Tigersalamander

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Tigersalamander mit dunklem Körper und gelblich-olivfarbenen Flecken auf rötlichem Fels
Gary M. Stolz / Wikimedia Commons / Public domain

Kurz erklärt

Der Tigersalamander ist ein großer Schwanzlurch aus dem Osten Nordamerikas. Er ist dunkel gefärbt und hat unregelmäßige gelbe Flecken. Die meiste Zeit lebt er versteckt in selbst gegrabenen Gängen unter der Erde. Nur zur Paarung wandert er im Spätwinter oder Frühling zu Tümpeln und Teichen, wo seine Larven mit Kiemen im Wasser aufwachsen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameAmbystoma tigrinum
Abstammung
  • Klasse: Amphibien (Lurche)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Unterordnung: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
  • Familie: Querzahnmolche (Ambystomatidae)
  • Gattung: Ambystoma
  • Art: Tigersalamander (Östlicher Tigersalamander)
KörpergrößeGesamtlänge meist etwa 18 bis 21 cm, Höchstwert 33 cm; der Schwanz macht etwa die Hälfte aus
KörpergewichtKeine verlässlichen Angaben
ErnährungFleischfresser: Regenwürmer, Insekten und ihre Larven, Schnecken, gelegentlich kleine Wirbeltiere; Larven fressen Kleinkrebse, Insektenlarven, Kaulquappen und kleine Fische
LebenserwartungIn freier Natur nach Schätzungen etwa 12 bis 15 Jahre; in Menschenobhut (Angaben für den Artkomplex) Landform bis 16 Jahre, Wasserform bis 25 Jahre
SozialverhaltenEinzelgänger, trifft Artgenossen nur zur Paarung am Laichgewässer
HerkunftÖstliches Nordamerika
Verbreitung Osten und Mitte der USA von New York bis Florida und westwärts bis Minnesota, Nebraska, Kansas und Osttexas; ganz im Südosten von Manitoba (Kanada) Nordamerika
EntdeckungErstbeschreibung 1825 durch Jacob Green (als Salamandra tigrina)
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2022)
SonstigesFrüher wurden auch die Tigersalamander aus dem Westen Nordamerikas zu dieser Art gezählt. Sie gelten heute als eigene Art, Westlicher Tigersalamander (Ambystoma mavortium).

Was ist ein Tigersalamander?

Der Tigersalamander ist ein Schwanzlurch. Wie Frösche und Kröten gehört er zu den Amphibien, hat aber anders als diese auch als erwachsenes Tier einen langen Schwanz. Er zählt zur Familie der Querzahnmolche, die nur in Nordamerika vorkommt. Der bekannteste Verwandte aus derselben Gattung ist der Axolotl aus Mexiko.

Weitere deutsche Namen sind Östlicher Tigersalamander und Östlicher Tiger-Querzahnmolch. Der wissenschaftliche Name Ambystoma tigrinum geht auf den Naturforscher Jacob Green zurück, der die Art 1825 beschrieb. Tigrinum kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „tigerartig“ oder „gestreift wie ein Tiger“.

Östlicher und Westlicher Tigersalamander: Lange galten alle Tigersalamander Nordamerikas als eine einzige, sehr weit verbreitete Art. Heute trennen die meisten Fachleute die Tiere aus dem Westen als eigene Art ab, den Westlichen Tigersalamander (Ambystoma mavortium). In Kanada wurde diese Trennung zum Beispiel 2012 in die offizielle Einstufung der Arten übernommen. Viele ältere Texte beschreiben noch beide Arten zusammen, deshalb findet man für Größe, Verbreitung und Lebensweise oft widersprüchliche Angaben. Diese Seite behandelt den Östlichen Tigersalamander. Einige Angaben aus der Fachliteratur beruhen auf Untersuchungen am früheren Artkomplex, also Östlichem und Westlichem Tigersalamander zusammen. Sie sind im Text gekennzeichnet.

Aussehen und Körperbau

Der Tigersalamander wirkt kräftig und gedrungen. Er hat einen breiten, flachen Kopf mit einer abgerundeten Schnauze, weit auseinanderliegende Augen, stämmige Beine und einen langen Schwanz.

Größe: Erwachsene Tiere sind meist etwa 18 bis 21 cm lang. Das größte bekannte Tier maß 33 cm. Der Schwanz macht 45 bis 51 Prozent der Gesamtlänge aus. Der Tigersalamander gehört damit zu den größten an Land lebenden Salamandern Nordamerikas. Verlässliche Angaben zum Gewicht erwachsener Tiere haben wir in den Fachquellen nicht gefunden.

