Serval

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Serval mit gelbbraunem, schwarz gepunktetem Fell, langen Beinen und großen Ohren steht im hohen, trockenen Gras
Budgiekiller / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5

Kurz erklärt

Der Serval ist eine schlanke, gefleckte Wildkatze aus Afrika mit sehr langen Beinen und riesigen Ohren. Er lebt im hohen Gras von Savannen und Feuchtgebieten und jagt vor allem Mäuse und Ratten. Seine Beute hört er, bevor er sie sieht, und fängt sie mit einem hohen Sprung. Der Serval ist nicht gefährdet.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameLeptailurus serval
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Gattung: Leptailurus
  • Art: Serval
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 59 bis 100 cm, dazu 28 bis 38 cm Schwanz; Schulterhöhe 45 bis 60 cm
Körpergewicht7 bis 18 kg; Männchen sind schwerer als Weibchen
ErnährungFleischfresser: zu 80 bis 90 Prozent Nagetiere, außerdem Vögel, Hasen, Reptilien, Frösche, Fische und Insekten
LebenserwartungIn Menschenobhut bis 22 Jahre (Cat Specialist Group), der Zoo San Diego nennt bis 19 Jahre; in der Natur nach Schätzungen etwa 10 Jahre
SozialverhaltenEinzelgänger mit festem Revier
HerkunftAfrika
Verbreitung Fast ganz Afrika südlich der Sahara außer dem tropischen Regenwald; kleine Restbestände in Nordafrika Afrika
EntdeckungErstbeschreibung 1776 durch Schreber
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2019)
SonstigesIm Verhältnis zur Körpergröße hat der Serval die längsten Beine und die größten Ohren aller Katzen.

Was ist ein Serval?

Der Serval (Leptailurus serval) ist eine mittelgroße Wildkatze aus Afrika. Er ist schlank, hochbeinig und hat ein gelbbraunes Fell mit schwarzen Flecken. Wegen seines langen Halses und seiner langen Beine wird er im Englischen manchmal „Giraffenkatze“ genannt. Am auffälligsten sind seine riesigen Ohren: Im Verhältnis zur Körpergröße hat keine andere Katze so große Ohren. Wären die Ohren eines Menschen im Verhältnis zum Kopf so groß, hätten sie die Größe von Esstellern.

Verwandtschaft: Genetisch ist der Serval eng mit dem Karakal und der Afrikanischen Goldkatze verwandt.

Woher kommt der Name? Das Wort „Serval“ geht wahrscheinlich auf das portugiesische „lobo-cerval“ zurück, was „Luchs“ bedeutet. Der französische Naturforscher Buffon beschrieb den Serval 1780 als ein Tier, das in einem Augenblick eine große Strecke zurücklegt und gleichsam nur erscheint und wieder verschwindet.

Aussehen und Körperbau

Größe: Ein Serval misst von der Nase bis zum Schwanzansatz 59 bis 100 Zentimeter. Dazu kommt ein Schwanz von 28 bis 38 Zentimetern, der für eine Katze relativ kurz ist. An der Schulter ist der Serval 45 bis 60 Zentimeter hoch.

Gewicht: Servale wiegen 7 bis 18 Kilogramm. Männchen sind größer und schwerer als Weibchen.

Körperbau: Der Körper ist schlank, Hals und Beine sind lang. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine. Der Kopf ist klein und zierlich. Die Füße sind lang und beweglich und tragen kräftige, gebogene Krallen, die der Serval einziehen kann.

Ohren: Die großen Ohren sitzen hoch und dicht beieinander auf dem Kopf. Auf der Rückseite sind sie schwarz mit einem auffälligen weißen Querstreifen. Auch innen ist der Schädel auf gutes Hören ausgelegt: Die Knochenkapseln des Mittelohrs machen etwa 22 Prozent der Schädellänge aus.

Fell: Das Fell ist blassgelb, gelbbraun oder hellbraun und trägt schwarze Flecken. Am Hals und an den Schultern verschmelzen die Flecken oft zu Streifen. Der Bauch ist weißlich-gelb und ungefleckt. Die Größe der Flecken ist von Region zu Region sehr unterschiedlich und reicht von sommersprossenkleinen Tupfen bis zu großen Einzelflecken. Der Schwanz ist schwarz geringelt und hat eine schwarze Spitze.

Schwarze Servale: Im Hochland Ostafrikas, zum Beispiel in den Aberdare-Bergen in Kenia und im Hochland Äthiopiens, gibt es immer wieder ganz schwarze Servale. Selten ist eine sehr fein gepunktete Form, die bisher nur in der Demokratischen Republik Kongo und im Südwesten Ugandas beobachtet wurde.

Verbreitung und Lebensraum

Der Serval lebt in 34 Ländern Afrikas. Er kommt fast überall südlich der Sahara vor, fehlt aber im tropischen Regenwald und in der Wüste. In Nordafrika gibt es nur einen kleinen, abgetrennten Bestand an der Mittelmeerküste von Marokko, Algerien und Tunesien. In Tunesien wurde der Serval wieder angesiedelt.

