Wasserbüffel

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Zwei dunkelgraue Wasserbüffel mit nach hinten gebogenen Hörnern trinken aus einem flachen Gewässer am Rand einer Wiese
Eleleleven from Bielefeld, Deutschland / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Kurz erklärt

Der Wasserbüffel ist ein großes Rind aus Asien, das sich am liebsten im Wasser oder im Schlamm abkühlt. Es gibt ihn in zwei Formen: Der Wilde Wasserbüffel ist selten und stark gefährdet, der Hausbüffel ist in vielen Ländern ein wichtiges Nutztier. Hausbüffel liefern Milch, Fleisch und Arbeitskraft. In Deutschland pflegen sie nasse Wiesen und Moore.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameBubalus arnee (Wilder Wasserbüffel); Hausbüffel: Bubalus bubalis
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Rinder (Bovinae)
  • Gattung: Asiatische Büffel (Bubalus)
  • Art: Wasserbüffel
KörpergrößeKopf-Rumpf-Länge 240 bis 300 cm, dazu 60 bis 100 cm Schwanz; Schulterhöhe 150 bis 190 cm
KörpergewichtWilde Bullen bis 1.200 kg, wilde Kühe bis 800 kg; Hausbüffel je nach Rasse und Haltung etwa 250 bis 550 kg, in Deutschland gehaltene Kühe 600 bis 800 kg und Bullen 800 bis 1.000 kg
ErnährungPflanzenfresser und Wiederkäuer: vor allem Gräser, dazu Kräuter, Wasserpflanzen, Blätter und Feldfrüchte
LebenserwartungIn freier Wildbahn bis 25 Jahre, in Menschenobhut bis 29 Jahre
SozialverhaltenKühe mit Kälbern in Herden von meist 10 bis 20 Tieren, angeführt von einer alten Kuh; junge Bullen in Junggesellengruppen, ältere Bullen oft allein
HerkunftSüd- und Südostasien
Verbreitung Wilder Wasserbüffel: nur noch in kleinen Beständen in Indien, Nepal, Bhutan und Thailand; Hausbüffel: in Asien, im Mittelmeerraum, in Süd- und Mittelamerika und Australien, in Deutschland in kleinen Herden AsienEuropaSüdamerikaAustralien
EntdeckungWilder Wasserbüffel 1792 von Kerr wissenschaftlich beschrieben
GefährdungEN Stark gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2019)
SonstigesDie Gefährdungsangabe gilt nur für den Wilden Wasserbüffel (Bubalus arnee). Der Hausbüffel ist ein Haustier und wird von der IUCN nicht bewertet.

Wilder Wasserbüffel und Hausbüffel: zwei Formen

Der Wasserbüffel ist ein großes Rind aus Asien. Er gehört zur Familie der Hornträger, ebenso wie der Afrikanische Büffel. Unter dem Namen „Wasserbüffel“ verbergen sich zwei Formen, die man auseinanderhalten sollte:

  • Der Wilde Wasserbüffel (Bubalus arnee) lebt frei in Süd- und Südostasien. Er ist sehr selten geworden und steht auf der Roten Liste als stark gefährdet.
  • Der Hausbüffel (Bubalus bubalis) ist die gezähmte Form. Menschen halten ihn seit rund 5.000 Jahren als Nutztier. Es gibt ihn heute in vielen Teilen der Welt.

Viele Fachleute verwenden den Namen Bubalus arnee für die echten Wildbüffel und Bubalus bubalis für die Hausbüffel. Andere fassen beide unter Bubalus bubalis zusammen. Die IUCN bewertet unter Bubalus arnee nur die Wildform. Auf dieser Seite steht jeweils dabei, um welche Form es geht.

Beim Hausbüffel unterscheidet man zwei Typen. Der Flussbüffel ist eher schwarz und hat eng eingerollte Hörner. Er wird vor allem weiter im Westen gehalten, zum Beispiel im Mittelmeerraum sowie in Süd- und Mittelamerika. Der Sumpfbüffel ist aschgrau, trägt den Hals tiefer und hat nach hinten und außen geschwungene Hörner. Er ist vor allem in Südostasien und in Australien verbreitet.

