Uhu

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Uhu mit aufgestellten Federohren, orangefarbenen Augen und braun gemustertem Gefieder blickt in die Kamera
Photograph: Softeis / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kurz erklärt

Der Uhu ist die größte Eule Europas. Er hat lange Federohren und leuchtend orangefarbene Augen, die Weibchen sind fast so groß wie ein Steinadler. Nachts jagt er Ratten, Kaninchen, Igel und Vögel. Früher war er in Deutschland fast ausgerottet, heute brüten hier wieder rund 4.000 Paare.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameBubo bubo
Abstammung
  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Eulen (Strigiformes)
  • Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
  • Gattung: Uhus (Bubo)
  • Art: Uhu
KörpergrößeKörperlänge 59 bis 73 cm, Flügelspannweite 138 bis 170 cm
KörpergewichtMännchen etwa 1,8 bis 3 kg, Weibchen etwa 2 bis 4 kg; im Mittel wiegen Männchen 1,9 kg und Weibchen 2,6 kg
ErnährungFleischfresser: Säugetiere bis zur Größe eines Feldhasen, vor allem Ratten, Mäuse, Kaninchen und Igel, außerdem Vögel bis Bussardgröße, gelegentlich Fische, Frösche und Reptilien
LebenserwartungIn freier Natur meist 10 bis 20 Jahre, ausnahmsweise bis 30 Jahre; in Gefangenschaft nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt bis zu 60 Jahre
SozialverhaltenPaare leben ganzjährig in einem festen Revier, die Jungen werden bis mindestens August von den Eltern versorgt
HerkunftEuropa und Asien
Verbreitung Große Teile Europas und Asiens, ostwärts bis Sibirien und Sachalin, südlich bis Vorderasien, zum Himalaya und nach Südchina; fehlt auf den Britischen Inseln, in Island und auf den meisten Mittelmeerinseln AsienEuropa
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
GefährdungLC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025)
SonstigesIn Deutschland brüten etwa 4.000 bis 4.600 Paare, die Art gilt hier nicht mehr als gefährdet.

Was ist ein Uhu?

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eule Europas. Das Weibchen erreicht fast die Größe eines Steinadlers. Einige Fachstellen wie das Bayerische Landesamt für Umwelt bezeichnen ihn sogar als größte Eule der Welt. Sicher ist: Er zählt zu den größten Eulen überhaupt.

Seinen Namen hat der Uhu von seinem Ruf. Das dumpfe „u-hu“ oder „buho“ steckt auch in alten Namen wie „Schuhu“ und im wissenschaftlichen Namen Bubo.

Mitte des 20. Jahrhunderts war der Uhu in großen Teilen Deutschlands ausgerottet. Dank strenger Schutzgesetze und Auswilderungen ist er zurückgekehrt. Heute brüten in Deutschland nach Angaben des NABU wieder 4.000 bis 4.600 Paare.

Aussehen und Körperbau

Größe: Der Uhu ist 59 bis 73 cm lang. Seine breiten, runden Flügel spannen 138 bis 170 cm. Er ist etwa doppelt so groß wie eine Waldohreule.

Gewicht: Die Weibchen sind deutlich größer und schwerer als die Männchen. Männchen wiegen etwa 1,8 bis 3 kg, Weibchen etwa 2 bis 4 kg. Im Durchschnitt bringen Männchen rund 1,9 kg und Weibchen rund 2,6 kg auf die Waage. Nach Angaben der AG Eulen können Weibchen aus Nordeuropa sogar bis zu 5 kg wiegen.

Kopf: Typisch sind der massige, runde Kopf und die langen Federohren. Sie werden bis zu 8 cm lang. Die großen Augen leuchten orangerot bis orangegelb.

Gefieder: Die Oberseite ist rostbraun bis erdbraun mit dunklen Flecken und Bändern. Die Unterseite ist etwas heller und trägt kräftige dunkle Längsstreifen sowie feine Querlinien. So ist der Uhu am Tag hervorragend getarnt, selbst aus kurzer Entfernung ist er in einem Baum kaum zu entdecken.

Kehlfleck: Ruft ein Uhu, bläht er die Kehle auf. Dann wird ein weißer Kehlfleck sichtbar, der als Signal dient. Beim Männchen ist er besonders groß.

Wozu dienen die Federohren?

Die Federohren sind keine Ohren und haben mit dem Hören nichts zu tun. Die Federbüschel zeigen vermutlich die Stimmung des Uhus an. Bei der Balz und wenn er sich tarnt, stellt er sie steil auf wie zwei Hörner, sonst legt er sie schräg zur Seite.

Werkzeuge eines Nachtjägers

Lautloser Flug: Die äußersten Schwungfedern sind am Rand fein gezähnt. Dadurch fliegt der Uhu wie alle Eulen fast geräuschlos und kann sich unbemerkt an seine Beute heranpirschen.

