Yak
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Kurz erklärt
Der Yak ist ein Rind mit langem, zotteligem Fell, das im Hochland Asiens lebt, oft auf über 4.000 Metern Höhe. Es gibt zwei Formen: den seltenen, gefährdeten Wildyak und den Hausyak, den Menschen seit Jahrtausenden halten. Hausyaks liefern Milch, Fleisch, Wolle und Dünger zum Heizen und tragen schwere Lasten über die Berge. Kälte bis minus 40 Grad macht Yaks wenig aus, Wärme dagegen schon.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Bos mutus (Wildyak); Hausyak: Bos grunniens |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | Wildyak: Schulterhöhe der Bullen 175 bis 203 cm, der Kühe 137 bis 156 cm; Hausyaks sind kleiner und kurzbeiniger |
| Körpergewicht | Wildyak-Bullen bis etwa 1.000 kg, Kühe deutlich leichter; Hausyak-Bullen 350 bis 580 kg, Kühe 225 bis 255 kg |
| Ernährung | Pflanzenfresser: vor allem Gräser und Seggen, dazu Kräuter, Zwergsträucher, Moose und Flechten |
| Lebenserwartung | Höchstalter in freier Wildbahn etwa 25 Jahre |
| Sozialverhalten | Kühe und Jungtiere in Herden von oft mehr als 100 Tieren; ältere Bullen allein oder in kleinen Gruppen |
| Herkunft | Hochland von Tibet |
| Verbreitung | Wildyak: nur noch im Hochland von Tibet in China und vereinzelt in Ladakh (Indien); Hausyak: vom Himalaya bis zum Altai und in die Mongolei, heute auch in Nordamerika und Europa Asien |
| Entdeckung | Hausyak 1766 von Carl von Linné beschrieben, Wildyak von Nikolai Przewalski |
| Gefährdung | VU Gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2016) |
| Sonstiges | Die Gefährdungsangabe gilt nur für den Wildyak (weniger als 10.000 erwachsene Tiere). Der Hausyak ist ein Haustier, wird von der IUCN nicht bewertet und zählt weltweit rund 14 Millionen Tiere. |
Wildyak und Hausyak: zwei Formen eines Rindes
Der Yak ist ein Rind aus dem Hochland Asiens. Er gehört wie das Hausrind, der Wisent und der Bison zur Familie der Hornträger. Unter dem Namen „Yak“ verbergen sich zwei Formen, die man auseinanderhalten sollte:
- Der Wildyak (Bos mutus) lebt frei auf dem Hochland von Tibet. Er ist selten geworden und steht auf der Roten Liste als gefährdet.
- Der Hausyak (Bos grunniens) stammt vom Wildyak ab. Menschen haben ihn gezähmt und halten ihn als Nutztier. Weltweit gibt es Millionen Hausyaks.
Die IUCN behandelt beide getrennt: Unter Bos mutus bewertet sie den Wildyak, der Hausyak zählt als Haustierform und wird nicht eingestuft. Beide Formen können sich miteinander fortpflanzen. Auf dieser Seite steht jeweils dabei, ob es um den Wildyak, den Hausyak oder um beide geht.
Die wissenschaftlichen Namen haben eine eigene Geschichte. Grunniens bedeutet „grunzend“, nach den grunzenden Lauten der Yaks. Der Forscher Nikolai Przewalski nannte den Wildyak dagegen mutus, also „stumm“, weil er glaubte, der Wildyak gebe keinen Laut von sich. Das stimmt nicht ganz: Vor allem in der Paarungszeit quieken und rufen auch Wildyaks.
Aussehen und Körperbau
Yaks sind kompakt gebaut, mit kurzem Hals, kurzen Beinen, kleinen Ohren und einem breiten Brustkorb. Am auffälligsten ist ihr langes, dichtes Fell, das den Körper und auch den Schwanz bedeckt. Vor dem Winter wächst unter dem langen Deckhaar eine Schicht aus feiner, flaumiger Unterwolle. Kälber tragen sogar nur diese weiche Unterwolle.
