Walhai

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Walhai mit dunklem Rücken und hellen Punkten und Streifen schwimmt im tiefblauen Meer knapp unter der Wasseroberfläche
Shiyam ElkCloner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kurz erklärt

Der Walhai ist der größte Fisch der Welt. Er ist kein Wal, sondern ein Hai, und kann bis fast 19 Meter lang werden. Trotz seiner Größe frisst er nur winzige Tiere wie Plankton und kleine Fische, die er aus dem Wasser filtert. Für Menschen ist er harmlos. Walhaie leben in allen warmen Meeren und sind stark gefährdet.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameRhincodon typus
Abstammung
  • Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
  • Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
  • Ordnung: Ammenhaiartige (Orectolobiformes)
  • Familie: Walhaie (Rhincodontidae)
  • Gattung: Rhincodon
  • Art: Walhai
KörpergrößeDie meisten beobachteten Tiere sind etwa 4 bis 12 m lang; das größte gut dokumentierte Tier war 18,8 m lang (FishBase hält nur 12 m für sicher gemessen). Angaben von 20 m und mehr sind nicht sicher belegt
KörpergewichtHöchstes veröffentlichtes Gewicht laut FishBase 34 t; genaue Wägungen sehr großer Tiere gibt es kaum
ErnährungFiltrierer: Plankton wie Kleinkrebse und Fischeier, kleine Schwarmfische wie Sardinen, Sardellen und Makrelen, gelegentlich kleine Tintenfische und junge Thunfische
LebenserwartungMindestens 50 Jahre (an Wirbelringen nachgewiesen); Schätzungen reichen bis etwa 80 Jahre
SozialverhaltenOft allein unterwegs, an nahrungsreichen Stellen aber in Gruppen von über 100 Tieren
HerkunftTropische und warm-gemäßigte Meere
Verbreitung Alle tropischen und warm-gemäßigten Meere außer dem Mittelmeer; meist in den oberen 100 m, Tauchgänge bis fast 2.000 m Meer
EntdeckungErstbeschreibung 1828 durch Andrew Smith nach einem Tier aus der Tafelbucht in Südafrika
GefährdungEN Stark gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2025)
SonstigesGrößter lebender Fisch. Ein 1995 vor Taiwan gefangenes Weibchen trug rund 300 Embryonen. Der internationale Handel ist durch CITES Anhang II geregelt.

Der größte Fisch der Welt

Der Walhai (Rhincodon typus) ist der größte lebende Fisch. Trotz seines Namens ist er kein Wal, sondern ein Hai und damit ein Knorpelfisch: Sein Skelett besteht aus Knorpel statt aus Knochen. Wale dagegen sind Säugetiere, die zum Atmen an die Oberfläche kommen müssen. Der Walhai atmet wie alle Fische mit Kiemen.

Obwohl er so riesig ist, frisst der Walhai nur winzige Tiere. Er filtert Plankton und kleine Fische aus dem Wasser, ähnlich wie es manche großen Wale tun. Für Menschen ist er harmlos.

Der Walhai gehört zur Ordnung der Ammenhaiartigen, zu der auch der Atlantische Ammenhai und der Zebrahai zählen. Die meisten Arten dieser Ordnung leben am Meeresboden. Der Walhai ist eine Ausnahme: Er schwimmt im offenen Meer.

Entdeckung und Name: Beschrieben hat ihn der Zoologe Andrew Smith im Jahr 1828 nach einem Tier, das in der Tafelbucht bei Kapstadt in Südafrika harpuniert worden war. Der Gattungsname Rhincodon bezieht sich auf die kleinen Zähne, die in Reihen stehen und an eine Raspel oder Feile erinnern.