Aussehen und Körperbau

Wasserbüffel sind mächtige Tiere. Ihr Körper misst 2,40 bis 3 Meter, dazu kommt ein 60 bis 100 Zentimeter langer Schwanz mit Haarbüschel. Die Schulterhöhe liegt bei 1,50 bis 1,90 Meter. Wilde Bullen wiegen bis zu 1.200 Kilogramm, wilde Kühe bis zu 800 Kilogramm. Hausbüffel sind meist leichter, je nach Rasse und Haltung wiegen sie etwa 250 bis 550 Kilogramm. Die in Deutschland gehaltenen Büffel sind schwerer: Kühe erreichen hier 600 bis 800 Kilogramm, Bullen 800 bis 1.000 Kilogramm.

Das Gesicht ist lang und schmal, die Ohren sind eher klein. Das Fell ist dünn, lang und aschgrau bis schwarz. Erwachsene Büffel sind fast nackt. Ihre Haut ist trocken dunkelgrau und nass dunkelbraun bis schwarz, meist aber ohnehin mit Schlamm bedeckt. Die Beine sind bis zu den Knien oft schmutzig weiß.

Auffällig sind die Hörner. Beide Geschlechter tragen sie, bei den Kühen sind sie kleiner. Die Hörner sind an der Basis dick, quer gerillt und im Querschnitt dreieckig. Ihre Spannweite ist größer als bei jedem anderen Hornträger. Anders als beim Afrikanischen Büffel liegen die Hornansätze weit auseinander.

Wasserbüffel haben große Füße mit breit spreizbaren Klauen und weichen Fesseln. Damit kommen sie auf sumpfigem Boden gut zurecht.

Verbreitung und Lebensraum

Wilder Wasserbüffel: Ursprünglich lebte er vermutlich von Zentralindien und dem Süden Nepals bis nach Vietnam und Malaysia. Heute gibt es echte Wildbüffel nur noch in kleinen Gebieten in Indien, Nepal, Bhutan und Thailand. In Nepal lebten sie bis 2017 nur im Koshi-Tappu-Wildschutzgebiet, das 1976 zu ihrem Schutz und als Rastgebiet für Zugvögel gegründet wurde. Seit 2017 gibt es einen zweiten Bestand im Chitwan-Nationalpark.

Wildbüffel bewohnen tief gelegenes Grasland in Flussauen, Sümpfe und Wälder an Flüssen. Wichtig sind Wasser zum Trinken und Suhlen, reichlich Futter und dichte Deckung.

Hausbüffel: Hausbüffel leben heute weit außerhalb des ursprünglichen Gebiets, in Süd- und Südostasien ebenso wie im Mittelmeerraum, in Süd- und Mittelamerika und in Australien. In Australien gibt es auch verwilderte Herden. In Nepal hält man Sumpfbüffel bis in 2.800 Meter Höhe.

Ernährung

Wasserbüffel sind Pflanzenfresser und Wiederkäuer. Sie fressen vor allem Gräser, dazu Kräuter, Wasserpflanzen und Blätter. Im Koshi-Tappu-Wildschutzgebiet in Nepal stellten Forschende fest, dass Wildbüffel 54 verschiedene Pflanzenarten fressen. Gräser und Kräuter fraßen sie zwei- bis dreimal häufiger als Zweige und Blätter von Sträuchern. In Thailand bestand fast die Hälfte der Nahrung aus nur drei Grasarten. In Assam in Indien fressen Wildbüffel sogar Wasserhyazinthen.

Am Rand ihrer Schutzgebiete fressen Wildbüffel oft Reis, Zuckerrohr oder Jute auf den Feldern. Das führt zu Konflikten mit den Bauern.

Verhalten und Lebensweise

Wasserbüffel sind gesellig. Wildbüffel leben in Herden von meist 10 bis 20 Tieren, manchmal auch bis zu 100. Eine Herde besteht aus Kühen mit ihren Kälbern und wird von einer alten Kuh angeführt. Mit etwa drei Jahren verlassen die jungen Bullen die Herde und schließen sich zu Junggesellengruppen von bis zu zehn Tieren zusammen. Ältere Bullen leben oft allein.

Am bekanntesten ist das Suhlen. Wasserbüffel haben weniger Schweißdrüsen als die meisten anderen Rinder und vertragen Hitze schlecht. In der heißen Tageszeit liegen sie deshalb im Schlamm oder tauchen so tief ins Wasser, dass nur Nase und Augen herausschauen. Schlamm kühlt länger als Wasser, weil er langsamer trocknet. Außerdem schützt die Schlammkruste vor stechenden Insekten. Gefressen wird vor allem morgens und abends.