Wildyak: Wildyaks sind fast immer tiefbraun bis schwarz. Typisch ist ein silbergrauer Streifen auf dem Rücken und graues Haar rund um das Maul. Die Hörner sind rund, sehr dick und weit ausladend. Bei Bullen messen sie entlang der Außenkurve durchschnittlich etwa 75 Zentimeter. Ausgewachsene Bullen erreichen eine Schulterhöhe von 175 bis 203 Zentimetern und können um die 1.000 Kilogramm wiegen. Kühe sind mit 137 bis 156 Zentimetern Schulterhöhe deutlich kleiner und leichter.
Hausyak: Hausyaks sind kleiner als ihre wilden Vorfahren. Bullen wiegen etwa 350 bis 580 Kilogramm, Kühe 225 bis 255 Kilogramm. Sie haben kürzere Beine, breitere Hufe und schwächere Hörner, manche Tiere haben gar keine. Ihr Fell kann schwarz, braun, gescheckt oder weiß sein. Weiße Yaks gibt es vor allem, weil Hirten in manchen Gegenden diese Farbe mögen.
Gemacht für Kälte und dünne Luft
Yaks leben dort, wo es für die meisten anderen Rinder zu kalt und zu hoch ist. Ihr Körper ist dafür in vielen Punkten angepasst:
- Wärme sparen statt Wärme erzeugen: Der gedrungene Körper hat im Verhältnis zum Gewicht wenig Oberfläche. Dazu kommen das dicke Fell, eine dicke Haut und eine Fettschicht, die sich vor dem Winter bildet. Yaks können sich bei Temperaturen von minus 30 bis minus 40 Grad normal bewegen und fressen.
- Kaum Schwitzen: Yaks haben zwar Schweißdrüsen, doch die meisten arbeiten nicht. Darum vertragen sie Wärme schlecht. Ab etwa 13 Grad atmen sie schneller, bei 20 Grad stellen sie sich in den Schatten oder ans Wasser und hören auf zu fressen.
- Große Lunge und großes Herz: In großer Höhe enthält die Luft weniger Sauerstoff. Yaks haben einen weiten Brustkorb mit 14 bis 15 Rippenpaaren, eine große Lunge und ein im Verhältnis zur Körpergröße großes Herz. Ihr Blut kann Sauerstoff besonders gut binden.
- Trittsicher: Ihre Hufe und ihr ruhiges Wesen helfen ihnen auf steilem, felsigem oder sumpfigem Gelände.
Verbreitung und Lebensraum
Wildyak: Früher lebten Wildyaks auf dem ganzen Hochland von Tibet, auch in Nepal und im Norden Indiens. Heute gibt es sie nur noch in verstreuten Beständen in China, vor allem in Tibet, Qinghai, Xinjiang und Gansu. Die größten Bestände leben in großen Schutzgebieten wie dem Chang-Tang-Reservat im Norden Tibets, im Arjin-Shan-Gebiet und im Kekexili-Reservat. In der indischen Region Ladakh leben höchstens etwa 110 Tiere, die teils über die Grenze aus China hin und her wandern. In Nepal und Bhutan gilt der Wildyak als ausgestorben.
Wildyaks bewohnen alpine Tundra, Grasland und kalte Wüstengebiete in 4.000 bis 6.100 Metern Höhe. Im Chang-Tang-Reservat fallen im Jahr nur 100 bis 300 Millimeter Niederschlag, vieles davon als Hagel und Schnee. Die Temperatur kann unter minus 40 Grad sinken. Im Winter ziehen die Tiere in tiefere Täler.
Hausyak: Hausyaks leben in einem viel größeren Gebiet. Es reicht von den Südhängen des Himalaya bis zum Altai-Gebirge und vom Pamir bis zu den Minshan-Bergen in China. Meist halten Hirten sie in 2.000 bis 5.000 Metern Höhe, und zwar umso tiefer, je weiter nördlich das Gebiet liegt. Nach Zahlen der Welternährungsorganisation FAO gab es um das Jahr 2000 rund 14,2 Millionen Hausyaks, davon etwa 13,3 Millionen in China und rund 600.000 in der Mongolei. Kleinere Bestände gibt es in Nepal, Bhutan, Indien, Pakistan, Afghanistan und Russland. Inzwischen werden Yaks auch in Nordamerika und in Europa gehalten, zum Beispiel in der Schweiz und in Österreich, außerdem in vielen Zoos.