Krallen: Seine Füße tragen dolchartige Krallen. Eine der Zehen kann er nach vorn oder nach hinten drehen. Mit dieser Wendezehe packt er Beute besonders sicher.

Jagd: Der Uhu jagt in der Dämmerung und in der Nacht. Am liebsten jagt er in offenen, abwechslungsreichen Landschaften mit Hecken und Feldgehölzen. Ausgedehnte, geschlossene Wälder meidet er.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitung: Der Uhu lebt in großen Teilen Europas und Asiens. Man unterscheidet 16 Unterarten. Das Verbreitungsgebiet reicht nach Osten bis Sibirien und zur Insel Sachalin, nach Süden bis Vorderasien, zum Himalaya und nach Südchina. In Europa fehlt er im Nordwesten Frankreichs, auf den Britischen Inseln, in Island und auf den meisten Mittelmeerinseln.

Lebensraum: Der Uhu ist sehr anpassungsfähig. Er lebt in der Macchie am Mittelmeer, in Steppen und in den Nadelwäldern des Nordens. In Mitteleuropa bevorzugt er reich gegliederte Landschaften mit Felsen, Wäldern, offenen Flächen und Gewässern. Zum Brüten wählt er am liebsten steile, schwer zugängliche Felswände und Steinbrüche. Inzwischen brütet er auch in Kiesgruben, auf Gebäuden und sogar auf Müllkippen, wo es viele Ratten gibt.

Standvogel: Der Uhu bleibt das ganze Jahr in seinem Revier. Junge Uhus lassen sich meist höchstens 50 bis 80 km von ihrem Geburtsort entfernt nieder.

Ernährung

Der Uhu steht an der Spitze der Nahrungskette. Er nimmt vor allem Tiere, die in seinem Gebiet häufig und leicht zu erbeuten sind. Seine Beutelisten sind deshalb von Ort zu Ort sehr verschieden.

  • Säugetiere: bis zur Größe eines Feldhasen, besonders Ratten, Mäuse, Kaninchen, junge Hasen und Igel
  • Vögel: bis zur Größe eines Bussards, etwa Tauben, Rebhühner, Krähen und Greifvögel
  • Andere Eulen: Auch Waldkäuze und Waldohreulen können zur Beute werden.
  • Seltener: Fische, Frösche und Reptilien

Ein paar Beispiele zeigen, wie flexibel der Uhu ist: An Bauernhöfen und Müllkippen fängt er vor allem Wanderratten. In naturnahen Laubmischwäldern überwiegen manchmal Igel. Oberhalb der Waldgrenze erbeutet er häufig Raufußhühner.

Ruf und Verhalten

Ruf: Der bekannte Balzruf ist ein dumpfes, zweisilbiges „buho“ oder „u-hu“. Männchen und Weibchen rufen beide, das Weibchen etwas höher. Oft rufen die Partner im Duett. Der Ruf des Männchens ist bis zu einem Kilometer weit zu hören. Bei Gefahr stößt der Uhu ein raues „gräck“ aus, das an einen Graureiher erinnert.

Ruhig außerhalb der Brutzeit: Außerhalb der Brutzeit ruft der Uhu wenig. Tagsüber versteckt er sich in Baumkronen oder an Felswänden.

Revier: Ein Uhupaar besetzt meist ganzjährig ein festes Revier. Schon bei der Herbstbalz im Oktober und November grenzen die Uhus ihr Revier ab und finden als Paar zusammen. Die eigentliche Balz erreicht im Februar und März ihren Höhepunkt.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Brutplatz: Ein richtiges Nest baut der Uhu nicht. Das Weibchen scharrt eine flache Mulde in den Boden einer Felsnische. Seltener brüten Uhus in alten Nestern von Greifvögeln, Störchen oder Reihern oder direkt am Boden unter Wurzeltellern.

Brut in Zahlen:

  1. Eiablage: in Mitteleuropa meist Anfang März bis Mitte April, manchmal schon im Winter
  2. Gelege: meist 2 bis 3 weiße Eier, selten 5 oder 6, gelegt im Abstand von 2 bis 3 Tagen
  3. Brutdauer: etwa 34 Tage, nur das Weibchen brütet
  4. Nest verlassen: je nach Brutplatz zwischen der 5. und 9. Lebenswoche, noch flugunfähig
  5. Flugfähig: mit etwa 10 Wochen
  6. Selbstständig: mit etwa 5 Monaten

Fürsorgliche Mutter: Das Weibchen beginnt schon nach dem ersten Ei zu brüten und verlässt die Mulde nur für kurze Pausen. Zu dieser Zeit kann es draußen noch winterlich kalt sein. Die Küken wirken schon beim Schlüpfen kräftig und nehmen schnell zu. Mindestens drei bis vier Wochen lang betreut und beschützt das Weibchen sie besonders intensiv.

