Weißer Hai

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Weißer Hai mit grauem Rücken, weißem Bauch und dreieckiger Rückenflosse schwimmt zwischen einem Schwarm kleiner Fische im blauen Meer
Pterantula (Terry Goss) at en.wikipedia / Wikimedia Commons / CC BY 2.5

Kurz erklärt

Der Weiße Hai ist einer der größten Raubfische der Welt. Er wird etwa 6 Meter lang, kann mehr als 1,8 Tonnen wiegen und jagt vor allem Robben und große Fische. Weiße Haie leben in gemäßigten und subtropischen Meeren auf der ganzen Welt, auch im Mittelmeer. Der Weiße Hai ist an mehr bekannten Bissen beteiligt als jede andere Haiart, trotzdem sind solche Unfälle sehr selten.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameCarcharodon carcharias
Abstammung
  • Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
  • Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
  • Ordnung: Makrelenhaiartige (Lamniformes)
  • Familie: Makrelenhaie (Lamnidae)
  • Gattung: Carcharodon
  • Art: Weißer Hai
KörpergrößeGeschlechtsreife Männchen ab etwa 3,5 m, Weibchen ab etwa 4,5 m; Höchstlänge nach heutigem Wissen etwa 6 bis 6,4 m. Berichte über 7 m und mehr sind umstritten, 11 m sind falsch. Bei der Geburt 1,1 bis 1,65 m
KörpergewichtGroße Tiere wiegen laut NOAA über 4.000 Pfund, also mehr als 1,8 Tonnen
ErnährungRaubfisch: Jungtiere fressen vor allem Bodenfische, kleine Haie, Rochen, Schwarmfische und Tintenfische; große Tiere vor allem Robben, Seelöwen und See-Elefanten, dazu Delfine, große Fische und Aas von Walen
Lebenserwartung70 Jahre und mehr (Altersbestimmung an Wirbeln mit Radiokarbon aus Atombombentests)
SozialverhaltenMeist allein oder zu zweit; an Robbenkolonien und Walkadavern auch in Gruppen mit Rangordnung, keine Schwärme
HerkunftGemäßigte und subtropische Meere
Verbreitung Weltweit in gemäßigten und subtropischen Meeren, auch im Mittelmeer; bekannt z. B. vor Südafrika, Australien, Neuseeland, Kalifornien und der Ostküste Nordamerikas Meer
EntdeckungErstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné (als Squalus carcharias)
GefährdungVU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2022)
SonstigesLaut International Shark Attack File die Haiart mit den meisten bestätigten unprovozierten Bissen (351, davon 59 tödlich, seit 1580; Stand der ISAF-Liste Januar 2022). Geschützt u. a. nach CITES Anhang II.

Der bekannteste Hai der Welt

Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist wohl der bekannteste Hai überhaupt. Er ist einer der größten Haie und der größte Vertreter der Makrelenhaie. Filme und Namen wie „Menschenfresser“ haben ihm einen furchterregenden Ruf eingebracht. Dabei weiß man über sein Leben im Meer noch erstaunlich wenig.

Der Weiße Hai gehört zur Familie der Makrelenhaie (Lamnidae), zu der auch die Makohaie und der Heringshai zählen. Zur selben Ordnung, den Makrelenhaiartigen, gehört auch der Riesenhai. Woher der Weiße Hai stammt, ist umstritten: Eine Hypothese leitet ihn von den ausgestorbenen Großzahnhaien ab, zu denen der Megalodon gehört, eine andere von einem Makohai aus dem Miozän.

Woher kommt der Name? Der Weiße Hai ist gar nicht weiß, sondern nur am Bauch. Seinen Namen hat er vermutlich von toten Tieren, die mit dem hellen Bauch nach oben an Deck von Schiffen lagen. Der Gattungsname Carcharodon stammt aus dem Griechischen und bedeutet etwa „geschärfter Zahn“. Carl von Linné beschrieb die Art im Jahr 1758 zuerst unter dem Namen Squalus carcharias.

Aussehen und Körperbau

Größe: Wie groß Weiße Haie werden, wird seit Langem heftig diskutiert. Nach Berechnungen von Fachleuten liegt die Höchstlänge bei etwa 6 Metern, vielleicht bis 6,4 Meter. Es gibt Berichte über Tiere von etwa 7 Metern, bestätigt sind sie aber nicht. Eine früher genannte Länge von fast 11 Metern ist falsch. Männchen sind mit etwa 3,5 bis 4,1 Metern geschlechtsreif, Weibchen erst mit 4,5 bis 5 Metern.