Ernährung
Yaks sind Pflanzenfresser und Wiederkäuer. Wildyaks fressen vor allem Gräser und Seggen, dazu Kräuter, niedrige Sträucher, Moose und Flechten. Ihr großer Pansen hilft ihnen, auch harte und karge Pflanzenkost zu verwerten.
Yaks können lange Gräser wie andere Rinder mit der Zunge abrupfen. Ganz kurzes Gras beißen sie dagegen wie Schafe mit den Schneidezähnen und Lippen ab. Liegt Schnee oder Eis, scharren sie mit Hufen und Kopf die Decke auf und kommen so an das welke Gras darunter.
Die Pflanzen wachsen im Hochland nur wenige Monate im Jahr. Im Sommer fressen sich die Tiere deshalb Reserven an, im Winter und Frühling nehmen sie wieder ab. Bei Hausyaks macht dieser Verlust etwa ein Viertel des Herbstgewichts aus.
Verhalten und Lebensweise
Wildyaks sind gesellig. Kühe und Jungtiere schließen sich oft zu Herden von mehr als 100 Tieren zusammen, Gruppen von 10 bis 20 Tieren sind ebenfalls häufig. Ältere Bullen ziehen meist allein oder in kleinen Trupps von zwei bis fünf Tieren umher. Ihre Gruppen halten sich eher in tieferem, weniger steilem Gelände auf als die der Kühe.
Wildyaks haben eine sehr feine Nase. Sie sind wachsam und scheu und fliehen sofort, wenn sie Menschen wittern. Wird ein Wildyak in die Enge getrieben oder gereizt, kann er aber angreifen. Zu ihren natürlichen Feinden gehört der Wolf. Auch zum Schutz vor Wölfen bilden Yaks große Herden.
Hausyaks leben in den Herden ihrer Hirten. Kastrierte Bullen sind wichtige Lasttiere. Sie tragen Gepäck über steile Pässe, Hausyaks können dabei Gelände bis in 7.200 Meter Höhe bewältigen. Die Hirten nutzen fast alles vom Yak: Milch, Fleisch, Haare, Häute und den Dung. Weil oberhalb der Baumgrenze kaum Holz wächst, wird getrockneter Yakdung als Brennstoff verwendet. Yakmilch ist mit einem Fettgehalt von oft 6,5 Prozent sehr gehaltvoll. Die feine Unterwolle eignet sich für Textilien, das lange Deckhaar für Decken und Zelte.
Die Zähmung des Yaks begann nach Angaben der FAO vermutlich in der späten Steinzeit. Yaks lassen sich auch mit Hausrindern kreuzen. Die weiblichen Mischlinge sind fruchtbar, die männlichen nicht.
Fortpflanzung und Nachwuchs
Wildyak: Die Paarungszeit beginnt im September. Die Bullen verlassen dann ihre Gruppen und suchen die Herden der Kühe auf. Dort kämpfen sie, oft heftig, um die Weibchen. Die Kälber kommen im folgenden Juni zur Welt, meist bekommt eine Kuh nur jedes zweite Jahr ein einzelnes Kalb. Schon wenige Stunden nach der Geburt kann das Kalb stehen und laufen. Um das Kalb kümmert sich vor allem die Mutter.
Hausyak: Hausyak-Kühe werden meist erst mit drei oder vier Jahren zum ersten Mal gedeckt. Die Tragzeit dauert im Durchschnitt etwa 258 Tage, also kürzer als beim Hausrind. Meist bekommt eine Kuh alle zwei Jahre oder zweimal in drei Jahren ein Kalb, im ganzen Leben durchschnittlich vier bis fünf. Kälber, die früh in der warmen Jahreszeit geboren werden, haben die besten Chancen. Sie müssen in den ersten Monaten schnell wachsen, um ihren ersten Winter zu überstehen.