Aussehen und Körperbau

Größe: Wie groß Walhaie werden können, war lange umstritten. Auf vielen Webseiten steht „bis 20 Meter“, sicher belegt ist das aber nicht. Eine Studie von 2015 hat die veröffentlichten Messungen verglichen. Ein Tier aus Taiwan soll „ungefähr“ 20 Meter lang gewesen sein, doch wie es gemessen wurde, ist unklar. Das nächstgrößte bestätigte Tier war 18,8 Meter lang und stammte aus der Fischerei im Arabischen Meer vor Indien. Die Fischdatenbank FishBase ist noch vorsichtiger: Sie hält 12 Meter für die bisher zuverlässigste Messung. Die meisten Walhaie, die Taucher zu sehen bekommen, sind viel kleiner: An den bekannten Futterplätzen sind sie meist 4 bis 12 Meter lang, und oft sind es junge Männchen.

Gewicht: Genaue Wägungen sehr großer Walhaie gibt es kaum. FishBase nennt als höchstes veröffentlichtes Gewicht 34 Tonnen. Berichte über bis zu 42 Tonnen sind nicht gesichert.

Körperform: Der Körper ist lang gestreckt. Der Kopf ist breit und flach, die Schnauze kurz. Das riesige, quer stehende Maul liegt fast ganz vorne an der Kopfspitze, vor den Augen. An den Seiten verlaufen deutliche Längskanten. Die erste Rückenflosse ist viel größer als die zweite, die Schwanzflosse ist bei Erwachsenen sichelförmig.

Kiemen: Walhaie haben fünf außergewöhnlich große Kiemenspalten. Im Inneren sind die Kiemenbögen zu feinen Filtersieben umgebaut.

Muster: Der Rücken ist grau, bläulich oder braun und trägt ein Schachbrettmuster aus hellen, cremeweißen Punkten und Streifen. Der Bauch ist weiß. Wozu das Muster dient, weiß man nicht genau. Möglicherweise ist es ein Erbe von bodenlebenden Verwandten, bei denen solche Flecken als Tarnung dienen.

Zähne: Walhaie haben sehr viele winzige Zähne. Ihre Nahrung beißen sie aber nicht, sondern filtern sie aus dem Wasser.

Verbreitung und Lebensraum

Walhaie leben in allen tropischen und warm-gemäßigten Meeren, im Atlantik, im Indischen Ozean und im Pazifik. Im Mittelmeer kommen sie nicht vor. Im Indischen Ozean gibt es sie auch im Roten Meer und im Persischen Golf. Fachleute unterscheiden zwei große Bestände: einen im Atlantik und einen im Indopazifik.

Warmes Wasser: Walhaie bevorzugen Wasser mit Temperaturen von etwa 21 bis 30 °C an der Oberfläche, vor allem dort, wo viel Plankton wächst. Meist halten sie sich in den oberen 100 Metern auf. Sie können aber sehr tief tauchen: Der tiefste gemessene Tauchgang ging bis 1.928 Meter.

Küste und offenes Meer: Walhaie schwimmen oft weit draußen, kommen aber auch nahe an die Küste und manchmal sogar in Lagunen und Korallenatolle.

Große Reisen: Walhaie legen oft weite Strecken zurück, manche durchqueren ganze Ozeane. Trotzdem kehren viele Jahr für Jahr an dieselben Futterplätze zurück. Bekannt ist zum Beispiel das Ningaloo-Riff in Westaustralien, wo sich Walhaie jedes Jahr im März und April sammeln, weil es dann viel Zooplankton gibt.

Ernährung

Der Walhai ist ein Filtrierer. Er frisst Plankton wie Kleinkrebse und Fischeier, aber auch kleine Schwarmfische wie Sardinen, Sardellen und Makrelen. Gelegentlich erwischt er kleine Tintenfische oder junge Thunfische. Möglicherweise nimmt er auch Algen auf.