Gewicht: Große Weiße Haie wiegen laut der US-Fischereibehörde NOAA über 4.000 Pfund, also mehr als 1,8 Tonnen. Genaue Wägungen der größten Tiere gibt es kaum.

Form: Der Körper ist spindelförmig wie ein Torpedo, die Schnauze kegelförmig und kurz. Die erste Rückenflosse ist groß und dreieckig, die zweite Rückenflosse und die Afterflosse sind winzig. Die Schwanzflosse hat die Form eines Halbmonds, davor sitzt ein seitlicher Kiel am Schwanzstiel. Der Weiße Hai kann kurze, sehr schnelle Verfolgungsjagden schwimmen und sogar ganz aus dem Wasser springen.

Farbe: Der Rücken ist bleigrau bis bräunlich oder fast schwarz. An den Seiten geht die Farbe abrupt in einen weißen Bauch über. Viele Tiere haben einen schwarzen Fleck in der Achsel der Brustflosse.

Zähne: Die Zähne sind groß, dreieckig und haben einen gesägten Rand, ähnlich wie ein Brotmesser. Die Zähne im Unterkiefer sind schmaler. Bei jungen Haien unter etwa 1,8 Metern haben die Zähne noch kleine Nebenspitzen.

Warmblütig: Anders als die meisten Fische kann der Weiße Hai seinen Körper wärmer halten als das umgebende Wasser. Er ist teilweise warmblütig, wie einige andere Makrelenhaiartige auch. So bleibt er auch in kühlem Wasser ein aktiver Jäger.

Verbreitung und Lebensraum

Weiße Haie leben in fast allen Ozeanen, vor allem in gemäßigten und subtropischen Meeren. Sie mögen Wassertemperaturen von etwa 10 bis 27 °C und wandern oft mit den Jahreszeiten ihrer Wunschtemperatur hinterher. Einzelne große Tiere kommen auch in tropischen Gewässern vor, andere wagen sich bis vor Alaska und Kanada.

Wo leben Weiße Haie? Man findet sie im Atlantik von Neufundland bis Florida und von Brasilien bis Argentinien, von Frankreich bis Südafrika und auch im Mittelmeer. Im Indischen Ozean reicht ihr Gebiet vom Roten Meer bis Südafrika und zu den Inseln im Westen des Ozeans. Im Pazifik leben sie von Sibirien bis Neuseeland, um Hawaii und von Alaska bis Chile.

Küste und Hochsee: Die meiste Zeit halten sich Weiße Haie in den oberen Wasserschichten nahe der Küste auf. Gerne patrouillieren sie vor Inseln mit Robbenkolonien und an Felsküsten, wo tiefes Wasser nahe ans Ufer reicht. Sie können aber auch weit hinaus ins offene Meer schwimmen und über 1.000 Meter tief tauchen. Mit Sendern ausgestattete Haie legten riesige Strecken zurück, manche durchquerten ganze Ozeane.

Kinderstuben: Junge Weiße Haie bleiben oft in flachen, wärmeren Küstengewässern. In den USA gibt es solche Kinderstuben zum Beispiel vor Südkalifornien und vor Long Island bei New York.

Ernährung

Der Weiße Hai ist ein Spitzenräuber und steht ganz oben in der Nahrungskette. Er jagt vor allem am Tag.

Jung und alt fressen verschieden: Junge Weiße Haie fressen hauptsächlich Fische, die am Boden leben, kleinere Haie und Rochen, Schwarmfische und Tintenfische. Wenn sie größer werden, werden ihre Zähne breiter und sie jagen mehr Meeressäuger: Robben, Seelöwen, See-Elefanten und Delfine. Große Haie fressen außerdem große Fische und gelegentlich Meeresschildkröten.

Aas von Walen: An toten Walen versammeln sich oft mehrere Weiße Haie. Dann gibt es eine Rangordnung nach Größe, und die großen Haie fressen zuerst. Sie bevorzugen den energiereichen Speck.

So jagt der Weiße Hai: Meist nähert er sich seiner Beute von unten, knapp unter der Oberfläche. Kurz vor dem Ziel schießt er mit erhobenem Kopf nach oben, manchmal springt er dabei ganz aus dem Wasser. Von unten ist er für die Beute schwer zu sehen, während er selbst sie gegen das helle Wasser gut erkennt.

