trend.
Für die Tiere gelten strenge Regeln:
- Nicht anfassen: Menschen dürfen Quokkas auf der Insel nicht berühren.
- Nicht füttern: Menschliche Nahrung macht die Tiere krank und gewöhnt sie an Menschen.
- Strafen: Wer Wildtiere auf der Insel stört oder verbotenerweise füttert, muss vor Ort ein Bußgeld zahlen. Laut der Verordnung für Rottnest Island sind das 150 bis 200 Australische Dollar (Stand 2024). Für Tierquälerei drohen in Western Australia hohe Geldstrafen und sogar Gefängnis.
Forscher haben bei wild lebenden Quokkas auf Rottnest Island außerdem häufig Salmonellen nachgewiesen, vor allem in der Sommerhitze. Auch deshalb ist Abstand halten besser, für Mensch und Tier.
Besonderheiten
- Das „glücklichste Tier der Welt“: So nennen viele Menschen das Quokka wegen seines Gesichtsausdrucks.
- Ein Känguru, das klettert: Anders als die meisten Kängurus kann das Quokka auf Sträucher und kleine Bäume steigen.
- Hilfe für die Forschung: Quokkas können an einer Form von Muskelschwund erkranken und wurden deshalb in der medizinischen Forschung zu dieser Krankheit untersucht.
Häufige Fragen zum Quokka
Wo leben Quokkas?
Quokkas leben nur im Südwesten von Western Australia. Die meisten Tiere wohnen auf Rottnest Island vor Perth und auf Bald Island bei Albany. Auf dem Festland gibt es nur noch kleine Gruppen in dichtem Buschland, oft in der Nähe von Sümpfen.
Was fressen Quokkas?
Quokkas sind Pflanzenfresser. Sie fressen Gräser, Blätter, Stängel und am liebsten frische junge Triebe. Auf Rottnest Island stehen vor allem saftige Pflanzen auf dem Speiseplan. Menschliche Nahrung ist für sie ungesund.
Ist das Quokka ein Känguru?
Ja. Das Quokka gehört zur Familie der Kängurus und ist eines der kleinsten Wallabys. Wie alle Kängurus ist es ein Beuteltier, das sein Junges im Beutel großzieht.
Warum lächelt das Quokka?
Das Quokka lächelt nicht wirklich. Sein Gesicht ist von Natur aus so geformt, dass es von vorn freundlich aussieht. Deshalb wurde es im Internet als „glücklichstes Tier der Welt“ bekannt.
Darf man ein Quokka anfassen oder als Haustier halten?
Nein. Quokkas sind geschützte Wildtiere. Auf Rottnest Island ist es verboten, sie anzufassen oder zu füttern, bei Verstößen drohen Geldstrafen. Als Haustier sind sie nicht geeignet.
Wie alt wird ein Quokka?
Ein Quokka wird im Durchschnitt etwa 10 Jahre alt. In Menschenobhut können Quokkas bis zu 14 Jahre alt werden. Nach Angaben des Australian Museum können Quokkas ab einem Alter von etwa anderthalb Jahren Junge bekommen.
Ähnliche Tiere
- Känguru - die großen Verwandten des Quokkas
- Wallaby - kleinere Kängurus, zu denen auch das Quokka zählt
- Koala - ein anderes bekanntes Beuteltier aus Australien
- Wombat - ein gedrungenes Beuteltier aus Australien
- Numbat - ein seltenes Beuteltier aus Australien
- Tasmanischer Teufel - ein räuberisches Beuteltier
Quellen
- Quokka - Australian Museum
- Setonix brachyurus - Animal Diversity Web, University of Michigan
- Quokka - Perth Zoo
- Burbidge, A. A. & Woinarski, J. C. Z. (2025): Setonix brachyurus. The IUCN Red List of Threatened Species
- Protect Our Wildlife - Rottnest Island Authority
- Rottnest Island Regulations 1988 (Stand 1. Juli 2024) - Western Australian Legislation
- Animal Welfare Act 2002 - Western Australian Legislation
- The missing quokkas: new analysis reveals devastating impact of 2015 bushfire - WWF-Australia
- Quokka - Wikipedia (englisch)
Größenvergleich
Das Quokka wird 40 bis 54 cm groß - eher kompakt. Auf unserer Größenskala liegt es zwischen einem Fußball (22 cm) und einem Kind (1,2 m). Ein Kind übertrifft das Quokka aber noch um das 3-Fache.
Gewichtsvergleich
Ein Quokka bringt 1,6 bis 5 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Das Quokka wiegt so viel wie etwa 8 Fußbälle.