Strauß

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Männlicher Afrikanischer Strauß mit schwarzem Gefieder, weißen Schwanzfedern und rosafarbenem Hals und Beinen in der grünen Grassavanne der Serengeti
Charles J. Sharp / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Kurz erklärt

Strauße sind die größten und schwersten Vögel der Welt. Sie können nicht fliegen, rennen dafür aber bis zu 70 Kilometer pro Stunde schnell. Heute unterscheidet man zwei Arten: den Afrikanischen Strauß und den Somalistrauß. Beide leben nur noch in Afrika und legen riesige Eier.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameStruthio
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Straußenvögel (Struthioniformes)
  • Familie: Strauße (Struthionidae)
  • Gattung: Struthio
KörpergrößeAfrikanischer Strauß, Höhe mit Hals: Männchen 2,10 bis 2,70 m, Weibchen 1,70 bis 1,90 m
KörpergewichtAfrikanischer Strauß: Männchen 100 bis 130 kg, Weibchen 90 bis 110 kg; der Smithsonian-Zoo nennt für erwachsene Tiere 90 bis 136 kg
ErnährungÜberwiegend pflanzlich: Blätter, Gräser, Wurzeln, Samen, Blüten und Früchte; dazu Insekten und kleine Tiere wie Eidechsen und Mäuse. Schluckt Steinchen, die im Magen die Nahrung zerreiben
LebenserwartungAfrikanischer Strauß: in der Natur laut Smithsonian-Zoo bis zu 30 bis 40 Jahre, in Menschenobhut im Mittel etwa 10 Jahre (San Diego Zoo)
SozialverhaltenGesellig: meist Gruppen um 10 Tiere mit einem ranghohen Hahn und einer Haupthenne, manchmal über 100 Tiere
HerkunftAfrika
Verbreitung Afrika: Afrikanischer Strauß in Savannen, Grasland, Buschland und Wüstengebieten weiter Teile Afrikas, vor allem im Osten und Süden; Somalistrauß vom Südosten des Südsudans über Äthiopien, Somalia und Dschibuti bis Kenia Afrika
EntdeckungGattung 1758 von Carl von Linné beschrieben
SonstigesGruppenseite ohne eigene Gesamteinstufung. Zwei Arten nach der IOC World Bird List: Afrikanischer Strauß (Struthio camelus) laut Roter Liste der IUCN nicht gefährdet (LC, 2025); Somalistrauß (Struthio molybdophanes) gefährdet (VU, 2022). Die Unterart Arabischer Strauß ist in den 1960er-Jahren ausgestorben.

Was sind Strauße?

Strauße bilden die Gattung Struthio und sind die einzigen lebenden Vertreter der Familie der Strauße (Struthionidae). Sie gehören zu den Laufvögeln (englisch „ratites“). Zu dieser Gruppe zählt die IOC World Bird List, das internationale Verzeichnis der Vogelnamen, neben den Straußen auch die Nandus, die Kiwis, die Kasuare und Emus sowie die flugfähigen Tinamus (Tinamidae). Laut IOC ist diese Gruppe die Schwestergruppe aller übrigen heute lebenden Vögel. Verwandte der Strauße sind also zum Beispiel der Nandu, der Große Emu, der Kasuar und der Kiwi.

Strauße sind die größten und schwersten Vögel, die heute leben. Fliegen können sie nicht. Dafür sind sie hervorragende Läufer und die schnellsten Vögel an Land.

Wie viele Straußenarten gibt es?

Lange galt der Strauß als eine einzige Art mit mehreren Unterarten. Heute unterscheiden die IOC World Bird List und die Rote Liste der IUCN zwei Arten:

Afrikanischer StraußSomalistrauß
Wissenschaftlicher NameStruthio camelusStruthio molybdophanes
Verbreitungweite Teile AfrikasHorn von Afrika und Kenia
Rote Liste der IUCNnicht gefährdet (LC, 2025)gefährdet (VU, 2022)

Der Grund für die Trennung sind genetische Untersuchungen. Nach Angaben der IOC World Bird List sprechen sie dafür, den Somalistrauß als eigene Art zu führen. Vielleicht verdienen sogar noch weitere Gruppen innerhalb des Afrikanischen Straußes diesen Rang. Nicht alle Fachleute folgen dieser Einteilung: Der San Diego Zoo führt den Somalistrauß zum Beispiel weiterhin als Unterart.

Ausführliche Informationen zu Aussehen, Ernährung, Brut und Lebensweise findest du auf der Seite Afrikanischer Strauß.