Färbung: Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis mattschwarz. Darauf liegen unregelmäßige olivgelbe bis bräunlich gelbe Flecken, die sich über Rücken, Flanken und Bauch verteilen. Form, Größe und Lage der Flecken sind bei jedem Tier anders. Auch der Schwanz ist gefleckt, manchmal wirken die Flecken dort wie Bänder. Kinn und Kehle sind gelb und oliv, der Bauch gelblich mit dunklen Flecken. An den Körperseiten sind 12 bis 13 Rippenfurchen zu sehen.

Männchen und Weibchen: Beide Geschlechter sind etwa gleich groß. Männchen haben einen längeren, seitlich stärker abgeflachten Schwanz. In der Paarungszeit ist bei ihnen die Umgebung der Kloake deutlich angeschwollen. Trächtige Weibchen sind rundlicher.

Verwechslungsgefahr: Ähnlich sieht der Fleckenquerzahnmolch (Ambystoma maculatum) aus. Er ist aber kleiner, und seine gelben bis orangefarbenen Punkte liegen ordentlich in zwei Reihen auf dem Rücken. Beim Tigersalamander sind die Flecken unregelmäßig verteilt und reichen meist bis auf den Bauch.

Verbreitung und Lebensraum

Der Tigersalamander lebt im Osten und in der Mitte der USA. Sein Gebiet reicht an der Atlantikküste von Long Island im Bundesstaat New York bis nach Florida. Nach Westen kommt er bis Minnesota, Nebraska, Kansas und in den Osten von Texas vor. In den höheren Lagen der Appalachen fehlt er. Innerhalb dieses großen Gebiets ist er ungleichmäßig verteilt: An manchen Orten ist er häufig, an anderen fehlt er ganz.

In Kanada lebt der Östliche Tigersalamander nur ganz im Südosten der Provinz Manitoba. Im Süden Ontarios gibt es nur einen einzigen Nachweis aus dem Jahr 1915 am Point Pelee. Dieses Vorkommen gilt als erloschen.

Lebensraum: Tigersalamander sind wenig wählerisch. Man findet sie in Wäldern, auf Wiesen und Grasland, in Sumpfgebieten, auf Äckern und sogar in Vorstädten. In Indiana tauchen sie gelegentlich sogar in den Lichtschächten von Kellerfenstern auf. Wichtig sind vor allem zwei Dinge:

  • lockerer Boden, in dem die Tiere graben können
  • Laichgewässer in der Nähe, am besten ohne Fische, etwa Tümpel, die im Sommer austrocknen, Teiche, Viehtränken oder Regenrückhaltebecken

Ernährung

Der Tigersalamander ist ein Fleischfresser. Erwachsene Tiere fressen fast jedes kleine Tier, das sie überwältigen und schlucken können. Den größten Teil der Nahrung machen Tiere aus, die im Boden oder auf dem Boden leben:

  • Regenwürmer
  • Insekten und Insektenlarven
  • Schnecken und Nacktschnecken

Gelegentlich erbeuten Tigersalamander auch kleine Wirbeltiere. Nachgewiesen sind zum Beispiel Weißfußmäuse und eine frisch geschlüpfte Eidechse. In Menschenobhut fressen sie außerdem kleine Frösche, Schlangen und Eidechsen. Ob sie diese auch in freier Natur jagen, ist nicht sicher.

Nahrung der Larven: Die Larven im Wasser fressen, was in ihr Maul passt. Kleine Larven jagen Wasserflöhe und andere Kleinkrebse, größere auch Insektenlarven, Würmer, Kaulquappen, kleine Fische und sogar Artgenossen. Nachts schwimmen die Larven ins offene Wasser, vermutlich um räuberischen Schwimmkäfern auszuweichen. Ihre Beute finden sie auch im Dunkeln, denn sie haben Sinnesorgane in der Haut, die Wasserbewegungen wahrnehmen. Nach Angaben für den gesamten Artkomplex wachsen Tigersalamander-Larven schneller als die Larven aller anderen Ambystoma-Arten.

Verhalten und Lebensweise

Tigersalamander bekommt man selten zu Gesicht. Sie gehören zu den sogenannten Maulwurfsalamandern, denn sie verbringen den größten Teil ihres Lebens unter der Erde.

Eigene Gänge: Anders als viele Verwandte graben Tigersalamander ihre Gänge selbst, und zwar mit den Vorderbeinen. Meist leben sie dicht unter der Oberfläche. Ein untersuchter Gang in South Carolina lag 12 cm tief und hatte einen Durchmesser von 28 mm. Aus Michigan ist bekannt, dass die Tiere auch in mehr als 60 cm Tiefe vorkommen. Im Winter graben sie sich unter die Frostgrenze ein. So entgehen sie Kälte, Hitze und Trockenheit.