Yaks werden in freier Wildbahn höchstens etwa 25 Jahre alt.
Feinde und Gefährdung
Die Rote Liste der IUCN stuft den Wildyak als gefährdet (VU) ein. Die aktuelle Einstufung stammt von 2016. Als gefährdet gilt der Wildyak schon seit 1996, von 1986 bis 1994 stufte ihn die IUCN sogar als stark gefährdet ein. Es gibt vermutlich weniger als 10.000 erwachsene Wildyaks, und ihre Zahl nimmt insgesamt ab. Um 1995 schätzten Forscher den Weltbestand auf etwa 15.000 Tiere. Früher sollen in Teilen des Hochlands sogar Millionen Wildyaks gelebt haben.
Die wichtigsten Gründe für den Rückgang sind:
- Wilderei: Lange Zeit war die Jagd, auch zum Verkauf des Fleisches, die größte Gefahr. Seit in weiten Teilen des Hochlands Waffen eingezogen wurden, hat die Wilderei abgenommen.
- Weidevieh: Wildyaks meiden Gebiete, in denen Hirten ihre Herden weiden lassen. Wachsen die Viehherden, verlieren die Wildyaks Lebensraum.
- Vermischung mit Hausyaks: Wildyak-Bullen paaren sich mit Hausyak-Kühen. Dadurch kann das Erbgut der Wildform verwässern.
Wildyaks stehen in China seit 1962 unter Schutz und gehören dort heute zu den streng geschützten Tierarten. Auch in Indien sind sie vollständig geschützt. Der internationale Handel ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Anhang I) verboten. In manchen Schutzgebieten haben sich die Bestände in den letzten Jahren stabilisiert oder sind sogar gewachsen.
Der Hausyak ist dagegen nicht gefährdet. Als Haustier wird er von der IUCN gar nicht bewertet.
Häufige Fragen zum Yak
Wie groß und schwer wird ein Yak?
Wildyak-Bullen erreichen eine Schulterhöhe von 175 bis gut 200 Zentimetern und können um die 1.000 Kilogramm wiegen. Wildyak-Kühe sind deutlich kleiner. Hausyaks sind leichter: Bullen wiegen etwa 350 bis 580 Kilogramm, Kühe 225 bis 255 Kilogramm.
Wo lebt der Yak?
Wildyaks leben nur noch auf dem Hochland von Tibet in China und vereinzelt in Ladakh in Indien, in 4.000 bis über 6.000 Metern Höhe. Hausyaks halten Menschen vom Himalaya bis in die Mongolei und ins Altai-Gebirge, meist in 2.000 bis 5.000 Metern Höhe.
Was frisst ein Yak?
Yaks sind Pflanzenfresser. Sie fressen vor allem Gräser und Seggen, außerdem Kräuter, niedrige Sträucher, Moose und Flechten. Im Winter scharren sie den Schnee weg, um an das Gras darunter zu kommen.
Ist der Yak vom Aussterben bedroht?
Der Wildyak ist laut Roter Liste der IUCN gefährdet (VU, Stand 2016), es gibt vermutlich weniger als 10.000 erwachsene Tiere. Vom Aussterben bedroht im Sinne der höchsten Gefährdungsstufe ist er nicht. Hausyaks gibt es dagegen viele Millionen.
Wofür nutzen Menschen den Yak?
Hausyaks liefern Milch, Butter, Käse, Fleisch, Leder und Wolle. Sie tragen Lasten über hohe Pässe und dienen als Reittiere. Ihr getrockneter Dung ist im baumlosen Hochland ein wichtiger Brennstoff.
Warum hat der Yak so langes Fell?
Das lange Deckhaar und die dichte Unterwolle halten die Körperwärme fest. So übersteht der Yak Temperaturen von minus 40 Grad. Weil er dazu kaum schwitzen kann, ist ihm Wärme über etwa 13 Grad schon unangenehm.
Ähnliche Tiere
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