Verhalten und Lebensweise

Einzelgänger mit Regeln: Weiße Haie leben meist allein oder zu zweit und bilden keine Schwärme. An reichen Futterplätzen treffen sich aber zehn oder mehr Tiere. Dabei halten sie Abstand und zeigen einander mit Drohgebärden, wer Vorrang hat: Sie schlagen mit der Schwanzflosse aufs Wasser, spritzen Wasser in Richtung eines Rivalen oder springen halb aus dem Wasser und klatschen flach auf.

Neugierig: Weiße Haie wirken intelligent und neugierig. Sie beißen auch in Gegenstände ganz verschiedener Formen, Farben und Größen, die gar nicht wie Beute aussehen. Forschende vermuten, dass sie unbekannte Dinge so prüfen: Zupacken ist für einen Hai vermutlich die einzige verlässliche Möglichkeit, herauszufinden, ob etwas fressbar ist.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Lebende Junge: Weiße Haie sind lebendgebärend. Die Jungen schlüpfen im Mutterleib aus ihren Eiern und fressen dort unbefruchtete Eier, die die Mutter weiter produziert. Im Mutterleib verschlucken sie sogar ihre eigenen Zähne, vermutlich um die Mineralstoffe wiederzuverwerten.

Tragzeit und Wurf: Wie lange ein Weibchen trächtig ist, weiß man nicht genau, vermutlich ein Jahr oder länger. Ein Wurf besteht aus etwa 7 bis 14 Jungen. Die Jungen sind bei der Geburt schon 1,1 bis 1,65 Meter lang. Weibchen bekommen vermutlich nur alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs.

Paarung: Über die Paarung weiß man wenig. Bisswunden an den Brustflossen und am Rücken erwachsener Weibchen gelten als Paarungsnarben. Vermutlich hält sich das Männchen dabei mit den Zähnen am Weibchen fest.

Sehr langsames Leben: Weiße Haie wachsen langsam. Laut NOAA werden Männchen mit etwa 26 Jahren geschlechtsreif, Weibchen sogar erst mit etwa 33 Jahren. Eine Studie von 2014 bestimmte das Alter an Wirbeln mit Hilfe von Radiokarbon aus Atombombentests. Danach können Weiße Haie 70 Jahre und älter werden.

Ist der Weiße Hai gefährlich?

Der Weiße Hai ist die Haiart, die am häufigsten mit Bissen an Menschen in Verbindung gebracht wird. Die Zahlen zeigen aber auch, wie selten solche Unfälle sind.

Die Zahlen: Das International Shark Attack File (ISAF) am Florida Museum of Natural History sammelt seit Jahrzehnten alle bekannten Haibisse weltweit. In seiner Liste (Stand Januar 2022) ist der Weiße Hai an 351 bestätigten unprovozierten Bissen beteiligt, 59 davon endeten tödlich. Gezählt wird ab dem Jahr 1580, also über mehr als vier Jahrhunderte. Unprovoziert heißt: Der Mensch hat den Hai nicht gereizt, gefüttert oder festgehalten.

Ein Jahr im Vergleich: 2025 zählte das ISAF weltweit 65 unprovozierte Haibisse aller Arten, 9 davon tödlich. Drei der tödlichen Bisse gingen auf Weiße Haie an Surfern in Australien zurück. An anderer Stelle nennt der Jahresbericht zusätzlich einen tödlichen Biss eines Weißen Hais in Kalifornien.

Warum gerade der Weiße Hai? Er ist groß, kräftig und hat Zähne, die schneiden statt nur festzuhalten. Außerdem lebt er oft dort, wo Menschen schwimmen und surfen. Zudem lässt er sich leicht erkennen. Das ISAF weist darauf hin, dass Bisse von schwer bestimmbaren Arten seltener der richtigen Art zugeordnet werden. Die Liste überschätzt deshalb leicht erkennbare Haie wie den Weißen Hai.

Verwechslung oder Neugier? Oft heißt es, der Hai halte Surfer von unten für Robben. Das ist nicht sicher: Weiße Haie beißen auch in Gegenstände, die keiner Robbe ähneln. Manche Forschende halten viele Bisse deshalb für Probebisse, mit denen der Hai herausfindet, was er vor sich hat.

Feinde und Gefährdung

Natürliche Feinde: Nur Schwertwale und noch größere Haie sind für erwachsene Weiße Haie gefährlich. Schwertwale haben es vermutlich auf die fettreiche Leber abgesehen.