Nach dem Ausfliegen: Auch nach dem Verlassen des Brutplatzes werden die jungen Uhus noch lange gefüttert. In dieser Zeit lernen sie die Jagd. Die Familie löst sich frühestens im August auf. Geschlechtsreif werden Uhus frühestens im zweiten, meist erst im dritten Lebensjahr.

Lebenserwartung: In freier Natur werden Uhus meist 10 bis 20 Jahre alt, in Ausnahmefällen bis zu 30 Jahre. In Gefangenschaft können sie nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt bis zu 60 Jahre alt werden.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Ein erwachsener Uhu hat kaum natürliche Feinde. Sein Nest verteidigt er furchtlos, auch gegen Menschen.

Verfolgung durch den Menschen: Über Jahrhunderte wurde der Uhu verfolgt und abgeschossen. Außerdem holte man junge Uhus aus den Nestern, um sie bei der sogenannten Hüttenjagd als Lockvögel einzusetzen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland nur noch Restvorkommen von etwa 70 Paaren, vor allem in den bayerischen Alpen, in Nordbayern, Thüringen und Sachsen.

Rückkehr: Seit den 1970er-Jahren hat sich der Bestand erholt. Geholfen haben strenge Schutzgesetze, das Verbot, Junguhus aus den Nestern zu nehmen, und die Auswilderung von Uhus aus Zuchten. In Europa schätzt man heute 18.500 bis 30.300 Paare. In Deutschland gilt der Uhu inzwischen als nicht gefährdet, in Bayern wurde er 2016 aus der Roten Liste entlassen.

Heutige Gefahren: Die häufigste Todesursache sind ungesicherte Strommasten, an denen Uhus einen tödlichen Stromschlag erleiden. Dazu kommen Zusammenstöße mit Stromleitungen, Stacheldrahtzäunen, Autos, Zügen und Windrädern. Kletterer, Geocacher oder lärmende Besucher unter Brutfelsen können dazu führen, dass Uhus ihre Brut aufgeben.

Weltweit: Auf der Roten Liste der IUCN gilt der Uhu als nicht gefährdet (IUCN, 2025).

Häufige Fragen zum Uhu

Wie groß und wie schwer wird ein Uhu?

Ein Uhu ist 59 bis 73 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 138 bis 170 cm. Männchen wiegen etwa 1,8 bis 3 kg, Weibchen etwa 2 bis 4 kg. Die Weibchen sind also deutlich größer als die Männchen.

Ist der Uhu die größte Eule der Welt?

Der Uhu ist die größte Eule Europas und gehört zu den größten Eulen der Welt. Manche Fachstellen nennen ihn die größte Eule der Welt, andere sprechen vorsichtiger nur von der größten Eule Europas.

Was frisst ein Uhu?

Vor allem Säugetiere bis zur Größe eines Feldhasen, etwa Ratten, Mäuse, Kaninchen und Igel. Außerdem jagt er Vögel bis zur Größe eines Bussards und manchmal andere Eulen, Fische oder Frösche.

Wie ruft ein Uhu?

Der Balzruf ist ein dumpfes, zweisilbiges „buho“, das bis zu einem Kilometer weit zu hören ist. Männchen und Weibchen rufen beide und oft im Duett. Von diesem Ruf hat der Uhu seinen Namen.

Hat der Uhu Feinde?

Erwachsene Uhus haben kaum natürliche Feinde. Die größten Gefahren gehen heute vom Menschen aus, vor allem von ungesicherten Strommasten, Stromleitungen, Straßen und Störungen am Brutplatz.

Wie alt wird ein Uhu?

In freier Natur meist 10 bis 20 Jahre, in Ausnahmefällen bis zu 30 Jahre. In Gefangenschaft können Uhus deutlich älter werden.

Ähnliche Tiere

  • Waldohreule - sieht aus wie ein kleiner Uhu, ist aber nur halb so groß
  • Waldkauz - eine häufige Eule ohne Federohren
  • Schneeeule - eine große weiße Eule aus der Arktis
  • Schleiereule - eine helle Eule mit herzförmigem Gesicht
  • Steinkauz - eine der kleinsten Eulen Deutschlands

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Uhu
59 bis 73 cm

Wie groß ist der Uhu wirklich? Mit 59 bis 73 cm überragt er einen Fußball (22 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an ein Kind (1,2 m) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 3 Fußbälle übereinander stapeln, um so groß wie ein Uhu zu werden. Selbst eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) wirkt daneben noch winzig.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Uhu
1,8 bis 4 kg

Ein Uhu bringt 1,8 bis 4 kg auf die Waage. Das ist schwerer als ein Fußball (430 g), aber leichter als ein Kind (25 kg). Anders ausgedrückt: Der Uhu wiegt so viel wie etwa 7 Fußbälle.