So frisst der Walhai: Anders als viele andere Filtrierer schwimmt der Walhai nicht nur langsam mit offenem Maul durchs Wasser. Er kann das Wasser auch aktiv einsaugen. Dazu öffnet er das Maul weit, saugt Wasser mitsamt der Beute hinein und schließt es wieder. Das Wasser strömt dann durch die Kiemen hinaus. Auf diese Weise erwischt er auch schnellere Beute. Beim Fressen an der Oberfläche steht er oft senkrecht im Wasser, den Kopf nahe an der Oberfläche. Dabei öffnet und schließt er das Maul 7 bis 28 Mal pro Minute.

Das Filtersieb: Im Rachen sitzen 20 Filterpolster. Sie halten alles zurück, was größer als etwa 2 bis 3 Millimeter ist. Setzt sich zu viel Nahrung fest, „hustet“ der Walhai vermutlich, um die Filter zu reinigen. Nach einer Untersuchung siebt ein Walhai im Durchschnitt etwa 20 Kilogramm Plankton pro Tag aus dem Wasser.

Mit der Nase auf Futtersuche: Die kleinen Augen sitzen seitlich am Kopf. Plankton spürt der Walhai vermutlich vor allem mit seinen gut entwickelten Nasenlöchern auf.

Verhalten und Lebensweise

Allein oder in Gruppen: Walhaie sind oft allein unterwegs. An besonders nahrungsreichen Stellen versammeln sich aber manchmal über 100 Tiere. An vielen Futterplätzen trennen sie sich nach Größe und Geschlecht. Oft schwimmen Schwärme anderer Hochseefische, etwa Makrelen, in ihrer Nähe.

Auf und ab: Walhaie tauchen immer wieder auf und ab. Am Ningaloo-Riff beobachteten Forschende, dass dieses Tauchen zum normalen Verhalten gehört und keine Flucht vor Schnorchlern ist.

Gelassen: Taucher und Schnorchler können oft ganz in der Nähe von Walhaien schwimmen. Die Tiere reagieren meist gelassen, manche ignorieren die Menschen, andere tauchen langsam ab.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Über die Fortpflanzung der Walhaie weiß man noch wenig. Lange war nicht einmal klar, ob sie Eier legen oder lebende Junge zur Welt bringen.

Ein Fund mit 300 Jungen: 1995 wurde vor der Ostküste Taiwans ein etwa 11 Meter langes Weibchen harpuniert. In seinen beiden Gebärmüttern steckten rund 300 Embryonen, 42 bis 63 cm lang. Das bewies: Walhaie sind lebendgebärend. Die Jungen entwickeln sich in bernsteinfarbenen Eikapseln im Mutterleib, ernähren sich dort vom Dotter, schlüpfen und werden dann geboren. Etwa die Hälfte der Embryonen waren Weibchen.

Geburt: Bei der Geburt sind junge Walhaie etwa 55 bis 64 cm lang. Wo sie zur Welt kommen, ist kaum bekannt. Die Gewässer vor Südosttaiwan gelten als ein wichtiges Gebiet für Geburten im Sommer.

Langsames Leben: Geschlechtsreif werden Walhaie vermutlich erst mit etwa 9 Metern Länge. Eine Altersbestimmung an Wirbeln aus Taiwan und Pakistan ergab ein Alter von bis zu 50 Jahren. Dabei bestätigten Forschende mit Spuren von Atombombentests, dass sich in den Wirbeln jedes Jahr ein Ring bildet. FishBase schätzt, dass Walhaie etwa 80 Jahre alt werden können.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Erwachsene Walhaie haben kaum Feinde. Einen jungen Walhai fand man im Magen eines Blauhais, einen anderen im Magen eines Blauen Marlins. Am Ningaloo-Riff greifen gelegentlich Weiße Haie und Tigerhaie Walhaie an.

