Rosenkäfer

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Goldglänzender Rosenkäfer mit metallisch grünen Flügeldecken und kleinen weißen Flecken sitzt auf weißen Blüten
Chrumps / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kurz erklärt

Der Goldglänzende Rosenkäfer ist ein 1,3 bis 2 cm großer Käfer, der metallisch grün oder kupfergolden schimmert. Er sitzt oft stundenlang auf Blüten und frisst Pollen. Seine dicken weißen Larven leben im Mulm alter Bäume und gern im Komposthaufen, wo sie Pflanzenreste zu Humus machen. In Deutschland ist er besonders geschützt.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameCetonia aurata
Abstammung
  • Klasse: Insekten
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Unterordnung: Polyphaga
  • Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
  • Unterfamilie: Rosenkäfer (Cetoniinae)
  • Gattung: Cetonia
  • Art: Goldglänzender Rosenkäfer
KörpergrößeKäfer 13 bis 20 mm; ausgewachsene Engerlinge bis etwa 4,5 cm, nach älteren Angaben bis 6 cm
ErnährungKäfer: Pollen, Staub- und Blütenblätter, reife Früchte und Baumsäfte; Engerlinge: abgestorbene Pflanzenteile wie Holzmulm, Humus und Kompost
LebenserwartungEntwicklung vom Ei zum Käfer meist 2 Jahre, je nach Klima auch kürzer oder länger; der fertige Käfer lebt einige Monate
SozialverhaltenKeine Gruppen; auf Blüten sitzen aber oft mehrere Käfer gleichzeitig
HerkunftEuropa und Asien
Verbreitung Weite Teile Europas und Asiens, außer in höheren Berglagen; in Deutschland weit verbreitet AsienEuropa
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné (manche ältere Quellen nennen 1761)
GefährdungNE Nicht bewertet
SonstigesIn Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Insekt des Jahres 2000.

Was ist ein Rosenkäfer?

Rosenkäfer sind eine Gruppe von Käfern innerhalb der Blatthornkäfer. Weltweit gibt es etwa 3.200 Arten, die meisten davon in den Tropen. Zu ihnen gehören auch die afrikanischen Goliathkäfer, die zu den größten Käfern überhaupt zählen. In Deutschland leben nur acht Rosenkäferarten.

Die bekannteste und häufigste Art ist der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata), auch Gemeiner Rosenkäfer genannt. Um ihn geht es auf dieser Seite. Wer im Garten einen grün schimmernden, brummenden Käfer auf einer Blüte sieht, hat meistens ihn entdeckt.

Woher kommt der Name? Der Name Rosenkäfer bezieht sich darauf, dass einige Arten gern auf Rosenblüten sitzen. Der wissenschaftliche Name passt zum Aussehen: Cetonia kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Metallkäfer“, aurata ist Latein und heißt „vergoldet“.

Insekt des Jahres: Im Jahr 2000 wurde der Goldglänzende Rosenkäfer zum „Insekt des Jahres“ gewählt. Damit sollte gezeigt werden, wie wichtig Insekten im Naturhaushalt sind, zum Beispiel für die Bildung von Humus.

Aussehen und Körperbau

Größe: Der Goldglänzende Rosenkäfer wird 13 bis 20 mm lang.

Farbe: Seine Oberseite glänzt meist goldgrün oder kupfergolden. Auf den Flügeldecken sitzen kleine weißliche Flecken. Der metallische Glanz entsteht nicht durch Farbstoffe, sondern durch winzige Strukturen in der Außenhaut, die das Licht brechen. Fachleute sprechen von Interferenzfarben.

Behaarung: Die Oberseite trägt nur verstreute feine Haare, die Unterseite ist dagegen dicht und lang behaart.

Mundwerkzeuge: Sie sind so gebaut, dass der Käfer feste Blütenteile wie Pollen, Staub- und Blütenblätter fressen kann. Auch Nektar nimmt er auf.

Männchen oder Weibchen? Männchen haben in der Mitte der Unterseite des Hinterleibs eine flache Längsfurche. Um das zu sehen, muss man den Käfer vorsichtig in die Hand nehmen.

Der besondere Flug

Rosenkäfer fliegen anders als fast alle anderen Käfer. Bei den meisten Käfern klappen beim Start die harten Flügeldecken hoch. Beim Rosenkäfer sind die Flügeldecken an der Mittelnaht fest miteinander verwachsen und lassen sich nicht öffnen. Die Hinterflügel schiebt er durch einen seitlichen Ausschnitt nach außen, entfaltet sie und fliegt sofort los. Weil die geschlossenen Flügeldecken der Luft wenig Widerstand bieten, fliegen Rosenkäfer schnell und wendig. Dabei brummen sie laut.