Mensch: Die größere Gefahr geht vom Menschen aus. Weiße Haie geraten als Beifang in Kiemennetze, Ringwaden und an Langleinen. Ihre Kiefer und Zähne sind als Trophäen sehr wertvoll. Weil sie langsam wachsen, spät geschlechtsreif werden und wenige Junge bekommen, erholen sich ihre Bestände nur langsam.

Schutz: In vielen Ländern sind Weiße Haie geschützt, zum Beispiel in Südafrika, Australien und den USA. Seit 2002 steht die Art in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), der Handel mit Teilen des Hais wird seitdem kontrolliert. Vor der Nordostküste der USA nimmt der Bestand seit den Schutzbestimmungen der 1990er-Jahre wieder zu.

Rote Liste: Die IUCN stuft den Weißen Hai weltweit als gefährdet (Vulnerable) ein. Die aktuelle Fassung der Einstufung wurde 2022 veröffentlicht. Wie viele Weiße Haie es weltweit gibt, weiß niemand genau.

Häufige Fragen zum Weißen Hai

Wie groß wird ein Weißer Hai?

Nach heutigem Wissen etwa 6 bis 6,4 Meter. Geschlechtsreife Weibchen sind mindestens 4,5 Meter lang, Männchen mindestens 3,5 Meter. Berichte über Tiere von 7 Metern und mehr sind umstritten.

Wie schwer ist ein Weißer Hai?

Große Weiße Haie wiegen laut der US-Behörde NOAA mehr als 1,8 Tonnen. Das ist ungefähr so viel wie ein großes Auto.

Wie gefährlich ist der Weiße Hai für Menschen?

Er ist an mehr bestätigten unprovozierten Bissen beteiligt als jede andere Haiart: 351 seit 1580, davon 59 tödlich. Weltweit zählte das ISAF 2025 insgesamt 65 unprovozierte Haibisse aller Arten. Das Risiko für Badende ist also sehr gering.

Was frisst ein Weißer Hai?

Junge Weiße Haie fressen vor allem Fische, kleine Haie, Rochen und Tintenfische. Große Weiße Haie jagen vor allem Robben, Seelöwen und Delfine und fressen auch Aas von toten Walen.

Gibt es Weiße Haie im Mittelmeer?

Ja, das Mittelmeer gehört zu seinem Verbreitungsgebiet. Weltweit bevorzugt der Weiße Hai gemäßigte und subtropische Meere mit Wassertemperaturen von etwa 10 bis 27 °C.

Wie alt wird ein Weißer Hai?

Sehr alt: Altersbestimmungen an Wirbeln zeigen, dass Weiße Haie 70 Jahre und älter werden können. Weibchen werden erst mit etwa 33 Jahren geschlechtsreif.

Ähnliche Tiere

  • Tigerhai - einer der „Großen Drei“ unter den Haien, die Menschen gefährlich werden können
  • Bullenhai - der dritte Hai dieser Gruppe
  • Riesenhai - gehört zur selben Ordnung, frisst aber Plankton
  • Großzahnhai - der ausgestorbene Megalodon
  • Schwertwal - einer der wenigen Feinde des Weißen Hais
  • Robbe - die wichtigste Beute großer Weißer Haie

Quellen

Größenvergleich

🪙1-Euro-Münze
2,3 cm
⚽Fußball
22 cm
🧒Kind
1,2 m
🧑Erwachsener
1,8 m
🏠Haus
10 m
▼Weißer Hai
3,5 bis 6,4 m

Ein Weißer Hai erreicht eine Körpergröße von 3,5 bis 6,4 m. Damit passt er bequem zwischen einen Erwachsenen (1,8 m) und ein Haus (10 m) auf unserer Vergleichsskala. Das bedeutet: Der Weiße Hai ist etwa 3-mal so groß wie ein Erwachsener.

Gewichtsvergleich

🪙1-Euro-Münze
7,5 g
🍫Tafel Schokolade
100 g
⚽Fußball
430 g
🧒Kind
25 kg
🧑Erwachsener
75 kg
🚗Auto
1,5 t
🚌Schulbus
12 t
▼Weißer Hai
1,8 t

Ein Weißer Hai bringt 1,8 t auf die Waage. Das ist schwerer als ein Auto (1,5 t), aber leichter als ein Elefant (5 t).