Fischerei: In einigen Ländern wurden Walhaie gezielt gejagt, zum Beispiel mit Harpunen. Genutzt werden Fleisch, Flossen, Leberöl und Haut. In Taiwan wurden bis 2008 durchschnittlich rund 100 Walhaie pro Jahr gefangen. Heute sind Walhaie in vielen Ländern geschützt, etwa auf den Philippinen, in Indien und auf den Malediven. Trotzdem geraten sie weiter als Beifang in Netze.

Schiffe: Weil Walhaie oft an der Oberfläche fressen, werden sie leicht von Schiffen gerammt.

Tourismus: Schwimmen mit Walhaien ist an vielen Orten eine wichtige Einnahmequelle. Schlecht organisierter Tourismus kann die Tiere aber stören. In Westaustralien ist das Schwimmen mit Walhaien deshalb streng geregelt, etwa durch eine begrenzte Zahl zugelassener Anbieter.

Rote Liste: Die IUCN stuft den Walhai weltweit als stark gefährdet (Endangered) ein. Die aktuelle Einstufung wurde 2025 veröffentlicht. Grundlage ist ein starker Rückgang der Bestände, abgeleitet aus Häufigkeitsdaten und dem Ausmaß der Befischung (Kriterium A2bd). Der internationale Handel mit Walhaien ist durch CITES Anhang II geregelt.

Häufige Fragen zum Walhai

Wie groß wird ein Walhai?

Das größte gut dokumentierte Tier war 18,8 Meter lang. Die meisten Walhaie, die man an Futterplätzen sieht, sind 4 bis 12 Meter lang. Angaben von 20 Metern und mehr sind nicht sicher belegt.

Ist der Walhai ein Wal?

Nein. Der Walhai ist ein Hai, also ein Knorpelfisch, der mit Kiemen atmet. Wale sind Säugetiere und müssen zum Atmen auftauchen. Gemeinsam haben beide nur, dass einige von ihnen sehr groß werden und Nahrung aus dem Wasser filtern.

Ist der Walhai gefährlich?

Nein, für Menschen ist er harmlos. Er frisst nur Plankton und kleine Fische. Sehr selten haben Walhaie Sportfischerboote gerammt, vermutlich nachdem sie gestört wurden. Meist sind eher die Walhaie in Gefahr, von Booten getroffen zu werden.

Was frisst ein Walhai?

Plankton wie Kleinkrebse und Fischeier, dazu kleine Schwarmfische wie Sardinen und Makrelen und gelegentlich kleine Tintenfische. Er saugt das Wasser ein und filtert die Nahrung mit Sieben in seinem Rachen heraus.

Wie alt wird ein Walhai?

Nachgewiesen ist ein Alter von bis zu 50 Jahren. Schätzungen gehen davon aus, dass Walhaie etwa 80 Jahre alt werden können.

Ist der Walhai vom Aussterben bedroht?

Die IUCN stuft ihn seit 2025 als stark gefährdet ein. Gefahren sind vor allem Fischerei, Beifang und Zusammenstöße mit Schiffen.

Ähnliche Tiere

  • Riesenhai - der zweitgrößte Fisch, filtert ebenfalls Plankton
  • Mantarochen - ein riesiger Knorpelfisch, der Plankton frisst
  • Blauwal - das größte Tier der Erde, ein Säugetier, das Krill filtert
  • Atlantischer Ammenhai - gehört zur selben Ordnung wie der Walhai
  • Zebrahai - ein weiterer Verwandter aus der Ordnung der Ammenhaiartigen
  • Mondfisch - einer der schwersten Knochenfische

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Walhai
18,8 m

Ein Walhai erreicht eine Körpergröße von 18,8 m. Damit passt er bequem zwischen ein Haus (10 m) und einen Blauwal (25 m) auf unserer Vergleichsskala.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Walhai
34 t

Ein Walhai bringt 34 t auf die Waage. Das ist schwerer als ein Schulbus (12 t), aber leichter als ein Blauwal (150 t). Anders ausgedrückt: Der Walhai wiegt so viel wie etwa 3 Schulbusse.