Verbreitung und Lebensraum

Der Goldglänzende Rosenkäfer lebt in weiten Teilen Europas und Asiens. Nur in höheren Berglagen fehlt er. In warmen Gegenden und im Süden ist er oft zahlreich.

Lebensraum: Die Käfer brauchen Blüten, die Larven abgestorbenes Pflanzenmaterial. Natürlicherweise entwickeln sich die Larven im Mulm alter Bäume, also in zersetztem Holz in Baumhöhlen oder morschen Stämmen. Inzwischen lebt der Rosenkäfer immer mehr in der Nähe des Menschen. In naturnahen Gärten und Parks findet er im Komposthaufen ideale Bedingungen für seine Larven.

Ernährung

Die Käfer fressen Pollen, Staubblätter und Blütenblätter. Nach dem Schlüpfen brauchen sie diese Nahrung für einen Reifungsfraß: Erst danach sind ihre Fortpflanzungsorgane voll entwickelt. Beliebt sind zum Beispiel:

  • Sträucher und Bäume: Weißdorn, Holunder, Flieder, Hartriegel, Heckenrose, Eberesche
  • Kräuter: Doldenblütler, Korbblütler und Disteln
  • Früchte und Säfte: reife Kirschen und Felsenbirnen sowie Baumsaft, der zum Beispiel an Weiden austritt

Auf einer Blüte bleiben die Käfer oft stundenlang sitzen. Deshalb lassen sie sich gut beobachten und fotografieren.

Die Engerlinge fressen abgestorbene Pflanzenteile: den Mulm alter Laub- und Obstbäume, morsches Holz, Humuserde und Kompost. An lebende Wurzeln gehen sie nicht.

Entwicklung: vom Ei zum Käfer

  1. Eiablage: Das Weibchen sucht einen Ort mit genug Nahrung für die Larven, zum Beispiel einen Komposthaufen. Meist legt es alle Eier an einer einzigen Stelle ab.
  2. Engerling: Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven. Sie durchlaufen drei Larvenstadien und werden dabei groß und dick. Ausgewachsen werden sie nach dem Bestimmungsschlüssel des Käferforschers Bernhard Klausnitzer bis etwa 4,5 cm lang, ältere Angaben nennen bis 6 cm.
  3. Kokon: Die ausgewachsene Larve baut sich aus Erde, Mulm oder Kompost einen tönnchenförmigen Kokon. Sie verklebt das Material mit Kot und einem selbst gebildeten Sekret. So ein Kokon ist bei Käfern eine Besonderheit.
  4. Puppe: Im Kokon liegt die elfenbeinfarbene Puppe auf dem Rücken. Nach nur zwei bis drei Wochen schlüpft der Käfer.
  5. Käfer: Der frisch geschlüpfte Käfer bleibt noch im Kokon, bis sich sein Panzer ausgefärbt und gehärtet hat. Oft überwintert er darin.

Wie lange dauert das? Meist zwei Jahre. Wie lange die Larven brauchen, hängt vor allem vom Klima ab: In warmen Lagen geht es schneller, weiter im Norden und im Bergland dauert es länger. Der fertige Käfer lebt dann nur wenige Monate. Am häufigsten sieht man ihn von Mai bis Juli, einzelne Tiere schon im März oder April und noch im Oktober.

Rosenkäfer-Engerlinge im Kompost

Beim Umsetzen des Komposts findet man oft dicke, weiße, gekrümmte Larven. Viele Gärtner halten sie für Maikäfer-Engerlinge und töten sie aus Angst vor Schäden. Das ist ein Irrtum: Große Engerlinge im Kompost sind fast immer Larven des Rosenkäfers. Maikäfer-Engerlinge brauchen lebende Wurzeln, im Kompost finden sie keine Nahrung. Außerdem ist der Maikäfer in den meisten Regionen selten.

Nützlich statt schädlich: Rosenkäfer-Engerlinge fressen keine Wurzeln. Sie zersetzen Pflanzenreste und beschleunigen so die Entstehung von Kompost und Humus. Am besten sammelt man sie beim Umsetzen vorsichtig ein und legt sie danach wieder in den Kompost.

So unterscheidet man die Engerlinge

MerkmalRosenkäfer-EngerlingMaikäfer-Engerling
Körperformhinten dicker als vornvorn und hinten etwa gleich dick
Beinekurze Stummelbeinchen ohne deutliche Knickelange, kräftige Beine mit deutlichen Gelenkknicken
Mundwerkzeugeklein, kaum zu sehenkräftig und deutlich sichtbar
Nahrungabgestorbene Pflanzenteilelebende Wurzeln
Typischer FundortKompost, Mulm alter BäumeBoden unter Wiesen, Feldern und Wäldern

Kriechen sie auf dem Rücken? Oft liest man, Rosenkäfer-Engerlinge würden sich auf dem Rücken fortbewegen und Maikäfer-Engerlinge gekrümmt auf der Seite. Die Schweizer Forschungsanstalt WSL beschreibt das so. Fachleute der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft halten die Rückenlage dagegen für falsch und solche Verhaltensmerkmale insgesamt für unsicher. Verlässlicher sind Beine, Kopf und Körperform.