Lebensraum: Der Serval liebt hohes Gras und Wasser. Er lebt in Grasland, Savannen, Schilfgebieten, Sümpfen und Feuchtwiesen und oft entlang von Flüssen und Bächen. In dichte Wälder dringt er nur entlang von Wasserläufen und über Graslichtungen vor. In Nordafrika reicht sein Lebensraum von Halbwüsten bis zu Korkeichenwäldern. In Äthiopien wurde er bis auf 3.200 Meter Höhe beobachtet, in Kenia sogar bis 3.800 Meter.

Auch auf Farmland: Der Serval kommt mit Landwirtschaft erstaunlich gut zurecht, wenn er genug Beute, Deckung und Wasser findet. In Südafrika leben in künstlich angelegten Feuchtgebieten 76 bis 101 Servale auf 100 Quadratkilometern.

Ernährung: Ein Meister der Mäusejagd

Der Serval ist ein Fleischfresser und hat sich auf kleine Beutetiere spezialisiert. 80 bis 90 Prozent seiner Nahrung sind Nagetiere, vor allem Sumpfratten und Nilgrasratten. Gibt es keine Ratten, fängt er kleinere Mäuse von etwa 70 Gramm. Außerdem frisst er:

  • Hasen
  • kleine Vögel wie Webervögel und Prachtfinken
  • Eidechsen und Schlangen
  • Frösche und Fische
  • Insekten

Größere Beute wie junge Antilopen erlegt er nur selten. Ab und zu holt er sich ein Huhn. Ein einziger Serval kann nach Angaben der Cat Specialist Group bis zu 4.000 Nagetiere im Jahr fressen. Für Bauern ist er deshalb eigentlich ein Helfer.

So jagt der Serval

Hören statt Sehen: Der Serval schleicht langsam durch das hohe Gras oder sitzt still und lauscht, manchmal bis zu 15 Minuten lang. Mit seinen großen Ohren kann er selbst die hohen Töne hören, mit denen sich Nagetiere verständigen. Hat er ein Beutetier geortet, dreht er die Ohren genau in die Richtung.

Der Mäusesprung: Dann springt er in einem hohen Bogen auf die Beute und drückt sie mit den Vorderpfoten zu Boden. Ein solcher Sprung kann 1 bis 4 Meter weit und über einen Meter hoch sein. Danach tötet er die Beute mit einem Biss.

Vögel aus der Luft: Aus dem Stand springt ein Serval bis zu 3 Meter senkrecht in die Höhe. So fängt er auffliegende Vögel und Insekten, indem er die Vorderpfoten zusammenklatscht oder nach ihnen schlägt.

Graben und Angeln: Steckt die Beute in einem Loch, gräbt der Serval sie aus oder greift mit seinem langen Bein in den Bau. Mit seinen gebogenen Krallen kann er Fische und Frösche aus dem Wasser holen.

Sehr erfolgreich: Im Ngorongoro-Krater in Tansania war im Schnitt jeder zweite Jagdversuch erfolgreich, bei Nagetieren sogar bis zu 81 Prozent. Damit gehört der Serval zu den erfolgreichsten Jägern unter den Katzen.

Verhalten und Lebensweise

Einzelgänger: Servale leben allein und haben ein festes Revier. Die Reviere der Männchen sind größer als die der Weibchen und überschneiden sich mit denen mehrerer Weibchen. Die Reviere der Weibchen überschneiden sich dagegen kaum. Je nach Gegend sind die Reviere sehr unterschiedlich groß, von 1 bis 2 Quadratkilometern bis zu über 40 Quadratkilometern. Servale markieren ihr Revier mit Urin, Kot und Duftdrüsen an den Wangen. Kämpfe zwischen Servalen sind selten.

Tagesablauf: Der Serval ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. In der Mittagshitze ruht er unter schattigen Büschen oder in verlassenen Erdferkelbauen. In der Regenzeit jagt er auch tagsüber. Weibchen sind oft tagsüber unterwegs, vermutlich um ihre Jungen vor Tüpfelhyänen zu schützen.

Laute: Servale können fauchen, knurren, miauen und schnurren. Ein paarungsbereites Weibchen ruft mit kurzen, scharfen Lauten oder langem Jaulen nach Männchen.

Wasser: Anders als viele Katzen klettert, springt und spielt der Serval gern im Wasser.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Keine feste Paarungszeit: Servale können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Die meisten Jungen kommen aber in der Regenzeit zur Welt, oft etwa einen Monat bevor es besonders viele Nagetiere gibt. Die Paarungsbereitschaft des Weibchens dauert etwa vier Tage.

Tragzeit und Wurf: Nach einer Tragzeit von 65 bis 79 Tagen bringt das Weibchen 1 bis 5 Junge zur Welt, meist 2 bis 3. Die Neugeborenen wiegen etwa 230 bis 255 Gramm. Das Versteck liegt in dichtem, hohem Gras oder in einem verlassenen Bau.