Afrikanischer Strauß

Der Afrikanische Strauß (Struthio camelus) ist die bekannte und weit verbreitete Art. Der San Diego Zoo unterscheidet bei ihm mehrere Unterarten, zum Beispiel den Rothalsstrauß oder Nordafrikanischen Strauß (S. c. camelus), den Massai-Strauß (S. c. massaicus) und den Südafrikanischen Strauß (S. c. australis). Sein Artname camelus erinnert an das Kamel: Früher hieß der Strauß auch „Kamelvogel“, wegen seines langen Halses, der großen Augen mit langen Wimpern und des schaukelnden Gangs.

Somalistrauß

Der Somalistrauß (Struthio molybdophanes) lebt im Nordosten Afrikas. Laut IOC World Bird List reicht sein Verbreitungsgebiet vom äußersten Südosten des Südsudans über den Süden und Osten Äthiopiens, Somalia und Dschibuti bis in den Norden und die Mitte Kenias. Auf der Roten Liste der IUCN gilt er als gefährdet (Vulnerable, BirdLife International 2022). Er ist damit deutlich stärker bedroht als sein weit verbreiteter Verwandter.

Der größte Vogel der Welt

Kein heute lebender Vogel ist größer und schwerer als der Strauß. Beim Afrikanischen Strauß werden die Männchen, die Hähne, mit Hals 2,10 bis 2,70 Meter hoch und 100 bis 130 Kilogramm schwer. Die Weibchen, die Hennen, bleiben mit 1,70 bis 1,90 Metern und 90 bis 110 Kilogramm etwas kleiner.

Typisch für Strauße sind:

  • zwei Zehen an jedem Fuß. Alle anderen Vögel haben drei oder mehr.
  • riesige Augen mit etwa 5 Zentimetern Durchmesser, laut San Diego Zoo die größten Augen aller Landtiere
  • weiche, lockere Federn, die nicht ineinanderhaken. Deshalb sieht das Gefieder zottelig aus.
  • Farbunterschiede: Erwachsene Hähne tragen ein schwarz-weißes Gefieder, Hennen und Jungvögel sind graubraun.

Wie schnell sind Strauße?

Strauße sind die schnellsten Vögel an Land. Im Sprint erreichen sie etwa 70 Kilometer pro Stunde. Über längere Strecken laufen sie laut San Diego Zoo mit rund 50 km/h, der Smithsonian-Zoo nennt 48 bis 59 km/h. Ein einziger Schritt kann 3 bis 5 Meter lang sein. Schon einen Monat alte Küken rennen fast 56 km/h schnell.

Ihre Flügel brauchen Strauße trotzdem: Beim Rennen halten sie die Flügel ausgestreckt. Das hilft ihnen, das Gleichgewicht zu halten und bei hohem Tempo die Richtung zu wechseln. Bei der Balz und beim Drohen spielen die Flügel ebenfalls eine wichtige Rolle.

Stecken Strauße den Kopf in den Sand?

Nein, das ist ein Mythos. Der Spruch „den Kopf in den Sand stecken“ beruht auf einer falschen Beobachtung. Zwei Verhaltensweisen erklären, wie er entstanden sein könnte:

  1. Verstecken: Kann ein Strauß bei Gefahr nicht weglaufen, wirft er sich flach auf den Boden und streckt Kopf und Hals vor sich aus. Weil Kopf und Hals hell gefärbt sind, verschmelzen sie mit dem Boden. Von Weitem sieht man nur noch den Körper, und es wirkt, als stecke der Kopf im Sand.
  2. Eier wenden: Beim Brüten senken Strauße den Kopf tief zum Boden, um die Eier im Nest umzudrehen.

Meist rennt ein Strauß bei Gefahr aber einfach davon. Wird er angegriffen, wehrt er sich mit kräftigen Tritten. Nach Angaben des San Diego Zoo kann ein solcher Tritt mit den bekrallten Füßen sogar einen Löwen töten.

Lebensraum und Verbreitung

Strauße sind Vögel offener Landschaften. Sie leben in Savannen, Grasland, Buschland und Wüstengebieten, wo sie zwischen Giraffen, Zebras, Gnus und Gazellen grasen. Mit Hitze und Trockenheit kommen sie gut zurecht. Sie müssen nicht unbedingt trinken, weil sie genug Wasser über ihre Pflanzennahrung aufnehmen.

Früher war fast ganz Afrika Lebensraum der Strauße. Eine Unterart, der Arabische Strauß, ist in den 1960er-Jahren ausgestorben. Heute gibt es wilde Strauße nur noch in Afrika.

Lebensweise und Fortpflanzung

Gruppenleben: Strauße leben meist in Gruppen, oft mit etwa zehn Tieren. Manchmal schließen sich über 100 Strauße zusammen. An der Spitze stehen ein ranghoher Hahn und eine Haupthenne.