Nachts und bei Regen unterwegs: An die Oberfläche kommen Tigersalamander vor allem in regnerischen Nächten. Frost und Trockenheit bremsen ihre Aktivität.

Nie weit vom Teich: In einer Untersuchung im Bundesstaat New York blieben die meisten Tiere im Umkreis von 150 Metern um ihr Laichgewässer, keines entfernte sich weiter als etwa 300 Meter. Bei einer Studie auf Long Island legten Jungtiere höchstens 282 Meter zurück, in Georgia wanderten Tiere bis zu 255 Meter weit.

Verteidigung: Wird ein Tigersalamander bedroht, hebt er die Hinterbeine an, krümmt den Schwanz und schwenkt ihn hin und her. Drüsen auf der Oberseite des Schwanzes geben ein Sekret ab. Es ist klebrig und enthält Nervengifte, die Angreifer abschrecken können. Die Larven retten sich im Wasser mit einem blitzschnellen Start.

Fortpflanzung und Entwicklung

Wanderung zum Teich: Im späten Winter oder frühen Frühling wandern die Tigersalamander nachts zu ihren Laichgewässern, meist nach warmen Regenfällen. Im Norden geschieht das oft, sobald die Ufer eisfrei sind, im Süden viel früher: In South Carolina beginnt die Wanderung schon im Herbst oder Winter, und die Männchen kommen dort 2 bis 8 Wochen vor den Weibchen am Teich an. Auf Long Island wandern die Tiere meist im Februar oder März. Männchen bleiben in der Regel auch länger am Teich als Weibchen.

Paarung: Die Paarung findet nachts im Wasser statt. Das Männchen stupst ein Weibchen mit der Schnauze an und drängt es von anderen Männchen weg. Dann setzt es ein Samenpaket (Spermatophore) auf dem Gewässergrund ab. Das Weibchen nimmt es mit seiner Kloake auf. Manchmal stören andere Männchen ein Paar und setzen ihr eigenes Samenpaket ab.

  1. Eiablage: Etwa 24 bis 48 Stunden nach der Paarung legt das Weibchen nachts die Eier. Es heftet sie in Klumpen an Pflanzenstängel, Zweige und Laub am Grund des Gewässers.
  2. Anzahl: Ein Laichklumpen enthält im Durchschnitt etwa 38 bis 59 Eier, manchmal auch nur 5 oder über 100. Für den gesamten Artkomplex werden 100 bis 1.000 Eier pro Weibchen und Saison angegeben.
  3. Schlupf: Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach 19 bis 50 Tagen. Frisch geschlüpft sind sie nur etwa 1,3 bis 1,7 cm lang.
  4. Larvenzeit: Die Larven haben buschige, außen liegende Kiemen, einen breiten Kopf und einen hohen Flossensaum am Schwanz. Sie bleiben mindestens zehn Wochen im Wasser, oft auch länger.
  5. Verwandlung: Bei der Metamorphose verlieren die Larven ihre Kiemen und gehen an Land. Das geschieht meist im Früh- oder Hochsommer. Larven in dauerhaften Gewässern können auch überwintern und sich erst im folgenden Frühling verwandeln.

Erwachsen im Wasser: Manche Tigersalamander verwandeln sich nie. Sie behalten ihre Kiemen, bleiben im Wasser und werden trotzdem geschlechtsreif. Beim Axolotl ist das die Regel, beim Östlichen Tigersalamander ist es selten. Nachgewiesen wurde es bei Populationen in Michigan, Wisconsin und Illinois. In einer Population im Nordwesten Iowas entwickeln sich außerdem manchmal besonders großköpfige Larven mit großen Zähnen, die auch Artgenossen fressen.

Lebenserwartung: In freier Natur werden Tigersalamander nach Schätzungen etwa 12 bis 15 Jahre alt. Aus Menschenobhut sind für den Artkomplex Landtiere mit bis zu 16 Jahren und dauerhaft im Wasser lebende Tiere mit bis zu 25 Jahren bekannt.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Eier, Larven und erwachsene Tigersalamander haben viele Fressfeinde. Dazu gehören im Wasser Libellenlarven, Schwimmkäfer, Riesenwasserwanzen und Köcherfliegenlarven, außerdem Molche, Larven anderer Querzahnmolche und hungrige Artgenossen. An Land und am Ufer jagen Schlangen wie Strumpfbandnattern, Vögel wie Reiher, Rohrdommeln und Eisvögel sowie Säugetiere wie Dachse, Rotluchse, Waschbären, Kojoten und Opossums nach ihnen. Einige dieser Beobachtungen stammen aus dem Gebiet des Westlichen Tigersalamanders.