Wasserbüffel riechen und hören gut, auf ihre Augen verlassen sie sich weniger. Unterwegs grunzen und schnauben die Tiere einer Herde, lautes Brüllen ist selten.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Je nach Gebiet bekommen Wasserbüffel ihre Kälber zu einer bestimmten Jahreszeit oder das ganze Jahr über. Wo es eine feste Paarungszeit gibt, liegt sie oft nach der Regenzeit. Zur Paarung suchen die Bullen die Herden der Kühe auf. Danach werden sie wieder vertrieben.

Die Tragzeit dauert 300 bis 340 Tage. Das ist die längste Tragzeit unter den Hornträgern. Meist kommt ein einzelnes Kalb zur Welt, selten Zwillinge. Ein Kalb wiegt bei der Geburt 35 bis 40 Kilogramm und ist rot- bis gelbbraun. Es wird sechs bis neun Monate gesäugt. Im Durchschnitt bekommt eine Kuh alle zwei Jahre ein Kalb.

Kühe werden mit etwa anderthalb Jahren geschlechtsreif und bleiben in der Herde ihrer Mutter. Bullen sind mit etwa drei Jahren geschlechtsreif. In freier Wildbahn werden Wasserbüffel bis zu 25 Jahre alt, in Menschenobhut bis zu 29 Jahre.

Feinde und Gefährdung

Der wichtigste natürliche Feind ist der Tiger. Selbst für ihn sind erwachsene Büffel eine schwierige Beute. Wird eine Herde bedroht, stellen sich die Tiere gemeinsam auf und greifen in einer Reihe an. Oft vertreiben sie den Tiger, manchmal töten sie ihn sogar mit ihren Hörnern. Tiger erbeuten deshalb vor allem einzelne Tiere und Kälber.

Die Rote Liste der IUCN stuft den Wilden Wasserbüffel als stark gefährdet (EN) ein, die aktuelle Bewertung stammt von 2019. Die Gründe sind:

  • Verlust des Lebensraums: Ackerland breitet sich aus und zerstückelt ihren Lebensraum.
  • Jagd durch Menschen.
  • Vermischung mit Hausbüffeln: Wilde Bullen paaren sich mit Hauskühen. Viele Bestände sind dadurch nicht mehr rein. Weil sich Wildbüffel, verwilderte Büffel und Mischlinge schwer unterscheiden lassen, ist unklar, wie viele echte Wildbüffel es noch gibt.
  • Konkurrenz und Krankheiten durch Hausrinder und Hausbüffel.

Wie viele Wildbüffel es gibt, ist unsicher. Eine ältere Schätzung nennt weniger als 1.000 Tiere. Allein im Koshi-Tappu-Wildschutzgebiet in Nepal zählte man 2018 aber 441 Tiere. Dieser Bestand wächst seit den ersten Zählungen 1976 um durchschnittlich 3,3 Prozent im Jahr. In Indien, Nepal, Bhutan und Thailand sind Wildbüffel gesetzlich geschützt.

Der Hausbüffel ist dagegen nicht gefährdet. Als Haustier wird er von der IUCN nicht bewertet.

Der Hausbüffel als Nutztier

Hausbüffel sind in vielen Ländern unverzichtbar. Sie liefern mehr als 5 Prozent der Milch weltweit. Büffelmilch enthält weniger Wasser und mehr Fett, Milchzucker und Eiweiß als Kuhmilch. Man macht daraus Butter, Butterschmalz (Ghee) und hochwertigen Käse. Auch Fleisch und Leder der Büffel werden genutzt.

In Südostasien sind Büffel wichtige Arbeitstiere. Sie ziehen Pflüge und Wagen und leisten dort 20 bis 30 Prozent der Arbeit auf den Feldern. Ihr Dung dient als Dünger.

Der bekannteste Käse aus Büffelmilch ist der Büffelmozzarella. Mozzarella lässt sich zwar aus jeder Milch herstellen, Käse aus Büffelmilch ist aber auf der Verpackung gekennzeichnet. Geschützt ist die Bezeichnung „Mozzarella di Bufala Campana“: Sie darf nur Käse aus der Milch von Wasserbüffeln aus Kampanien und Umgebung in Süditalien tragen. Büffelmozzarella ist teurer als Kuhmilchmozzarella, auch weil eine Büffelkuh nur etwa 1.700 Liter Milch im Jahr gibt. Ein deutsches Hausrind liefert rund 7.500 Liter.