Aufzucht: Die Mutter zieht die Jungen allein groß. Tagsüber geht sie meist auf die Jagd und kommt nachts zu ihnen zurück. Mit etwa einem Monat bringt sie ihnen Beute mit. Mit 3 bis 4 Monaten werden die Jungen entwöhnt, mit 6 bis 8 Monaten sind sie selbstständig. Junge Männchen müssen ihre Mutter dann verlassen. Junge Weibchen dürfen oft länger bleiben, manchmal bis sie etwa zwei Jahre alt sind.

Erwachsen: Mit 18 bis 24 Monaten sind Servale geschlechtsreif.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Leoparden, Hyänen, Löwen und Afrikanische Wildhunde können Servale töten. Auf der Flucht klettert der Serval manchmal auf einen Baum.

Bedrohungen durch den Menschen: Die größte Gefahr ist der Verlust von Feuchtgebieten. Dort leben besonders viele Nagetiere, und dort liegen die wichtigsten Teile der Serval-Reviere. Auch Grasland, das abgebrannt oder von zu viel Vieh abgeweidet wird, bietet weniger Beute. Auf einer Straße durch südafrikanische Feuchtgebiete wurden jedes Jahr 5 überfahrene Servale pro 100 Kilometer gefunden. Außerdem werden Servale wegen ihres Fells gejagt. In Westafrika werden Felle auf Märkten verkauft, oft fälschlich als Gepard- oder Leopardenfell. Bauern töten Servale manchmal, weil sie Hühner gerissen haben.

Gefährdungsstatus: Auf der Roten Liste der IUCN gilt der Serval als nicht gefährdet (Least Concern; Thiel, 2019). Sein Bestand ist stabil, in manchen Gegenden breitet er sich sogar wieder aus. Häufig ist er aber kaum irgendwo, außer im Norden Tansanias. Regional sieht es schlechter aus: In Senegal könnte er vom Aussterben bedroht sein, und der kleine Bestand an der Mittelmeerküste Nordafrikas gilt mit weniger als 250 erwachsenen Tieren als regional vom Aussterben bedroht. Der internationale Handel mit Servalen ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES, Anhang II) geregelt.

Serval als Haustier?

Aus Servalen und Hauskatzen werden Mischlinge gezüchtet, die Savannah-Katzen. Der Zoo San Diego weist darauf hin, dass Wildtiere auch nach vielen Generationen in Menschenhand ihre Instinkte behalten. Servale und ihre Mischlinge sind deshalb keine geeigneten Haustiere.

Häufige Fragen zum Serval

Wie groß wird ein Serval?

Ohne Schwanz misst ein Serval 59 bis 100 Zentimeter, der Schwanz ist 28 bis 38 Zentimeter lang. An der Schulter ist er 45 bis 60 Zentimeter hoch.

Wie schwer ist ein Serval?

Servale wiegen 7 bis 18 Kilogramm. Männchen sind schwerer als Weibchen.

Was frisst ein Serval?

Hauptsächlich Nagetiere wie Ratten und Mäuse, sie machen 80 bis 90 Prozent seiner Nahrung aus. Dazu kommen Vögel, Hasen, Eidechsen, Schlangen, Frösche, Fische und Insekten.

Wie hoch kann ein Serval springen?

Aus dem Stand bis zu 3 Meter hoch. So fängt er sogar auffliegende Vögel. Beim Mäusesprung springt er 1 bis 4 Meter weit.

Wie alt wird ein Serval?

In der Natur nach Schätzungen etwa 10 Jahre. In Menschenobhut können Servale bis zu 22 Jahre alt werden, der Zoo San Diego nennt bis 19 Jahre.

Ist der Serval gefährlich für Menschen?

Servale jagen kleine Tiere wie Mäuse und Vögel. In der Nähe von Siedlungen können sie nachtaktiv werden. Als Haustier ist ein Serval trotzdem nicht geeignet, denn er behält die Instinkte eines Wildtiers.

Ähnliche Tiere

  • Karakal - einer der engsten Verwandten des Servals
  • Gepard - eine weitere gefleckte Katze Afrikas, mit deren Fell Servalfelle verwechselt werden
  • Leopard - eine größere gefleckte Katze und ein Feind des Servals
  • Ozelot - eine gefleckte Wildkatze aus Amerika
  • Luchs - auf ihn geht der Name „Serval“ zurück
  • Hauskatze - mit ihr wird der Serval zur Savannah-Katze gekreuzt

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Serval
59 cm bis 1 m

Ein Serval erreicht eine Körpergröße von 59 cm bis 1 m. Damit passt er bequem zwischen einen Fußball (22 cm) und ein Kind (1,2 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Serval ist etwa 4-mal so groß wie ein Fußball.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Serval
7 bis 18 kg

Ein Serval bringt 7 bis 18 kg auf die Waage. Das ist schwerer als eine Hauskatze (4 kg), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Serval wiegt so viel wie etwa 3 Hauskatzen.