Gefährdung: Auf der Roten Liste der IUCN gilt der Tigersalamander als nicht gefährdet (IUCN, 2022). Die Organisation NatureServe schätzt, dass es weit über eine Million erwachsene Tiere gibt. In einzelnen Regionen sieht es aber schlechter aus. In mehreren Bundesstaaten, darunter New York, New Jersey, Delaware, Maryland und Virginia, steht er auf der Liste der bedrohten Arten (Status „endangered“) und ist geschützt. Im Südosten der USA gehen die Bestände durch Abholzung und den Verlust von Feuchtgebieten zurück.

Die wichtigsten Gefahren sind:

  • Verlust von Laichgewässern: In Teilen des Mittleren Westens der USA sind seit der Besiedlung durch Europäer fast 99 Prozent der Feuchtgebiete verschwunden, in denen Tigersalamander laichen.
  • Straßen: Auf dem Weg zu den Teichen werden viele Tiere überfahren.
  • Fische: Werden Fische in Laichgewässer eingesetzt, fressen sie die Larven.
  • Schadstoffe: Pestizide und andere Schadstoffe können den Tieren schaden.
  • Fang als Köder: Mancherorts werden Tigersalamander gefangen und als Angelköder verkauft.

Häufige Fragen zum Tigersalamander

Wie groß wird ein Tigersalamander?

Meist wird ein Tigersalamander etwa 18 bis 21 cm lang, gemessen von der Schnauze bis zur Schwanzspitze. Das größte bekannte Tier war 33 cm lang. Etwa die Hälfte der Länge entfällt auf den Schwanz.

Was frisst ein Tigersalamander?

Er frisst vor allem Regenwürmer, Insekten und ihre Larven sowie Schnecken. Gelegentlich erbeutet er auch kleine Wirbeltiere wie junge Mäuse. Die Larven im Wasser fressen Kleinkrebse, Insektenlarven, Kaulquappen und kleine Fische.

Wo lebt der Tigersalamander?

Im Osten und in der Mitte der USA, von New York bis Florida und westwärts bis Minnesota, Nebraska, Kansas und Osttexas, außerdem ganz im Südosten Kanadas. Dort lebt er in Wäldern, auf Wiesen und in Sumpfgebieten mit lockerem Boden und Tümpeln in der Nähe.

Ist der Tigersalamander giftig?

Er ist für Menschen nicht gefährlich. Bei Gefahr gibt er aber aus Drüsen am Schwanz ein klebriges Sekret ab, das Nervengifte enthält und Fressfeinde abschrecken soll. Nach dem Anfassen von Amphibien sollte man sich deshalb die Hände waschen.

Ist der Tigersalamander mit dem Axolotl verwandt?

Ja. Beide gehören zur Gattung Ambystoma in der Familie der Querzahnmolche. Die Larven sehen sich sehr ähnlich. Der Axolotl bleibt aber fast immer sein Leben lang eine Larve mit Kiemen, während sich der Tigersalamander normalerweise in ein Landtier verwandelt.

Warum heißt er Tigersalamander?

Der wissenschaftliche Artname tigrinum bedeutet „tigerartig“. Er bezieht sich auf die kontrastreiche Zeichnung aus gelben Flecken auf dunklem Grund. Echte Tigerstreifen hat der Östliche Tigersalamander allerdings nicht, sein Muster besteht aus unregelmäßigen Flecken.

Ähnliche Tiere

  • Axolotl - der bekannteste Verwandte aus derselben Gattung, der zeitlebens im Wasser bleibt
  • Querzahnmolche - die Familie, zu der der Tigersalamander gehört
  • Salamander - die europäischen Echten Salamander wie der Feuersalamander
  • Teichmolch - ein heimischer Schwanzlurch, der wie der Tigersalamander zum Laichen ins Wasser geht
  • Frosch - die bekannteste Gruppe der Amphibien

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Tigersalamander
15 bis 33 cm

Stell dir vor, du stellst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) neben einen Tigersalamander: Der Tigersalamander ist um einiges größer. Neben einem Kind (1,2 m) wirkt er mit seinen 15 bis 33 cm aber wiederum geradezu winzig. Genauer gesagt ist der Tigersalamander etwa 10-mal so groß wie eine 1-Euro-Münze und rund 5-mal kleiner als ein Kind.