Ernährung: Strauße fressen vor allem Pflanzen, aber auch Insekten und kleine Tiere wie Eidechsen oder Mäuse. Zähne haben sie nicht. Stattdessen schlucken sie Sand und Steinchen, die im Magen die Nahrung zerreiben.

Gemeinsames Nest: Mehrere Hennen legen ihre Eier in dieselbe flache Bodenmulde, die der Hahn gescharrt hat. Jede Henne legt 7 bis 10 Eier, in einem Nest können so bis zu 50 Eier liegen. Tagsüber brütet die graubraune Haupthenne, nachts der schwarze Hahn. Nach etwa 45 Tagen schlüpfen die Küken.

Rekord: das Straußenei

Strauße legen die größten Eier aller lebenden Vögel. Ein Straußenei ist im Durchschnitt etwa 15 Zentimeter lang, 13 Zentimeter breit und wiegt rund 1,5 Kilogramm. Das ist so schwer wie etwa 24 Hühnereier. Im Verhältnis zur Größe der Henne ist das Ei aber klein.

Strauße und Menschen

Menschen nutzen Strauße seit Jahrtausenden, vor allem wegen ihrer Federn. Schon im alten Ägypten, in Assyrien und Babylon wurden Straußenfedern gehandelt. Im Mittelalter schmückten sie die Helme von Rittern. In Südafrika entstanden Farmen, auf denen Strauße für die Federproduktion gehalten wurden. 1913 lebten weltweit mehr als eine Million Strauße auf Farmen. Heute werden Strauße in kleinerem Umfang gezüchtet, für Federn, Eier, Leder und Fleisch.

Gefährdung

Die beiden Straußenarten sind unterschiedlich stark bedroht:

  • Afrikanischer Strauß: auf der Roten Liste der IUCN nicht gefährdet (Least Concern, BirdLife International 2025). In der Natur sind seine Bestände aber zurückgegangen, vor allem durch den Verlust von Lebensraum und die Jagd. Die nordafrikanische Unterart bezeichnet der Smithsonian-Zoo als vom Aussterben bedroht.
  • Somalistrauß:gefährdet (Vulnerable, BirdLife International 2022).
  • Arabischer Strauß: in den 1960er-Jahren ausgestorben.

Häufige Fragen zum Strauß

Wie viele Straußenarten gibt es?

Nach heutiger Einteilung gibt es zwei Arten: den Afrikanischen Strauß (Struthio camelus) und den Somalistrauß (Struthio molybdophanes). Grundlage sind genetische Untersuchungen. Einige Zoos führen den Somalistrauß aber noch als Unterart.

Ist der Strauß der größte Vogel der Welt?

Ja. Kein lebender Vogel ist größer und schwerer. Männliche Afrikanische Strauße werden bis zu 2,70 Meter hoch und bis zu 130 Kilogramm schwer.

Wie schnell kann ein Strauß rennen?

Im Sprint etwa 70 Kilometer pro Stunde, über längere Strecken rund 50 km/h. Damit ist der Strauß der schnellste Vogel an Land.

Steckt der Strauß den Kopf in den Sand?

Nein. Bei Gefahr legt er sich flach auf den Boden und streckt Kopf und Hals aus. Von Weitem sieht das so aus, als hätte er den Kopf eingegraben. Beim Wenden der Eier hält er den Kopf ebenfalls tief am Boden.

Wo leben Strauße?

Heute nur noch in Afrika, in Savannen, Grasland, Buschland und Wüstengebieten. Eine Unterart, der Arabische Strauß, ist in den 1960er-Jahren ausgestorben.

Wie schwer ist ein Straußenei?

Rund 1,5 Kilogramm, so viel wie etwa 24 Hühnereier. Es ist etwa 15 Zentimeter lang und 13 Zentimeter breit und damit das größte Ei aller lebenden Vögel.

Ähnliche Tiere

  • Afrikanischer Strauß - ausführlicher Steckbrief der bekanntesten Straußenart
  • Nandu - flugunfähiger Laufvogel aus Südamerika
  • Großer Emu - großer Laufvogel aus Australien
  • Kasuar - großer flugunfähiger Vogel aus Australien und Neuguinea

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Strauß
1,7 bis 2,7 m

Ein Strauß erreicht eine Körpergröße von 1,7 bis 2,7 m. Damit passt er bequem zwischen ein Kind (1,2 m) und einen Elefanten (3,5 m) auf unserer Vergleichsskala.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Strauß
90 bis 130 kg

Ein Strauß bringt 90 bis 130 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Erwachsener (75 kg), aber leichter als ein Auto (1,5 t).