Wasserbüffel in Deutschland

Seit den 2000er Jahren werden in Deutschland vermehrt Wasserbüffel gehalten. Sie liefern Fleisch und Milch, vor allem aber sind sie gefragte Landschaftspfleger. Oft sind es kleine Herden in Naturschutzgebieten mit nassen Mooren. Eine größere Herde lebt zum Beispiel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Wasserbüffel eignen sich für Flächen, die für Hausrinder zu nass sind. Mit ihren breiten Klauen laufen sie auch über sumpfigen Boden. Sie fressen Schilf und junge Gehölze und halten so nasse Wiesen offen. Anders als Rinder kühlen sie sich ab, indem sie sich ins Wasser legen. Dabei halten sie Tümpel frei und schaffen durch Suhlen und Trampelpfade neue, sonnige Kleingewässer.

Wie sich das auswirkt, zeigt ein Beispiel aus Jettenbach in Oberbayern: Seit 2011 beweiden dort Wasserbüffel zusammen mit Rindern eine feuchte Weide von rund 7 Hektar. Die Büffel legten fünf Suhlen an und nutzten sie an Tagen mit mehr als 20 Grad. Der Bestand des Grasfroschs nahm deutlich zu, und die seltene Gelbbauchunke laichte erfolgreich in wassergefüllten Büffelpfaden. Die Forschenden sehen die Büffel deshalb als mögliche Alternative zum Ausbaggern verlandeter Tümpel mit Maschinen. Sie weisen aber auch darauf hin, dass das Suhlen manche Tierarten stören kann.

Häufige Fragen zum Wasserbüffel

Wie schwer wird ein Wasserbüffel?

Wilde Bullen erreichen bis zu 1.200 Kilogramm, wilde Kühe bis zu 800 Kilogramm. Hausbüffel wiegen je nach Rasse etwa 250 bis 550 Kilogramm. In Deutschland gehaltene Büffel sind schwerer: Kühe wiegen 600 bis 800, Bullen 800 bis 1.000 Kilogramm.

Warum liegen Wasserbüffel im Wasser und im Schlamm?

Wasserbüffel haben wenige Schweißdrüsen und vertragen Hitze schlecht. Im Wasser und im Schlamm kühlen sie sich ab. Die Schlammschicht schützt außerdem vor stechenden Insekten.

Ist der Wasserbüffel vom Aussterben bedroht?

Der Wilde Wasserbüffel ist laut Roter Liste der IUCN stark gefährdet (EN, Stand 2019). Er lebt nur noch in wenigen Gebieten in Indien, Nepal, Bhutan und Thailand. Hausbüffel gibt es dagegen in vielen Ländern der Welt, sie sind nicht gefährdet.

Was frisst ein Wasserbüffel?

Wasserbüffel fressen vor allem Gräser, dazu Kräuter, Wasserpflanzen und Blätter. Wildbüffel in Nepal fraßen in einer Studie 54 verschiedene Pflanzenarten.

Gibt es Wasserbüffel in Deutschland?

Ja, als Haustiere. Sie werden für Fleisch und Milch gehalten und vor allem als Landschaftspfleger auf nassen Wiesen und in Mooren eingesetzt.

Wie lange ist ein Wasserbüffel trächtig?

Die Tragzeit dauert 300 bis 340 Tage, so lange wie bei keinem anderen Hornträger. Meist kommt ein einzelnes Kalb zur Welt, das 35 bis 40 Kilogramm wiegt.

Ähnliche Tiere

  • Yak - ein Rind aus dem Hochland Asiens, ebenfalls mit Wild- und Hausform
  • Zebu - ein Hausrind aus Asien mit Buckel
  • Bison - großes Wildrind aus Nordamerika
  • Wisent - Europas Wildrind
  • Kuh - das Hausrind, mit dem der Wasserbüffel oft verglichen wird
  • Tiger - der wichtigste natürliche Feind des Wilden Wasserbüffels

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Wasserbüffel
2,4 bis 3 m

Ein Wasserbüffel erreicht eine Körpergröße von 2,4 bis 3 m. Damit passt er bequem zwischen einen Erwachsenen (1,8 m) und einen Elefanten (3,5 m) auf unserer Vergleichsskala.