Noch größere Engerlinge? Sind die Larven deutlich länger als 6 cm, handelt es sich wahrscheinlich um Engerlinge des Nashornkäfers. Auch sie leben im Kompost und sollten dort bleiben. Beide Arten können im selben Komposthaufen vorkommen, ohne sich zu stören.

Den Rosenkäfer fördern: Gut geeignet ist ein Komposthaufen aus Gartenabfällen und Grasschnitt. Küchenabfälle und Kompostbeschleuniger wirken sich dagegen schlecht auf die Larven aus. Dazu kommen Blüten im Garten, die während der langen Flugzeit der Käfer Nahrung bieten, zum Beispiel Weißdorn, Holunder und Wildrosen.

Schaden an Blüten?

Auf Gartenrosen kann der Käfer Staubgefäße abweiden und Blütenknospen benagen. Solche Fraßschäden sind meist gering. Ein Massenauftreten ist bei uns sehr selten und wiederholt sich im folgenden Jahr kaum. Fachleute raten deshalb, den Käfer zu dulden und keine Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Schutz und Gefährdung

Besonders geschützt: In Deutschland steht der Goldglänzende Rosenkäfer in der Bundesartenschutzverordnung und ist damit besonders geschützt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, die Käfer zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch ihre Larven und Puppen darf man nicht aus der Natur entnehmen oder zerstören.

Gefährdung: Auf der Roten Liste der IUCN ist die Art nicht bewertet. In Sachsen gilt der Goldglänzende Rosenkäfer als nicht gefährdet und flächendeckend verbreitet, nur im höheren Bergland fehlt er. Seltener sind viele seiner Verwandten: Ihre Larven brauchen alte, hohle Bäume mit Mulm, und solche Bäume werden immer seltener.

Was ihm schadet: Kompostbeschleuniger und andere Verfahren, die das Kompostieren beschleunigen, verhindern die Entwicklung der Larven. Hinzu kommen Gründe, die allgemein zum Insektenrückgang beitragen, etwa Pflanzenschutzmittel, Düngung und ausgeräumte Landschaften ohne Blüten.

Häufige Fragen zum Rosenkäfer

Sind Rosenkäfer schädlich?

Nein, jedenfalls nicht nennenswert. Die Käfer fressen an Blüten, richten aber meist nur geringe Schäden an. Die Engerlinge sind sogar nützlich, weil sie Pflanzenreste zu Humus zersetzen. Wurzeln fressen sie nicht.

Was tun mit Engerlingen im Kompost?

Vorsichtig einsammeln und nach dem Umsetzen wieder in den Kompost legen. Große Engerlinge im Kompost sind fast immer Rosenkäfer-Larven, die geschützt sind und beim Kompostieren helfen.

Wie unterscheidet man Rosenkäfer- und Maikäfer-Engerlinge?

Rosenkäfer-Engerlinge sind hinten dicker als vorn, haben nur kurze Stummelbeinchen und kleine Mundwerkzeuge. Maikäfer-Engerlinge haben lange, kräftige Beine und deutlich sichtbare Beißwerkzeuge. Im Kompost kommen Maikäfer-Engerlinge praktisch nie vor.

Was fressen Rosenkäfer?

Die Käfer fressen Pollen, Staub- und Blütenblätter, zum Beispiel von Weißdorn, Holunder, Flieder und Rosen, außerdem reife Früchte und Baumsaft. Die Larven fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Holzmulm und Kompost.

Wie lange lebt ein Rosenkäfer?

Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert meist zwei Jahre. Den größten Teil davon verbringt er als Larve. Der fertige Käfer lebt nur wenige Monate.

Darf man Rosenkäfer fangen?

Nein. Der Goldglänzende Rosenkäfer ist in Deutschland besonders geschützt. Man darf ihn beobachten und fotografieren, aber nicht fangen, verletzen oder mitnehmen.

Ähnliche Tiere

  • Maikäfer - ein verwandter Blatthornkäfer, dessen Engerlinge oft mit Rosenkäfer-Larven verwechselt werden
  • Nashornkäfer - seine noch größeren Engerlinge leben ebenfalls im Kompost
  • Gerippter Brachkäfer - der Junikäfer, ein weiterer heimischer Blatthornkäfer
  • Hirschkäfer - teilt sich mit Rosenkäfern manchmal Saftstellen an Bäumen
  • Honigbiene - ein weiterer Blütenbesucher im Garten

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Rosenkäfer
1,3 bis 2 cm

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