Taubenschwänzchen

Körperliche Merkmale

Das Taubenschwänzchen wird auch als Taubenschwanz oder Karpfenschwanz bezeichnet und ist ein Schmetterling aus der Gattung der Schwärmer. Der Name leitet sich von seinem zweigeteilten Haarbüschel an seinem Hinterleibsende ab, welches Ähnlichkeit mit den Schwanzfedern der Tauben aufweist.
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite bis zu 50 Millimetern bei einem Gewicht von 0,3 Gramm. In ihrem östlichen Verbreitungsgebiet werden die Tiere größer und erreichen hierbei Spannweiten von bis zu 76 Millimetern. Ihr gedrungener Körper ist vor allem am Thorax behaart und hat auf seiner Oberseite die gleiche bräunliche Färbung wie auch die Oberseiten seiner Vorderflügel. Lediglich am Ende seines Hinterleibs wird die Farbe dunkler.
Hier tragen die Tiere ein braun-schwarzes und auch zweigeteiltes Haarbüschel. Es handelt sich um verlängerte Schuppen, durch die Taubenschwänzchen bei ihrem Navigieren vor den Blüten steuern können. An den Körperseiten befinden sich weißliche Haarbüschel, welche sich (von unten gesehen) von einer dunkel grau und auch braun gefärbten Seite des Hinterleibs abheben. Jene Unterseite an Kopf und Thorax ist grau.
Verbreitung und Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet der Falter erstreckt sich über die Ost-West-Länge entlang der Paläarktis. Die Grenze im Süden verläuft hierbei von Nordafrika bis in den Nahen Osten und Pakistan und auch entlang der südlichen Grenze Chinas bis hinauf nach Japan im östlichen Teil.
Die Verbreitungsgrenze im Norden ist nicht genau festlegbar, verläuft jedoch ungefähr nördlich von Frankreich nach Süden, um im südlichen Teil der Alpen über Südosteuropa, den südlichen Teil Kasachstans, die Türkei und die Nordgrenze von China zu prolongieren. Die Grenze ist hierbei variabel, weil der Falter aktuell aufgrund der Klimaerwärmung in nördlicheren Gebieten erfolgreicher überwintern kann.
Lebensweise
Ernährung
Bedingt durch das Flugverhalten ist der Verbrauch an Energie des Taubenschwänzchens sehr hoch. Sie benötigen bei der Eigenmasse von etwa 0,3 Gramm pro Tag etwa 0,5 Milliliter an Nektar. Um jene Menge zu saugen, müssen viele Blüten innerhalb kurzer Zeit ergriffen werden. Ein Falter kann daher bei zusammengesetzten Blütenständen wie den Dolden oder den Rispen bis 100 Blüten pro Minute aussaugen. Auf einen Tag gerechnet müssen je nach Qualität des Nektars 1.300 bis 5.000 Blüten des Fingerhutes oder 500 bis 2.200 des Weidenröschens angesaugt werden. Die Tiere nutzen hierbei ein erhebliches Futterangebot so aus, dass diese kurze Wege fliegen und dann nacheinander die Blüten der Pflanze mit ruckartigen Bewegungen anfliegen, um zur nächsten Pflanze, zumeist von der gleichen Art, zu fliegen. Die Falter sind nicht wählerisch und fliegen somit die Blüten von vielen Pflanzenarten an.
Fortpflanzung
Die Suche nach den Geschlechtspartnern findet an den Schlafplätzen, in senkrechten Stein- und Erdwänden, statt, welche durch die Sonne warm sind. Die Männchen fliegen die Stellen mit einer hohen Geschwindigkeit an, bis sie ein Weibchen gefunden haben, dass auch paarungsbereit ist. Dieses sendet zum Locken Pheromone aus, was an den ausgestülpten Pheromondrüsen an ihrem Hinterleib erkennbar ist.
Wenn sich zwei Partner gefunden haben, fliegen sie zusammen lebhaft umher. Die eigentliche Begattung wird im Sitzen durchgeführt und dauert weniger als eine bis zwei Stunden. Die Vögel sitzen hier mit dem Körper in den entgegengesetzten Richtungen und sind an ihrem Hinterleib aneinandergekoppelt. Bei Störungen können die Kopulierenden gemeinsam fliegen, ohne sich zu trennen.